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Mittwoch, 21. Oktober 2026

Die besten Wünsche an Heidrun Hegewald zum 90.

Morgen feiert Heidrun Hegewald (geb. 21. Oktober 1936) in der Berliner Galerie Gesellschaft ihren 90. Geburtstag!
Mit der Feierstunde für die Jubilarin geht auch die derzeit laufende Ausstellung mit Malerei, Zeichnung und Druckgrafik von Heidrun Hegewald „Das dialogische Prinzip“ in der Galerie Gesellschaft zu Ende.

Finissage:  24. September  2026, 16 Uhr

Galerie Gesellschaft
Heike & Peter Saborowski GbR
Auguststraße 83, 10117 Berlin

Samstag, 5. September 2026

Heidrun Hegewald - Das dialogische Prinzip

Pietà (Ausschnitt), 1984,
Öl auf Hartfaser, 120 × 110 cm
(Foto: Bernd Kuhnert)

Die Berlin Art Week läutet jährlich im September die neue Kunstherbstsaison ein. Über 100 Museen, Sammlungen, Galerien, Projekträume und eine Kunstmesse gestalten ein abwechslungsreiches Festivalprogramm—und machen die deutsche Hauptstadt damit fünf Tage lang zum Hotspot für zeitgenössische Kunst.
 
Die Galerie Gesellschaft lädt in diesem Zusammenhang ein zur Ausstellung "Das dialogische Prinzip - Malerei, Zeichnung und Druckgrafik von Heidrun Hegewald".

Zur Ausstellung erscheint das 7. Künstlerheft der Galerie Gesellschaft; die Vorzugsausgabe enthält einen exklusiven Siebdruck in einer Auflage von 50 Exemplaren.

Art Week Berlin: 9. - 13. September 2026
Vernissage H. Hegewald: 11. September 2026, 18 Uhr
Ausstellung H. Hegewald: 11. September - 24. Oktober 2026
Finissage: 24. Oktober 2026, 16 Uhr, mit einer Feier zum 90. Geburtstag der Künstlerin

Galerie Gesellschaft
Auguststraße 83, 10117 Berlin

Samstag, 22. November 2025

»Paare« in der Galerie Gesellschaft

Fritz Cremer (1906 –1993):
»Liebespaar«, Lithographie, 1969
Die Galerie Gesellschaft in Berlin lädt ein zur Jahresendausstellung »Paare« mit Werken von Künstlern und Gästen Galerie, darunter Rolf Biebl, Marguerite Blume-Cárdenas, Hans Brockhage, Wiebke Conrad, Fritz Cremer, Heidrun Hegewald, Michael Kain, Arno Mohr, Thomas J. Richter, Anna Franziska Schwarzbach, Henry Stöcker, Songwen Sun-von Berg.

An den Sonnabenden 29.11. und 6.12.2025, 15 – 21 Uhr, freuen sich Heike Saborowski und Andreas Wessel auf interessante Begegnungen und Gespräche bei einem Glas Glühwein in der Auguststraße 83.

29. November bis 6. Dezember 2025

Galerie Gesellschaft
Heike & Peter Saborowski GbR
Auguststraße 83, 10117 Berlin

Donnerstag, 1. Mai 2025

Bibliophiles des Monats Mai: Kunst der Erinnerung

Als Bibliophiles des Monats Mai wurde ein Katalog gewählt. 

Ein Katalog? Im klassischen Verständnis sicher alles andere als ein bibliophiles Objekt, dennoch ein von vielen Bibliophilen favorisiertes Sammelobjekt.

Die Ausstellung im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR unter dem Thema „Kunst der Erinnerung“, für die der Katalog entstand, für den 15. Mai bis 25. Oktober 2020 geplant, fiel der Pandemie zum Opfer. Ein zweideutiges Thema, kann man doch unter der "Kunst der Erinnerung" sowohl Erinnerung anmahnende Kunst, als auch die Fähigkeit, sich zu erinnern, verstehen. Das Thema ist jedoch vor allem von beklemmender Aktualität, wenn man sich vor Augen führt, woran erinnert wird

Die 2020 nur virtuell zu besichtigende Schau zeigte Kunst aus der DDR, die den Zweiten Weltkrieg, die Befreiung vom Faschismus und die Freundschaft zur Sowjetunion mal realistisch, mal expressiv und manchmal abstrahierend thematisiert und sich sowohl mit Geschichtsreflexion als auch mit Gegenwartsproblemen beschäftigt, wie autoritären gesellschaftlichen Verhältnissen, Militarismus und der Angst vor einem Atomkrieg.
Titel, sowie S. 32 Ulrich Hachulla und S. 33 Dorothea Kobs-Lehmann
Auf den vermutlich nie ausgelieferten Katalog konnte ich Januar 2021 im Blog der Pirckheimer-Gesellschaft noch nicht hinweisen, als die Ausstellung für kurze Zeit im Kunstarchiv Beeskow doch noch gezeigt wurde - ich wusste nichts von einem Katalog, erst später kam er mir durch Zufall in die Hände, weil unter den Namen der ausgestellten 30 Künstler auch der meiner Mutter Dorothea Kobs-Lehmann zu finden war.

Großformatig (20 x 25 cm) werden auf 64 Seiten mit einem Begleittext in deutsch und englisch alle beteiligten Künstler mit einem oder zwei Werken in teilweise farbigen Abbildungen vorgestellt, darunter Arno Fischer, Petra Flemming, Gerhard Goßmann, Ulrich Hachulla, Heidrun Hegewald, Hartmut Hornung, Joachim John, Roger Melis, Gerhard Kurt Müller, Rolf Münzner, Ronald Paris, Norbert Wagenbrett und Thomas Ziegler. Die Abbildungen sind bekannt, ihre Auswahl interessant, die Gegenüberstellung inspirierend.

Geblieben von der fast gezeigten Ausstellung ist bei Sammlern nur der hier vorgestellte Katalog, zu dem nähere bibliographische Angaben nicht vorliegen. Im Internet auf „Dokumentationszentrum“ Alltagskultur der DDR heißt es inzwischen zum Katalog und zu dieser Ausstellung: „Diese Seite konnte nicht gefunden werden. Sie wurde möglicherweise [sic!] entfernt …“ und auf der Seite des Landkreises Oder-Spree „Das angeforderte Objekt steht im Moment [sic!] nicht öffentlich zur Verfügung ...“. So ist wieder einmal der Sammler des Bibliophilen als Bewahrer der „Kunst der Erinnerung“ gefragt.

Montag, 17. März 2025

Hello Again in der Galerie Sonnensegel

Die Idee einer Kinder- und Jugend-Kunstgalerie in Brandenburg an der Havel hat von der ersten Stunde an von Künstlerinnen und Künstlern aus Ost und auch West Unterstützung erhalten.
Diese fanden das Konzept der Verbindung von Kunstrezeption und -produktion in einer entstehenden Kunstschule so interessant sowie überzeugend, dass sie aufgeschlossen auf die Bitten der Galerie-Gründer um Unterstützung reagierten. Zahlreiche Kunstspenden trafen in Brandenburg an der Havel ein. So konnte die Galerie in den letzten Jahrzehnten ein ansehnliches Deputat an Bildnerischem sammeln.
In einer Ausstellung werden derzeit einige dieser Kunstwerke, zumeist Druckgraphik in der noch bis zum 1. Juni laufenden Ausstellung „Hello Again“ gezeigt und damit  nicht nur die breite Unterstützung durch Kunstschaffende gezeigt, sondern auch ein Überblick über das anspruchsvolle Spektrum des Kunstbetriebes der letzten Jahrzehnte, insbesondere der DDR, offeriert.
Die erste Graphik, die man beim Betreten der Galerieräume zu Gesicht bekommt, eine Radierung von Reinhard Minkewitz, gab der Kinder- und Jugend-Kunstgalerie 1989 ihren Namen, „Das Sonnensegel“.
Reinhard Minkewitz, Das Sonnensegel, Radierung
Was dann folgt, ist eines Museums würdig - Graphiken von Käthe Kollwitz, Arno Mohr, HAP Grieshaber, Heidrun Hegewald oder Nuria Quewedo bis Moritz Götze, das sind nur einige der ausgestellten, in der von Matthias Frohl , dem Galerieleiter, kuratierten Ausstellung findet der Besucher an die 70 weitere Namen bedeutender Künstler aus der Sammlung.
Arno Mohr
Angela Hampel, lks.: Meine beiden Schatten. Kunterbu7nt bin ich, Algrafie, 1986
Max Uhlig, Kleines Selbstporträt, Litho, 1985
Wolfgang Mattheuer
Ellen Fuhr, Mann mit Kindern, Litho
Reinhard Minkewitz, Die ungleichen Schwestern, Radierung, 1997
Heidrun Hegewald, Das Gesicht, Ätzradierung, 1986
Moritz Götze, Fotos © as
Ausstellung: noch bis 1. Juni 2025

Kinder- und Jugend- Kunst- Galerie "Sonnensegel"
Gotthardtkirchplatz 4/5, 14770 Brandenburg

Donnerstag, 29. März 2012

Heidrun Hegewald

Der 75. Geburtstag von Heidrun Hegewald am 21. Oktober 2011 gab Anlaß, in ihrem gerade erschienenen Buch mit dem von Marivaux entliehenen Titel Ich bin, was mir geschieht zu lesen, und die Lektüre fesselte. Bei diesem, vom Verlag Neues Leben als Biographie bezeichneten Titel handelt es sich um eine Sammlung publizistischer Arbeiten der Malerin aus den letzten 20 Jahren, wobei den Texten schwarzweiße Abbildungen ihrer Werke beigefügt sind. Das Büchlein, 160 Seiten im Oktavformat zum Preis von 9,95 Euro, wurde auf 120gr Offsetpapier im Digitaldruck produziert und ist ordentlich in einem von Michael de Maizière gestalteten festen Pappband gebunden. Man nimmt es gern in die Hand. Allerdings setzt der an sich richtig vorangestellte Hinweis des Verlages: »Die Abbildung der Arbeiten von Heidrun Hegewald … folgt keiner illustrativen Absicht. Assoziation ist hoffentlich unvermeidlich«, etwas voraus, was das Buch gar nicht halten kann, denn die Bildchen, und das soll meine einzige Kritik an diesem Bändchen sein, sind leider teilweise recht klein geraten und werden weder der tatsächlichen Größe der Arbeiten noch dem geradezu philosophischen Gehalt der Texte gerecht.
Die Texte der Heidrun Hegewald erklären mit dem scharfen Blick einer Rosa Luxemburg die spätkapitalistische Wirklichkeit und beschreiben gleichzeitig mit den Augen einer Malerin voller Poesie mecklenburgische Landschaften und menschliches Miteinander. Ein gleichsam humanistisch analysierendes wie von Farben und Formen inspiriertes Schauen. Die Notate und Reden zeigen nochmals deutlich, daß sich Heidrun Hegewald neben ihrer Passion als Malerin auch als Schriftstellerin profiliert hat, was vielen, ich gestehe auch mir, lange Zeit verborgen geblieben ist. Diese Lücke schließt das Buch in beeindruckender Weise, indem es teilhaben läßt am Werden einer Künstlerin, die mit dem Trauma des Faschismus aus ihrer Kindheit in der DDR zur Künstlerin wurde und jetzt mit wachem Blick den bundesdeutschen Osten und das Leben im marktwirtschaftlich bestimmten Europa sieht und beschreibt. Ihre Texte verweisen auf die Perversion der modernen Gesellschaft und auch auf daraus resultierende Verflachung der deutschen Sprache und Alltagskultur. Und sie schreibt das konsequent, teilweise bewußt Konventionen der Rechtschreibung aufbrechend, bis hin zu interessanten Wortschöpfungen wie das von den Genießern des Choriner Musiksommers, die die Musik aus mitgebrachten Proviantkörben umessen.
Genau darin liegt für mich der eigentliche Wert dieser Texte. Es ist nicht das nähere Kennenlernen einer Künstlerin, die mit ihrem Schaffen einen wesentlichen Beitrag zur bildenden Kunst der DDR geleistet hat und auch nicht die Entdeckung der Schriftstellerin Hegewald. Es ist der allen Texten immanente, immer wieder brillant formulierte Aufruf, sich nicht in die bürgerliche Bequemlichkeit eines Vernunft, Menschlichkeit und wirkliche Kunst vergessenden, mediengesteuerten Konsumenten zu ergeben, sondern stets zu schauen, genau hinzuschauen, zu überdenken und ebenso ästhetisch zu genießen, der das Buch für jeden kulturell Interessierten bedeutsam macht.
(ad, MARGINALIEN 205, S. 94)

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Herzlichen Glückwunsch zum 75sten

Heidrun Hegewald, in Meißen geboren, studierte an der Kunsthochschule Weißensee und ist seit 1975/76 als Malerin, Grafikerin und Publizistin tätig. Sie ist Mitglied des Verbandes Bildender Künstler und wurde 1989 mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet. Heidrun Hegewald lebt und arbeitet in Berlin-Karow.
In diesem Jahr erschien ihr Buch "Ich bin, was mir geschieht", in welchem sie mit Einfühlungsvermögen und viel Verständnis Stellung bezieht: zur Musik, zur deutschen Sprache, zum Krieg und nicht zuletzt zur DDR und heutigen Politik. Aus ihren Notaten und Reden aus zwei Jahrzehnten, ergänzt durch grafische Arbeiten, entsteht ein differenzierter Einblick in das Leben und Denken der Künstlerin.

Neues Leben, Berlin
ISBN 978-3-355-01787-9
160 Seite, mit vielen Abbildungen