Donnerstag, 9. Februar 2023

Jahresgruß des Vereins für die Schwarze Kunst

Der Jahresgruß 2023 des Vereins für die Schwarze Kunst Dresden e.V. ist eine Arbeit von drei Mitgliedern dieser Vereinigung.
Die beiden mit einem Laser hergestellten Nyloprintklischees für die Spirale und die roten Ziffern sind eine Spende von Daniel Klotz von den Lettertypen in Berlin, die beiden Klischees druckte Karl Kretschmer auf einem OHT in Mosbach und die zwei Textformen wurden von Willi Beck in Dachau aus der Garamond gesetzt und mit einer Grafix Handabziehpresse gedruckt.

Das andere Kinderbuch Nr. 41

Die Nr. 41 aus der Reihe "Das andere Kinderbuch" der Edition Einstein kam gerade frisch vom Buchbinder.
Technisch gesehen kein Buch, sondern eine Kassette, massiv gearbeitet, im Format 33 x 23,5 cm.
Sie enthält 8 lose eingelegte Doppelbögen von schwerem Bütten, die je 4 Lettern mit je einem Bild tragen, der letzte Bogen hat nur 2 Lettern.
Der gesamte Titel wurde auf der Handpresse auf Bütten 250g gedruckt. Die Bilder, die von Hand teilkoloriert wurden, sind auf unterschiedlichen Papieren in einem separaten Druck gefertigt und dann aufgesetzt, so dass der Charakter des Einfügens sichtbar bleibt.
Für die ABC-Lettern nutzte der Buchkünstler Hans Witte eine alte Serifen-Holzschrift.
Die Auflage umfasst 12 Exemplare. Eine Vorzugsausgabe gibt es in diesem Fall nicht.
Zu erwerben ist diese Kassette nur direkt bei der Edition Einstein.

Edition Einstein
Galerie für Buchdruckkunst
Hans Witte
Deitlevsen 1, 31860 Emmerthal

Mittwoch, 8. Februar 2023

Hamburger Bothe #14 - Nachtrag und Korrektur

Im bislang hier am 2. Februar angezeigten Hamburger Bothen #14 fanden sich einige irreführenden Bilder, ab sofort wird unter diesem Link oder durch Klick auf nebenstehende Abb. jedoch das korrigierte Exemplar angezeigt.

Ja, wir haben uns entschlossen, eine revidierte Fassung unserer Ausgabe vom 2. Februar hinterherzusenden. Der Grund ist ein einfacher, aber ein wichtiger: Jeder Insider im publizierenden Gewerbe kennt die hektische Zeit vor dem Start der Verteilung eines Magazins: Es muss pünktlich raus, hier fehlt noch ein Text, dort noch ein Bild, sind alle Fehler gefunden und ausgemerzt?, usw.
So auch bei uns. Diesmal fehlten uns die Bilder zu den neuen wunderbaren Gedichten von
Urs Heftrich, Auszug und Ausblick auf das neue Buch bei Angeli & Engel „Gehäuseschutt / House of Rubble“.
Unglücklicherweise wählte ich als Ausweg: illustrative Bilder von einer KI zu den Gedichten machen zu lassen. Das hätte ich besser unterlassen sollen. Das Ergebnis: ästhetisch enttäuschend, Ziel verfehlt, den Lesern eine attraktive Leseprobe auf Urs Heftrichs neues Buch zu geben, in dem die Gedichte und seine künstlerischen Fotos eine harmonische Einheit bilden.
Zurecht knurrte Autor Urs Heftrich heftig und machte uns Beine. Geschwindigkeit ist eben doch eine Hexerei… bei der man gelegentlich das falsche Kaninchen aus dem Hut zieht.
Inzwischen sind aber die echten Bilder eingetroffen, nicht von einem Elektronenhirn erzeugt, sondern mit dem Leica-Objektiv einer alten Kompaktkamera. Wir haben sie eingefügt.

Herzlich und mit entschuldigendem Kotau

Rudolf Leonardo Angeli

Berliner Graphikpresse unter neuer Adresse

Wie schon im August berichtet, zieht die Galerie der Berliner Graphikpresse um.
Holger Koch: Adieu, Zeichnung, Feder/Tusche, Aquarell, 2010
Ab März 2023 ist sie dann in Altglienicke im Süden Berlins unter folgender Adresse zu erreichen: 

Am Falkenberg 25, 12524 Berlin
(Nähe S-Bhf. Grünau oder S-Bhf. Altglienicke)
Telefon: (030) 420 124 40 oder 01520 510 63 31
E-Mail: ulber@galerie-berliner-graphikpresse.de

Geplant für dieses Jahr sind eine Sommerausstellung (voraussichtlich im Juli) und die XXV. Versteigerung am 12. November 2023. Bücherlisten und Graphikangebote wird es weiterhin per E-Mail geben. Alle Informationen finden sich auch wie gewohnt auf der Homepage.

(Sabine Ulber)

Treffen der Schweizerischen Bibliophilen

Zum nächste Büchertreffen der Schweizerischen Bibliophilen-Gesellschaft stellt Michael Rothe in seinem 1992 gegründeten Atelier im alten Pförtnerhaus des Schlosshaldenfriedhofs in Bern Grafiken und Künstlerbücher aus seinem Verlag vor. 
Das Atelier Michael Rothe ist spezialisiert auf die Konservierung und Restaurierung von Büchern und anderen Kunst- und Kulturgütern.

Der Verlag Rothe Drucke wurde 2002 mit dem Ziel gegründet, Künstlerbücher und Editionen in besonderer Originalität und Qualität herauszugeben. Ausgewählten Künstlern wird Unterstützung zum freien Schaffen eigener, in Konzept, Bild und Text originärer Publikationen gegeben. In enger Zusammenarbeit mit Künstlern und Kunstwissenschaftlern beteiligt sich der Verlag Rothe Drucke zudem an der Herausgabe von Monografien und Werkverzeichnissen. Einer besonderen Herausforderung stellt sich der Verlag mit der Faksimile-Edition der «Tabulae geographicae» nach Ptolemaeus, die 1486 in einer Druckausgabe in Ulm erschien.
Faksimile-Ausgabe 32 Holzschnittkarten «Tabulae geographicae» nach Ptolemaeus
4. März 2023, 14 Uhr

Atelier Michael Rothe
Ostermundigenstrasse 60, 3006 Bern

Dienstag, 7. Februar 2023

Brigitte Leukroth (1931 - 2023)

Bereits am 9. Januar verstarb, wie mir erst jetzt bekannt wurde, die letzte Mitarbeiterin vom Antiquariat Dienemann, Brigitte Leukroth.

Bücherfreunde, sofern sie mal in Dresden waren, werden sich sicher noch an das beliebte Antiquariat unweit des Neustädter Bahnhofs und an die treue Seele dieser Firma erinnern.

Gleichermaßen erwähnenswert ist jedoch, dass es Frau Leukroth geschafft hat, ihren Platz in der Literatur zu finden. So hat ihr der Dresdner Schriftsteller Jens Wonneberger, der im Antiquariat Dienemann in jungen Jahren als Reinigungskraft aushalf und deshalb die Eigenarten des Betriebs aus eigener Erfahrung zu schildern wusste,
bereits 2007 ein literarisches Denkmal gesetzt. 
Und in Uwe Tellkamps Roman "Der Turm" von 2008 findet sich diese Beschreibung fast wortgetreu wieder.

Thanks god it’s Friday! im Klingspor Museum

Design: © Katharina Hantke
Im Klingspor Museum startet ein neues "Format": Jeden Freitag ist Free Friday!

Kostenloser Eintritt in unsere Ausstellungen den ganzen Tag und längere Öffnungszeiten, denn …… Thanks god it’s Friday! Endlich ist es Freitag! Die Arbeitswoche ist vorbei und Living after Work beginnt!
Mit einem Getränk kann der Ausklang der Arbeitswoche starten. 
Podiumsdiskussionen, Vorträge, Lesungen und Konzerte begleiten die Buchbar (Veranstaltungseintritt variiert). Die Bar ist von 18 bis 21 Uhr geöffnet.

Start: 24. Februar, 18 Uhr, zur Eröffnung spielen Brnjsmin und LiÆN

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Kinder an die Macht!

Cornelia Funke: Herr der Diebe
Alternativer Coverentwurf
Dressler, Hamburg 2000
Starke und neugierige Kinder sind die Hauptpersonen in zahlreichen Kinderbüchern der Autorin und Illustratorin Cornelia Funke. So wächst der schüchterne Junge Arthur über sich hinaus, um der Feenkönigin Potilla zu helfen, Prinzessin Isabella wehrt sich dagegen, eine klassische Prinzessin zu sein und auch die Brüder Bonifazius und Prosper aus Herr der Diebe erleben allerhand Abenteuer.

In einer Familienführung mit Malgorzata Meys im Rahmen der Sonderausstellung schauen sich die Teilnehmer Originalillustrationen zu den Büchern an, verkleiden sich und werden selbst kreativ.

12. Februar 2023, 15 Uhr

è Burg Wissem, Bilderbuchmuseum
Burgallee
53840 Troisdorf

Montag, 6. Februar 2023

grafische Mappenwerke aus der DDR

Hans Ticha, Vorzugsausgabe aus MARGINALIEN
(2001 zum 103. Geburtstag von Bertolt Brecht)
sign. und num., hrsg: Volkmar Häußler
Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst in Cottbus bereitet eine Ausstellung mit grafischen Mappenwerken aus der DDR vor, die sich mit literarischen Themen auseinandersetzen. Den Schwerpunkt bilden dabei Blätter zu Werken von Bertolt Brecht, Johannes R. Becher und Christa Wolf.
Die Ausstellung wird vom Kustos der Sammlung "Malerei, Grafik, Skulptur“, Dr. Ulrich Röthke, kuratiert.

In der Schau werden auch Bücher aus DDR-Verlagen gezeigt, für die Künstlerinnen und Künstler Illustrationen beigesteuert haben. Die Bücher werden auf Tischen ausliegen und die Besucher zum Blättern und Lesen anregen.

Ausstellung: 3. Juni - 28. August 2023

Dieselkraftwerk Uferstraße
Am Amtsteich 15, 03046 Cottbus

Bücher mit Geschichte

In den über 650 Jahren ihres Bestehens haben die historischen Bestände der Stadtbibliothek Nürnberg auch Katastrophen wie den Zweiten Weltkrieg ohne nennenswerte Verluste überstanden. Unter den Handschriften und Drucken aus den Bibliotheken des Rats und der Klöster, von Gelehrten und bibliophilen Sammlern befinden sich neben kostbaren und einmaligen Originalen auch eher unscheinbare Bände, die dennoch eines eint: Die Bücher können Geschichten erzählen!
Bei der Frage nach ihrer Entstehung und Herkunft trifft man auf fromme Prinzessinnen und fleißige Nonnen, bescheidene Autorinnen und berühmte Männer in magisch aufgeladenen Relikten, man stößt auf Berichte von Verlusten und vom Wiederfinden, von Leben und vom Tod.

Zu sehen ist die älteste Handschrift im Bestand, ein um 830 / 840 im Kloster Lorsch geschriebenes Evangeliar. Goldglänzende Initialen und Miniaturen im 1293 / 94 für eine französische Prinzessin angefertigten Solger-Stundenbuch stammen von Maître Honoré, demersten mit Biographie und in Werken fassbaren Pariser Buchmaler.

Gezeigt wird ferner das weltweit einzige mit vollständigem Bildzyklus versehene Exemplar des ersten in Italien entstandenen illustrierten Drucks aus dem Jahr 1467. Um ein weit gereistes Buch handelt es sich bei dem im frühen 17. Jahrhundert für St. Egidien angefertigten Graduale: Es wurde am Auslagerungsort 1945 entwendet, gelangte als Kriegssouvenir in die Vereinigten Staaten von Amerika, wurde dort 1997 von der renommierten The Morgan Library & Museum in New York ersteigert, 1998 von einem Gelehrten als Besitz der Stadtbibliothek erkannt und 2001 schließlich rückerstattet.

Von Kämpfen um Leben und Tod sind zwei Bände gezeichnet: Den Brand des Egidienklosters 1696 überstand eine Lutherbibel nahezu unbeschädigt, obwohl sie neben dem in seinem Bett verbrannten Besitzer stand; eine in den Türkenkriegen erbeutete Handschrift ist auf der letzten Seite mit Blutspritzern von den Kämpfen gezeichnet. Magisch aufgeladene Relikte berühmter Personen wie etwa eigenhändige Schriftstücke der Reformatoren Martin Luther und Philipp Melanchthon wurden seit den 1630er Jahren in der Bibliothek gesammelt und in einer Holzkiste aufbewahrt.

Die Korrespondenz des Humanisten Willibald Pirckheimer ist von seinen Erben in einem von Anton Koberger für private Studien eingerichteten Schrankstübchen im Wohnhaus am Egidienplatz vergessen und erst 1750 wiederentdeckt worden. In ihr befinden sich eigenhändige Briefe des Malers Albrecht Dürer sowie Schreiben von kunstaffinen Nonnen im Kloster Bergen, in denen der Künstler eine wichtige Rolle spielt.

Stadtbibliothek Nürnberg, Zentrum, Ausstellungskabinett L2
Gewerbemuseumsplatz 4, 90403 Nürnberg

Sonntag, 5. Februar 2023

Buchpatenschaft der SBB, Februar 2023

Die Staatsbibliothek zu Berlin bietet die Möglichkeit, eine Buchpatenschaft zu übernehmen, für den Monat Februar z.B., um für voraussichtlich 210 € die Restaurierung eines kleinen Briefes vom 3. Juli 1830 von Georg Wilhelm Friedrich Hegel an seinen Freund Heinrich Beer zu realisieren.
Herrn
Bankier Heinrich Beer
Wohlgeboren
Charlottenburg
Im gräfl. Kampeschen Garten

Ich habe Sie, mein hochgeschätzter Freund, gestern nicht zu sehen bekommen, wie ich hoffte, mache daher die schriftliche Erwiderung auf Ihre gefällige Einladung auf morgen mittag, daß ich mit meiner Frau derselben gemäß bey Ihnen einfinden werde. Der Frau Gemahlin bitten wir uns bestens zu empfehlen.

B. 3/7 30
Ihr
ergebenster

Hgl
Die Hilfe, ein bedrohtes Werk vor dem Verfall zu bewahren, wird belohnt:
  • mit einem Exlibris aus alterungsbeständigem Papier mit dem Namen des Eigners,
  • die Möglichkeit, das restaurierte Werk beim Jahresempfang oder bei einem anderen Termin zu besichtigen 
  • eine Spendenbescheinigung.
Weitere Hinweise zu Buchpatenschaften und eine große Auswahl an Patenschaften aus allen Abteilungen der Staatsbibliothek zu Berlin finden sich auf der Seite der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin.

„Das Schönste für das Kind“

Eine Ausstellung der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek Mainz stellt unter dem Motto „Das Schönste für das Kind“ den Scholz-Verlag und seine Künstlerinnen und Künstler in einer Auswahl vor.

Das Thema greift das Motto auf, mit welchem der Scholz-Verlag in den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts für seine Produkte warb. Es steht für einen um die Jahrhundertwende entstandenen neuen Anspruch des Verlags, künstlerisch ambitionierte Bilderbücher herauszubringen.
Abb.: © Adolf Uzarski
In der Zeit vor 1900 blieben die Künstlerinnen und Künstler, die für die Illustrationen bei Jos. Scholz verantwortlich waren, weitgehend unbekannt und wurden in den meisten Fällen gar nicht genannt. Mit der Jahrhundertwende allerdings erfuhr das Bilderbuch generell – nicht nur beim Scholz-Verlag – eine künstlerische Erneuerung. Hintergrund dafür waren die allgemeine Reformfreudigkeit in dieser Zeit, die auch die Buch- und Schriftkunst betraf, die Entwicklung eines künstlerischen Universalismus, erste Ansätze der Kinderpsychologie und die Entfaltung der Kunsterziehungsbewegung. Illustrationen sollten auch für Kinder künstlerisch anspruchsvoll sein und den kindlichen Sinn für das Schöne wecken und fördern.

Jos. Scholz begann im Jahr 1903 zunächst mit der Herausgabe einer neuen Malbuch-Reihe Das deutsche Malbuch (später Scholz’ Künstlerische Malbücher). Es folgte 1904 Das deutsche Bilderbuch (später Scholz’ Künstler-Bilderbücher), was zur berühmtesten und erfolgreichsten Reihe des Verlags werden sollte. Auch für die Produktgruppe der Spiele gab es ein Pendant, Spiel mit (später Scholz’ Künstlerische Spiele). Alle Reihen haben gemeinsam, dass namhafte Künstlerinnen und Künstler der damaligen Zeit mit deren Gestaltung beauftragt wurden. Wohlgemerkt publizierte der Verlag auch weiterhin Bücher und Spiele außerhalb dieser Reihen.

Zur Ausstellung erscheint ein Begleitkatalog mit Biogrammen der ausgestellten Künstlerinnen und Künstler sowie zahlreichen Abbildungen.

Ausstellung: noch bis 17. Februar 2023

Wissenschaftliche Stadtbibliothek
Rheinallee 3 B, 55116 Mainz

Samstag, 4. Februar 2023

Magazin zur BuchDruckKunst

Abbn. © Klaus Raasch
Das neue Magazin zur BuchDruckKunst 2023 ist fertig gedruckt und wird in den nächsten Tagen verarbeitet. Es umfaßt wieder 96 Seiten mit vielen Textbeiträgen und farbigen Abbildungen auf Naturpapier, den Umschlag druckte Walter Fischer im Museum der Arbeit auf einem Heidelberger Zylinder auf historischen Büttenkarton der 1970er Jahre. Mit dem Eintritt zu unserer Messe für Erlesenes auf Papier erhalten Sie ein Exemplar kostenlos – wenn Sie nicht zur Messe kommen können oder uns unterstützen möchten, ist auch eine Bestellung im Webshop der BuchDruckKunst möglich. Die Auslieferung erfolgt gegen Ende Februar.

Drei Ausgaben des Messe-Magazins aus den »Corona-Jahren« 2020, 2021, 2022 gibt es als Paket zu einem attraktiven Sonderpreis von 12 €. Mit dem Kauf unterstützen Sie das Anliegen der BuchDruckKunst, aktuelle Buchkunst und Originalgrafik angemessen zu präsentieren!

(Klaus Raasch)

Messe: 31. März - 2. April 2023

Museum der Arbeit
Wiesendamm 3, 22305 Hamburg

Buchpräsentation und Ausstellung bei PalmArtPress

Mit der Ausstellung "Malklötzer" von Wolfgang Nieblich stellt Frank Hahn  sein Buch "Brennendes Treibeis", erschienen bei PalmArtPress von Catharine J. Nicely, vor.

„Brennendes Treibeis“ entfaltet vor dem Hintergrund einer gesellschaftlichen Atmosphäre, die ein halbes Jahrhundert zurückliegt, ein immer wieder aktuelles Thema: die dringende Warnung vor den Alleskönnern, Besserwissern und Weltenrettern.
 
Unterlegt von sinnlichen Bildern aus Landschaften und Erinnerungen erzählt „Brennendes Treibeis“ eine Geschichte von Verblendung und Erhellung, vom Verhärten und Schmelzen der Seelen.


Buchpräsentation: 11. Februar 2023, 19 Uhr, Buffet inkl. Getränke, Eintritt 15 €

PalmArtPress, Pfalzburger Str. 69, 10719 Berlin

Frank Hahn "Brennendes Treibeis"
380 Seiten, Hardcover, 21 x 14 cm
25 €
ISBN:978-3-96258-118-3

Freitag, 3. Februar 2023

Hamburger Bothe #14

Klick auf das Bild zum Anzeigen
aus dem Editorial:

... in dieser Nummer des „Hamburger Bothen“ warten wir mit einer neuen Rubrik auf, die in allen künftigen Ausgaben fortgeführt werden soll. Vor zwei Jahren startete Abel Doering bei der Pirckheimer-Gesellschaft seine Reihe „Bibliophiles des Monats“. Damit wurde jeweils zu Monatsbeginn ein möglichst breites Spektrum von Bücherfreunden angesprochen – Jugendliche, die gerade erst ihre Liebe für Bücher entdeckt hatten wie auch gestandene Sammler, die verborgene Perlen finden konnten. Dazu stöberte er nicht nur in den eigenen Schätzen, sondern griff auch gern entsprechende Empfehlungen von befreundeten Sammlern und von Mitgliedern anderer bibliophiler Gesellschaften auf. Diese Reihe setzt Abel Doering nun im „Hamburger Bothen“ fort: Von dieser 14. Ausgabe an gibt er also alle zwei Monate bibliophile Hinweise, die wir der Aufmerksamkeit unserer Leser empfehlen.
Es gehört ja zu den gewohnten „Highlights“ jeder Nummer, daß wir darin unveröffentlichte literarische Texte zeitgenössischer Schriftsteller vorstellen. Diesmal sind es Gedichte von Urs Heftrich, zu denen der Autor den Hintergrund seiner Inspirationen in einem eigens zu diesem Zweck verfassten Essay selbst ausleuchtet.
Auch ein ausführlicher Hinweis auf die nächste Messe BuchDruckKunst im Hamburger Museum der Arbeit darf in diesem „Bothen“ nicht fehlen, wir veröffentlichen dazu die Liste der Aussteller. Diese Buchmesse der besonderen Art, eine Art Leistungsschau der Handpressen und der bibliophilen Kleinverlage, empfehlen wir unseren Lesern schon deshalb ganz besonders, weil in diesem Jahr alle Corona-Beschränkungen entfallen, also eine zwanglose Atmosphäre in den beiden Etagen des Museumskomplexes herrschen dürfte. ...

(Peter Engel)

70 Jahre und kein bisschen leise

Das Klingspor Museum wird 70! Im Jubiläumsjahr steht Austausch, Leben und Erleben im Mittelpunkt. In Künstlerbuch, Grafik und Plakat wird das Reisen unter den verschiedensten Gesichtspunkten beleuchtet. Eindrücke, Erkenntnis und Erinnerung stehen eben-falls im Fokus der Sommerausstellung. Sie zeigt Notizbücher, Bullet Journals und Tagebücher und lädt zur Beteiligung mit eigenen Arbeiten ein. Literarisch wird es im Frühjahr mit dem Festival für Literatur, Text und Gestaltung „Text matters - Matters of Text" in Kooperation von Klingspor Museum und PRÄPOSITION. Die Veranstaltungsreihe beschäftigt sich mit den Texten der Gegenwart und spürt nach, wie sich Sprache und Schrift im Alltag materialisieren. Fünf Sommerabende bringen Gesprächspartnerkinnen zusammen, moderiert über Literatur, Text und Gestaltung zu sprechen. Die Themen Rap, Poetry und Spoken Word sind ebenfalls an jedem es Abend durch Musikerinnen vertreten, die mitsprechen und performen. 

Klingspor Museum Offenbach
Herrnstraße 80 63065 Offenbach

Donnerstag, 2. Februar 2023

Neu in der Tabor Presse: Daniel Richter

Abb. © Tabor Presse
"Vogeltag" so lautet der Titel der brandneuen Farblithografie von Daniel Richter. Passend zum Start des Films von Pepe Danquart über Daniel Richter und pünktlich zu unserem vierzigjährigen Jubiläum erscheint diese Arbeit, die erstmalig die neue Art der Bildfindung und Ausführung in seiner Malerei auf die Druckgrafik überträgt. In vier leuchtenden Farben gedruckt, auf einem italienischen Büttenpapier der Cartiera Magnani im Format von 86 x71cm, erreicht dieser Steindruck eine unvergleichbare Bild- und Farbqualität. In der Tabor Presse Berlin wurden davon 40 Exemplare in einer limitierten Auflage gedruckt. 

Diese Originalgrafik kann ab sofort bestellt werde,

Jan Pelkofer, Paul Klös und Klaus Büscher

è Tabor Presse Berlin
Taborstr.22
10997 Berlin

Josef Zenzmaier ( 1933 - 2023)

Der Bildhauer Josef Zenzmaier ist am vergangenen Wochenende verstorben. Diese Nachricht erreichte uns gestern, nachdem wir gerade in unserer letzten Aussendung auf sein Künstlerbuch hingewiesen hatten.
Josef Zenzmaier, Der Weg zur Großmutter, Ein Weg in Bildern, 9 Lithografien, von Joe Holzner in 35 Exemplaren auf BFK Rives 250 g gedruckt, Gestaltung: Josef Zenzmaier, Joe Holzner, Nikolaus Topic – Matutin
Trotz der prominenten öffentlichen Präsenz seiner Werke sind Qualität und Bedeutung seines Schaffens bisher in der breiten Öffentlichkeit nicht erkannt worden.

Von seiner Herkunft her in seinem Heimatort stark verankert, haben vor allem auch italienische Traditionen seine Kunst durchaus geprägt. Seine Arbeitsweise war von steter Suche nach Vollendung gekennzeichnet und hatte nie den schnellen Effekt im Blick. Von entschiedener Spiritualität geleitet, wurde er im volatilen Kunstmarkt kaum wahrgenommen.

Wer den Weg in sein Haus fand, wurde mit wunderbaren Einblicken in seinen Schaffensprozess und weisen Gesprächen belohnt.

Der Künstler hat uns verlassen. Seine Gestalten werden uns hell begleiten.

(Elisabeth und Nikolaus Topic-Matutin, Neuhauser Kunstmühle))

Mittwoch, 1. Februar 2023

Bibliophiles des Monats: Zum ewigen Frieden

Bibliophiles des Monats Februar ist ein vor über 200 Jahren erschienenes, hochaktuelles Buch, welches in der Folge zwar immer wieder neu aufgelegt wurde, ein Traktat aber, welches von der Politik leider in eben diesem Maße ignoriert, wie es von der Philosophie rezipiert wurde:

Zum ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf von Immanuel Kant. Neue vermehrte Auflage. Königsberg, bey Friedrich Nicolovius. 1796. 112 Seiten, 12°.
Immanuel Kant fasste 1797 eine der Grundaussagen des vorgestellten Buches in seiner „Metaphysik der Sitten“ zusammen: „Nun spricht die moralisch-praktische Vernunft ihr unwiderrufliches Veto aus: Es soll kein Krieg sein …“. Fred Dumke kennzeichnet in einem Vorwort zum Reprint (Verlag der Nation, Berlin 1985) der Ausgabe von 1795 „Die beiden großen Grundideen der praktischen Philosophie Kants, die Idee von der Würde des Menschen und seinen unveräußerlichen Rechten und die Idee vom ewigen Frieden“ als kostbares humanistisches philosophisches Erbe.

Der präsentierte Titel ist weniger wegen seines Drucks oder unter buchkünstlerischen Gesichtspunkten als bibliophil einzustufen, wohl aber wegen seines Alters und aufgrund seiner Bedeutsamkeit und Beliebtheit unter Sammlern philosophischer Erstausgaben. Das, obwohl diese zweite Auflage seinerzeit nicht mehr so gut verkauft wurde, wie die erste. So verweist der Pirckheimer Steffen Dietzsch in einem gemeinsam mit Manfred Buhr verfassten Nachwort in der 1984 beim Leipziger Verlag Philipp Reclam jun. erschienenen Ausgabe (mit Texten zur Rezeption 1796 - 1800) darauf, dass sich bei der Versteigerung des Sortimentslagers des Verlegers Friedrich Nicolovius von der zweiten Auflage dieser Schrift noch 680 unverkaufte Exemplare fanden (vgl. Karl Rosenkranz, Studien, Berlin 1839, 1. Teil, S. 248). Er schreibt: „Auch wenn man davon ausgehen muss, dass Kants Schriften immer in verhältnismäßig großen Auflagen verlegt wurden (1 500 Exemplare), so verweist diese Makulaturbilanz doch schon auf eine bedenkliche Kauf- und Rezeptionszurückhaltung“.
Bei vielen Objekten, die hier in der Rubrik Bibliophiles vorgestellt werden, ist für den Bibliophilen nicht nur der historische oder buchkünstlerische Aspekt von Interesse, häufig spielt dabei auch die Auseinandersetzung mit dem Inhalt eine wesentliche Rolle, ohne dass damit die Gemeinschaft von Bibliophilen zu einer literarischen oder philosophischen Gesellschaft wird. So wurde z.B. auch im vorliegenden Fall der Text beim Pirckheimer Bernd Friedrich (d.i. Bernd Friedrich Schulz) zum Thema einer graphischen Umsetzung. Der Künstler nutzte für seinen Handpressendruck historischen Bleilettern der gleichen Fraktur-Schrift, mit denen auch Kants Werk gedruckt worden ist. Solche Lettern sind inzwischen kaum noch verfügbar, da sie ab 1941 als Schwabacher Judenlettern bezeichnet und verboten wurden. Der überwiegende Teil wurde daraufhin eingeschmolzen, da ab dann nur noch lateinische Schriften verwendet werden sollten.
Das typografische Blatt, in einer zweiten Variante auch als Postkarte erhältlich, gibt von Kant angeführte Worte wieder, die Antisthenes zugesprochen werden und wird vom Künstler zugunsten der Welthungerhilfe verkauft.

Die ideengeschichtliche Bedeutung der Kantschen Schrift, historisch bei weitem nicht die erste, die der Frage nach den Wegen und Mitteln zur Beseitigung von Kriegen und zur Erreichung des ewigen Friedens zwischen den Völkern gewidmet war, erkannte ein zeitgenössischer Rezensent bereits zum Erscheinen der ersten Fassung, die einschließlich Errata 106 Seiten umfasste: „Vielleicht sind diese 6 ½ Bogen das wichtigste Werk, welches wir in dieser Messe erhalten haben. … Man kann diese kleine Schrift … als einen Kodex betrachten, in welchem man die Auflösung aller der großen Probleme, welche in unseren Tagen so vieles Menschenblut gekostet haben, findet, wenn man sie mit aufrichtiger Seele sucht.“ Leider verwirklichte sich bis in die Gegenwart sein Wunsch nicht: „Möchte sie … auch der Absicht des großen Weltweisen gemäß wirken.“ (aus: „Das neue grüne Ungeheuer“, hrsg.: A.G.Fr. von Rebmann, Upsala [d.i. Altona] 1796).

Exlibris des Monats: Phillipp Roger Keller

Philipp Roger Keller für
Dr. Emil Kunze, 1994, Aquatinta
Ein sehr zurückhaltendes, unaufgeregtes Blatt – es verdient eine aufmerksame Betrachtung.
Der erste Eindruck: Keine Farben springen ins Auge, man sieht nur Schwarzes und verschiedene Graustufen. Der nachdenkliche Blick eines Mannes geht in die Ferne, als wäre ihm etwas Kostbares abhandengekommen. Sein ernstes, asketisch wirkendes Antlitz lässt vermuten, dass tiefgreifende Probleme das Leben überschatten. Die Gesichtszüge gehören einem Künstler von Weltgeltung. Emil Orlik hat ihn mehrfach skizziert und auf einer exzellenten Radierung wiedergegeben, Auguste Rodin verewigte ihn mit einer eindrucksvollen Bronzebüste.
[...]
Diese Aquatinta-Radierung zeigt uns den Komponisten Gustav Mahler in einem seitlich beleuchteten Dreiviertel-Profil. Aufgewühlte Wolken am Himmel umhüllen sein Haupt, womit ihn der Schweizer Exlibriskünstler Philipp Roger Keller für den Arzt Dr. Emil Kunze als einen der ganz Großen im Musikgeschehen inszeniert. Derartige Präsentationen, in denen eine Künstlerpersönlichkeit in den musischen Olymp aufgenommen wird, kennen wir von vielen Bücherzeichen zu Ehren der großen Vorbilder Ludwig van Beethoven und Richard Wagner. Unter einen weit nach unten gezogenen Horizont hat Philipp Roger Keller im Vordergrund eine Wiese mit einem kleinen Häuschen und zwei hohen Bäumen nahe an einem Fluss oder einem See platziert. Die Sicht reicht über das Wasser zum gegenüberliegenden bewaldeten Ufer. [...]

(Heinz Neumaier, komplette Beschreibung hier)