Mittwoch, 14. August 2024

68. Todestag von Bert Brecht


Ein Porträt Bertolt Brechts von Steffen Büchner, Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft.

Linolschnitt, gedruckt am 12.7.2017
Aufl, 15 Exemplare
Größe 10 x 14 cm

Walzstipendium

Mit der Walz ermöglicht der Verein für die Schwarze Kunst Freunden künstlerischer Handwerksberufe in über 20 verschiedenen Werkstätten Grundlagen der Schwarzen Kunst zu erlernen und eigene Projekte umzusetzen. Für das Jahr 2025 vergibt der Verein sechs Wanderungen für je zwei Monate in wechselnden Werkstätten. Davon sind vier als „Walz-Stipendien“ für Stipendiaten unter 30 Jahren reserviert, die der Verein mit jeweils 1.000 Euro unterstützt.

Die Bewerbungsfrist endet am 1. September 2024.
Falls keine ausreichende Zahl von Wanderern ausgewählt werden kann, werden weitere Bewerbungen ohne Zeitbefristung entgegengenommen.

Dienstag, 13. August 2024

Independent-Verlage stellen sich vor

In der Reihe „IndieStabi“, eine Kooperation mit der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, stellt die Staatsbibliothek Hamburg an jedem dritten Mittwoch im Monat einen Verlag aus der Liste unabhängiger Verlage Hamburg (LuV) sich und seine Produktion vor.
In der kommenden Veranstaltung präsentiert die Ariadne-Verlegerin Else Laudan Krimis gegen rechts. In "Erzählen als feministischer Widerstand" stellt sie drei aktuelle feministische Krimis vor und diskutiert Genre-Entwicklung und Lesegenuss, Anti-Kanon-Impulse in der Kriminalliteratur und politischen Umgang mit Sprache. Was heißt hier politische Krimis? Wie anders wird das Genre durch Feminismus? In welcher historischen Tradition wurzeln Detektivinnenromane? Und wer erzählt wie? Was meint „von unten“ oder „gegen rechts“?

Gelesen wird aus drei ganz neuen Kriminalromanen: Aus „Alles nicht echt“ von Christine Lehmann, „Die Schnellimbissdetektivin“ von Liza Cody und „Entsorgt“ von Sara Paretsky.

21. August 2024, 19 Uhr

Staatsbibliothek Hamburg
Vortragsraum.

Montag, 12. August 2024

75. Todestag von Margaret Mitchell

Foto: Ralf Parkner
In 4 Tagen, am 16. August, jährt sich der 75. Todestag der amerikanischen Schriftstellerin Margaret Mitchell.

Noch kürzlich kannte man noch eine Ausstellung in der Spectrum Galerie Stefan Kunigam in Frankfurt/Oder aus der Sammlung Gerhard Goßmann des Pirckheimers Ralf Parkner Illustrationen des Künstlers besichtigen, darunter eine der ersten Buchillustrationen, die Gerhard Goßmann 1937 für Margaret Mitchells "Vom Winde verweht" geschaffen hat.

Sonntag, 11. August 2024

Papier-Seminar

Für interessierte Laien und Sammler wie auch für Fachleute, ist das Thema Papier in seiner Funktion als Träger von Grafik oder Texten in vielerlei Hinsicht von großem Interesse.
Als Fortführung der Semiar- und Workshopreihe für Bücherliebhaber der Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst wird sich das Seminar daher mit dem Themenkomplex Papier beschäftigen.

Referentin: Kat Rücker-Weininger.

25. / 26.Oktober 2024, Anmeldungen per E-Mail:maximilian-gesellschaft

Museum Papiermühle Homburg
Gartenstr. 11, 97855 Homburg am Main

Samstag, 10. August 2024

Schriftkunst

Die Vernissage ist am 14. August um 15 Uhr im Rathaus von Bad Berka! 13 Schriftbegeisterte geben Einblicke in ihre Arbeiten. Herzlich willkommen! Die Ausstellung ist aber auch jederzeit zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu besichtigen!

(Gudrun Illert)

Freitag, 9. August 2024

„Uralt und druckfrisch“

Dass Papier nicht gleich Papier ist, belegen rund 30 Aussteller mit ihren Werken und zeigen, was sich aus, mit und auf dem Material alles machen lässt: Papier geschöpft, beschrieben, gebunden, bedruckt, gefaltet, geschnitten, gerollt, uralt oder druckfrisch. Gezeigt werden Handsatz und Drucktechnik wie zu Gutenbergs Zeiten, Scherenschnitte, die japanische Faltkunst Origami, die Kunst des Buchbindens sowie Papierschmuck, handgeschöpfte Büttenpapiere, marmorierte Papierunikate, außergewöhnliche Alben, Motiv-Stempel und faszinierende Minibücher gehören ebenso zum Repertoire wie das kalligraphische Gestalten persönlicher Lesezeichen oder handgeschriebene und illustrierte Unikat-Bücher. Mit dabei: der Verein für die Schwarze Kunst.
Selbst Hand anlegen ist angesagt beim Holzschnittdrucken auf der Kniehebelpresse, sowie beim Papierfalten und Marmorieren. In der Druckwerkstatt für Kinder können diese aktiv mitarbeiten, Papier schöpfen und selbst drucken und sich dabei mit Spaß und Freude mit dem Material Papier auseinandersetzen.

Beim Bücher(floh)markt am Sonntag finden Bücherfreunde alle Arten von gebrauchten Büchern bis hin zu Antiquarischem.

7. – 8. September 2024

Buchmachermarkt in Mosbach
Rathaussaal / Druckmuseum / Druckwerkstatt im Museumshof

Donnerstag, 8. August 2024

Kunst, Buch, Künstlerbuch

In »Kunst, Buch, Künstlerbuch« erkundet die erfahrene Buchbinderin Petra Paffenholz das Thema Künstlerbücher und dessen vielfältige Facetten. Dabei macht sie klar: Ein Künstlerbuch ist kein Kunstbuch, kein Buch über Kunst, sondern ein Kunstwerk für sich. Nach einem Blick in die Geschichte des Künstlerbuchs stellt die Autorin grundlegende Buchbindetechniken und interessante Buchstrukturen vor – es wird geschraubt und geringelt, gefaltet und geschnitten, geheftet und geleimt. Mit diesem buchbinderischen Wissen können die vorgestellten Projekte umgesetzt, angepasst und erweitert werden – bis am Ende das eigene Künstlerbuch entsteht.
Mit einem inspirierenden Galerieteil, der Bücher von Künstlern zeigt, vereint das Werk mehr als bloße Buchbindetechniken: Es ist selbst Gegenstand eines künstlerischen Konzepts.

Petra Pfaffenholz: Kunst, Buch, Künstlerbuch
Hapt-Verlag 2024
176 Seiten, durchgehend farbig bebildert, Hardcover
ISBN: 978-3-258-60266-0
29.90 €

18. Lesereise durch die Bonner Altstadt

Im Programm der „18. Lesereise durch die Bonner Altstadt“ finden sich auch zwei Veranstaltungen, die der Schauspieler und Büchermacherkünschteler Thomas Franke durchführt.
Als den ersten seiner Auftritte führen wir folgenden an und laden sehr herzelichst ein, sich diesen nicht entgehen zu lassen, denn Franke wird – wie immer – Spezielles vortragen:
"Erzählungen aus alten Schwarten / z. B. "Der Orchideengarten" (wobei, um den Reim zu wahren "z. B." gelesen werden muß als "zett Beh") vor.
Die Zeitschrift „Der Orchideengarten“ mit dem Nebentitel „Phantastische Blätter“ erschien von 1919 bis 1921 mit 51 Nummern. Einige illustre Schriftsteller wie z. B. Alexander Moritz Frey, Oskar Maria Graf, Klabund, Hermann Harry Schmitz und Grafiker des Phantastischen hatten dort ihre ersten Veröffentlichungen, allerdings präsentierte man auch Geschichten solcher Klassiker wie Arthur Conan Doyle, H. G. Wells oder E. T. A. Hoffmann.
Der Düsseldorfer Verlag „Zagava“ legte 2017 ein Reprint der ersten Nummer dieser großformatigen Zeitschrift auf.
Nebenbei berichtet er über den Fortgang der Science-Fiction-Werkausgabe des Schriftstellers Herbert W. Franke und das von ihm bibliophil gestaltete Künstlerbuch „Die Gelehrtenrepublik“ mit dem Roman von Arno Schmidt.

28. August 2024, 19:30 Uhr

Bonner Altstadtbuchhandlung
Breite Str. 47

Mittwoch, 7. August 2024

Nachlese: Jahrestreffen des Forums Bild Druck Papier

Das 6. Jahrestreffen „Koloniale Bilderwelten" des Forums Bild Druck Papier fand am 13. Mai 2024 in Hamburg statt.

Seit 1981 existiert die lose Vereinigung „Arbeitskreis Bild Druck Papier", die ab 2017 unter dem Namen "Forum Bild Druck Papier" weiterbesteht. Sie widmet sich der Erforschung aller für Sammler interessanten historischen Druckerzeugnisse, mit besonderem Augenmerk auf Nischenprodukte. Es beginnt mit Adventskalendern und Abziehbildern und hört mit Schießscheiben nicht auf. „Luxuspapier", darunter fallen z.B. Heiligenbildchen und Glückwunschkarten, ist auch ein Oberbegriff, aber kein ausreichender. Und selbst „Papier" trifft nicht immer zu, auch Oblaten, Lebkuchenbilder und auf Seide gedruckte Vivat-Bänder werden gesammelt. Den Forumsmitgliedern entstehen keine Mitgliedsbeiträge, es werden nur moderate Gebühren für die Tagungsteilnahme fällig. In den letzten Jahren wurden keine Publikationen herausgegeben; der Focus liegt auf den 3-tägigen Jahrestreffen, wobei der Vortragstag das Herzstück ist.
Museum der Arbeit in Hamburg, Bleistiftzeichnung von Andreas Raub, Münster, 2024
Das diesjährige Motto lautete „Koloniale Bilderwelten"; aus dem Kreis der 47 Teilnehmer, Sammler und vielen Mitarbeitern von Museen, steuerten 12 ihre Vorträge von jeweils 20-40 minütiger Dauer bei, mit kurzer anschließender Fragerunde. Im weitläufigen historischen Gebäudeensemble des Hamburger Museums für Arbeit, in dem früher u.a. aus Kautschuk Kämme produziert worden waren, boten ein großzügiger Raum, professionelle Vortragstechnik und ausreichend Kaffee und Snacks eine gute Grund-lage für den herausfordernden Vortragsmarathon. Aus verschiedenen Perspektiven wurde die Frage beleuchtet, wie in Deutschland 1880-1918 rassistische Stereotypen in der populären Druckgrafik in die Bevölkerung hineinwirkten und es teilweise bis heute tun. ...

(Andreas Raub in Mitteilungen der ÖEG, 2024)

Nachlese: MDE-Jahrestagung

Vom 3. bis 5. Mai 2024 fand die Jahrestagung der Meister der Einbandkunst in Weimar statt.
Foto: Ludwig Voss
Am Freitagnachmittag versammelten sich 50 Buchkunstinteressierte, darunter 37 Vereinsmitglieder aus dem In- und Ausland, für einen geselligen Abend in der Watzdorfer Geleitschenke. Ingela Dierick berichtete von der internationalen Buchmesse CODEX IX in Kalifornien und von ihrem Besuch bei dem französischen Bucheinbandkünstler Alain Taral, bei dem sie faszinierende Holzdeckelbücher fertigte.
Am Samstagvormittag trafen sich die Teilnehmer bei der Anna Amalia Bibliothek zu einer Präsentation über exemplarische historische Einbände der Bibliothek von Buchrestaurator Matthias Hageböck.
Am Nachmittag fand die Mitgliederversammlung mit Ergänzungswahlen statt. Nach dem Abendessen folgte das Fachprogramm mit Präsentationen von Marcus Janssens und Matthias Hageböck.
Das Programm am Sonntagvormittag fand in den historischen Räumlichkeiten der Otto Dorfner Werkstatt im Neuen Museum statt. Jacek Tylkowski aus Polen stellte, unterstützt von vielen Beispielen, die »Triple Binding«-Technik von Jan Sobota und seine in dieser Technik gefertigten Einbände vor. Benjamin Elbel, der Mensch hinter elbel libro, präsentierte von ihm entwickelte Buch- und Einbandtechniken mit spannenden Falt- und Scharnierkonstruktionen.

(Xenia Leizinger, Dominic Fey, Ulrich Widmann)

Dienstag, 6. August 2024

Mitteilungen der ÖEG

Heft 2/2024 der Mitteilungen der Österreichischen Exlibris-Gesellschaft sind erschienen.

Darin berichtet Tillfried Cernajsek, jetzt Ehrenvorsitzender, über die Hauptversammlung und Änderungen im Vorstand. Neuer Vorsitzender ist Mag. Georg Nemeth, Tillfried Cernajsek bleibt für die "Mitteilungen", die Homepage und E-Mail-Rundschreiben verantwortlich.

Im Heft werden 3 Artikel aus dem FISA-Newsletter zum Thema "KI und Exlibris" abgedruckt, Der Schwerpunkt dieser Ausgabe ist Bericht über die Ausstellung aus Anlass des 100sten Todestages von Franz von Bayros.

Montag, 5. August 2024

„Für die allgemeine Benutzung ungeeignet“

Zur Geschichte separierter und zensierter Bestände: Zu jeder Zeit gibt es Medienwerke, die zwar von Bibliothek und Museum gesammelt werden, aber nicht oder nur eingeschränkt der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen dürfen. Als Zeugnis betrachtet, gibt diese Sammlung des historischen Sperrbestands Aufschluss darüber, welche Normen und Werte zu einer bestimmten Zeit gelten. Seit 2021 befindet sich die Sammlung in der Obhut des Buch- und Schriftmuseums. ...
Einst gesperrte Bestände – gut zu erkennen an den roten Markierungen auf den Buchrücken, Foto: DNB
Als Egon Erwin Kisch 1925 seine Reportage „Die Giftschränke der Deutschen Bücherei“ veröffentlicht, hat er bei seinem Besuch vor allem als „sittenwidrig“ klassifizierte Veröffentlichungen gesehen, die in der Weimarer Republik als Schmutz- und Schundliteratur konfisziert und sekretiert werden. Es gibt für deren Verfolgung sogar eine eigene Abteilung bei der Berliner Polizei und der Generaldirektor der Deutschen Bücherei verwendet sich dafür, aus dem konfiszierten Material Belegstücke für seine junge Bibliothek zu erhalten – mit Erfolg, wie zahlreiche mit dem entsprechenden Stempelabdruck versehene Bücher belegen.
... weiterlesen im Blog der DNB

(Jörg Räuber)

Samstag, 3. August 2024

Klemkes "Hirsch Heinrich" in Weißense

Schön war's heute am Stand vom Weißenseer Kultursommer auf dem Wochenmarkt am Antonplatz. Und die Weißenseer Künstlerinnen Christine Klemke und Maya Ashinyantz waren auch da. Beide sind auch mit verschiedenen Ausstellungen und Veranstaltungen dabei beim Weißenseer Kultursommer.
Nächsten Dienstag (6. August) sind wir noch einmal auf dem Wochenmarkt am Berliner Antonplatz.
Im Atelier Klemke entsteht gerade unser Kultursommer-Maskottchen Hirsch Heinrich. nach dem von Werner Klemke illustrierten Kinderbuch von Fred Rodrian.
Am Mittwoch, 7. August um 8:00 Uhr zieht er in sein Gehege am Weißen See neben der Plansche ein.
(Christine Klemke)

Freitag, 2. August 2024

Same Bold Stories?

Lange wurde die Geschichte der Schriftgestaltung und Typografie aus einer rein männlichen Perspektive wiedergegeben. Nun widmet sich die Forschung im Bereich der Schriftgestaltung zunehmend auch den Frauen, die bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Schriftherstellung tätig waren, ohne wirklich sichtbar geworden zu sein.
Design: Paula Heinrich
Die Ausstellung „Same Bold Stories?“ macht es sich zur Aufgabe, die historische schriftbezogene Sammlung des Klingspor Museums (1900 – 1950) nach diesen weiblichen Positionen zu durchforschen und die Geschichtsschreibung der Schriftgestaltung um ihre Biografien und Werke zu ergänzen. Nur wenige Frauen wie Anna Simons, Erika Giovanna Klien oder Gudrun Zapf-von Hesse erlangten bereits zu Lebzeiten größere Bekanntheit. Daneben gibt es Schriftgestalterinnen wie Elizabeth Friedländer, Ilse Schüle, Anna Maria Schildbach, Maria Ballé und zahlreiche Schülerinnen, etwa der Schriftklassen Rudolf von Larischs in Wien und Rudolf Kochs in Offenbach, die in der Sammlung enthalten sind und nun erstmals in den Fokus rücken.

Ein Begleitband zur Ausstellung erscheint am 23. August und bietet eine informative und theoretische Erweiterung zu den ausgestellten Arbeiten. Durch Artikel und Interviews mit zeitgenössischen Akteurinnen der Type Szene, wie ALT.tf, Nadine Chahine, Katharina Koch, Laura Meseguer oder Teal Triggs wird auch hier deutlich, dass Geschichtsschreibung selten lückenlos ist und Leerstellen, wenn überhaupt, nur durch die bewusste Auseinandersetzung mit ihnen geschlossen werden können.

Ausstellung: 20. Juli - 24. November 2024

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Donnerstag, 1. August 2024

Hamburger Bothe #23

Hamburger Bothen lesen durch Klick auf die Abb.
Das Füllhorn unseres Rundbriefes ist in der 23. Ausgabe so gut bestückt wie immer. Da weist etwa der Mitherausgeber Rudolf Angeli ganz zu Anfang auf die große William Blake-Ausstellung hin und empfiehlt einen Besuch der Hamburger Kunsthalle. Paul Hennig, der in zwei Ausgaben des „Bothen“ seine umfassenden Sammlungsbestände beschrieben hat, stellt diesmal den ihm vertrauten Münchner Radierverein vor. Als besonders sachkundig erweist sich ebenfalls Pauline Liesen, die eine Vorstellung von der Stiftung Illustration vermittelt, deren Entstehung und deren Ziele beschreibt. Die in jeder Ausgabe publizierte „bibliophile Empfehlung“ gilt diesmal einem Heft mit einem Text Bertolt Brechts, mit dem der Kinderbuchverlag der DDR gestartet wurde. Dass unsere Abonnenten auch im 23. „Bothen“ wieder einen bisher unveröffentlichten literarischen Beitrag finden, versteht sich eigentlich von selbst, denn so haben wir es in unserem Rundbrief von Anfang an gehalten. Diesmal gibt es einen typischen kleinen Text der Hamburger Erzählerin Cornelia Manikowsky, der in Kürze in ihrem nächsten Buch veröffentlicht wird.

(Peter Engel)

Bibliophiles des Monats: „Der verwundete Sokrates von Bertolt Brecht“

Bibliophiles des Monats August, gleichzeitig eine bibliophile Empfehlung im „Hamburger Bothen“, ist diesmal die erste Publikation des Kinderbuchverlags in der DDR. Es handelt sich um ein kleines Heft „für junge Leser von 14 Jahren an“, welches ca. 1960 mein erstes Stück einer späteren Sammlung wurde, Jahrzehnte, bevor ich überhaupt begann, Bibliophiles zu dieser bedeutenden Geistesgröße zusammenzutragen: „Der verwundete Sokrates von Bertolt Brecht“.
Diese Erzählung aus den „Kalendergeschichten“ erschien in erster und einzigen Auflage 1949 als Start der Reihe „Unsere Welt“ im neu gegründeten Kinderbuchverlag, damals Berlin und Dresden, broschiert, geheftet auf 26 Seiten im Format 8° und mit 14 Illustrationen von Frans Haacken ausgestattet.

1989 wurde der Titel im Kinderbuchverlag Berlin aus Anlass des 40jährigen Bestehens des Verlages nochmals als Reprint der Auflage von 1949 herausgebracht.

Zu Bertolt Brecht muss man an dieser Stelle sicher nicht viel sagen, waren doch Bücher von ihm, illustriert von Rainer Ehrt, Hans Ticha, oder Hanfried Wendland schon Bibliophiles des Monats im Blog „Informationen eines Pirckheimers“ und im anderthalb Jahrzehnte von mir betriebenen Pirckheimer-Blog.

Diesem Reigen der als bibliophile Empfehlung vorgestellten Brecht-Illustratoren gesellt sich nun Frans Haacken hinzu, zu dem Till Schröder im „Dreigroschenheft“, der Zeitschrift des Brecht-Kreises Augsburg, in Nr. 3/2013 schrieb: "Im Januar [1949 …] tritt zum ersten Mal ein bis dahin unbekannter Akteur in Brechts Umfeld auf den Plan - Frans Haacken (1911-1979). Sein Schutzumschlag zu Brechts erster Prosa-Veröffentlichung in Deutschland nach der Emigration - die "Kalendergeschichten" im Gebrüder Weiss Verlag Berlin - ist der Auftakt einer produktiven, aber vergessenen Zusammenarbeit, die bis zu Brechts Tod 1956 reichen wird. Haacken schuf dabei […] Ikonen der Brecht-Illustration, [so] "Der verwundete Sokrates" […], die das visuelle Gedächtnis zu Brechts Werk vor allem in der DDR prägten."

Mittwoch, 31. Juli 2024

Andreas Raub: Eigenexlibris – Burg Kakesbeck

Hinter dem Ensemble; ein eisernes, sechseckiges Zwinginstument, das eine mittelalterliche Burganlage einrahmt, verbirgt sich die Geschichte des Ritters Lambert von Oer (1440 -1522), dem im Laufe einer langjährigen Fehde, in der es um Ansprüche auf Ländereien ging, im hohen Alter von achtzig Jahren von seinem Widersacher eben jenes Schmuckstück mit vier innenliegenden eisernen Dornen umgelegt wurde, auf dass er einen Überlassungsvertrag für die Ländereien unterschreibe. Wie schmerzhaft! Lambert trotzte diesem grausamen An-sinnen auf seine Weise und konnte das eiserne Folterinstrument wieder loswerden. 
Das eiserne Halsband ist nicht als Teil der Burg dargestellt, sondern hält die Burg gewisser-maßen in Schach, überdimensional und bedrohlich. Es gibt kein Entrinnen. Kein Außen, keinen Ausgang, der Schließmechanismus des Instruments verborgen und nicht zu öffnen von irgendjemandem. Geheim halt. Der Künstler nimmt die Außenperspektive ein, doch wohl eher für den Betrachter, der für gewöhnlich keinen Zugang hat. Er selbst pendelt zwischen der Innen- und Außenwelt und kann sich verschiedene Blickwinkel erlauben. Hier zeigt er sich frei von den Zwängen des Halsbands, wähnt sich außen in Sicherheit, der Schlüssel-lochblick kommt einem da dennoch nicht von ungefähr in den Sinn. Wer blickt hier wohin?
Andreas Raub überführt das Motiv der Burg Kakesbeck mit der ihm eigenen Skepsis in die Zirkel der DEG, in eine Institution seiner zweiten bedrohten Leidenschaft – oder doch ersten?
Die Vielschichtigkeit dieser Radierung fasziniert in mehrfacher Hinsicht. Zum einen zeigt sich hier ein großartiger Radierer von seiner persönlichen Seite, was seine Bedenken hinsichtlich der Entwicklung der Burg Kakesbeck angeht, deren Stiftungskuratorium er wie auch der Verfasser dieser Zeilen angehört, zum anderen trifft er mit dieser feinen Arbeit den Nerv der einen seiner seiner großen Leidenschaften. Hier verdeutlicht sich die Liebe zum Metier, zur Burg Kakesbeck und zur DEG gleichermaßen, auf siebenundachtzig Quadratzentimetern.
Was bleibt?
„Das Bleibende stiften die Dichter“, heißt es bekanntlich allenthalben. In meinen Augen stiftet Andreas Raub hier Bleibendes, verbunden mit der Mahnung, Altbewährtes und Wertvolles nicht leichtfertig aufzugeben, erst recht nicht einer Schlüssellochperspektive feilzubieten, von der aus man später leicht eine Haltung zu rechtfertigen im Stande ist, die da lautet: „Das eiserne Halsband hatte uns im Griff.“
Es gilt, den Schließmechanismus zu finden und zu öffnen. Lambert von Oer hat schon vor mehr als 500 Jahren eine Lösung gefunden – wenn auch eher unkonventionell und ohne Schlüssel.

(Peter Barth gemeinsam mit Andreas Raub Kuratoriumsmitglied der Stiftung Dr. Wilfried und Hildegard Grewing – Burg Kakesbeck)

--- gesamten Artikel hier lesen.

Droste Digital

Eine neue Sonderausstellung im Stabi Kulturwerk zeigt Originalmanuskripte aus dem Nachlass der Schriftstellerin Annette von Droste-Hülshoff. Ihre Handschriften sind eindrückliche Textbilder mit einer ganz eigenen Ästhetik. Die Ausstellung macht ihre Schreib- und Entstehungsprozesse mit digitalen Technologien sichtbar und in künstlerischen Installationen erfahrbar.

Die Ausstellung im Stabi Kulturwerk zeigt Originalmanuskripte aus dem Nachlass der Schriftstellerin. Winzige, kaum lesbare Buchstaben drängen sich dicht an dicht, formen sich zu Wörtern und Texten, die das Papier oft bis zum Rand füllen, einiges ist durchgestrichen und korrigiert, anderes ergänzt – manches sogar vertikal. Ihre Handschriften sind eindrückliche Textbilder mit einer ganz eigenen Ästhetik. Die Ausstellung macht ihre Schreib- und Entstehungsprozesse mit digitalen Technologien sichtbar und in künstlerischen Installationen von Dorothee Elmiger, Nora Gomringer, Hyphen-Labs, Anna Kpok und Roman Hagenbrock erfahrbar.
Die Ausstellung Droste Digital ist eine Produktion von Burg Hülshoff – Center for Literature in Kooperation mit der Staatsbibliothek zu Berlin. Sie wird gefördert von der LWL-Kulturstiftung und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien im Programm »Digitalisierung in Kultur und Medien«.Jazz Konzert und Lese-Performance: Farben für Annette von Droste-Hülshoff – Songs, Stories, Lieder & Lyrik
Die Lyrikerin und Performerin Nora Gomringer, der Pianist Philip Frischkorn, der Kontrabassist Andris Meinig und der Schlagzeuger Philipp Scholz beschäftigen sich mit Weltliteratur. Anlässlich der Eröffnung führen sie ihre Jazz Versionen der Originaltexte und -kompositionen von Annette von Droste-Hülshoff auf.

Eröffnung: 22. August 2024, 19 Uhr, Das Stabi Kulturwerk und das Café Felix sind bis 22 Uhr geöffnet. Ausstellung: 23. August - 20. Dezember 2024

Stabi - Kulturwerk
Staatsbibliothek zu Berlin
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Dienstag, 30. Juli 2024

DEG Jahrestagung 2025 in Memmingen

Die Jahrestagung 2025 der Deutschen Exlibris-Gesellschaft, Forum für Kleingrafik, findet vom 8. – 10. Mai 2025 in Memmingen statt.

Anfrage bitte an * E-Mail.