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Dienstag, 27. August 2013

Lothar Lang zum Gedenken

(Schloß Burgk am 17. August 2013)


Ulrich Goerdten, Foto Gabriele Ballon
Diese schöne Veranstaltung von und für Felix Martin Furtwängler könnte hier und heute so nicht stattfinden ohne die Wirksamkeit von Prof. Dr. Lothar Lang, an den ich – mit Ihrer Erlaubnis und im Auftrage der Pirckheimer-Gesellschaft – mit wenigen Worten erinnern möchte. Allen denen, die Lothar Lang geschätzt haben, soll damit Gelegenheit zum Abschiednehmen gegeben werden.
Lothar Lang wurde am 20. März 1928 geboren und ist im Alter von 85 Jahren am 20. Juli 2013 verstorben. Mit seinem Hinscheiden ist ein wichtiges Stück deutscher Kunstgeschichte zu Ende gegangen. Er war seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts als Kunstkritiker, Ausstellungmacher, Verfasser von Büchern und Artikeln, Herausgeber von Mappenwerken, als Organisator und Förderer junger Künstler eine Art Zentrum, in dem sich vieles bündelte.
Für die Kunstszene in der DDR war Lothar Langs Buch Der Graphik-Sammler eine Art Grundlagentext, und es hat auch für heutige Sammler, Antiquare und Kunstliebhaber nichts an Bedeutung verloren. Eine ganze Generation junger kunstinteressierter Menschen hat aus diesem Werk den Impuls zur Beschäftigung mit Graphik und Kunst überhaupt erhalten, hat sich daran ausgebildet und mit diesem Leitfaden in der Hand eigene Sammlungen zusammengetragen, oft mit wenig Geld. Denn das war ein Hauptanliegen des Buches: den arbeitenden Menschen den Weg zur Kunst zu eröffnen. Sie sollten sich mit den Künsten befassen und jetzt zitiere ich Lothar Lang selbst: „… aus Liebe zur Kunst, aus Leidenschaft, aus Begeisterung und Verehrung für sie. Die Kunstwerke, die sie erwerben, sind ihre Lebensbegleiter. Sie stehen mit ihnen in einem kritischen Dialog, aus dem sich Kenntnis und Urteilsfähigkeit ergeben …“
In diesem Sinne ist es ihm unter oft schwierigen Bedingungen gelungen, einen lebhaften direkten Austausch zwischen Künstlern und Sammlern in der DDR herzustellen. Diese Art des Kunstlebens in der DDR erscheint heute als humanes Gegenbild zum staatlich gelenkten Kunst – und Antiquitätenhandel, dessen groteske Züge nach der „Wende“ im 118. Heft der MARGINALIEN (1990) beschrieben sind.
Lothar Langs Verdienste um die Pirckheimer Gesellschaft sind kaum richtig zu ermessen und zu würdigen. Er hat viele Jahre im Vorstand mitgearbeitet und als Chefredakteur die MARGINALIEN zu dem gemacht, was sie heute sind: die maßgebliche bibliophile Zeitschrift Deutschlands.
Sabine Schemmrich hat vor Jahren in einem Interview erzählt, daß Schloß Burgk für sie lange Zeit nur ein abweisendes graues Gemäuer gewesen ist. Lothar Lang hat daraus dieses helle, weltoffene Kunstzentrum gemacht, das wir wie selbstverständlich nutzen und mit Ausstellungen und Veranstaltungen beleben können.
Zu der heute hier zu eröffnenden Ausstellung hat Lothar Lang noch einen Katalogtext geschrieben, und das zeigt seine bis zuletzt unveränderte Verbundenheit mit diesem Ort. Wir Pirckheimer werden Lothar Lang immer ein ehrendes Angedenken bewahren.
(Ulrich Goerdten)

Donnerstag, 16. Februar 2017

Elke Lang und Till Sailer bei den Magdeburger Pirckheimern

Viele Erinnerungen wurden bei den Magdeburger Pirckheimern wach, als Elke Lang am 15. Februar im Literaturhaus das Buch Lothar Lang: „Begegnung und Reflexion. Kunstkritik in der Weltbühne“, vorstellte. 
Von den anwesenden Gästen konnte sich so mancher an den Besuch des in der DDR wohl bekanntesten und vielleicht einflussreichsten Kunstkritikers in Magdeburg erinnern. Historische Fotos von diesem Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft in Magdeburg im November 1973, hatte Elke Lang mitgebracht. Sie ist die Witwe des 2013 verstorbenen Pirckheimers, Kritikers, Wissenschaftlers und Publizisten Lothar Lang. 
Er war von 1956 bis 1981 Vorsitzender der Pirckheimer-Gesellschaft, aus deren Regionalgruppe Magdeburg sich 1990 der Verein der Bibliophilen und Grafikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt e.V. „Willibald Pirckheimer“ (kurz Magdeburger Pirckheimer) wiedergründete.
Diese Erinnerung an das Jahrestreffen 1973 sorgte für viel Diskussionsstoff und für angenehme Rückblicke.
Im Mittelpunkt des Abend standen jedoch die Kunstkritiken, die Lothar Lang in der traditionsreichen „Weltbühne“ veröffentlicht hatte und die 2016 gesammelt als Buch erschienen.
Der Schriftsteller Till Sailer las Passagen aus dem Buch, während Elke Lang mehr aus dem persönlichen Umfeld ihres Mannes plauderte und so einen kleinen aber höchst interessanten Einblick in das Kunst-und damit auch Alltagsleben von Lothar Lang ermöglichte.

Montag, 10. Juli 2023

Disparate Freunde

Die 53. Veranstaltung „Aus dem deutschen Kunstarchiv“ am 5. Juli im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg stand unter der Überschrift „Disparate Freunde: Der Kunsthistoriker Lothar Lang und der Künstlerphilosoph Carlfriedrich Claus“ statt.
Brigitta Milde bei ihrem Vortrag, Foto Elke Lang
Das Archiv beherbergt den schriftlichen Nachlass von Lothar Lang, zu dem die rund 250 Briefe gehören, die er von Carlfriedrich Claus erhalten hat. Den Vortrag mit vielen bisher unveröffentlichte Fotos aus dem Bestand des Archivs Nürnberg und des Claus-Archivs Chemnitz hielt die bestens mit dem Thema vertraute Kunsthistorikerin Brigitta Milde. Sie war von 1999 bis 2021 Leiterin des Claus-Archivs in den Kunstsammlungen Chemnitz und hat sowohl den Kunsthistoriker als auch den Künstler persönlich gekannt und geschätzt und ein interessantes Bild von Leben und Schaffen beider geboten.
v.l.n.r.: Juliane Sailer, Brigitta Milde, Elke Lang und Susanne Brogi
Die Pianistin Juliane Sailer, die künftige Nachlassverwalterin von Lothar Lang, verstärkte die Eindrücke durch eine Improvisation zu Claus' beidseitiger Zeichnung auf Transparentpapier, „Blickworte reflektierende Studie“ von 1962/63, indem sie unter anderem die für Claus typischen Schichtungen musikalisch deutlich werden ließ.

Archivleiterin Susanne Brogi hatte zu diesem Anlass drei Vitrinen mit Material aus dem Kunstarchiv zu Claus – Lang gestaltet. Diese wird ein Vierteljahr in der Archivabteilung zu sehen sein. Das Jahr 2023 ist das Jahr des 10. Todestages von Lothar Lang und seines 95. Geburtstages.

(Elke Lang)

Sonntag, 21. Juli 2013

Prof. Dr. Lothar Lang (20.03.1928 - 20.07.2013)

Unser langjähriges und verdienstvolles Mitglied Prof. Dr. Lothar Lang ist gestern friedlich in der Nacht eingeschlafen. Ein Nachruf folgt in Kürze.

Lothar Lang wird uns in Erinnerung bleiben als ein kritische Wissenschaftler, der frühzeitig bemüht war, den Ost-West-Antagonismus in den Kunstwissenschaften zu überwinden und der sich um die Pirckheimer-Gesellschaft in ganz besonderem Maße verdient gemacht hat, indem er viele Jahre im Vorstand mitarbeitete und die MARGINALIEN herausgeberisch betreute. Er leistete u.a. auch mit dem Pirckheimer-Kabinett auf Schloß Burgk einen wichtigen Beitrag zur öffentlichen Wahrnehmung buchkünstlerischer Bestrebungen.
Als seine letzte Arbeit hatte Lothar Lang noch einen Katalogtext zur bevorstehenden Ausstellung "der Maler liebt die Einsamkeit" von Felix Furtwängler geschrieben. Elke Lang und der Künstler möchten die Ausstellungseröffnung auf Schloss Burgk nutzen, um allen denen, die Lothar Lang geschätzt haben, Gelegenheit zu geben, Abschied zu nehmen.

Freitag, 16. August, 18 Uhr: Konzert
Samstag, 17. August, 16 Uhr: Ausstellungseröffnung
18 Uhr: Rustikales Dinner in der Schlossküche Sonntag,
18. August, 11 Uhr: Buchpräsentation der Privat Presse Berlin "young, wild & nieuw"
(Anmeldung bei Felix M. Furtwängler erforderlich: 0174/8072070)

Montag, 7. September 2009

Lothar Lang

Ein Leben für die Kunst

In den nächsten Tagen erscheinen bei Faber & Faber die Erinnerungen unseres Mitglieds Lothar Lang. Die Pirckheimer-Gesellschaft hat eine Teilauflage mitdrucken lassen, die demnächst als Gabe für alle Mitglieder verschickt werden wird.

Lothar Lang, Ein Leben für die KunstDie Kunst in der DDR hatte in diesem Kunsthistoriker und Kunstkritiker wohl ihren prominentesten und scharfzüngigsten Begleiter. Besonders seine Kunstbetrachtungen in der Weltbühne haben vielfach zu heftigen Diskussionen Anlaß gegeben. Seine Verwurzelung in der Weltkunst, seine vielfältigen Reisen zu bedeutenden Künstlern und Ausstellungen bewahrten ihn vor einem engen Blick; ein Begriff wie »Sozialistischer Realismus« rief seinen kritischen Geist wach. Erhellendes findet sich auch in den Erinnerungen über den Ausstellungsmacher der Kabinett-Presse Berlin, den Herausgeber großer Mappenwerke, den langjährigen Freund und kritischen Begleiter u. a. von Gerhard Altenbourg, Wieland Förster, Werner Stötzer, Ronald Paris, Harald Metzkes sowie über den Kurator der zwei bedeutendsten Ausstellungen von Werken ostdeutscher Künstler, nämlich auf der Weltausstellung documenta 1977 in Kassel und der ersten groß­angelegten Schau in Paris 1981.

è Verlag Faber & Faber

Anmerkung:
Auf Wunsch von Lothar Lang hat der Vorstand bei dem sächsischen Maler und Graphiker Andreas Dress (Sebnitz) eine Folge von Radierungen in Auftrag gegeben, von denen jeweils eine dem als Gabe für Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft mitgedrucktem Band beigegeben wird. Die Blätter sind nach so bekannten Orten benannt wie Atlantika, Eden, Eldorado, Klein Arkadien, Paradieschen und Utopis – alles Orte, die Lothar Lang ebenso lieb sind wie den Kunst- und Buchfreunden.

è 6 Radierungen von Andreas Dress

Dienstag, 4. April 2023

Thomas Ranfts SCHWINGUNGEN und Sprachblätter von Carlfriedrich Claus

Die Ausstellung von Thomas Ranft, „Wish you were here, unikate Radierungen“ und Carlfriedrich Claus, „Starting Point. Sprachblätter“ in der Galerie Weise im Chemnitzer Rosenhof bot am 30. März das passende Ambiente für einen Gesprächsabend über Thomas Ranft, Carlfriedrich Claus und die Künstlervereinigung Clara Mosch mit Elke Lang, Thomas Ranft, Brigitta Milde und als Moderator Philipp Freytag, dem neuen Leiter des Claus Archivs Chemnitz nach Brigitta Milde.
Rund 30 Gästen waren versammelt, und einige nahmen die Möglichkeit wahr, sich am Gespräch zu beteiligen.
Elke Lang, Dagmar Ranft-Schinke, Bernd Weise, Foto © Till Sailer
Grundlage bot anlässlich des 95. Geburtstages und des 10. Todestages von Lothar Lang das von Elke Lang 2021 im Verlag Faber & Faber in Leipzig herausgegebene Buch „Carlfriedrich Claus und Lothar Lang. Der Briefwechsel“, in dem von Claus' Seite Clara Mosch eine große Rolle spielt. Es wurden die Auseinandersetzungen mit den offiziellen Kulturfunktionären der DDR um die politische und künstlerische Anerkennung des Annaberger Künstler-Philosophen Claus angesprochen. Anekdoten aus den persönlichen Begegnungen heraus konnten Brigitta Milde und Thomas Ranft, die beide Briefpartner persönlich kannten, ebenso zum Besten geben wie die Autorin Elke Lang. Die Kunsthistorikerin Brigitta Milde trug außerdem mit ihrem fundamentalen Wissen als erste Leiterin des Claus-Archivs bis 2022 viel zum Verständnis der Kunst von Carlfriedrich Claus bei.

(Till Sailer)

Ausstellung: 1. März - 29. April 2023

Weise Galerie und Kunsthandel
Kunstsalon Rosenhof
Rosenhof 4, 09111 Chemnitz

„Carlfriedrich Claus. Lothar Lang. Der Briefwechsel“
192 Seiten,
Leipzig: Faber & Faber, 1921
ISBN 978-3-86730-220-3

Sonntag, 28. August 2016

Begegnung und Reflexion.

Kunstkritik in der Weltbühne, so lautet der Titel des neuen Buches des Mitgliedes der Pirckheimer-Gesellschaft Elke Lang mit Texten von Lothar Lang, dem langjährigen Chefredakteur der Marginalien, die dieser von 1953 bis 1993 in der Weltbühne veröffentlichte.
"Die Kunst der Klassischen Moderne bis zum Ende des 20. Jahrhunderts hatte in dem Kunsthistoriker Lothar Lang einen ihrer profiliertesten Kritiker. Seine mitunter persönlich gefärbten Anschauungen zur bildenden Kunst, gaben mitunter Anlass zu heftigen Diskussionen." Wie schrieb Elmar Faber so treffend über LL "Überall, wo Lang ist, geht etwas aus...".
"Lang kam es besonders darauf an, die Arbeit der ostdeutschen Künstler seiner Generation zu fördern. Er wollte zudem seine Leser mit der europäischen Moderne vertraut machen und die „ältere Generation“, an welcher er seine Qualitätsmaßstäbe geschult hatte, vor dem Vergessen bewahren."

Lothar Lang - Begegnung und Reflexion. Kunstkritik in der Weltbühne
Quintus Verlag, Berlin 2016 (Inh. André Förster)
248 Seiten, 9 Abbildungen

Hardcover, Fadenheftung
Format: 13,5 x 21,2 cm
ISBN: 978-3-945256-77-0 € 20,00

Freitag, 19. Januar 2024

Elke Lang (1942 - 2024)

Elke Lang aus Grünheide ist mit 81 Jahren am 16. Januar gestorben.
Elke Lang zum literarisch-musikalischen Sommerfest in Spreewerder  August 2022
Foto © Ralf Parkner
Elke Lang, Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, hat in den vergangenen Jahren einige Bücher publiziert, nicht nur zur bildenden Kunst der DDR, zu Gerhard Altenbourg und Carlfriedrich Claus im Zusammenhang mit dem Wirken ihres Mannes Lothar Lang (1928 - 2013) - zur Sammlung erster Bücher nach 1945 ihres Mannes schuf sie eine Jahresgabe der Pirckheimer-Gesellschaft. Zuletzt erschien bei Faber & Faber der von ihr zusammengestellte Titel "Kalkulation und Wagnis", eine Publikation mit bislang weitgehend unveröffentlichten Texten von Lothar Lang.
Elke Lang berichtete in regionalen Zeitungen, vor allem in der MOZ, aber auch hier im Blog und auf der Seite der Pirckheimer-Gesellschaft über das kulturelle Leben in Brandenburg und verfasste zahlreiche Beiträge für die Marginalien. Seit 6 Jahren zählten die literarisch-musikalischen Nachmittage in Spreewerder zu den Höhepunkten bei den Berlin-Brandenburger Bücherfreunden.

Ein Nachruf in der MOZ ist hier nachzulesen: Elke Lang ist tot.

Donnerstag, 20. Juli 2023

10. Todestag von Lothar Lang

Heute vor 10 Jahren verstarb im 84. Lebensjahr in Grünheide Lothar Lang, langjähriges Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft.

Zum Lebenswerk des Kunstwissenschaftlers wird im September bei Faber & Faber von Elke Lang unter dem Titel "Kalkulation und Wagnis" eine neue Publikation mit bislang weitgehend unveröffentlichten Texten von Lothar Lang erscheinen. 
Elke Lang, Kalkulation und Wagnis. Eine neue Künstlergeneration wird geboren
mit zahlreichen Abbildungen, ca. 208 S.,
Format 16,5 x 24,5 cm Hardcover
ca. 34 Euro
ISBN 978-3-86730-255-5

Samstag, 4. Februar 2017

Lothar Langs Kunstkritiken

Die Journalistin und Publizistin Elke Lang wird auf Einladung der Magdeburger Bibliophilen und Grafikfreunde das Buch Lothar Lang: „Begegnung und Reflexion. Kunstkritik in der Weltbühne vorstellen. An ihrer Seite der Schriftsteller Till Sailer, der aus dem Buch lesen wird.
Die Kunst der Klassischen Moderne bis zum Ende des 20. Jahrhunderts hatte in dem Kunsthistoriker Lothar Lang (1928-2013) einen ihrer profiliertesten Kritiker. Insbesondere seine mitunter persönlich gefärbten Anschauungen zur bildenden Kunst, die von 1957 bis 1993 in der renommierten Weltbühne erschienen, gaben durchaus Anlass zu heftigen Diskussionen. Lothar Lang kam es besonders darauf an, die Arbeit der ostdeutschen Künstler seiner Generation zu fördern. Er wollte zudem seine Leser mit der europäischen Moderne vertraut machen und die „ältere Generation“, an welcher er seine Qualitätsmaßstäbe geschult hatte, vor dem Vergessen bewahren.

Gespräch und Lesung: 15. Februar 2017, 19 Uhr

Literaturhaus Magdeburg, Thiemstraße 7

Samstag, 12. Dezember 2009

Lothar Lang auf Burg Storkow

Prof. Lothar Lang, Foto: Ralf Parkner

Am 11. Dezember stellte unser verdienstvolles Mitglied Lothar Lang in einer würdigen Umgebung im Festsaal der Burg Storkow seine bei Faber & Faber erschienenen Lebenserinnerungen vor, die allen Pirckheimern als Jahresgabe übergeben werden konnte. Der langjährige Chefredakteur der MARGINALEN und vielen als Autor der Weltbühne bekannte Kunstkritiker berichtete über seine teils erbaulichen, teils entlarvenden Begegnungen mit Künstlern in Thüringen und Sachsen, in der Sowjetunion, in Frankreich, der ČSSR, Italien und in der Schweiz, über seine, der offiziellen Tendenz in der Formalismusdiskussion entgegenstehenden Arbeiten zum Bauhaus, über das zu Unrecht Vergessene genauso wie über die Wirkung und das aktive Eingreifen der Künstler in das politische Leben der DDR, woraus über vierzig, zumeist stark beachtete, Bücher enstanden. Ein Abend, der nicht nur Pirckheimern, sondern auch Gästen aus Storkow und der Mark Brandenburg in Erinnerung bleiben wird, weil ein kompetenter Partner Erinnerungen über unsere Kunstlandschaft und unsere Kulturrezeption wachrief.
(Abel Doering)

Donnerstag, 22. August 2013

Felix M. Furtwängler

Unser Mitglied, das Museum Schloß Burgk, zeigt in der Neuen Galerie, im Pirckheimer-Kabinett, auf den Fluren und im Treppenhaus Bilder und Malerbücher von Felix Martin Furtwängler.
Es ist die dritte Ausstellung Furtwänglers auf Schloß Burgk. Sie steht unter dem Titel „Der Maler liebt die Einsamkeit. Lagerkatalog I, Malerei und Malerbücher“ und zeigt neben Beispielen aus Furtwänglers buchkünstlerischer Produktion etwa 40 großformatige Gemälde, die im Treppenhaus, auf dem Gang, in der Neuen Galerie und im Pirckheimer Kabinett zu sehen sind. Die Veranstaltungsreihe nahm ihren Anfang am Freitag (16. August) mit einem Konzert an wechselnden Orten, bei dem Musik aus 400 Jahren aufgeführt wurde, mit Beginn im Schloßpark, Fortsetzung in der Schlosskapelle und Ende im Rittersaal. Am Samstag wurde die Ausstellung eröffnet mit einer Begrüßung durch die Leiterin des Museums, Sabine Schemmrich, die an den wenige Wochen zuvor im Alter von 85 Jahren verstorbenen Kunsthistoriker Lothar Lang erinnerte, der Schloß Burgk als kulturellen Ort geschaffen, entwickelt und „für die Kunst geöffnet“ hat. Nach einem musikalischen Intermezzo, ausgeführt von Jan Heinke auf dem Stahlcello, sprach Ulrich Goerdten im Namen der Pirckheimer-Gesellschaft, um allen, die Lothar Lang geschätzt haben, Gelegenheit zu geben, von ihm Abschied zu nehmen. Er erinnerte an die Verdienste des Verstorbenen, der viele Jahre im Vorstand der Gesellschaft mitgearbeitet hat und als Chefredakteur der MARGINALIEN dieser Zeitschrift Gestalt und Profil gegeben hat. Mit seinem Buch „Der Graphiksammler“ habe er einer ganzen Generation von Kunstliebhabern und Sammlern eine Art Leitfaden an die Hand gegeben und durch seine organisatorischen und herausgeberischen Aktivitäten den für die DDR typischen direkten Austausch zwischen Künstlern und Sammlern hergestellt. Nach einem weiteren musikalischen Zwischenspiel sprach der Direktor der Kunstmuseen der Stadt Erfurt, Prof. Dr. Kai Uwe Schierz, über Felix Martin Furtwängler und seine Kunst und befasste sich dabei insbesondere mit Furtwänglers malerischem Werk, dessen „Formenwelt der reduzierten Zeichen und Symbole“ wie „Bilder aus einem unscharfen Traum“ keinen rationalen Zugang erlauben, sondern den Betrachter emotional zu überwältigen trachten. Dennoch sei, bei allem Ausagieren innerer Erregungen, das malerische Ergebnis gebändigt durch Formkönnen, das seine Anregungen aus den Hervorbringungen der Kinder und der sogenannten „Primitiven“ bezieht und aus der Verbindung zu gleichartigen Tendenzen in der Kunst des Expressionismus und der „Neuen Wilden“ der 1980er Jahre. Ein Grundgefühl der „Unzugehörigkeit zu den gegenwärtigen Lebensformen der Menschen“ bekunde sich im Titel „Der Maler liebt die Einsamkeit“ ebenso wie in den Gestaltungen der ausgestellten Bilder.
Die Ausstellung wird, mit wechselnden Angeboten an Malerischem und Buchkünstlerischem an sieben Ausstellungsorten gezeigt werden: Schweinfurt, Speyer, Potsdam, Memmingen, Stuttgart, Burgk, Berlin. Ein Katalog zu diesen Ausstellungen, von Erik Stephan gestaltet, befasst sich ausschließlich mit Furtwänglers Malerei. Er enthält neben einer Vielzahl von farbigen Abbildungen Texte von Lothar Lang und Gerhard Fichtner.
Ihren Abschluss fand die Veranstaltungsreihe auf Schloss Burgk mit einer Matinee am Sonntag (18. August) im Grafik-Kabinett, bei der Furtwängler sein Buch „young, wild & nieuw“ vorstellte.
(Ulrich Goerdten)
 
Ausstellung: 17. August bis 3. November 2013

Museum Schloss Burgk
07907 Burgk/Saale

Mittwoch, 4. November 2015

Bücher der Stunde Null

Foto © Ralf Parkner
Am 4. November wurde im Landratsamt Beeskow die Ausstellung "Den Trümmern abgetrotzt - Bücher der Stunde Null | Die Sammlung Lothar Lang" eröffnet. Sören Gundermann umrahmte die Veranstaltung musikalisch.
Neben dem Vorsitzenden der Pirckheimer-Gesellschaft, Dr. Ralph Aepler, waren die Pirckheimer Jutta Osterhof, Robert Wolf, Dr. Carsten Wurm, Konrad Hawlitzki, Rainer Kolitsch und Ralf Parkner zur Eröffnung angereist.
Die Journalistin Elke Lang 
(im Bild rechts neben der Vitrine), ebenfalls langjähriges Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft und 30 Jahre lang Ehefrau des Kunstwissenschaftlers Lothar Lang, hat diese Ausstellung konzipiert und ein, die Ausstellung begleitendes Buch herausgegeben, welches vom ebenfalls anwesenden Künstler Felix M Furtwängler (im Bild lks.) gestaltet wurde.
(... weitere Fotos von Ralf Parkner auf fb)

siehe auch MOZ, 5.11.2015: Bücher aus der Zeit der Trümmer

Dienstag, 20. September 2016

75 Beiträge für die "Weltbühne" in einem Band

Elke Lang gibt Buch über ihren verstorbenen Ehemann und Kunsthistoriker und -kritiker Lothar Lang heraus
Vor wenigen Tagen wurde hier auf die Herausgabe des Sammelbandes "Begegnung und Reflexion" von Elke Lang mit Texten von Lothar Lang verwiesen - die Marginalien 223 werden eine Rezension dieses Bandes von Jürgen Engler enthalten.
Auch die Märkischer Oderzeitung machte am 20. September auf dieses Buch aufmerksam, illustriert mit einem Foto von Ralph Parkner.
Der Text kann hier oder durch Klick auf den Ausriss nachgelesen werden.

Dienstag, 8. September 2015

Die Sammlung Lothar Lang

Aus Anlass des 70. Jahrestag des Kriegsendes wird es in Beeskow eine Ausstellung geben: "Den Trümmern abgetrotzt - Bücher der Stunde Null", in welcher die Sammlung des 2013 verstorbenen Pirckheimers und langjährigem Chefredakteur der Marginalien, Lothar Lang, vorgestellt wird.
Zu dieser Ausstellung erscheint ein Begleitbuch von Elke Lang, Journalistin und langjährige Ehefrau und Wegbegleiterin des Sammlers, die in einem ausführlichen Kommentar die Sammlung vorstellt, die Motive erläutert, die zu ihrer Entstehung beitrugen und entlang der Sammlungsstücke in die Buchgeschichte der Zeit einführt. Der in Quart gehaltene Titel in Broschur ist reich illustriert und wurde von Felix Martin Furtwängler gestaltet, der auch drei Originalgraphiken, gedruckt auf dem Heidelberger Zylinder, zu Gedichten von Wulf Kirsten aus "Was ich noch sagen wollte" (2004) beigesteuert hat. Der Titel erscheint in einer Auflage von 500 Exemplaren und wurde gedruckt auf LuxoArt Samt 150 g/m2, den Satz übernahm Svenja Kiebler.
Mitgliedern der Pirckheimer-Gesellschaft wird dieses Buch in besonderer Weise vorgestellt.

Ausstellung: 2. - 27. November 2015

Landratsamt Beeskow

Montag, 28. April 2025

aus dem Kunstkabinett von Lothar Lang

Mich erreichte ein Angebot folgender kostbarer Grafikmappen aus dem Kunstkabinett von Lothar Lang incl. aller Faltblätter/Kataloge und Programme zu den Ausstellungen in Pankow von Künstlern der DDR von Altenbourg bis Zickelbein:
  • Vietnam-Prozess, von 1966
  • 2. Mappe: Tangenten zur Literatur, 1966
  • 7. Mappe: Märchenmappe , 1968
  • 10. Mappe: Ergebnis, 1968
  • 12. Mappe: Künstler sehen Künstler, 1969
  • 13. Mappe: Lothar Sell, Märchen, 1969
Interesse bitte per E-Mail bekunden, diese wird an den Anbieter weitergeleitet.

Samstag, 21. Juni 2025

Exlibris im Pirckheimer-Kabinett

Im Pirckheimer-Kabinett von Schloss Burgk, auf Initiative des ehemaligen Vorsitzenden der Pirckheimer-Gesellschaft im Kulturbund der DDR, Lothar Lang (1928 - 2013), eingerichtet, werden seit Kurzem die Besucher auf die Deutsche Exlibris-Gesellschaft aufmerksam gemacht. Der eine oder andere Pirckheimer erinnert sich gewiss noch an die Burgk-Tüten, die Lothar Lang als damaliger „Burgk-Herr“ in den 1980er Jahren herauszugeben begann.
Dieses Kabinett der Pirckheimer-Gesellschaft, die 1956 in der DDR Bibliophilen-Gesellschaft gegründet wurde und zu der bis 1990 auch eine Arbeitsgemeinschaft Exlibris gehörte, war ursprünglich für bibliophile und druckgraphische Ausstellungen gedacht, widmete sich aber schon seit Ende der 70ger aufgrund der relativ kleinen Fläche vorrangig dem Exlibris, während die Pirckheimer-Gesellschaft für Ausstellungen häufig auch andere Räume des Museums nutzte.
Pirckheimer-Kabinett mit Banner der DEG,
Foto © DEG
Mit inzwischen über 200.000 Blättern ist die Exlibris-Sammlung des Museums Schloß Burgk die größte Spezialsammlung des Museums und eine der größten Europas in öffentlicher Hand. Der Bestand erhöhte sich im November 2023 durch eine großartige wie großzügige Schenkung der Dänischen Exlibris Stiftung um mehr als 100.000 Exlibris auf die heutige Größe. Damit ist die Exlibris-Sammlung auf Schloß Burgk eine der wichtigsten Sammlungen weltweit und durch die unterschiedlichen Sammlungsprofile interessant für Wissenschaft und Forschung. Darüber hinaus verwahrt das Museum Schloß Burgk das Vereinsarchiv des Deutsche Exlibris-Gesellschaft e.V., welches im Sommer 2023 mit mehr als 36.000 Exlibris sowie einer großen Spezialbibliothek von Mönchengladbach in Nordrhein-Westfalen nach Burgk in Thüringen umgezogen ist. Ein Teil der Sammlungen wird den Besuchern regelmäßig in der Exlibris-Ausstellung des Museums zugänglich gemacht.
(Frau Klötzing, Leiterin Schloß Burgk)

è Museum Schloss Burgk
07907 Burgk/Saale

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Ausstellungseröffnung und Buchvorstellung

Eröffnung der Ausstellung "Den Trümmern abgetrotzt - Bücher der Stunde Null" aus Anlass des 70. Jahrestag des Kriegsendes. Diese Ausstellung stellt die Sammlung des 2013 verstorbenen Pirckheimers Lothar Lang vor.

Laudatio: Tilman Schladebach, Direktor Burg Beeskow
Musikalische Begleitung: Søren Gundermann, Piano, Frankfurt (Oder)

Begleitend zur Ausstellung erschien ein Buch von Elke Lang mit drei Originalgraphiken von Felix M Furtwängler, welches an die Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft als Jahresgabe ausgereicht wurde. Elke Lang und Felix Martin Furtwängler werden zur Eröffnung anwesend sein und haben sich bereiterklärt zu signieren.

Ausstellungseröffnung: 4. November 2015, 15:00 Uhr
Ausstellung: 4. bis 27. November 2015

Landratsamt Beeskow
Haus B, Atrium
Eingang Rathausstr.

Dienstag, 23. August 2022

Jazz und Lyrik

Am vergangenen Sonntag fand im Garten der Pirckheimerin Elke Lang in Spreewerder zum fünften Mal das literarisch-musikalische Sommerfest statt. Der Nachmittag stand diesmal unter dem Motto "Jazz und Lyrik".

Der Pirckheimer Ralf Parkner lieferte hierzu wieder einige Fotos.
Elke Lang stellte den Briefwechsel von Carlfriedrich Claus mit Lothar Lang vor.
Als Musikerin konnte Prof. Ursula Dehler aus Weimar gewonnen werden. Nachdem sie in den Ruhestand ging, verlegte sie sich aufs Saxophon und erfreute mit Jazz-Standards.
Hier rezitierte Till Sailer "Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland", die bekannte Ballade von Theodor Fontane. Anschließend trug er ein Gedicht von Volker Braun vor.
Der Potsdamer Pirckheimer Gerhard Rechlin stellte zwei Buchreihen vor, unter anderem "100 Gedichte" mit unterschiedlichen Illustratoren.

Mittwoch, 9. November 2016

Lust, Instinkt und Spürsinn

In der »Weltbühne« eine Instanz: Lothar Langs Kunstkritiken in einem Buch
zum Lesen der Rezension von Klaus Bellin im ND vom 9.11.2016 bitte anklicken
Lothar Lang: Begegnung und Reflexion. Kunstkritik in der Weltbühne.
Hg. von Elke Lang,
Quintus Verlag, 246 S., geb., 20 €