Sonntag, 19. Februar 2023

11. Hamburger Graphic Novel Tage

Im März 2023 dreht sich im Literaturhaus Hamburg wieder alles um die Kunst der sprechenden Bilder. Andreas Platthaus, Literaturchef der "FAZ", begrüßt an vier Abenden neun Gäste. International sind Großbritannien, Italien und Frankreich vertreten. Erstmals gibt es ein dem Hamburger Comicschaffen gewidmetes Gespräch, bei dem gleich drei Graphic-Novel-Debüts im Fokus stehen. Kurze Comiclesungen ergänzen die themenfokussierten Werkschauen.
© Kathleen Bernsdorf
Die Abschlusspräsentation von "Comixx mit Klasse" gehört zum Comicfokus des Literaturhauses fest dazu, dieses Jahr findet sie wegen der Hamburger Schulferien etwas nachgelagert statt. Erstmals werden die Arbeiten zusätzlich in der Zentralbibliothek der Hamburger Bücherhallen ausgestellt.

Das Festival ist auch im Livestream zu verfolgen.

Graphic Novel Tage: 13. - 16. März 2023
Abschlusspräsentation: 27. März 2023
Ausstellung "Comixx mit Klasse": 29. März - 19. April 2023

Literaturhaus Hamburg
Schwanenwik 38, 22087 Hamburg

Samstag, 18. Februar 2023

Katharina Krenkel und O.W. Himmel in Sigmaringen

Katharina Krenkel und O.W. Himmel waren einen Monat Gäste für Druckgraphik im Schlachthof: die besondere, klausurartige Arbeitsatmosphäre hat beide auf neue Wege gebracht. Das Künstlerpaar bringt sehr unterschiedliche Arbeitsweisen mit: Krenkel nähert sich zeichnerisch mit Tuschpinsel und Nähnadel den Felsen und Tälern, während Himmel als „Archivar der graphischen Alltagskultur“ Objekte und Zeichen in Szene setzt.
Katharina Krenkel ©, Oberes Donautal, originalgraphische Postkarten
Im Lauf der Arbeit verlagerte sich Krenkels Fokus von der Landschaft zu den Steinsammlungen im Schlachthof (Hundefängers Lochsteine). So entstehen Steinporträts und ganze Skulpturen unter Verwendung der Steine selbst; Druckgraphik bleibt postkartengroß. Der ursprüngliche Arbeitsplan hat sich also in der neuen Umgebung verändert.
Himmel projiziert Labels von Obstkartons, Kaffeesäcken und Schallplatten in freie Bildebenen - sie werden Zeichen anderer Art. Eine in Sigmaringen noch existierende Telefonzelle wird zum isolierten Objekt im Farbraum. Die Druckgraphik des Künstlerpaars ist mit voller Absicht moderat im Preis: sie soll erworben werden, und sie soll Verbreitung finden.
O.W. Himmel an der Presse, Foto © Eckhard Froeschlin

Werkstattgespräch: 24. Februar 2023, 19 Uhr
Ausstellung: 25./26. Februar 2023

Ateliers im Alten Schlachthof
Georg-Zimmerer-Str 7, 72488 Sigmaringen

Immer eine Reise wert

Erdkugel, ∅ 11 cm, 1827
Eine neue Web-Präsentation der „Kartographischen Highlights“ gibt einen breiten Überblick über den Bestand der Kartenwerke und Globen in der Staatsbibliothek zu Berlin. Den Anfang machen 33 frühe, meist handgezeichnete Karten, die im Rahmen von Landvermessungen entstanden sind. Erstaunlich detailliert geben sie einen Einblick auf vorindustrielle Kultur- und Naturlandschaft, wie zum Beispiel die Schlossanlage in Ludwigsburg aus dem Jahr 1835.
Ziel der „Kartographischen Highlights“ ist es, die Web-Präsentation in Zukunft fortführend zu erweitern. Nicht nur Stadtpläne und -ansichten, sondern auch der „Atlas des Großen Kurfürsten“ und der „Anuto-Globus“ sollen so erfahrbar werden.
Zum Projekt

Freitag, 17. Februar 2023

Gestaltung ist Haltung – Vom Außen und Innen der Bücher

Was sagt ein Umschlag über den Inhalt eines Buches aus? Und wie kann Gestaltung einen Text abbilden?
Abb. © Staatsbibliothek zu Berlin
Die Schauspielerin Maria Hartmann und der Grafikdesigner Peter Nils Dorén lesen Literatur aus den Jahren der Weimarer Republik von Joseph Roth, Upton Sinclair, Annette Kolb, Karin Michaelis und Robert Walser.
Dazu zeigen sie Buchcover von John Heartfield, Olaf Gulbransson, Georg Salter und Emil Rudolf Weiß, die durch ihre Erfindungskraft die Buchschaufenster in den 1920er Jahren zu einer Augenweide machten. Es zeigt sich eine Formensprache die darauf abzielt, das Buch als unverwechselbar, als individuelle Erscheinung mit Mitteln der Illustration, der Typographie und der Photographie darzustellen. Texte und Bilder bezeugen einen liberalen, aufklärerischen und international gesinnten Zeitgeist mit einem Reichtum an Ideen und Haltungen, die noch heute aktuell sind.

23. Februar 2023, 19 Uhr

Staatsbibliothek zu Berlin, Humboldt-Saal
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Pirckheimer-Gesellschaft auf der BuchDruckKunst

Noch findet man den Hinweis nicht auf der Homepage der BuchDruckKunst in Hamburg, aber es ist wahr: Die Pirckheimer-Gesellschaft wird, genauso wie der Verein für die Schwarze Kunst und andere Mitglieder in diesem Jahr mit einem Stand auf dieser bedeutenden Messe für "Erlesenes auf Papier" vertreten sein.

Die Pirckheimer-Gesellschaft fühlt sich seit Jahren dem Anliegen der BuchDruckKunst verbunden, nicht nur, weil Planung und Organisation dieser Messe in den Händen des Pirckheimers Klaus Raasch liegt oder weil Pirckheimer zu den Ausstellern wie zu den interessiertesten Kunden in Hamburg gehören. Im problematischen Jahr 2021 fand das Jahrestreffen der Pirckheimer gemeinsam mit der BuchDruckKunst statt, die Pandemie hatte verhindert, dass diese Gemeinsamkeit bereits früher gezeigt werden konnte.

Der Stand der Pirckheimer-Gesellschaft wird betreut von der noch jungen, durch die Wirren der Pandemie unter schwierigen Umständen gegründeten Regionalgruppe Hamburg, am Pirckheimer-Stand wird man dann u.a. auch den Hamburger Verlag Angeli & Engel antreffen.

BuchDruckKunst: 31. März - 2. April 2023

Museum der Arbeit
Wiesendamm 3, 22305 Hamburg

Donnerstag, 16. Februar 2023

400 Jahre Wegführung der Bibliotheca Palatina

Anlässlich des 400. Jahrestages der Verschleppung der Bibliotheca Palatina, die bis zu ihrer Wegführung hauptsächlich auf den Emporen der Heiliggeistkirche in Heidelberg untergebracht war, findet in dieser Kirche ein Festakt statt.
Berühmt war die Bibliotheka Palatina wegen ihres Umfangs und weil sich unter den Handschriften zahlreiche sehr alte, prachtvoll illustrierte und wertvolle Exemplare befanden, darunter der Codex Manesse und das Falkenbuch des Stauferkaisers Friedrich II.
Im 30jährigen Krieg eroberten die katholischen Truppen Tillys Heidelberg und die Bibliotheca Palatina wurde als Kriegsbeute nach Rom gebracht. 1816 wurden die 847 deutschen Handschriften nach Heidelberg zurückgegeben und befinden sich heute in der Universitätsbibliothek. Dagegen bilden 2030 lateinische, 431 griechische und 432 hebräische Handschriften sowie rund 13000 Druckschriften noch heute einen bedeutenden Fond in der Vatikanischen Bibliothek.
Die Universitätsbibliothek hat inzwischen die Handschriften der Bibliotheca Palatina digitalisiert. Die wichtigsten Handschriften kamen 1986 zu einer epochalen Ausstellung zurück in die Heiliggeistkirche.

Den Festvortrag hält der Direktor der Universitätsbibliothek Dr. Veit Probst zu dem Thema “Der Raub der Bibliotheca Palatina und ihre Wiedergewinnung: Über die digitale Rückkehr des berühmtesten Heidelberger Kulturdenkmals”.

Festakt: 17. Februar 2023, 18 Uhr

Heiligeistkirche
Marktplatz · 69115 Heidelberg

17 Februar, 2023: Peter D. Verheyen hat gesagt...
Während meiner buchbinderischen Ausbildung in Gelsenkirchen haben wir einen Betriebsausflug zu der Ausstellung gemacht. Wundersam und prägend für meinen Werdegang als Buchbinder und Restaurator. Plakat hängt noch immer und der Katalog immer schön anzusehen. Interessant auch war das Bändchen zur Herstellung von Pigmenten, für Schrift und Malerei.

Ein neues Künstlerbuch und ein wiedergefundener Koffer

Zum Abschluss der Ausstellung "Unheimlich Fantastisch" aus Anlass des E.T.A Hoffmann-Jahres stellt gestern in der Staatsbibliothek zu Berlin die französische Künstlerin Claire Illouz das im Verlauf der Ausstellung in in Bamberg, Berlin und Frankfurt am Main entstandene Künstlerbuch „Les Corridors de Theodore. Une visite chez E.T.A. Hoffmann“ vor.
Das Leporello in einer Auflage von 5 Exemplaren enthält 14 auf Seide gedruckte Kaltnadelradierungen, inspiriert von Hoffmanns Erzählungen, der Ausstellung und seinem Haus in Bamberg.
Claire Illouz
Zwei der Texte stammen aus "Prinzessin Brambilla", einer aus "Der goldene Topf". Die Künstlerin bezeichnet das Leporello als "Spaziergang in Hoffmanns Gesellschaft, eine imaginäre Reise durch seine verschiedenen Obsessionen, die im Jahr 2022 stattfand." Und sie "betrachtet dieses Buch als ´gestochene Träumerei´, bei der die Radierungen den eigentlichen Korpus bilden. Sie müssen nicht nur gesehen, sondern auch gelesen werden, wie ein Text."
Claire Illouz schloss mit der Hoffnung, den Betrachtern mit ihrem Buch "... den Wunsch zu geben, Hoffmann zu Lesen oder wieder zu lesen."
Ein Exemplar des Künstlerbuches ist seit gestern Abend im Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin.
v.l.n.r.: Jörg Petzel, Bernd Hesse, Steffen Faust, alle Fotos © ad
Der zweite Teil der Veranstaltung hatte den Anklang eines modernen Kriminalfalls, an dessen Ende die Entdeckung eines Koffers steht, den der Freund und Nachlassverwalter Hoffmanns, Julius Eduard Hitzig
Steffen Faust, mech. Puppe
aus dem Kofferinhalt, Zeichnung
besaß und in dem sich offensichtlich Gegenstände befinden, die nicht nur als verschollen galten, sondern vermutlich Hoffmanns literarisches Schaffen in großem Masse inspiriert haben. Die durchaus spannende Geschichte um diesen Koffer wurde vom Germanisten Jörg Petzel zu ihrem historischen Hintergrund beleuchtet, Dr. Dr. Bernd Hesse erläuterte den juristischen und auch kriminellen Hintergrund und mit Steffen Faust, von dem zahlreiche Graphiken und Illustrationen zu Hoffmann stammen, konnte man einen Blick auf den Inhalt des Koffers werfen.

Mittwoch, 15. Februar 2023

Antiquariate in Braunschweig und Wolfenbüttel

Besucher des 6. Braunschweiger Antiquariatsmarkts können die Ersten sein, die das druckfrischen neue Faltblatt der Antiquariate in Braunschweig und Wolfenbüttel bekommen.
In diesem regionalen Antiquariatsführer werden mit einem Inserat 8 Ladengeschäfte auf einem Standortplan und 3 Versandantiquariate aufgeführt, des weiteren enthält das Faltblatt einen Hinweis auf die wieder jährlich stattfindende Braunschweiger Antiquariatsmesse.

Nach Abschluss des Antiquariatsmarktes wird das Faltblatt in den beteiligten Antiquariaten sowie in Braunschweiger Sortimentsbuchhandlungen, Bibliotheken, Museen und weiteren Begegnungsstätten ausgelegt.

wiedergelesen: Reprint der Pirckheimer-Gesellschaft

Die Pirckheimer-Gesellschaft hat sich seit ihrer Gründung um den Erhalt des kulturelle Druck-Erbes verdient gemacht, nicht nur, indem ihre Mitglieder entsprechende Sammlungen aufbauen, sondern auch durch die Herausgabe von Reprints als Jahresgabe oder aus Anlass von Jubiläen.

So hat die, heute leider nicht mehr bestehende Bezirksgruppe Cottbus der Pirckheimer-Gesellschaft im Kulturbund der DDR gemeinsam mit dem Bezirksmuseum Cottbus (heute Stadtmuseum) anlässlich des 825jährigen Jubiläums der Stadt 1982 den seinerzeitigen Druck als Reprint herausgegeben:

Christian Carl Gulde, Gesammelte Nachrichten zur Geschichte der Stadt und Herrschaft Cottbus, II. Stück, erschienen 1787 bei Johann Friedrich Fickelscherer in Görlitz.
Das kartonierte Bändchen (als Reprint leider mit Klammerheftung) in der Größe von 14,5 x 20,5 cm mit 28 Seiten enthält 2 Bildtafeln.

Dienstag, 14. Februar 2023

Einladung zur Subskription

Wie bereits im „Hamburger Bothen“ angekündigt, erscheint im Verlag Angeli & Engel der beiden Pirckheimer Rudolf Angeli und Peter Engel als dritte Edition der zweisprachige Gedichtband „Gehäuseschutt / House of Rubble“ von Urs Heftrich und Joseph Swann.
 
Ist es schon ungewöhnlich genug, eine Lyriksammlung in einer zweisprachigen Edition herauszubringen, so verdient auch die Ausstattung des Bandes mit den kunstvollen Fotografien des Dichters eine besondere Hervorhebung. Ganz ungewöhnlich auch, dass in diesen neuen Gedichten Heftrichs der lange verpönte Reim wieder in sein volles Recht eingesetzt wird und für jenen Klangreichtum sorgt, der der Gattung Lyrik eigentlich ursprünglich ist, ihr aber vielfach – verursacht durch falsche Weichenstellungen – abtrainiert wurde. Hier aber geht der Reim Hand in Hand mit fesselnden Inhalten, die in vielfachen Traditionen wurzeln und ihre Herkunft von dort anspielungsreich in unsere Gegenwart transponieren.

Heftrich hat in dem englischen Lyrikspezialisten Joseph Swann einen kongenialen Übersetzer seiner Gedichte gefunden und fügt seinen ausgefeilten Versen ebenso ziselierte eigene Fotografien hinzu, die in feinen Bezügen zu den Texten stehen. Dabei geht es Heftrich mit diesen „Photographiken“ nicht um Illustrationen im herkömmlichen Sinne, sie zielen vielmehr auf eine „Anreicherung des Textes um eine weitere Gedankenebene“, wie der Dichter selbst schreibt, und wirken so mitunter ironisch kommentierend.

Der Dichter, Übersetzer und Literaturwissenschaftler Urs Heftrich, Jahrgang 1961, hat neben seinem Lyrikdebü „Maronenmond“ und der Gedichtsammlung „Halbinselfisch. Reime“ (2021) unter anderem Fachbücher über Nikolai Gogol, die tschechische Nietzsche-Rezeption und die Vernichtungspolitik der Nazis in Osteuropa veröffentlicht.

Er brachte Werke slavischer Autoren wie Isaak Babel, Jiří Weil und Vladimir Holan, dessen Gesamtwerk er mitbetreut heraus und erhielt für seine Lyrikübertragungen aus dem Werk von mehr als 40 tschechischen und russischen Dichtern mehrere Auszeichnungen. An der Universität Heidelberg hat Urs Heftrich den Lehrstuhl für Slavische Literaturwissenschaft inne.

Urs Heftrich: Gehäuseschutt / House of Rubble
Angeli & Engel, Hamburg, März/April 2023
Format 24×30, Fadenheftung,
Einband Gewebepapier, Buchgestaltung: Tom Leifer Design, Hamburg
120 durchgehend illustrierte Seiten mit Photographiken vom Autor
Auflage 150 Ex. davon 50 Exemplare als Vorzugsausgabe, num. und sign. von Urs Heftrich und einer Original-Photographik
ISBN: 978-3-9824980-0-3

Subskriptionspreis bis 15. März 2023
Normalausgabe: 30 € (danach: 39 €)
Vorzugsausgabe: 75 € (danach: 98 €)
Für die „Freunde des Verlages“ (bitte angeben) gibt es zusätzliche Rabattierung, Bestellung an angeliundengel@gmail.com

Weitere Hinweise siehe "Hamburger Bothe - Extrapost".

Wolfgang Buchta - LOCKDOWN

2021 erschien in der Horner Edition Thurnhof in der Reihe "oxohyph" der Band LOCKDOWN mit Gedichten von Karl Lubomirski und Filmlithographien von Wolfgang Buchta.
In einem Buchgespräch in der Wiener Galerie Druck & BUCH liegt der Fokus auf der Vorzugsausgabe diese Buches: einen Teil der Auflage hat Wolfgang Buchta handkoloriert, übermalt und überarbeitet - auch der Holzschuber ist jeweils mit Originalzeichnungen versehen: Wie ist es, ein gedrucktes Buch in eine Serie von Unikaten oder eine Auflage von Originalen zu verwandeln?

Buchgespräch: 23. Februar 2023, 19 Uhr

è Galerie DRUCK & BUCH
Susanne Padberg
1090 Wien

Montag, 13. Februar 2023

6. Braunschweiger Antiquariatsmarkt

Zum sechsten Mal seit 2016 laden Braunschweiger Antiquariate nach dreijähriger pandemiebedingter Pause in Kooperation mit dem Braunschweigischen Landesmuseum Bücher- und Literaturfreunde, Sammler und Bibliophile zum Braunschweiger Antiquariatsmarkt ein. Da das Vieweghaus am Burgplatz wegen einer mehrjährigen Umbaupause nicht mehr zur Verfügung steht, findet die Schau diesmal im barrierefrei zugänglichen und frisch restaurierten Dormitorium-Saal im Museum Hinter Aegidien statt.
Elf Antiquare, sieben aus der Löwenstadt und vier Gastaussteller aus Bargfeld, Hannover, Hildesheim und Wernigerode, präsentieren eine Auswahl aus ihren Schätzen: Raritäten, alte und neuere Bücher aus vielen Gebieten, Karten und Graphik.
Zu unserer Freude wieder dabei: Hermann Wiedenroth, Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, Foto: Ursula Saile-Haedicke
Besucher können auch eigene Bücher schätzen lassen und Suchwünsche äußern. Kaffee und Kuchen stehen zur Stärkung bereit. Anlässlich des Antiquariatsmarkts erscheint außerdem die neue Ausgabe des Faltblatts mit Standortplan der Antiquariate in Braunschweig und Wolfenbüttel.

Der Eintritt zum Antiquariatsmarkt ist frei. Für einen Besuch der sehenswerten Dauerausstellung „Ein Teil von uns. Deutsch-jüdische Geschichten aus Niedersachsen“ zahlen Erwachsene 4 €, ermäßigungsberechtigte Personen 3 € und Kinder (6–17 Jahre) 2 €, für Kinder unter 5 Jahren ist der Eintritt frei.

18. Februar 2023, 11 bis 18 Uhr 

Museum Hinter Aegidien
Hinter Aegidien am Lessingplatz, 38100 Braunschweig

Sonntag, 12. Februar 2023

Ausstellungen mit Rückmeldung

Noch 14 Tage ist die zweite Wechselausstellung im Stabi Kulturwerk zu sehen, „MANUSCRIPTA AMERICANA – Den Azteken auf der Spur“. Als erste Ausstellung dieser, nunmehr ein halbes Jahr existierenden Ausstellungsfläche konnte man eine Ausstellung aus Anlass des 200. Geburtstages von E.T.A. Hoffmann bewundern.
An auf einer Wand vor den Ausstellungsräumen kann man ein Feedback dazu geben oder sich anschauen, was andere Ausstellungsbesucher besonders sehenswert oder verbesserungswürdig fanden.
© Stabi Kulturwerk
Im Abbado-Lesesaal der Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Unter den Linden, kann bis zum Mai 2023 in der Ausstellung „Bœuf à la mode“ auf Entdeckungsreise in die 1920er Jahre gehen und die Modegeschichte, Weiblichkeit, Esskultur und Jüdische Kultur mit Werken der Modejournalistin, Buchautorin und Salonnière Julie Elias (1866-1943) kennen lernen, die von Studenten der Universität Potsdam gestaltet wurde. Man kann dort in spannender Forschungsliteratur blättern oder in Julie Elias‘ Briefen aus ihrer Korrespondenz mit zeitgenössischen Künstlern und Freunden stöbern. Diese Ausstellung ist auch online zu sehen, klick hier.

Bamberger Buch-Geschichten

Zahlreiche Buch-Geschichten, die Expertinnen und Experten im Zuge der virtuellen Vortragsreihe der Staatsbibliothek Bamberg in diesem und im letzten Winter erzählten, sind jetzt bei YouTube und bieten vielseitige Einblicke in die dortigen historischen Sammlungen.
Vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert reicht die thematische Bandbreite. Früheste Musikhandschriften mit liturgischen Gesängen werden ebenso vorgestellt wie die ersten in Bamberg gedruckten Bücher, das Reise-Tagebuch von Albrecht Dürer, Quellen zu den Hexenverfolgungen im Hochstift Bamberg, medizinische Literatur zur Seuchenbekämpfung in der Frühen Neuzeit oder Autographe von Alexander von Humboldt und Richard Wagner.
Im neuesten Beitrag erzählt Annette Schäfer von der kurze Zweckgemeinschaft zweier ungleicher Männer: Julius von Soden und E. T. A. Hoffmann.
Die höchst unterschiedlichen Lebenswege des zu Melancholie neigenden Beamten mit literarischen Ambitionen und dem zynischen Literaten mit einem Hang zur Komposition E.T.A. Hoffmann, kreuzten sich für eine kurze Spanne zwischen 1808 und 1810 bildeten ein Fundament des Bamberger Theaters. Ihre gemeinsam geschriebene Oper „Der Trank der Unsterblichkeit“ wurde erst 2012 uraufgeführt – mit 204 Jahren Verspätung.

Samstag, 11. Februar 2023

Ein Weißenseer Künstler: Werner Klemke

In einem 71minütigen Dokumentarfilm ehrt Kerem Saltuk einen weiteren Bewohner des Berliner Stadtbezirks Weißensee, das Gründungsmitglied der Pirckheimer-Gesellschaft Professor Werner Klemke.

Der Hinweis, dass der 1917 geborene Klemke u.a. durch seine zahlreichen Buchillustrationen, mit denen Generationen heranwuchsen bekannt und beliebt war, oder dass ihn viele von seinen neckischen Titelseiten der Kultzeitschrift "das magazin" kennen, hieße Eulen nach Athen zu tragen, genauso wie der Hinweis auf die auch durch die Pirckheimer-Gesellschaft unterstützte filmische Dokumentation über Klemkes erst spät bekannt gewordenen Einsatzes zur Rettung niederländischer Juden während der deutschen Besatzung.
Kerem Saltuk ist auf Klemkes Spuren gewandert und hat ein liebevolles und detailgetreues Porträt des beeindruckenden Künstlers in einer Dokumentation festgehalten. Unter den Weggefährten, Bewunderern und Sammlern von Werner Klemke, die in dieser Dokumentation zu Wort kommen, sind auch die Töchter des Zeichners und der Pirckheimer und Klemke-Sammler Matthias Haberzettl.
Klick zum Abspielen eines Trailers
Filmpremiere: 21. April 2023, 19 Uhr
Kulturhaus Peter Edel
Berliner Allee 125, 13088 Berlin

"Das Narrenschiff" in Coburg

© Rainer Ehrt
Der Pirckheimer Rainer Ehrt ist nur einer der Künstler in der Ausstellung "Das Narrenschiff zwischen Kunst und Satire" im März und April in Coburg.

Als Sebastian Brant im Jahr 1497 die Narrheiten und Sünden der Menschheit verspottete, konnte er den Nachhall in der Kunstgeschichte nicht ahnen: Es werden  weiter Arbeiten von Thomas Bühler, Jost Heyder, Stephan Klenner-Otto, Andreas Kuhnlein, Gertrud Plescher, Robert Siebenhaar, Vincent Wenzel und Hannes Zips, gezeigt, zwei Nürnberger Narrenschiffe, sowie Filmausschnitte und Szenenfotos aus dem Schauspielhaus Nürnberg, Sebastian Brant, Dürer, Hieronymus Bosch, Thomas Bühler in Reproduktionen u.v.a.m.
Eine Sonderausstellung von Oleg Nekrasov ergänzt die umfassende Schau.

Ausstellungseröffnung: 4. März 2023, 16 Uhr
Ausstellung: 4. März - 23. April 2023  

Kunstverein Coburg e.V.
Park 4a, 96450 Coburg

Freitag, 10. Februar 2023

Bertolt Brecht zum 125. Geburtstag

In seinem Œuvre hat sich Rainer Ehrt, Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, häufig mit dem Werk des Bertolt Brecht auseinandergesetzt.

Beispielhaft aus Anlass des 125. Geburtstages von Brecht hier ein Blick in sein Künstlerbuch "Gegen Verführung" nach den Schlussversen aus der »Hauspostille« von 1925, 2021 Bibliophiles des Monats.

28 x 37 cm, 24 S.
dreifarbiger Hand-Siebdruck auf schwerem Karton von corn.elius (Cornelius Brändle, Wasser im Turm, Berlin)
Einband: Siebdruck auf grobem Naturleinen
Buchbinder: Marcus Saturna, Berlin
Aufl.: 30 Expl.

Bertolt Brecht (1898 - 1956)


Ein Porträt des Jubilars von Steffen Büchner, Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft.

Linolschnitt, gedruckt am 12.7.2017
Aufl, 15 Exemplare
Größe 10 x 14 cm

Bibliophiles - außer der Reihe

Zum heutigen 125. Geburtstag des Dramatikers, Lyrikers Autors und Intendanten Bertolt Brecht an dieser Stelle ein "Bibliophiles des Monats" außer der Reihe, nicht nur, aber sicher auch, weil es sich um das zentrale Sammelgebiet des Blogbetreibers handelt.

Bibliophiles "außer der Reihe" sind am heutigen 10. Februar drei Künstlerbücher des Pirckheimers Hanfried Wendland.
In den Veröffentlichungen des Stadtarchivs Dessau-Roßlau, Band 17, liest man zu diesem Pirckheimer: »Die eindrückliche, expressive Bildsprache der Graphiken Hanfried Wendlands ist zumeist zwischen zwei Buchdeckeln verschlossen. […] Seit Mitte der 80er Jahre erscheint jährlich mindestens eine Edition aus der Hand Wendlands, reich ausgestattet mit Linol- und Holzschnitten, von Hand gebunden, in kleinen, kostbaren Auflagen.«.
1988 schuf der Graphiker und Buchkünstler in 23 Exemplaren mit "Legende von der Entstehung des Buches Taoteking auf dem Weg des Laotse in die Emigration" den ersten Titel zu Bertolt Brecht.
Er enthält 13 Holzschnitte und 13 Collagen von Hanfried Wendland in einem Originalseidenband mit illustrierten Vorsätzen, in Originalchemise mit Deckelschild.
Die Holzschnitte illustrieren die Stationen der von Brecht beschriebenen Reise, eine durchgehende Collage aus dünnen Papierstreifen symbolisiert den Weg. Den Handsatz übernahmen Harald Weller und den Druck Reinhard Scheuble, beide Drucker arbeiten wie Hanfried Wendland in Berlin.

1999 erschien als 14. Druck der NeueKleiderDrucke Brechts "Legende vom toten Soldaten". Das Buch mit 24 nicht paginierten Blättern enthält zehn ganzseitige Farbholzschnitte, davon einen doppelseitigen, mit bedruckten Vorsätzen im bedruckten Pappschuber.
Es erschien in in einer Vorzugsausgabe mit einer Extrasuite von neun Holzschnitten, darunter 5 Exemplare mit 2 zusätzlichen im Buch nicht verwendeten Holzschnitten, die in einer separaten Mappe, einzeln von Hanfried Wendland sign. und röm. num. – Handsatz von Peter Rensch, Handbuchbindung von Christian Klünder in Originalhalblederband mit farbigem Deckelholzschnitt.

2016 legte der Pirckheimer mit seinem 41. Druck "Die Ausnahme und die Regel" den dritten Titel von Bertolt Brecht in der Reihe NeueKleiderDrucke vor. Der Druck auf 80 Seiten im Format 39 x 29,5 cm enthält zwölf signierte Farbholzschnitten des Künstlers, davon zwei doppelblattgroß.
Es erschienen eine Ausgabe A in 24 arabisch nummerierten Exemplaren, davon 18 Exemplare als Normalausgabe und 6 Vorzugsexemplare mit einer Suite aller Graphiken, sowie eine Ausgabe B mit 4 römisch nummerierten Exemplaren mit einer Suite aller Graphiken sowie einem Original-Druckstock. Dieser Titel wurde auch in der letzten von Jürgen Schweitzer herausgegebenen Graphischen Kunst 2/2022 vorgestellt.
Gedruckt wurde der Titel von Peter Rensch auf der Andante Handpresse.

125 Jahre Bertolt Brecht

Zum Geburtstag des bedeutenden und einflussreichen Autors Bert Brecht poste ich hier mal noch etwas - nicht Bibliophiles, dennoch Gedrucktes.
Vor einer Woche gab die Post aus Anlass des Jubiläums wieder eine Briefmarke heraus: "Ändere die Welt: sie braucht es!" (10er Bogen). Der Entwurf stammt von Matthias Wittig, Berlin (das © für das Foto liegt bei akg-images / Ruth Berlau, für das Zitat bei den Bertolt-Brecht-Erben / Suhrkamp Verlag). Gedruckt wurde die Marke bei Giesecke + Devrient Currency Technology GmbH, Leipzig.

Schon zum 100. Geburtstag Brechts führte die BRD die Tradition der DDR, zu dessen Jubiläum eine Briefmarke zu editieren, fort, damals gestaltete der polnische, damals in Berlin lebende Graphiker und Briefmarkenkünstler Jan Lenica (1928 - 2001) die Marke (rechts auf dem 10er Bogen).

Vom Pirckheimer Volkmar Häußler, Sammler der Graphiken zu Bertolt Brecht, erschien bei der Österreichischen Post Juni 2006 anlässlich der Ausstellung seiner Sammlung in Augsburg eine Briefmarke, auf der eine Federzeichnung von Hans Ticha mit dem Porträt Bertolt Brechts abgebildet ist. Eine zweite Briefmarke mit einem Motiv aus seiner Sammlung gab er 2008 heraus. Diese zeigt ein von Egbert Herfurth gestaltetes Exlibris für Volkmar Häußler - dieses Motiv lag auch der Einladung zur Ausstellung im Unteren Schloss Greiz bei. Die Auflage beider Marken (beidseitig, mitte) beträgt jeweils 100 Stück.

Die Abb. zeigt darüber hinaus zwei Marken im Rastertiefdruck von 1957 mit einem Porträt des Dichters, entworfen von Friebel, die anlässlich des ersten Todestages Brechts herausgegeben wurden, sowie einen Blog und die separate Marke zu dessen 90. Geburtstag.
Und in der Serie "Bedeutende Theater-Inszenierungen" erschien 1973 in der DDR eine von Lothar Grünewald entworfene und ebenfalls im Rastertiefdruck gedruckte Briefmarke.