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Samstag, 23. Juli 2022

Ausstellung zum 100. Geburtstag von Franz Fühmann

Buchprojekt der Bücherkinder Brandenburg zu Franz Fühmann,
kolorierte Radierung: Helene, 9 Jahre
Bei LesArt, dem Berliner Zentrum für Kinder- und Jugendliteratur wird noch bis zum 31. Juli aus Anlass des 100. Geburtstages von Franz Fühmann die Ausstellung "Von Anna Humpelhexe bis Zacharias Zappelbein. Wagemut und Wandel in Originalillustrationen zu Texten von Franz Fühmann" gezeigt, ich berichtete hier* darüber.
Ill. von Werner Klemke zu Fühmanns Reinecke Fuchs
Auf vier Etagen werden ca. 100 Originalillustrationen von 17 Illustratoren zu Kinder- und Jugendbüchern des Literaten gezeigt, sowie die Radierungen von den Bücherkindern Brandenburg unter Betreuung ihres "Büchervaters" Armin Schubert zum Buch "Die dampfenden Hälse der Pferde im Turm von Babel".
Blick in das Buch der Bücherkinder Brandenburg, alle Fotos © ad *
Zur Ausstellung erschien ein hervorragend gestalteter Katalog mit einer umfassenden Einführung von Carola Pohlmann zu den illustrierten Ausgaben der Kinder- und Jugendbücher von Franz Fühmann.

Ausstellung: 30. April - 31. Juli 2022

LesArt - Berliner Zentrum für Kinder- und Jugendliteratur
Weinmeisterstraße 5, 10178 Berlin

* leider wurde die Hinweise auf meine Urheberschaft der Posts und Fotos im Blog der Pirckheimer-Gesellschaft, den ich bis vor einem Monat betreute, gelöscht

Dienstag, 24. Juni 2014

30. Todestag Franz Fühmann

Mythos und Geschichte bei Johannes Bobrowski und Franz Fühmann - eine Annäherung

Vortrag und Gespräch mit Klaus Völker, Literatur- und Theaterhistoriker, Andreas Degen, Literaturwissenschaftler, Winfried Müller-Brandes, Kantor und Geschäftsführer der Johannes-Bobrowski-Gesellschaft, Paul Alfred Kleinert, Schriftsteller.
 
"Das mythische Element ist jenes Ingrediens, das bestimmte Worte und Handlungskompositionen so überwältigend wirken und zugleich das Was und Wie dieses Wirkens begrifflich unerklärbar macht. Es ist, zum Unterschied vom Rätsel, das mit seiner Auflösung abgetan ist, jener Rest, der im intellektuellen Begreifen nicht aufgehen will, jenes Gleichnishafte, in dem wir Außen und Innen zu einem SO IST ES verschmelzen fühlen, ohne daß wir genau sagen könnten, was denn nun eigentlich so ist, es sei denn, man spräche das soeben Gehörte wortwörtlich noch einmal aus."
(Franz Fühmann "Das mythische Element in der Literatur" (XII) in: "Erfahrungen und Widersprüche Versuche über Literatur" S. 208, Rostock (Hinstorff) 1975)

Gemeinschaftsveranstaltung der Johannes Bobrowski Gesellschaft und des Franz Fühmann Freundeskreises (beide Berlin) sowie des Johann Timotheus Hermes Bibliophilen Verbandes Wien-Josefstadt mit Unterstützung der Historischen Sammlungen der Zentral- und Landesbibliothek Berlin. Der Berlinerr Antiquar und Pirckheimer Thomas Döring wird einen Büchertisch präsentieren.
 
Vortrag: 8. Juli 2014, 19.30 Uhr
 
Berliner Stadtbibliothek
Kleiner Säulensaal

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Franz Fühmann (1922-1984)

Der Schriftsteller Franz Fühmann schrieb in seinem Budapester Tagebuch: „In meinem Nachruf wird einst stehen: Er hat viele Bücher und Obst geschleppt.“ Bücher umgaben den Bücherliebhaber und -sammler zeitlebens. Seine Arbeitsbibliothek war ihm ein geistiges Zuhause. Davon zeugen die vielen Anstreichungen Fühmanns in den Büchern, die eingelegten Notizzettel, die ergänzenden Zeitungskonvolute, Fotos, Kunstkarten und sonstigen Objekte. Sie sind ein weiterer Schlüssel zum Werk des Autors und auch heute für die Rezeptionsgeschichte von Bedeutung.
 
Eine Ausstellung beleuchtet die Beziehungen zwischen Fühmanns Bibliothek und seinem Werk. Sie zeigt unveröffentlichte Texte, darunter ein Verlagsexposé aus den letzten Lebensjahren, Notizzettel und Gelegenheitszeichnungen sowie seine Bildcollage zu Fragment gebliebenen Roman „Im Berg“.Gezeigt werden auch einige von Fühmanns „Zettelkästen“ – eine Sammlung von mehreren Tausend eng beschriebenen Karteikarten, auf denen Fühmann Literaturverweise, Zitate, aber auch Motive oder Stoffe für sein eigenes literarisches Werk festhielt.
 
Ausstellung: 13. November 2012 bis 14. Februar 2013
 
Haus Berliner Stadtbibliothek
Historische Sammlungen
Breite Str. 30 / 31, 10178 Berlin-Mitte
Lesesaal Historische Sammlungen

Samstag, 27. April 2024

Illustrationen zu Franz Fühmann

Anlässlich der derzeitigen Ausstellung "Ronald Paris Ein Leben mit Mythen und Landschaften"  in Stendal hält Carola Pohlmann Leiterin der Kinder- und Jugendbuchabteilung, Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz i.R. einen Vortrag zum Thema "Von Karl Schrader bis Jacky Gleich. Illustrationen zu Werken von Franz Fühmann".
Im Anschluss besteht die Möglichkeit, mit der Referentin bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch zu kommen.
Ausschnitt aus einem Gemälde von Ronald Paris, Abb. © Winckelmann Museum
Vortrag: 28. April 2024, 15 Uhr
Ausstellung: 23. März - 25. Mai 2024

Winckelmann-Museum Stendal 

Mittwoch, 26. Juli 2023

Auserlesenes in Polen

Das Berliner Zentrum für Kinder- und Jugendliteratur LesArt, in dem vor einem Jahr auch die Illustrationen der Bücherkinder Brandenburg zu ihrem Fühmann-Projekt zu sehen waren, zeigt in gleich zwei polnischen Städten die Ausstellung „AUSERLESENES - Erzählbilder von 24 Bilderbuchkünstlern".
Buchprojekt der Bücherkinder Brandenburg zu Franz Fühmann,
kolorierte Radierung: Helene, 9 Jahre, Foto ☺ ad
Seit Mitte Juli 2023 werden hochwertige Drucke der von bekannten deutschen Illustratorinnen und Illustratoren gestalteten Erzählbilder im Kurort Rabka-Zdrój gezeigt. Noch bis Mitte August finden im Rahmen der Ausstellung vom Veranstalter organisierte bildkünstlerische Workshops statt, zu denen Ein-heimische wie auch Kurgäste eingeladen sind.

Anschließend wird die Ausstellung vom 21.9. bis 28.10. in der Galerie des Goethe-Instituts Kraków zu sehen sein. Kathrin Buchmann und Annette Wostrak leiten in einem Seminar Germanistikstudenten an, selbst durch die Ausstellung zu führen, gestalten eine Fortbildung für Bibliothekarinnen und Bibliothekare und freuen sich auf kleine und große Besucher in zwei Familienveranstaltungen.

12. Juli - 13. . August 2023
Ausstellung: 21. September - 28. Oktober 2023

Workshop: Rabka-Zdrói
Ausstellung: Kraków

Montag, 20. März 2023

94. Geburtstag von Christa Wolf

Einführende Worte: Armin Schubert
Die Bücherkinder Brandenburg stellten am 18. März in der Brandenburg Dom-Aula zu Ehren des 94. Geburtstages von Christa Wolf ihr Buchprojekt des vergangenen Jahres "Die Farben der Kindheit" vor. Unter den Teilnehmern der Veranstaltung waren auch zahlreiche Mitglieder der Christa und Gerhard Wolf Gesellschaft, sowie Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft.
Till Schröder überbringt die Grußworte der Pirckheimer-Gesellschaft, Fotos © ad
Die Bücherkinder beschäftigen sich mit ihrem Buch neben der Kindheits-Biographie von Christa Wolf auch mit der von Franz Fühmann, Jurek Becker und Günter Grass, so dass der Besuch in Brandenburg an diesem Tag auch für Fühmann-Freunde besonders lohnend war, da in der nahegelegenen Galerie Sonnensegel am selben Tag die Frühjahrsausstellung mit Buchillustrationen von Elfriede und Eberhard Binder eröffnet wurde, ein Künstler-Ehepaar, welches vielen Bücherfreunden besonders durch die Illustrationen zu diesem Autor im Gedächtnis ist.

Weitere Bilder von der Veranstaltung sind auf bücherkinder-brandenburg.de zu finden.

Freitag, 9. Januar 2026

BBA besuchte die Akademie der Künste

Dr. Carsten Wurm vor einer Collage von Franz Fühmann
unten: Stapel des Archiv Klaus Staeck, von Mitarbeitern „Roter Igel“ getauft, vor dem Eingang der Ausstellung, im der auch Dokumente zur Kinder- und Jugendgalerie Sonnensegel in Brandenburg an der Havel und seine Zusammenarbeit mit Armin Schubert zu finden sind. Fotos: ad
Der Berliner Bibliophilen Abend traf sich zu einer bibliophilen Führung durch Dr. Carsten Wurm in der Ausstellung zu 75 Jahren Archiv der Akademie der Künste „out of the box“.
Nebenan wartete eine Schar junger Mädchen auf Tokyo-Hotel, der Berliner Bibliophilen Abend traf sich jedoch in der Akademie der Künste vor dem Eingang der Ausstellung am „roten Igel“, dann ging es durch eine Lichtinstallation zu den 75 Exponaten, beginnend mit der Vorgeschichte des Archivs aus der Preußischen Akademie begleitete Dr. Carsten Wurm eine Führung durch das Archiv, darunter u.a. die Urfassung der DDR-Nationalhymne von Johannes R, Becher, einer Collage von Franz Fühmann, Bertolt Brechts „Manuskriptschränkchen“, Briefe von Anna Seghers an ihren Verlobten und eine Sammlung von Ausgaben „Das siebte Kreuz“, sowie Walter Benjamins „Was ist Aura?“.
Dr. Carsten Wurm (lks.) und Abel Doering, Foto © Ralf Parkner

Montag, 24. Februar 2025

„Vom Aufstehen ...“ – Die Bücherkinder Brandenburg

In Brandenburg an der Havel hat sich in den letzten Jahren der DDR eine bemerkenswerte Initiative etabliert, die Kinder und heranwachsenden Jugendlichen den Weg zur Erschließung von Kultur ebnet, ein Anliegen, welches mit dem Entstehen einer neuen Medienlandschaft, geprägt von Computern und sozialen Netzwerken, sowie einer nicht immer ausgewogenen Informationsflut, an Bedeutung gewann, nämlich das Anliegen, klassische kulturelle Zugänge zur Literatur und Kunst bereitzustellen, zumal das der Schule offensichtlich nicht ausreichend gelingt
Einer der Pädagogen, der sich, gespeist aus Erfahrungen aus dem Kulturbetrieb der DDR, sowie den Notwendigkeiten nach 1990 der Aufgabe annahm, der nachwachsenden Generation humanistisches Kulturgut, Literatur und das Kulturgut Buch nahe zu bringen, ist Armin Schubert.
Als dieser 2007 begann, mit Kindern freie Geschichten zu schreiben und zu illustrieren, konnte er bereits auf seine zahlreichen Kontakte aus seiner kulturpädagogischen Arbeit zu Künstlern aus Ost und West zurückgreifen.
So entstand zum 80. Geburtstag von Christa Wolf „Den Kuckuck zwingen“, später zwei Bände „Die Legende von Ribbeck“, „Da fing ich an zu singen“ und andere, womit die „Bücherkinder Brandenburg“ 2008 erstmals an der Leipziger Buchmesse teilnahmen.
Seit 2016 konnten dann jährlich Bücher, von den Bücherkindern geschrieben und illustriert, realisiert werden: „Kinder kennen Klemkes Kater“ zum 100. Geburtstag des Künstlers, zur Postkartenpoesie Jurek Beckers „Du liebe Hühnerkastanie“, „Arno Mohr von hinten oder Nichts geht verloren“, „Ensikat unter der Lupe“, „Ein Pferd für den König und den Prinzen – Metzkes & Metzkes“, „Die Farben der Kindheit“ zur Kindheit von Jurek Becker, Franz Fühmann, Günter Grass und Christa Wolf, das Friedensbuch „Pax questuosa“ und zuletzt „Vom Aufstehen mit Eva, mit Abel, mit Noah und mir“.

Freitag, 27. März 2026

Ausradiert?

Carsten Gansel, Vorsitzender der Christa Wolf Gesellschaft, stellt sein soeben erschienenes Buch "Ausradiert?" in seiner Geburtsstadt Güstrow vor.
Der Literaturwissenschaftler beleuchtet darin das Verschwinden der DDR-Literatur nach dem Mauerfall und wirbt für einen anderen Blick auf sie. Von Christa und Gerhard Wolf bis Uwe Johnson, von Werner Bräunig bis Gerti Tetzner, von Brigitte Reimann bis Fritz Rudolf Fries, von Irmtraud Morgner bis Ulrich Plenzdorf, von Volker Braun bis Jenny Erpenbeck.

26. März, 19.30 Uhr
Uwe Johnson-Bibliothek
Markt 1, 18273 Güstrow

3 Kommentar(e):
27. März 2026: BuchKunstBalance hat gesagt
In den Künstlerbüchern der Edition Balance / BuchKunstBalance wurden nach der Wende Erstausgaben von bedeutenden DDR-Autoren verlegt: Christa Wolf, Kerstin Hendel, Wilhelm Bartsch, Rainer Kirsch, Johannes Jansen, Karl Mickel, Sarah Kirsch, Durs Grünbein, Volker Braun u.a. (siehe auch Katalog der Ausstellung in der Deutschen Nationalbibliothek 2006 „Buch Kunst Balance. Die Künstlerbücher der Edition Balance 1990 – 2006“). In den Poetischen Miniaturen der BuchKunstBalance die seit 2012 bis heute erscheinen, finden sich u.a. Texte von Uwe Kolbe, Sarah Kirsch oder auch Reiner Kunze (siehe internationale Fachzeitschrift GRAPHISCHE KUNST 1+2/2o25).
28. März 2026: Michael Hametner hat gesagt
Carsten Gansels Buch „Ausradiert“, in dem der Schriftsteller nach den Gründen der Delegitimierung der Literatur in der DDR sucht.
28. März 2026: Armin Schubert hat gesagt
Wir haben alle unsere Erfahrungen mit dem Ausradieren. So habe ich einen Juror aus Karlsruhe bei einem Jugendprojekt zu "Lebenskunst lernen" in Goslar erlebt.Wir wurden mit der Mauthausenkantate von Mikis Theodorakis und Bildern zu Pablo Neruda als Hommage an HAP Griesshaber übergangen. Zu links. Wortlos. Ausradiert./ Ich mache im Ehrenamt ohne Trotz mit Qualität weiter und pflege das kulturelle Erbe zu Christa Wolf, Franz Fühmann, Anna Seghers, Jurek Becker, Metzkes, Ensikat, Herfurth,Quevedo etc.- Henry Günther und die Christa Wolf Gesellschaft/ die Pirckheimer-Gesellschaft- alle an der Seite der Bücherkinder Brandenburg.

Samstag, 16. Januar 2010

Konrad Reich (1928 – 2010)

Der Verleger Konrad Reich verstarb am 13. Januar 2010 in einem Güstrower Krankenhaus.

Konrad Reich leitete von 1959 bis 1977 den Hinstorff Verlag, entdeckte und förderte in dieser Zeit namhafte Autoren wie Ulrich Plenzdorf, Jurek Becker, Franz Fühmann und Klaus Schlesinger. Unter seiner Ägide entwickelte der Verlag die legendäre maritime »Blaue Reihe«, wurde das Belletristikprogramm mit skandinavischen Dichtern erweitert.

Ab 2006 erschien das Programm des renommierten Konrad Reich Verlages, den er 1990 gründete, unter dem Label »Edition Konrad Reich« bei Hinstorff.

Wir trauern um einen herausragenden Verleger, einen engen Berater und besonderen Menschen.

»Noch vor Weihnachten haben wir uns getroffen, und mit dem ihm eigenen Optimismus hat er die Schwere seiner Erkrankung in den Hintergrund gestellt. Stattdessen war all sein Streben darauf gerichtet, die zahlreichen Projekte und Bücher, die er für die Edition Konrad Reich noch umsetzen wollte, in die richtigen Bahnen zu lenken, mit all der Erfahrung und Souveränität, die sein außergewöhnliches Verlegerleben mit sich gebracht hat. Sein Tod hat mich zutiefst betroffen - der Hinstorff Verlag verliert einen Mentor, ich selbst einen Menschen, dem ich mich freundschaftlich tief verbunden fühlte.«
(Eva Maria Buchholz)

Sonntag, 19. März 2023

Vernissage in der Brandenburger Galerie Sonnensegel

Gestern wurde die Frühjahrsausstellung in der Kinder- und Jugendgalerie "Sonnensegel e.V." mit Buchillustrationen von Elfriede und Eberhard Binder eröffnet.
Die Eröffnung wurde durch Frodewin Hoyer und Aaron Müller Schüler der Vicco-von-Bülow-Musikschule in Brandenburg an der Havel mit Stücken von Nicolò Paganini und einem argentinischen Tango begleitet.
"Wenn in den einleitenden Versen des Nibelungenliedes von „helden lobebæren" und „grôzer arebeit" gesprochen wird, ist das ziemlich euphemistisch formuliert. Schließlich beziehen sich die Zeilen auf ein Epos, das eine Mischung von Liebe Verrat und Tod sowie kriegerische Auseinandersetzungen beschreibt, die mit dem Untergang des burgundischen Reichs enden. Was macht ein solcher Stoff mit einem Grafiker, der als junger Mann nur mit Glück Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft überlebt hat und nun den Auftrag bekommt, das „Nibelungenlied" zu illustrieren. Eberhard Binder und seiner Ehefrau Elfriede Binder gestalteten 1971 für eine von Franz Fühmann besorgte Nacherzählung des mittelalterlichen Textes großformatige, mehrfarbige Linolschnitt-Grafiken, die bis heute ihre Wirkung nicht verfehlen, eine frische und moderne Ausstrahlung haben. [...]
Einführende Worte: Matthias Frohl
Auch mit dem Abstand von mehreren Jahrzehnten nötigt der Aufwand, den Autor, Illustratoren und der Verlag (Neues Leben, Berlin) für diese Kinder- bzw. Jugendbücher betrieben haben, großen Respekt ab. Überhaupt die Klassiker: nicht unerwähnt darf bleiben, dass das Grafiker-Paar mit dem vom Kinderbuchverlag herausgegebenen und bis heute immer wieder aufgelegten Kinderlexikon "Von Anton bis Zylinder" einen weiteren geschaffen hat und dass sich die ersten großen Erfolge des jungen Grafikers Eberhard Binder mit der Illustration von „klassischer" Abenteuer- bzw. Kinder- und Jugendbuchliteratur (u.a. Gebrüder Grimm, Alexandre Dumas, Mark Twain, James Fenimore Cooper, Jules Verne) einstellten. Die Binder-Zeichnungen, welche die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn, den vier Musketieren oder von Wildtoter und seinem Freund Chingachgook zeigen, offenbaren andere grafische Facetten als die Linolschnitte."

(Matthias Frohl)

Fotos © ad

Mittwoch, 16. November 2022

Die Farben der Kindheit

"Wir haben gerade den ersten Band zum neuen Buch der Bücherkinder Brandenburg erhalten. Es ist ein Wunder, dass die Kinder mit der Hilfe so viele Unterstützer diese Arbeit bald in den Händen haben werden. Dank an viele, besonders an meine Pirckheimer vom Vorstand."
(Armin Schubert)

Mit diesen Worten können die Bücherkinder Brandenburg die letzte Etappe ihres aktuellen Projekts "Die Farben der Kindheit" vermelden, einem Buch mit Beiträgen der acht beteiligten Kinder und Jugendlichen zur Kindheit von Franz Fühmann, Christa Wolf, Jurek Becker und Günter Grass, welches unter Betreuung durch den Pirckheimer Armin Schubert entstand.

Bücherkinder bei der Geschichstmesse in Potsdam

Die Bücher werden jetzt von Henry Günther, Edition BuchKunstBalance, gebunden und können vermutlich im Dezember an alle Beteiligten übergeben werden.

Im kommenden Jahr ist dann auch, u.a. zu Christa Wolfs Geburtstag im März eine Lesung geplant - dazu wird zeitnah hier berichtet. 

Mittwoch, 3. Juli 2013

Rudolf Grüttner

Gebrauchsgrafik. Arbeiten aus fünf Jahrzehnten

Einem Plädoyer für die Gebrauchsgrafik kommt die nächste auf Burg Beeskow gezeigte Ausstellung gleich. Rudolf Grüttner, einer der bekanntesten und versiertesten Vertreter seines Fachs, will dabei vor Augen führen, wie hoch der Anspruch und wie gelungen das Ergebnis einer Kunstform sein kann, die oft unterschätzt wird.
Wenn der ehemalige Dozent und Rektor der Kunsthochschule Berlin-Weißensee auf sein Arbeitsleben zurückblickt, schaut er über das vielsagende weite Feld, das ihm sowohl fruchtbarer Acker als auch Ebene der Mühe war. Stets betonte Prof. Grüttner den außerordentlichen Stellenwert der Gebrauchsgrafik, sah hier die Chance einer geglückten kommunikativen Kunst, was sowohl für das Ergebnis als auch für den Schaffensprozess selbst galt. Wollte der Gebrauchsgrafiker eine Idee umsetzen, hatte er sich auf die Herausforderungen des Alltags einzulassen, denn die Verantwortung lastete auf den Schultern vieler. Diese grundlegende Erfahrung – dass es vor allem einer integrativen praxisbezogenen „künstlerischen Weltsicht“ bedarf – versuchte Rudolf Grüttner an der Berliner Hochschule mit ihren neun Fachgebieten zu vermitteln.
Seine Grundsätze formulierte er aber auch in seinen eigenen Arbeiten konsequent aus: diese sind eindringlich, markant, ästhetisch auf das Wesentliche reduziert und zugleich mit leisen Untertönen versehen. Zu erwähnen seien hier vor allem seine zahlreichen Kultur- und politischen Plakate, von denen in DDR-Zeiten allein 36 zu den 100 „Besten Plakaten des Jahres“ gezählt wurden, Entwürfe für Schallplatten-Covers für die drei in der DDR ansässigen Hersteller Litera, Amiga und Eterna (1962-1972), die Gestaltung der achtbändigen Gesamtausgabe von Franz Fühmann für den Hinstoff-Verlag Rostock und der neunbändigen Edition des Werkes von Fritz Reuter für den Konrad Reich Verlag Rostock, seine Literaturkalender für den Aufbau-Verlag Berlin (1966-1986).

Ausstellung: 29. Juni bis 29. September 2013

Burg Beeskow
Frankfurter Straße
2315848 Beeskow

Donnerstag, 9. April 2026

Roland Berger (1942 - 2026)

Roland Berger (14.11.1942 - 4.4.2026), Foto 2019 © ad
Am 4. April 2026 ist Prof. Dr. Roland Berger nach langer Krankheit gestorben.

Bücherfreunden ist Prof. Dr. Roland Berger nicht nur als zeitweiliges Vorstandmitglied der Pirckheimer-Gesellschaft bekannt, wir kennen ihn durch seine Vorträge zur Bildenden Kunst und aus Ausstellungen eigener Werke, durch seinen originellen Neujahrsgrüße, die u.a. in der Edition Schwarzdruck erschienen, und andere Grafiken, wie z.B. zu Jahrestreffen oder den Marginalien.

Die junge Welt veröffentlichte am 9. April einen Nachruf auf Roland Berger von Peter Michel:
Roland Berger gehörte in der DDR zu den aktivsten Mitgestaltern der Grafikedition der jungen Welt. Geboren 1942 in Weinböhla bei Dresden, erwarb er 1972 sein Diplom als Maler und Grafiker an der Kunsthochschule Berlin, wurde 1983 zum Dozenten mit künstlerischer Lehrtätigkeit an der Humboldt-Universität berufen und bestimmte seitdem das hohe Niveau grafischer Techniken im Osten Deutschlands mit: in der freien Zeichnung, der Lithographie, dem Holz- und Linolschnitt, dem Farblinoldruck, der Frottage, der Farbaquatinta und anderem. Auch plastische Gestaltungen gehörten zu seinen Arbeitsmethoden. Bergers Werke wurden in Berlin, Rotterdam, Mainz, Am-heim, Warschau, Moskau, Banska Bystrica und vielen weiteren Orten gezeigt. Bekannt wurde er mit Arbeiten zu den Werken von Anna Seghers und Franz Fühmann und mit seinen Beiträgen zur Kunst des Exlibris. Seine letzte große Einzelausstellung fand erst vor zwei Jahren im Schloss Oranienburg statt. Am 4. April 2026 verstarb Berger im Alter von 83 Jahren in Hohen Neuendorf. Vielleicht erinnert sich. mancher Leser, der die junge Welt aus den DDR-Jahren kennt, an seine frischen Editionsgrafiken.

1 Kommentar:
15. April 2026: Peter Arlt hat gesagt…
In den vielen Jahrzehnten unserer Bekanntschaft als Kollegen von Einrichtungen, die Kunsterzieher ausbildeten, die wir in unserem Leben der DDR viel zu danken haben, als verlässliche Neujahrsgruß-Verfasser waren wir befreundete Pirckheimer, die auch beim Meißener-Staucha-Treffen zur Freude vieler gemeinsam Grafiken versteigerten. Seine künstlerischen Arbeiten schätze ich, besonders seinen am Stuhl gefesselten "Ikarus" von 1980!

Dienstag, 13. Oktober 2015

Herzlichen Glückwunsch zum 80sten

Konrad Hawlitzki wird 80 und ich möchte mich in den Reigen der zahlreichen Gratulanten einreihen. Konni begegnete ich vor fast 50 Jahren das erste Mal in einem Pankower Antiquariat, später im Kulturbund zur Demokratischen Erneuerung Deutschlands und in der "Möwe" und in den letzten Jahren bei wirklich allen Veranstaltungen der Pirckheimer-Gesellschaft, wo er lange Jahre im Vorstand mitarbeitete, beim Berliner-Bibliophilen-Abend und er ist zu treffen, am Grab des Schriftstellers und auch sonst bei der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft, beim Franz-Fühmann-Freundeskreis, bei Lesungen, Ausstellungseröffnungen und praktisch allen wichtigen kulturellen Veranstaltungen. Und wer ihn nicht traf, kann regelmäßig seine interessanten Beiträge in den Marginalien lesen, die immer aus einem umfangreichen Erfahrungsschatz schöpfen.
Ich wünsche dir, lieber Konni, dass dir dein steter Wissensdurst und dein ungebrochener kultureller Elan noch lange erhalten bleibt!
(ad)

... einige Fotos von der Geburtstagsfeier, aufgenommen von Ralf Parkner.

Mittwoch, 30. August 2023

Bücherkinder Brandenburg bei den Uwe Johnson-Tagen 2023

Die UWE JOHNSON-TAGE 2023 finden vom 18. September bis zum 30. November statt.

Aus dem Programm: 

„Die Farben der Kindheit“ – Die Bücherkinder Brandenburg lesen, schreiben und illustrieren Franz Fühmann, Christa Wolf, Jurek Becker und Günter Grass

2007 begann Armin Schubert, mit Kindern freie Geschichten zu schreiben und zu illustrieren. Seither ist eine Reihe von Büchern entstanden. Der Mentor der Bücherkinder Brandenburg und Christine Becker, Autorin und Herausgeberin, präsentieren das Ende 2022 erschienene Buch „Die Farben der Kindheit“ zu Werken und Leben der vier Literaten. An ausgewählten Texten von 11- bis 12jährigen werden die praktische Arbeit mit den Bücherkindern, die zugrundeliegenden wissenschaftlichen Forschungsergebnisse sowie die Bezüge zu den literarischen Quellen dargestellt.

Vortrag und Gespräch: 25. September 2023, 19 Uhr 

Regionalbibliothek, Marktplatz 1, 17033 Neubrandenburg

Freitag, 19. April 2024

Lesung der Bücherkinder in der Landesvertretung Brandenburg

Die Bücherkinder Brandenburg laden mit der Pirckheimer-Gesellschaft, der Christa Wolf Gesellschaft und der Anna-Seghers-Gesellschaft die Öffentlichkeit gemeinsam mit der Staatskanzlei des Landes Brandenburg zu einer Präsentation der Bücher der letzten Jahre ein, die die Bücherkinder Brandenburg zu anstehenden gesellschaftlichen Fragen geschrieben haben.
Dabei sind Bücher wie „Pax questuosa – ein Friedensbuch“ und „Die Farben der Kindheit“ mit Texten zur Kindheit von Jurek Becker, Franz Fühmann, Günter Grass und Christa Wolf.
Außerdem lesen die Bücherkinder auch aus „Du liebe Hühnerkastanie“ - Postkartenpoesie à la Jurek Becker und manche Zugabe. Es lesen mit den Kindern auch Vertreterinnen und Vertreter der drei oben genannten Gesellschaften.

17. Juni 2024, 17 Uhr

Vertretung des Landes Brandenburg beim Bund
In den Ministergärten 3, Berlin-Mitte

Samstag, 2. Januar 2016

Buchpremiere zum 240. Geburtstag von E.T.A. Hoffmann

Jörg Petzel stellt in der Büchergilde-Buchhandlung den aus Anlass des 240sten Geburtstages von E.T.A. Hoffmann erschienenen Titel "Teufelspuppen, brennende Perücken, Magnetiseure, Hüpf- und Schwungmeister - E.T.A. Hoffmann in Berlin" vor, welcher in Kürze als Frankfurter Buntbücher Nr. 57 erscheint.
E.T.A. Hoffmann war Beamter, Komponist, Kapellmeister, Musikkritiker, Karikaturist und Schriftsteller, er war Königsberger, Bamberger und Berliner.
Hier avancierte er zum erfolgreichen Schriftsteller und einflussreichen Juristen. Hier fand er Reibung und Anreiz, Spannung und Herausforderung und einen Freundeskreis, mit dem er zahlreiche Nächte bei „Lutter & Wegner“ zubrachte. Jörg Petzel folgt den Spuren des Berliner Kammergerichtsrates, der ein Doppelleben als Geisterseher und Künstler führte.
Die Frankfurter Buntbücher werden vom Kleist-Museum herausgegeben und gehen dem Verhältnis zwischen Schriftstellern und Orten nach. Der Raum der Mark Brandenburg bildet dabei das Zentrum. Die ansprechend gestalteten Frankfurter Buntbücher wurden 1991 begründet und erscheinen in unregelmäßiger Folge. Bis 2001 war Wolfgang Barthel Herausgeber, ihm folgte Lothar Jordan. Seit 2010 werden sie von Wolfgang de Bruyn und Hans-Jürgen Rehfeld herausgegeben. 
Jörg Petzel, stellv. Vorsitzender des Berliner Bibliophilen Abend und Vize-Präsident der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft, 1953 geboren, hat nach seiner Ausbildung zum Buchhändler und Antiquar Germanistik, Geschichte und Kommunikationswissenschaften in Bamberg studiert. Er ist Mitherausgeber sämtlicher Werke E. T. A. Hoffmanns im Deutschen Klassiker Verlag und arbeitete zu E. T. A. Hoffmann, Friedrich de la Motte-Fouqué, Arno Schmidt und Franz Fühmann.

Matinee: 24. Januar 2016 um 11 Uhr,
Vortrag von Jörg Petzel

32 Seiten, ca. 20 Abbildungen
Broschur mit SchU, Format: 16,5 x 24,5 cm
ISBN: 978-3-945256-36-7
€ 8,00

:Büchergilde Buchhandlung am Wittenbergplatz
Johanna Binger GmbH
Kleiststr. 19 - 21 10787 Berlin

Montag, 1. Oktober 2012

HAP Grieshaber-Hommage in Halle

ENGEL der Geschichte – ein JugendENGEL

„Engel der Langeweile“ Farbholzschnitt,
Schülerin, 15 Jahre
Dieses Jugendprojekt, initiiert vom vormaligen Pirckheimer Armin Schubert, greift eine Aktion des großen Holzschneiders HAP Grieshaber auf, der sich zusammen mit Heinrich Böll und vielen ostdeutschen Dichtern mit Walter Benjamins „Engel der Geschichte“ und Paul Klees „Angelus Novus“ gegen Unrecht i.w.S. wehrte. Mit der Solidarität von Christa Wolf, Friedrich Schorlemmer, Friedrich Hitzer, u.a. und unter der Schirmherrschaft von Margot Fürst aus Stuttgart arbeiten 30 z. T. gewaltbereite Jugendliche der Franz-Fühmann-Gesamtschule und des v.-Saldern-Gymnasiums aus Brandenburg an der Havel in der Galerie „Sonnensegel“ e. V. ein Jahr lang am Jugendengel. Dabei brachten sie ihre soziale und künstlerische Kompetenz ein und dachten über Fragen der Gewalt, der Toleranz, des Rechtsradikalismus, der Wünsche und Hoffnungen an die Zukunft nach.

Ausstellung vom 16. Oktober bis 26. November 2012

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Hans Ahrbeck Haus (Haus 31)
Franckeplatz 1
06110 Halle/Saale

Dienstag, 21. Februar 2023

Die Farben der Kindheit

Die Bücherkinder aus Brandenburg/Havel laden zu einer Lesung des von ihnen verfassten Buches „Die Farben der Kindheit“ ein, seit Langem endlich wieder die erste Gelegenheit, nach der Pandemie ihre Arbeit öffentlich vorstellen zu können.

Zum Vortrag kommen Texte zu Christa Wolf und zu Jurek Becker, Franz Fühmann, Günter Grass.

Diese Veranstaltung wird auch Gelegenheit geben, an Christa Wolfs 94. Geburtstag zu erinnern und Gerhard Wolf in Bild und Ton zu danken, der am 7. Februar mit 94 Jahren verstorben ist. Von 1978 an haben Christa und Gerhard Wolf und die Christa-Wolf-Gesellschaft die Arbeit der kulturellen Bildung der Bücherkinder Brandenburg materiell und ideell unterstützt.
Die Bücherkinder bedanken sich weiterhin herzlich bei der Pirckheimer-Gesellschaft für ihre seit Jahren beständige Unterstützung.

Näheres auf der Homepage der Bücherkinder Brandenburg an der Havel. Über eine Teilnahmebestätigung würden wir uns freuen.

(Armin Schubert)

Lesung: 18. März 2023, 15 Uhr

Domaula
14776 Brandenburg, Burgweg
(durch den Torbogen in die alte Ritterakademie)