Samstag, 29. April 2023

Der Sammler auf Reisen: Leipzig

Leipziger Antiquariatsmesse 2023: Wolfgang
Mattheuer mit Barockengeln in der Decken-
malerei in den Salles de Pologne, Foto © ad
Selbstverständlich sollte ich hier und jetzt über meinen Besuch der Leipziger Buchmesse berichten, über die Präsentation der Pirckheimer oder des LBA, über Gespräche mit Freunden, Sammlern, Verlegern und Künstlern, über eine gelungene Buchpräsentation der Bücherkinder Brandenburg, über die kostümierten Enthusiasten der Comic Convention; ich sollte an dieser Stelle über die leider dezentral stattfindende Antiquariatsmesse ein paar Worte verlieren und über Schätze, die dort zu finden waren und über den Austausch mit den Antiquaren und Freunden, die sie anbieten ...

Allein, ich bin nach diesen intensiven Erlebnissen zu müde. Deshalb hier nur ein Foto, ein Symbolbild ...?

shift and place

Immer wieder freut sich der Radierverein München auf die wiederkehrenden Ausstellungen der Studierenden. Der frische Blick auf die Druckgrafik, das Ausloten ihrer Grenzen und das spartenübergreifende Arbeiten führen zu Werkgruppen, die sich zwischen experimentell bis überraschend professionell bewegen.
Nach den letzten Ausstellungen Studierender aus Braunschweig und Offenbach sehen wir dieses Jahr Arbeiten aus der Münchner Akademie: Lola Cuallado, Judith Hagen, Oliver Haussmann, Stefan Holzmair, Bokyoung Jeong, Camilla Metelka, Yuri Okada, Franz Stein, Rosalie Werthefrongel, Sandra Zech und Hang Zhou präsentieren Papierarbeiten, Künstlerbücher, Skulpturen und Videos, durch deren Arbeiten sich die Druckgrafik wie ein roter, alles verbindender Faden zieht.
Bei einem Gang durch die Ausstellung wird schnell klar: Junge Künstler nutzen druckgrafische Techniken selbstverständlich und ohne große Berührungsängste.
Und nein, es geht schon lange nicht mehr um technische Perfektion in einem Fach, es geht um die Idee der Vervielfältigung, die in andere Medien transportiert wird, es geht um die Sprache und die Entdeckung druckgrafischer Merkmale im Alltag, die ins Dreidimensionale übersetzt wird, die klassische Auflage ist genauso gefragt wie die Befreiung von eben dieser!
In der Galerie sind Künstlerbücher zu sehen, wie sie gegensätzlicher nicht sein könnten, klassische Radierungen, die in loops im Videoformat aufgefangen werden, gläsern wirkende skulpturale Arbeiten, die von der Replikation leben, Kollagen, die in einem Meer von Glas sonderbar anmuten und die Idee des vorgefertigten, industriellen Druckerzeugnisses auf den Kopf stellen. Und Malerei, ... ist es Malerei. ist es Grafik? Vielleicht ist es nicht mehr wichtig! Das ganze gemischt, ohne sich zu stören, mit Papierarbeiten, die für sich stehen und einer Videodokumentation, in der die Druckgrafik essentiell im Mittelpunkt steht ohne in Erscheinung zu treten.
Viel ist zu sehen in der Ausstellung "SHIFT AND PLACE", wunderbar zusammengestellt von Aron Herdrich und den Studierenden selbst, herzlichen Dank!

(Gesa Puell, Michael Runschke und Maria Jenkin-Jones)

Fotos und Text © 2023 Radierverein München
Eröffnung: 28. April 2023, 19 Uhr
Ausstellung: 29. April - 19. Mai 2023

Radierverein München
Ludwigstr. 7, München 80539

O die unerhörten Möglichkeiten

Am 21. Oktober 2022  sprach im Büchergilde-Salon der Herausgeber Günter Berg mit dem Pirckheimer Kurt Idrizovic über die ausgewählten Gedichte in „O die unerhörten Möglichkeiten“. Musikalisch begleitet wird der Abend von Sopranistin Isabell Münsch und Pianist Geoffrey Abbott.
Durch Klick auf die Abb. kann die Veranstaltung angeschaut werden.

Für Bertolt Brecht war die Vertonung seiner Gedichte von Bedeutung, viele entstanden aus seiner Feder bereits direkt als Lieder. Mit dem Büchergilde-Salon pflegen wird diese Tradition gepflegt und die Brecht'sche Lyrik musikalisch zelebriert.

Anlässlich der Leipziger Buchmesse fand am 27. April in der Buchhandlung Ludwig nochmals der Liederabend und am 28. April ein Werkstattgespräch im Museum für Druckkunst statt.

Freitag, 28. April 2023

„Die Farben der Kindheit“ in Leipzig

Die Bücherkinder Brandenburg berichten auf der Leipziger Buchmesse in Text, Bild und Ton über ihr im vergangenen Jahr beendetes Buchprojekt „Die Farben der Kindheit“.
für weitere Informationen Klick auf die Abb.
​In ihrem neuen Buch haben sich zwölf Bücherkinder aus Brandenburg ausführlich mit der Kindheit der Schriftsteller Jurek Becker, Franz Fühmann, Günter Grass und Christa Wolf während der Zeit des Nationalsozialismus befasst und dazu literarisch und bildkünstlerisch artikuliert. 
Für das im bibliophilen Sinne wichtige Zusammenspiel von Text und Abbild konnten die Bücherkinder mit Klaus Süß, Moritz Götze, Rainer Ehrt, Sven Großkreutz und Katrin Stangl fünf bekannte Grafiker überzeugen, je eine Arbeit zu diesem Buch zu schaffen.
Jedes Jahr erscheint eine selbst geschriebenes und gestaltetes Buch. Die Bücher werden traditionell in der Galerie Sonnensegel e.V. in Brandenburg gedruckt und von Henry Günther (BuchKunstBalance, Ribnitz-Damgarten) gebunden.
„Die Farben der Kindheit“ setzt die Buchreihe der Bücherkinder fort.
An der Lesung werden Elzbieta Palasz und der Übersetzer Thomas Weiler teilnehmen
Lesung: 29. April 2023 11:00 - 11:30 Uhr

Leipziger Buchmesse
Lesetreff - Halle: 3, Stand: B400

TEXT MATTERS. MATTERS OF TEXT.

Im Mai lädt das Klingspor-Museum nicht nur zur Nacht der Museen ein, die in 40 Frankfurter, Offenbacher und Eschborner Kulturinstitutionen begangen wird, sondern auch zum Start einer neuen Reihe: TEXT MATTERS. MATTERS OF TEXT.

© Studio Daniel Zenker, Ruth Roxane Eckrich
Sprache und Schrift kommen von überall her. Sie kennen Mittelpunkte und Ränder, sind Akzent und Dominanz, Dialekt und Slang, Migration und Expansion. Sie materialisieren sich als analoger Bestseller und marginalisierte Literatur, als Radio-Sound und als Rap einer neuen Avantgarde, als schnell geschriebener Kommentar, als Gebet, als Bitte um Antwort, auf Papier und in Pixeln.
Dass der Sprachwandel mit seinen ständig neuen Sprechweisen ein Ende der Schrift besiegelt, ist ein erstaunlich resilienter Mythos unserer Gegenwart. Denn niemals gab es mehr Texte als heute. Sie haben ihre Gestalt geändert und sich unerkannt in neue Lebensräume ausgedehnt.
Das Festival zur Materialität der Sprache beschäftigt sich mit der Frage, aus welchem Stoff die Texte der Gegenwart gemacht sind und wie sie sich in unserem Alltag niederschlagen.
Das Festival des Klingspor Museums in Kooperation mit PRÄPOSITION beschäftigt sich an 5 Abenden von Mai bis September mit der Frage, aus welchem Stoff die Texte der Gegenwart gemacht sind und wie sie sich in unserem Alltag niederschlagen.
Den Festivalauftakt werden die Schriftstellerinnen Marlene Streeruwitz und Uljana Wolf und die Rapperin Wa22ermann bestreiten!

Lange Nacht der Museen: 13. Mai 2023
Festival-Auftakt: 19. Mai 2023

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Donnerstag, 27. April 2023

Gespiegelte Welt

Die Vorbereitungen für meinen Druckauftrag sind abgeschlossen. Erster Andruck noch hier im heimischen Atelier. 

Vielleicht kommt das ein oder andere Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft auch.
Zum Gartenfest auf Schloss Mitwitz werde ich aktuell Holzschnitte drucken, welche für das Buchprojekt "Gespiegelte Welt" mit Texten von Ingo Cesaro bestimmt sind.

(Brigitte Iseli-Neustäbler)
  
Ausstellung 28. April - 1. Mai 2023;

Wasserschloss
96268 Mitwitz

corn.elius_gesiebte briefe

Am Mittwoch fand vor vollem Haus bei "Herr Hegenbarth" die Vernissage zur Ausstellung "corn.elius_gesiebte briefe _vom schönsinn der gefundenen form" statt.
eine Fotostrecke der Vernissage kann durch Klick auf das Bild aufrufen werden
Erstmals würdigt eine institutionelle Einzelausstellung die seriellen Bildschöpfungen des in Berlin lebenden Serigrafikers Cornelius Brändle. Mit seinem buchkünstlerischen Werk ist er seit 3o Jahren präsent.

Einen bislang unbekannten Kosmos bildet das Material, das den Bucheditionen zugrunde liegt, die in steter Metamorphose entwickelten Serigrafien. Die Hegenbarth Sammlung Berlin stellt repräsentative Ausschnitte daraus vor, die den schöpferischen Prozess der Formfindung - die Verwandlung vom Fundstück zum Bildzeichen - als Cornelius Brändles Thema fokussieren. Die ,gesiebten briefe' sind eine Einladung zum Mitspielen: Durch den Schönsinn der gefundenen Formen vermitteln sie beim bloßen Betrachten die impliziten sozialen wie intellektuellen Aspekte.

Cornelius Brändle praktiziert sowohl den fotomechanischen Siebdruck als auch den Schablonendruck mit geschnittenen Formen. Mit diesem kann er überall spontan in Aktion treten. Mit den aufwändigen, mehrfarbig geschichteten Serigrafien erzeugt er für die Technik untypische Bildräume. In seinem Verlag edition wasser im turm.berlin bringt er experimentell serigrafierte, eigenhändig gefertigte Künstlerbücher in Kooperation mit befreundeten Kolleginnen und Kollegen heraus.

Ausstellung: 26. April - 20. September 2023

Hegenbarth Sammlung Berlin
Laubacher Str. 38, 14197 Berlin

Mittwoch, 26. April 2023

Walzpostkarte Nr. 5

Von Almuth Koch wurde die Walzpostkarte Nr. 5 für den Verein für die Schwarze Kunst geschaffen. Gesetzt in der 14 p Walbaum in der Manufaktur Willi Beck für Bleisatz und Buchdruck in Dachau und gedruckt auf einer Grafix-Abziehpresse.

Der Text ist der Beginn der Produktion eines Buches zum III. Todestag von Christian Morgenstern. Gedruckt wird es auf Büttenpapier, das in der Papiermühle Homburg bei Johannes Follmer geschöpft wird. Die Handsatzarbeiten, die Pressendrucke und die Illustrationen fertigen die Stipendiaten des Vereins. Die Gestaltung der Einbände übernehmen die Buchbinder der Meister der Einbandkunst. Produziert werden 2oo Exemplare.

Jahresgabe 2023 der Wiener Bibliophilen-Gesellschaft

Nächsten Dienstag wird Prof. Dr. Josef Smolen im MAK die von ihm erarbeitete Jahresgabe 2023 der Wiener Bibliophilen-Gesellschaft vorstellen, eine reich bebilderte Darstellung zu „Fritzi Löw und die Buchkunst in Wien um 1900. Neuentdecktes zu Kunstschaffenden und Verlag“.
Fritzi Löw, Ill. zu Jean Paul, Die Entlarvung der Weiber, Wien 1910
Das MAK bildet sicherlich den geeignetsten Rahmen für die Präsentation der Persönlichkeit von Fritzi Löw und ihrer Arbeit als hervorragende Illustratorin, zumal Fritzi Löw zu den jungen Künstlerinnen im Umkreis der Wiener Werkstätte gehört hat und für Illustration und Buchschmuck nicht nur der bekannten „Liebhaberausgaben“ des Schroll-Verlags, sondern auch von Büchern anderer Wiener Verlage gesorgt hat.
Geprägt von den Größen der Jugendstilzeit, die ihre Lehrer und Kollegen waren, ist ihre schöpferische Tätigkeit eingebettet in die Geschehnisse und künstlerischen Entwicklungen im Umfeld der Wiener Werkstätte. Ergänzt werden die Ausführungen durch die erste umfassende Bibliografie zu den Liebhaberausgaben des Schroll-Verlags, die zur Hälfte von Fritzi Löw illustriert wurden. Bibliografien zweier Verlage, in denen Werke Fritzi Löws erschienen sind und die bisher nicht hinreichend zur Kenntnis genommen wurden, runden die Publikation ab.

Anlässlich des Treffens wird den Teilnehmern auch die Jahresgabe übergeben.

2. Mai 2023, 19 Uhr

MAK, Museum für angewandte Kunst
Stubenring 5, 1010 Wien

Dienstag, 25. April 2023

V.O. Stomps-Ehrenpreis geht an Axel Dielmann

Am 3. Mai feiert der Axel Dielmann Verlag sein 30jähriges Bestehen. Wenige Tage darauf, am 18. Mai, wird bei einem Festakt im Rahmen der 26. Mainzer Minipressen-Messe der erstmals ausgelobte V.O. Stomps-Ehrenpreis der Stadt Mainz an Axel Dielmann vergeben.

In der Begründung der Jury heißt es: "Axel Dielmann ist es zu verdanken, das gesamte verstreute literarische Werk von Victor Otto Stomps aufzuspüren und in einer überzeugenden vierbändigen Werkausgabe neu zu verlegen. Die gesammelte Prosa, alle Romane, Gedichte und Dramen sowie seine Essays und Portraits in einer Kassette, deren Buchumschläge von den Stomps’schen Weggefährten Horst Antes, Bernhard Jäger, Johannes Vennekamp und Ali Schindehütte extra dafür gestaltet wurden".

"Die vier Bände 'Victor Otto Stomps als Schriftsteller' waren eines der Mammutprojekte in den vergangenen Jahren", meint Axel Dielmann dazu, "aber sie stehen auch exemplarisch für meine Verlegerphilosophie: Die Leidenschaft für besondere Literatur abseits des Mainstreams."

Künstlerbücher zum Krieg

In „Quellen für Osteuropastudien“ findet sich unter dem Titel „Künstlerbücher zum Ukrainekrieg“ ein Artikel vom Lilian Landes von der Bayerischen Staatsbibliothek, der neben „Window of Hope“, ein Mappenwerk von Olesya Dzhurayeva mit 6 signierten Holzschnitten auch ihr zusammen mit Nato Ingorokva geschaffenes „Über Worte und Wahrheit“, beide in der Corvinus Presse erschienen, beschreibt, sowie das Buch „24_02“ der Hallenser Künstlerin Gerhild Ebel, welches nach dem Tag des Angriffs auf die Ukraine benannt wurde oder ein 32 Seiten dünnes Fotoheft mit dem Titel „Putin’s Prison“ des belgischen Künstlers Mishka Henner.
Und ein weiterer Titel wird dort erwähnt, das Leporello „THINK TANK PANZERHAUBITZE KLING KLING“ (Abb.) des Pirckheimers Hartmut Andryczuk, welches sich mit einem „satirisch-spöttischen, zumindest aber von Sarkasmus geprägten Blick auf das Kriegsgeschehen“ (Lilian Landes) auf einen russischen Quelltext bezieht:
„Auf der Kreml-Seite fand ich den Text „Über die historische Einheit von Russen und Ukrainern“ von Wladimir Wladimorowitsch. Großartig. Ein richtiger identitärer Schwurbel-Text, den ich für diese Künstleredition sehr gut verwenden konnte.“ (Hartmut Andryczuk)
Das Buch mit 17 Originalzeichnungen (Lack/Gouache) enthält unter anderem handschriftlich aufgebrachte kommentierende Reime wie „Mein dringendster Rat: Schick mir einen Leopard“.

Montag, 24. April 2023

Juergen Seuss (1935 - 2023)

Der Typograph und Hersteller Juergen Seuss ist am 21. April mit 87 Jahren in Assenheim gestorben.
Juergen Seuss in seinem Arbeitsraum (2001), © Nn.Seuss
Juergen Seuss, geboren am 21. Dezember 1935 in Leipzig, hat die Buchgestaltung der Büchergilde Gutenberg jahrzehntelang geprägt und wurde mit zahlreichen (über 100 nationale und internationale) Auszeichnungen und Preisen gewürdigt. Er hat zudem Bücher für andere Verlage, wie etwa C.H. Beck, Faber & Faber, Aufbau, gestaltet. Im Laufe vieler Arbeitsprojekte vor allem für illustrierte Bücher hatte er intensive Kontakte mit Buchillustratoren und Künstlern wie Georg Eisler, Christoph Meckel, Sascha Juritz, Hans Ticha, Klaus Waschk, Gunter Böhmer, Gertrude Degenhardt, Kurt Löb oder A. Paul Weber.

Juergen Seuss führte selbst einen eigenen, kleinen Verlag, den BrennGlas Verlag: Dort verlegte er unter anderem "Das Tagebuch eines Laien" (von Wieland Herzfelde) oder "Vom Ornament zur Linie, ein Buch über den frühen Insel-Verlag". Er hat Gedichte geschrieben, Texte über Buchästhetik verfasst, er hat fotografiert ("London Scene", 1969, "Beat in Liverpool", 1965). Es gab Kontakte und gibt Briefwechsel unter anderem mit Hans Joachim Schädlich, Peter Rühmkorf (einige Briefe bei Kalliope), Peter Härtling, Jochen Gelberg, Werner Mittenzwei.

1985 wurde Juergen Seuss Professor für Buchgestaltung an der Fachhochschule in Hamburg, dort lernte er seine spätere Frau Nanna Seuss kennen. Das Buch "Eine Milchstraße von Einfällen. Juergen Seuss und die Deutsche Buchkunst der zweiten Jahrhunderthälfte" (Faber & Faber) erzählt über seine gestalterischen Arbeiten und sein Leben. Darin äußert er sich über seine Arbeit und auch über die gesellschaftlichen Zustände. Zudem kommen Schriftsteller und Künstler über ihn zu Wort.

"Seine Begeisterungsfähigkeit für das Buch und seine gestalterische Kraft, mit der er das ganze Buch von innen nach außen durchgestaltet hat, zeichnen ihn aus sowie sein Engagement, bezahlbare Literatur von guter Qualität – und dies schloss seine Arbeit als Hersteller in der Auswahl der Materialen unbedingt mit ein – zu produzieren", würdigt Nanna Seuss ihren verstorbenen Mann.

Zudem sei er ein manischer Büchersammler gewesen. In einem Interview von Deutschlandfunk Kultur sagte Juergen Seuss 2014 unter anderem: "Ich bin einmal Leser, intensiv und ganz begierig, um zu erfahren, was andere zu bestimmten Dingen erzählen und mitteilen. Dahinter verbirgt sich aber die Sehnsucht nach Wahrheit, auf Deutsch gesagt, nach Erkenntnis. Das ist eine ganz andere Geschichte, als in der S-Bahn ein Buch zu lesen."

(Börsenblatt, 24.4.2023)

Neues aus dem Hybriden-Verlag

Soeben sind zwei neue Künstlerbücher im Hybriden-Verlag erschienen:

1. GOLD & SOLD ARTIST PRODUCTION
IT DOES MATTER
MMM-EXTRAUSGABE NR 40

Ein Buch zu Roberto Matta
Zeichnungen und Texte von Freddy Flores Knistoff & Hartmut Andryczuk

„Titel sind für mich nicht kapriziöse Dinge hier und da, sondern Schläge gegen die Faulheit des Betrachters. Der Betrachter wurde über Jahrhunderte in eine lethargische Haltung versetzt. Ihnen wurde etwas Süsses vor die Augen gehängt – etwas, das gut an der Wand ist und da niemanden stört.“
Beilage, Zeichnungen von Freddy Flores Knistoff & Hartmut Andryczuk
Ausgabe: deutsch/spanisch
Weitere Informationen hier.

2. Ulrich Woelk, Uranus
Planetenschreiber 5

"Ja, es ist schon so, dass ich das Jupiterschreiber-Stipendium etwas zögerlich und eher mit gemischten Gefühlen angenommen habe. Allerdings lag der Jupiter bei meiner Reise zurück vom Uranus ins innere Sonnensystem so perfekt auf dem Weg, dass es geradezu Verschwendung gewesen wäre, das nicht auszunutzen. Hinzukommt, dass man sich über eine Gesellschaft ja erst dann einigermaßen fundiert eine Meinung bilden kann, wenn man sie kennengelernt hat. Also habe ich die Chance eines Writer-in-Residence-Aufenthalts im „Reich der Mitte“, wie sich das Jupitersystem selbst gerne nennt, ergriffen und mich in einen vom Pluto kommenden Rubidium-Frachter gesetzt, auf dem es ein paar freie Rotationskabinen für Reisende gab."
Text: Ulrich Woelk
Zeichnungen: Hartmut Andryczuk
Seitenzahl: 28, Originalzeichnungen: 12
Auflage: 30 Exemplare
650 €
Weitere Informationen hier.

Sonntag, 23. April 2023

Max-Herrmann-Preis 2023 für Carola Pohlmann

Der Max-Herrmann-Preis der Freundee der Staatsbibliothek geht 2023 an die Pirckheimerin Carola Pohlmann.
Foto: SBB
Seit 1993 leitet Carola Pohlmann, die in Leipzig Germanistik studierte, die Kinder- und Jugendbuchabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin und hat sie zu einer international angesehenen Schwerpunktsammlung weiterentwickelt. Dank ihres Wissens, ihrer Überzeugungskraft und ihrer zugewandten, verlässlichen Art vertrauten ihr Autoren wie Otfried Preußler, Illustratorinnen wie Eva Johanna Rubin und der Verleger Hans-Joachim Gelberg ihre Vorlässe, Nachlässe und Archive an. Jeder Neuzugang weiß sich in allerbester Gesellschaft; wohlverwahrt und gepflegt, damit die Sammlung auch in Zukunft analog wie digital allen Interessenten zur Verfügung steht. Kinder- und Jugendliteratur in einen historischen wie individualgeschichtlichen Zusammenhang zu stellen, sie in forschende Gemeinschaften hinein zu tragen, heißt einen analytischen Blick einzunehmen, woraus zahlreiche wissenschaftliche Publikationen entstanden. Ihre vielbeachteten Ausstellungen, Präsentationen und Diskussions-runden mit teilweise internationaler Besetzung eröffnen neue Sichtweisen auf das historische wie das moderne Kinder- und Jugendbuch und bereichern die Forschung. Carola Pohlmann strahlt die Passion zum Gegenstand als solchem aus und ist so eine hoch geschätzte Botschafterin für das internationale Kinder-und Jugendbuch geworden. 

Die festlichen Preisverleihung findet am 10. Mai 2023 im Wilhelm von Humboldt-Saal der Staatsbibliothek zu Berlin statt.

Offene Ateliers Brandenburg

Anfang Mai findet in Brandenburg das Wochenende der Offenen Ateliers statt, an dem sich 22 Künstler beteiligen, darunter auch die Pirckheimerin Constanze Kreiser. Ihr Atelier ist am Samstag von 14. - 19 Uhr geöffnet.
Zu sehen sind Fotos, Druckgraphiken und aktuelle Künstlerbücher.
Um 15.00 zeigt die Künstlerin das Buch 'Oderfluss' (2022), eine Gemeinschaftsarbeit mit Christiane Wartenberg, um 18.00 stellt sie ihr Alchemie Projekt vor, das 2018 in Frankfurt/Oder entstand. Beide Projekte befassen sich mit der Oder bzw. dem Oderbruch.

Offene Ateliers Brandenburg: 6./7.  Mai 2023 

Constanze Kreiser
Große Gartenstraße 6A, 14776 Brandenburg an der Havel

Samstag, 22. April 2023

für Liebesbriefe: "Circe"

1 Kommentar:

Peter D. Verheyen hat gesagt…

Zeitlos. Wo kann man es bestellen?

26. Mainzer Minipressen-Messe 2023

Im Mai 2023 findet die Mainzer Minipressen-Messe statt. Diese internationale Buchmesse der Kleinverlage und Künstlerbücher ist damit, im 53. Jahr, die beständigste und älteste Veranstaltung ihrer Art in Europa.

Alle zwei Jahre bilden über 220 Aussteller aus zehn Ländern in der Gutenberg-Stadt Mainz den größten Handelsplatz für Kleinverlagsbücher und Künstlerbücher. Vier Tage wird hier angeboten, was an teilweise Jahrzehnten alten Druckpressen hergestellt wurde: rund 5.000 Titel und 1.000 Neuerscheinungen.
Das Treiben an diesem zentralen Treffpunkt ist immer wieder ein kulturelles Ereignis: über 30 Kultur- und Fachveranstaltungen informieren über die neuesten Ideen und Trends des Verlegens von Literatur und Kunst, über 100 Lesungen sorgen für Unterhaltung.

"Für die durch Internet und neue Medien geschundenen Buchmenschen ist die Mainzer Minipressen-Messe auch wie eine Heil- und Pflegeanstalt: Sie heilt das pessimistische Denken vom Untergang der Buchkultur und sie pflegt, nicht zuletzt durch die Vergabe des V.O.Stomps-Preises (durch die Landeshauptstadt Mainz), die Liebe zu den besonders schönen Büchern." Riewert Quedens Tode (Pirckheimer, Antiquar, Verleger) in seiner Laudatio auf Hendrik Liersch (Corvinus Presse) zur Vergabe des V.O. Stomps-Preises.

Messe: 18. - 21. Mai 2023

Mainz
Rheingoldhalle und Gutenbergmuseum

Das Unikat im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit

Unter dem Titel 'Das Unikat im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit' wird Deborah Phillips Ausstellung in Berlin-Neukölln eine Ausstellung kuratieren:
_Teil 1 – Unikatdruck_
mit Carsten Borck · Tina Cesarz · Frank Hartung · Claudia Hartwig · Heehyun Jeong · Jakob Kirchheim · Deborah S. Phillips · Ramona Taterra · Ems Troxler
In diesem Teil werden Unikatdrucke und Druckstöcke ausgestellt. Druckstöcke, die viel zu selten außerhalb der Werkstätten gezeigt werden, sind doch Quelle einer Aura von Einzelstücken – um einen zentralen Begriff Benjamins aufzugreifen. Gezeigt werden Platten aus Zink, Kupfer oder Kunststoffen, Linol- oder Holzplatten und natürlich Lithosteine, sowie kollaborative Drucke, Variationen innerhalb einer Auflage und handkolorierte Druckerzeugnisse.
Constanze Kreiser, "I remember", 2023, Künstlerbuch, Foto: Künstlerin
_Teil 2 – Das Unikat als Buch_
mit Christoph Damm · James Edmonds · GNISco collective · Christine Guth · Esther Horn · Constanze Kreiser
Der zweite Teil der Ausstellung konzentriert sich auf Unikatbücher. So werden beispielsweise zusammengehörige Arbeiten auf Papier in Form eines „Künstlerbuchs“ oder als Leporello zusammengefasst. Raumgreifende Objekte, die im weitesten Sinne noch als Bücher aufgefasst werden können, gehören ebenso dazu. Um den Besuchenden Gelegenheit zu geben, sich interaktiv mit den Büchern zu beschäftigen, wird ein „Blätterabend“ stattfinden.

Vernissage: 21. April 2023, 19.00 Uhr
Finissage und Künstlergespräch (Teil 1): 14. Mai 2023, 19 Uhr
Vernissage (Teil 2): 19. Mai 2023, 19 Uhr
Blätterabend und Künstlergespräch: 31. Mai 2023, 19 Uhr
Finissage: 11. Juni 2023, 19 Uhr

Neuköllner Kunstverein
Berlin, Mainzer Str. 42

Freitag, 21. April 2023

Inkunabeln der Berliner Staatsbibliothek

Dr. Falk Eisermann, Foto © ad
Die Preußische Staatsbibliothek besaß vor dem Zweiten Weltkrieg 7384 Inkunabelexemplare. In Folge der kriegsbedingten Auslagerungen müssen heute 3904 Exemplare als verloren gelten, je drei befinden sich in Krakau und in der Universitätsbibliothek Warschau. Durch Neuerwerbungen besitzt die Staatsbibliothek jetzt wieder 4360 Wiegendrucke.

Dr. Falk Eisermann, Leiter des Referats Inkunabeln / Gesamtkatalog der Wiegendrucke der Staatsbibliothek zu Berlin stellte den Mitgliedern der Berlin-Brandenburger Regionalgruppe der Pirckheimer-Gesellschaft gestern einige Inkunabel-Erwerbungen seines Hauses aus den Jahren 2009 bis 2022 vor.

Die Teilnehmer hörten in dieser "Präsentation für Sammler und andere Verrückte neue Geschichten über alte Bücher", z.B. zum Erwerb der Biblia aurea von Antonius Rampegolus, gedruckt als "letzte Inkunabel" am 31. Dezember 1500, sie bestaunten Notizen in astronomisch-astrologischen Inkunabeln eines unbekannt gebliebenen "bekanntentesten Astrologen seiner Zeit" oder die seltene "Midi-Inkunabel" des Thomas von Aquin "De vitiis et virtutibus", gedruckt von Pierre Le Dru oder Etienne Jehannot in Paris um 1497 (nebenst. Abb., © SBB).

Libarium I/2023

Die Zeitschrift LIBARIVM I 2023 der Schweizerischen Bibliophilen Gesellschaft ist erschienen.

Sie enthält einen Beitrag von Brigitte Duvillard über "Die Duineser Elegien von Wattenwyl", über "Die Büchersammlung der Bernischen Museum- und Lesegesellschaft" von Michael Schläfli, "Sophie von Wyss´ Illustrationen" in einem Geburtstagsbuch (Saeedeh Setayesh und Johannes Thomann), einen Artikel über den Illustrator Burkhart Mangold (Tilo Richter), sowie die Züricher Malerin und Grafikerin Dora Hauth-Traxler von Elisabeth Rickenbacher. Außerdem findet sich im Heft ein ausführlicher Bericht über die Kongress der Internationalen Bibliophilen-Gesellschaft in Neapel im September 2022 von Alex Rübel.

Der Zeitschrift lag das Protokoll der 100. ordentlichen Generalversammlung der Schweizerischen Bibliophilen-Gesellschaft bei.