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Donnerstag, 11. September 2025

Gedenken an den 11. September

HAP Grieshaber, Epitaph für Allende: "Denn du wirst Grab der Freien sein oder Asyl vor Knechtschaft", Holzschnitt in Silber und Schwarz auf Japanpapier, Auflage 500 Expl. 56,5 x 38,5 cm (Blattgröße 66 x 51,5 cm)
1973 konnte die Pirckheimer-Gesellschaft das Epitaph für Allendes als Jahresgabe ausreichen, im Juli 2023 wurde es als Bibliophiles des Monats vorgestellt.

Montag, 17. März 2025

Hello Again in der Galerie Sonnensegel

Die Idee einer Kinder- und Jugend-Kunstgalerie in Brandenburg an der Havel hat von der ersten Stunde an von Künstlerinnen und Künstlern aus Ost und auch West Unterstützung erhalten.
Diese fanden das Konzept der Verbindung von Kunstrezeption und -produktion in einer entstehenden Kunstschule so interessant sowie überzeugend, dass sie aufgeschlossen auf die Bitten der Galerie-Gründer um Unterstützung reagierten. Zahlreiche Kunstspenden trafen in Brandenburg an der Havel ein. So konnte die Galerie in den letzten Jahrzehnten ein ansehnliches Deputat an Bildnerischem sammeln.
In einer Ausstellung werden derzeit einige dieser Kunstwerke, zumeist Druckgraphik in der noch bis zum 1. Juni laufenden Ausstellung „Hello Again“ gezeigt und damit  nicht nur die breite Unterstützung durch Kunstschaffende gezeigt, sondern auch ein Überblick über das anspruchsvolle Spektrum des Kunstbetriebes der letzten Jahrzehnte, insbesondere der DDR, offeriert.
Die erste Graphik, die man beim Betreten der Galerieräume zu Gesicht bekommt, eine Radierung von Reinhard Minkewitz, gab der Kinder- und Jugend-Kunstgalerie 1989 ihren Namen, „Das Sonnensegel“.
Reinhard Minkewitz, Das Sonnensegel, Radierung
Was dann folgt, ist eines Museums würdig - Graphiken von Käthe Kollwitz, Arno Mohr, HAP Grieshaber, Heidrun Hegewald oder Nuria Quewedo bis Moritz Götze, das sind nur einige der ausgestellten, in der von Matthias Frohl , dem Galerieleiter, kuratierten Ausstellung findet der Besucher an die 70 weitere Namen bedeutender Künstler aus der Sammlung.
Arno Mohr
Angela Hampel, lks.: Meine beiden Schatten. Kunterbu7nt bin ich, Algrafie, 1986
Max Uhlig, Kleines Selbstporträt, Litho, 1985
Wolfgang Mattheuer
Ellen Fuhr, Mann mit Kindern, Litho
Reinhard Minkewitz, Die ungleichen Schwestern, Radierung, 1997
Heidrun Hegewald, Das Gesicht, Ätzradierung, 1986
Moritz Götze, Fotos © as
Ausstellung: noch bis 1. Juni 2025

Kinder- und Jugend- Kunst- Galerie "Sonnensegel"
Gotthardtkirchplatz 4/5, 14770 Brandenburg

Mittwoch, 21. August 2024

Der 255. Frankfurter Grafikbrief

Der, diesmal etwas umfangreichere Leitartikel des Frankfurter Grafikbriefs widmet sich dem Thema "100 Jahre Büchergilde und die Kunst: Der Büchergilde artrclub".

„Empörung und Gestaltung“ – so betitelte der legendäre Büchergilde-Schriftleiter Erich Knauf (*1895, 1944 von den Nazis wegen „zersetzender Reden“ zum Tode verurteilt und hingerichtet) sein 1928 erschienenes Buch, mit dem er die damals noch weitgehend proletarische Mitgliedschaft der Büchergilde mit engagierter Gegenwartskunst konfrontieren wollte. Vorgestellt wurden u.a. Frans Masereel, Max Liebermann, Heinrich Zille, Ernst Barlach, Otto Dix und George Grosz. Die zeitgenössische Kunst war von Anfang an selbstverständlicher Teil einer Buchgemeinschaft, die sich zwar hauptsächlich der Verbreitung guter wie klassenbewusstseinsfördernder Literatur verschrieben hatte, aber auch die anregende Kraft des Bildes sehr zu schätzen wusste, was sich zunächst in hochwertiger Buchillustration zeigte.

Aus dieser Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern sollte aber erst 1971 eine freie Grafik-Edition entstehen, die an das von Knauf vorgegebene Niveau anknüpfte. Es erschienen Grafiken z.B. von Karl Hubbuch, Karl Rössing, HAP Grieshaber, Alfred Hrdlicka, Horst Antes und Gerhard Altenbourg. 1996 startet dann der „Büchergilde artclub“, der systematisch die zeitgenössische Druckgrafik in Szene setzte, die Büchergilde mit den eigenen Kunst-Editionen auf Buch- wie Kunstmessen präsentierte und Atelier- und Werkstatt-Besuche anbot.

(Wolfgang Grätz)

Samstag, 1. Juni 2024

Bibliophiles des Monats: „Engel der Geschichte“ von HAP Grieshaber

Mit Blick auf den Jahrestag des Deutschen Bauernkrieges - die erste „Erhebung“ fand vor 500 Jahren am 23. Juni 1524 in Wutachtal bei Stühlingen statt - ist das Bibliophiles Monat Juni (gleichzeitig bibliophile Empfehlung des Hamburger Bothen) die Nummer 22 der Heftreihe „Engel der Geschichte“, welches vor 50 Jahren aus Anlass des 450. Jahrestages des Deutschen Bauernkrieges erschien.
„Engel der Geschichte“ ist eine von HAP Grieshaber (1909 – 1991) herausgegebene Künstler-Zeitschrift mit Original-Graphiken, von der in den Jahren 1964 bis 1981 dreiundzwanzig Ausgaben erschienen. Der Titel bezieht sich direkt auf Walter Benjamins Texte, der schon 1921 plante, eine Zeitschrift mit streitbaren philosophischen und literarischen Texten unter dem Titel „Angelus Novus“ herauszugeben.

Die Werke von HAP Grieshaber, der sich u.a. auch für den Brückenschlag zwischen den beiden deutschen Staaten DDR und BRD einsetzte, gehörte schon immer auch bei Pirckheimern und anderen Bibliophilen zu den gesammelten Künstlern. 1973 konnte diese Gesellschaft das Epitaph für Allende: "Denn du wirst Grab der Freien sein oder Asyl vor Knechtschaft" als Jahresgabe ausreichen (das Blatt wurde im Juli 2023 als Bibliophiles des Monats vorgestellt) und selbst den Marginalien lag eine Grafik des Künstlers bei. Der Mentor der Bücherkinder Brandenburg Armin Schubert führte zum 90. Geburtstag von HAP Grieshaber die Reihe mit dem Projekt „Engel der Geschichte - ein Jugendengel“ fort, an dem u.a. Volker Braun, Christa Wolf, Friedrich Schorlemmer, Margot Fürst, Nuria Quevedo und viele Jugendliche mitgewirkt haben. Seitdem trägt der Gutenberg-Druckladen der Galerie Sonnensegel, in welchem die Bücherkinder Brandenburg ihre Graphiken drucken, als Logo einen von HAP Grieshaber geschaffenen Holzschnitt.

Die hier als bibliophile Empfehlung vorgestellte Publikation „Engel der Geschichte Nr. 22“ erschien 1975 in Folio (43 x 30,5 cm), gebunden im Pappband, enthält auf 19 Seiten in 10 Blättern 4 Original-Holzschnitte von HAP Grieshaber und ein doppelblattgroßes Flugblatt für Wahlhelfer "Ein Stein aus Barmherzigkeit" von Johannes Poethen, sowie Beiträge von Walter Benjamin, Charlotte Christoff, HAP Grieshaber, Margarete Hannsmann und Johannes Poethen. Das Heft erschien 1975 im Verlag Claassen in Düsseldorf, die Gesamtherstellung besorgte die Buchdruckerei Wilhelm Röck in Weinsberg.

Samstag, 1. Juli 2023

Bibliophiles des Monats: HAP Grieshaber

Ein Holzschnitt von HAP Grieshaber ist Bibliophiles des Monats Juli.
HAP Grieshaber, vielen auch bekannt als Herausgeber der Zeitschrift Engel der Geschichte, u.a. 1978 mit dem den Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig geehrt, engagierte sich als Künstler stets auch gesellschaftspolitisch, so gegen die Diktatur in Chile nach dem Militärputsch von 1973, wozu auch im selben Jahr sein Epitaph für Allende: "Denn du wirst Grab der Freien sein oder Asyl vor Knechtschaft" entstand.
Der signierte Holzschnitt in Silber und Schwarz auf Japanpapier hatte eine Auflage von 500 Exemplaren. Die Darstellung ist 56,5 x 38,5 cm auf einem Blatt von 66 x 51,5 cm groß.

Die Werke von HAP Grieshaber, der sich u.a. auch für den Brückenschlag zwischen den beiden deutschen Staaten DDR und BRD einsetzte und schon immer auch von Pirckheimern zu den gesammelten Künstlern gehörte (so lag in den Marginalien schon einmal eine Grafik des Künstlers bei), wurden zu seinem 70. Geburtstag, ein Jahr vor seinem Tod 1980 mit großen Retrospektiven in vielen Museen in beiden Staaten Deutschlands gezeigt.

Montag, 3. August 2009

Grieshaber und die DDR

Im Städtischen Kunstumseum Sendhaus Reutlingen ist vom 11. Juli bis 20. September die Ausstellung Grenzgänger. Grieshaber und die DDR zu sehen.

HAP Grieshaber, Der Jurist, aus: der Totentanz von Basel 1966

Der schwäbische Graphiker gewann 1965 auf der Internationalen Buchkunst-Ausstellung in Leipzig einen Preis. Daraufhin von Rudolf Mayer für eine kleine Edition mit origialgraphischen Arbeiten im Verlag der Kunst geworben, schuf er eines seiner umfangreichsten und populärsten Werke, die Farbholzschnittfolge Totentanz von Basel. Viele weitere Buchprojekte mit DDR-Verlagen folgten. Grieshaber schloß Freundschaften mit Künstlern und Schriftstellern in der DDR und war häufig zu Gast im Land. 1978 erschien hier sogar sein erste Werkverzeichnis, von Horst Zimmermann und Karl-Heinz Kukla erarbeitet und 1978 herausgegeben. Dank Grieshabers Entgegenkommen konnten viele Sammler in der DDR Bücher und Einzelblätter von ihm erwerben.

Zur Ausstellung erscheint zum Preis von 12 Euro ein Katalog

è Städtisches Kunstmuseum Spendhaus
Spendhausstraße 4
72764 Reutlingen

Montag, 16. Februar 2009

HAP Grieshaber 100

Zeitgeschehen und Natur

HAP (Helmut Andreas Paul) Grieshaber gilt als der bedeutendste deutsche Holzschneider der Nachkriegszeit. Am 15. Februar 2009 wäre er hundert Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass zeigt das Kunstforum eine pointierte Auswahl aus dem umfangreichen Schaffen des großen Künstlers, die nach dreißig Jahren in Berlin wieder eine intensive Begegnung mit Grieshaber-Werken ermöglicht.

HAP Grieshaber

Grieshaber steigerte den Holzschnitt in Großformate und zu Bildwirkungen, die zuvor in dieser künstlerischen Technik und Meisterschaft nicht zu sehen waren. Die Ausstellung fokussiert das umfangreiche Werk des Künstlers zwischen den Polen der künstlerischen Subversion und der Feier der Natur. Blätter, mit denen Grieshaber auf das politische Zeitgeschehen und ökologische Fragestellung reagiert und in denen er die alte Affinität des Holzschnittes zur Botschaft und zum Bekenntnis nutzt, begegnen zeitlos schönen Naturschilderungen und mythologischen Szenerien.

15. Januar bis 19. April 2009

è
Stiftung KUNSTFORUM der Berliner Volksbank
Budapester Str. 35 (gegenüber vom Zoo)
10787 Berlin