Sonntag, 6. März 2016

Ehrung für Gudrun Zapf von Hesse und Hermann Zapf

Anlässlich der heutigen Verleihung des Kunstpreises der Ike und Berthold Roland-Stiftung 2016 an die bedeutenden Typografen und Schriftkünstler Gudrun Zapf von Hesse und Hermann Zapf (1918 - 2015) hat das Gutenberg Museum eine kleine Werksschau des Ehepaares installiert. Zu sehen sind sehr beeindruckende Frühwerke der beiden Preisträger.
Untenstehend ein Blick in die Ausstellung - beide Fotos wurden von Ralph Aepler aufgenommen.

Freitag, 4. März 2016

Jedes Buch ein neuer Anfang

Die derzeit im Klingspor-Museum laufenden Alumni-Ausstellung zu Typografie und Buchgestaltung wurde gestern unter dem Titel "Buch muss sich neu erfinden" von Reinhold Gries in der Offenbach-Post vorgestellt.
Beim Rückblick auf 25 Jahre Lehrtätigkeit, an den Hochschulen in Mainz und Braunschweig lässt es die Offenbacher Typografie-Professorin Ulrike Stoltz an nichts fehlen im Klingspor-Museum. Rund 300 Exponate von gut 250 Studenten stehen für das hohe Niveau, das die renommierte Buchkünstlerin und Preisträgerin pflegt. Doch ihr Werk, auch aus Offenbacher Buchkunst-Werkstätten 'Unica T' und 'Usus' bekannt, steht nicht im Vordergrund.
Als Lehrende gibt sie zwar die Richtung an, pflegt aber den kreativen Dialog und setzt auf Motivation. 'Jedes Buch ist ein neuer Anfang' lautet ihr Motto. Dabei steht das Medium Buch mitten im Umbruch in unserer Gesellschaft. Stoltz dazu: 'Die Situation lässt sich mit der Malerei nach der Erfindung der Fotografie vergleichen. Damals besann sich die Malerei auf das. was ihr speziell eigen ist. Ganz ähnlich muss sich das Buch neu erfinden.' ...
Viele Stoltz-Studenten nehmen Themen der Zeit auf. Florian Hardwig stellt am Leporello
'Modelle einiger Länder' vor. wie föderal unterschiedlich man in Deutschland das Schreiben lernt. Daneben karikiert das Collage-Buch 'Wir sind was volkt' Gegenwärtiges ... Es finden sich wandzeitungsartige Großblätter, konkrete und freie Poesie, kunstvoll Gefaltetes, Musterbücher, klassisch Gedrucktes und Gebundenes oder Fotobücher. Auffällig sind Gratwanderungen zwischen Menschlichem, Poetischem und Ästhetischem. ... Adrian Sterczeks Handsatzbuch .Schrift Form" wirkt wie ein Standardwerk zur Typographie. ...

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Ausstellung: 3. März - 30. April 2016,
Alumni-Treffen mit Kurzvorträgen und Präsentationen (9. April)
Führung durch Ulrike Stoltz mit anschl. Alumni-Party (30. April)

è Klingspor-Museum

Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Donnerstag, 3. März 2016

Aus für einen anspruchsvollen Verlag

Faber & Faber: Zum letzten Mal verlagsfrische Exemplare!

Nun ist es wirklich vorbei: Als ich kürzlich auf die immer noch „aktive“ Website von Faber & Faber gehen wollte, kam das berühmte „404: not found“. Mein Anruf in Leipzig bestätigte: Nun ist der Verlag auch juristisch aufgelöst, man kann nichts mehr nachbestellen bei dem Legende gewordenen Buchkunst-Verlag, hier die letzten verlagsfrischen Bücher, die es gibt!
Nachdem das Auftauchen von Drucken vor allem aus der Reihe der „Graphischen Bücher“ im Modernen Antiquariat die treuen Anhänger der Faber‘schen Buchkunst ganz schön vergrätzt (sic!) hatte, ist dieser Markt nun verlaufen, die Bücher werden wieder ihrem Wert entsprechend bzw. zu steigenden Preisen im Antiquariatsmarkt gehandelt.
Als Schlussschmankerl und Hommage an diese großartige Sammlung von „Erstlingswerken deutscher Autoren des 20. Jahrhunderts“ haben wir je ein Exemplar von 3 der 4 Supplement-Kassetten zu der Buchreihe.
(Wolfgang Grätz im 202. Grafikbrief)

Traxlers Bilderbücher

Paula, Emil, Franz, Sofie und die anderen

Hans Traxler, einer der fünf Zeichner der legendären »Neuen Frankfurter Schule«, hat neben seinem Schaffen als treffsicherer und genau beobachtender, stets aktueller Cartoonist und Satiriker eine Reihe humorvoller und poetischer Bilderbücher gezeichnet und geschrieben, angefangen von dem fantasievoll-phantastischen Buch »Paula die Leuchtgans« aus dem Jahre 1998 bis hin zu seinem jüngsten Werk, dem genau beobachtenden, warmherzigen Buch »Sofie mit dem großen Horn«, dem dritten Band seiner Alpentrilogie für Kinder.
Darüber hinaus hat er Texte und Textsammlungen anderer Autoren für Kinder bebildert.
Die Ausstellung präsentiert rund 60 Originalillustrationen von Hans Traxler aus seinen unterschiedlichen Schaffensperioden und gibt so einen Überblick über das Werk für Kinder dieses bedeutenden deutschen Zeichners.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Ausstellung: 13. März - 05. Juni 2016

è
 Burg Wissem, Bilderbuchmuseum
Burgallee
53840 Troisdorf

Verlage im "Dritten Reich"

1932 erschienen über 33.000 Neuerscheinungen in Deutschland - mehr Publikationen als jemals zuvor. Die drei Verlage Edition Peters, Breitkopf & Härtel und Schott in Mainz beherrschten 60 Prozent des Musikalienmarktes weltweit. Die Gleichschaltungsgesetze der Nationalsozialisten 1933 bedeuteten das abrupte Ende dieser Blüte. Bei Kriegsausbruch gab es nur noch zehn Verlage, die keinerlei nationalsozialistisches Schrifttum verlegt hatten. Klaus G. Saur, Herausgeber des Sammelbandes "Verlage im 'Dritten Reich'" (Klostermann Verlag), zeichnet das Verlagssterben faktenreich und anschaulich nach.
Abbildung des Buches "Der letzte Appell"
Begleitend zum Vortrag zeigt das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek eine Auswahl an Verlagspublikationen jener Zeit. Ob "Mein Kampf" in der Geschenkausgabe von 1938, die auf der Weltausstellung in Paris mit einem Grand Prix ausgezeichnet wurde, oder die billigen wie ertragreichen Massenauflagen der braunen Propagandaschriften, ob die Flut an Büchern für die Front oder die unter Lebensgefahr hergestellten und vertriebenen Tarnschriften - diese Bücher haben eines gemeinsam: Sie sind unter den Rahmenbedingungen der nationalsozialistischen Diktatur entstanden. Während die einen Verlage die wirtschaftlichen Nutznießer der Ideologie waren und Millionengewinne mit ihren Drucken erzielten, bedeute das Verlagen für die anderen Gefahr an Leib und Seele.

Vortrag: 15. März 2016, 19:30 Uhr
Ausstellung: 16. März - Oktober 2016


Deutsches Buch- und Schriftmuseum
Deutschen Nationalbibliothek
Deutscher Platz 1, 04103 Leipzig

Mittwoch, 2. März 2016

Bahnriss?! Papier | Kultur

Als „Bahnriss“ wird bei der maschinellen Papierherstellung oder bei Druckmaschinen der Störfall des ungewollten Zerreißens der Papierbahn bezeichnet. Die Metapher weist auf den möglichen Abriss der Kultur des bedruckten Papiers zugunsten der Computertechnik im beginnenden 21. Jahrhundert hin. Andrerseits wächst die Herstellung von Verpackungs- und Hygienepapierprodukten, nicht zuletzt wegen des sich ausbreitenden Internetversandhandels. Die Ausstellung illustriert die Geschichte der Papierproduktion sowie die Auswirkungen von Papierprodukten auf die menschliche Kultur. So werden zum Beispiel neben einem detaillierten Modell einer Papiermühle, einem steinernen Stampftrog, Schöpfsieben und Egoutteuren auch Papierkleidung aus Japan und juristische Dokumente zur Regelung des Hadernsammelns gezeigt – eine insgesamt sehenswerte Ausstellung mit einer Reihe interessanter Exponate.
Foto: Ninon Suckow
Literatur: Schmidt, Frieder: „Bahnriss?! Papier | Kultur“. Eine Ausstellung im Deutschen Buch- und Schriftmuseum. In: Dialog mit Bibliotheken 28 (2016) H. 1 S. 42-47.
(Thomas Klaus Jacob)

Ausstellung: 19. Februar - 2. Oktober 2016

Deutsches Buch- und Schriftmuseum
Deutschen Nationalbibliothek
Museumsfoyer
Deutscher Platz 1, 04103 Leipzig

Montag, 29. Februar 2016

E. A. Poe: Der Fall Marie Rogêt

Es ist geschafft: Die im Poe-Jahr 2009 begonnene »Dupin-Trilogie« ist abgeschlossen!
»The Mystery of Marie Rogêt«, erstveröffentlicht in drei Teilen ist die erste Detektivgeschichte, die auf den Details eines realen Verbrechens beruht.
Rolf Münzner, Geithain, illustrierte sie für diese bibliophile Edition der Pegasus Presse Peter J. Moosbrugger mit acht kongenialen Asphaltlithographien, die durch das Lithographische Atelier Leipzig, von den Originalsteinen abgezogen wurden.
(P.J. Moosbrugger)
Die Pegasus Presse präsentiert die komplette Dupin-Trilogie Edgar Allan Poes auf der Leipziger Buchmesse in der Internationale Ausstellung für Künstlerbücher und Handpressendrucke (IAKH), Halle 3, Stand H501.

- Handpressendruck in 111 Expl. auf Bütten
- Vom Künstler signiert und nummeriert
- Von Hand geheftet und gebunden
- Mit Rücken- und Deckelprägung
- Im Schuber
- 88 Seiten, Format: 18 x 26,5 cm
- Ausgabe A ( I–XVI ) Ziegenleder: € 568
- Ausgabe B (1–95 ) als Halb-Pergamentband: € 428

Sonderpreis für die Bände 1 bis 3:
Ausgabe A: € 1.400
Ausgabe B: € 980

Pegasus Presse P.J.Moosbrugger
Weidenstraße 24 D-86343 Königsbrunn
Ruf +49 (0)8231 33239

Leipziger Buchmesse: 17. - 20. März 2016
Leipzig, Messegelände

ABC Antiquariat Marco Pinkus schließt

Am 12. März schließt das traditionsreiche ABC Antiquariat Marco Pinkus in Zürich.
Theo Pinkus, der in Berlin bei Rowohlt und für Willi Münzenberg arbeitete, ging mit der Machtübernahme der Nazis in Deutschland zurück in die Schweiz. 1939, als die Grenzen ganz zu gingen, nicht nur für Menschen, sondern auch für Bücher, machte er sich auf Büchersuche, nach den verbotenen und den verbrannten. Das Antiquariat wurde 1973 von Marco Pinkus gegründet und infolge Erkrankung des Inhabers und drohender Insolvenz 1997 von Götz Perll, Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, geführt. 1998 kam das Antiquariat der Pinkus-Genossenschaft dazu, die aus Pinkus & Cie. hervorgegangen ist und an deren Anfang der von Theo Pinkus gegründete Büchersuchdienst gestanden hatte. Schwerpunkte sind unter anderem Literatur des 20. Jahrhunderts, Kunst, Helvetica, Politik, Philosophie und Sozialgeschichte. Die Schließung des Antiquariats in der Innenstadt von Zürich begründet Götz Perll mit dem Hinweis: "Geschlossen wird der Laden, weil eine Nachfolge mit Handänderung an den Profiterwartungen des Hauseigners – er plant eine 80 % Mieterhöhung – scheiterte. Ich bin 77, werde aber doch noch etwas weitermachen, 'mit dünnen, leichten und feinen Sachen', aber ohne Abebooks und ZVAB, nur mit meiner eigenen Internetseite. Zudem harren noch einige hundert Suchaufträge der Erledigung und berate ich noch einige Sammler."
Bis zur Schließung gibt es einen Schlußverkauf, mit 30 % auf allen Büchern, Landkarten, Postkarten, Grafiken, etc.

Freitag, 26. Februar 2016

Kunstpreis an zwei bedeutende Schriftkünstler

„H“ aus der Palatino Nova Light und „&“ aus der Zapfino (Hermann Zapf),
„G“ aus der Diotima Classic LT Prolight (Gudrun Zapf von Hesse)
Der Kunstpreis der Ike und Berthold Roland-Stiftung geht 2016 an die Schriftkünstlerin Gudrun Zapf von Hesse und posthum an den Schriftgestalter und Kaligrafen Hermann Zapf (1918 - 2015) für ihr international bedeutendes Werk. Der Preis wird am 6. März 2016 im Gutenberg-Museum verliehen.
Zu Hermann Zapf hiess es anlässlich einer Rückschau auf sein Lebenswerk 2015 im Klingspor-Museum: "
Zapf hat der Schrift sein Lebenswerk gewidmet und die Entwicklungsgeschichte des geschriebenen Worts in den Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg mit seinen Schriften maßgeblich geprägt. Palatino und Optima allein genügten, um dies zu belegen – vieles mehr hat der Protagonist in Hand- und Druckschrift geschaffen. Seine Kreativität hatte auch immer die technische Umsetzung im Blick. Dem Computerzeitalter öffnete er sich, ja er half, seine typografischen Errungenschaften an die Erfordernisse der digitalen Verbreitung anzupassen."
Bereits 2001 wurde der 2. September zum "Hermann und Gudrun Zapf Day" der Stadt San Francisco erklärt.

Querbeet und eine Neuerscheinung im Kunstkeller

Am 12. März eröffnet im Kunstkeller Annaberg unter dem Titel "Querbeet" eine Ausstellung der Vereinsmitglieder und Gäste. Mit dabei sind Jörn Michael, Sabine Sachs, Alexander Stoll, Christine Richter, Erika Sense, Gabriele und Birger Jesch, Elke Harzer, Nora und Wolfgang Ulbrich, Christel Riebel, Roland Buschmann, Sylke und Jörg Seifert, Thomas Suchomel, Antonia Hofmann, Bärbel und Gottfried Rothe, Kerstin Vicent, Peter Grosz, Wolfgang Windhausen, Anke Paula Böttcher und Matthias Zwarg, Osmar Osten, Andreas Schüller.
Erst vor wenigen Wochen konnte der Kunstkeller Annaberg eine, gemeinsam mit der Sammlung Erzgebirgische Landschaftskunst herausgegebene, Monografie zu Leben und Werk von Rudolf Manuwald (1916 - 2002) vorstellen. Die Monografie kann über den Kunstkeller Annaberg für 16 € erworben werden.

Ausstellung: 12. März - 9. Mai 2016

Monografie: 144 Seiten, Festeinband,
mit großem Bildteil (ca. 120 farbige Abbildungen)
und Texten von Peter Rochhaus und Alexander Stoll,
21,5 cm x 25,5 cm


è Kunstkeller Annaberg
Willischstraße 11
09456 Annaberg-Buchholz

Frank Gottsmann

Frank Gottsmann - Kleine Mauer, 2010, Mischtechnik auf Japanpapier, 27 x 98cm
In der Kunst- und Ausstellungsagentur des Pirckheimers Joachim Pohl ist im März und April unter dem Titel "horizontal" eine Ausstellung mit Malerei und Arbeiten auf Papier von Frank Gottsmann zu sehen.
Der 1956 in Kleinmachnow geborene Frank Gottsmann studierte an der Kunsthochschule Berlin, arbeitet seit 1982 freiberuflich als Maler und Grafiker und war Lehrer für künstlerische Grundlagen an der Fachschule für Werbung und Gestaltung Potsdam, später an der Fachhochschule Potsdam im Bereich für Restaurierung und ist dort seit 1996 als Lehrer für Grundlagen der Gestaltung/Zeichnen im Fachbereich Design tätig.

Vernissage: 1. März 2016, 18:30
Ausstellung: 1. März bis 29. April 2016

Wollankstraße 112a
13187 Berlin-Pankow
Fon/Fax: 030-486 71 13
E-Mail

Donnerstag, 25. Februar 2016

Typografie und Buchgestaltung im Studium

Ulrike Stoltz: Lady Mikodo in Japan, Unikat
Nach einer halbmonatigen Schließung der Ausstellungsräume werden im Klingspor Museum zwei neue Ausstellungen eröffnet: „Jedes Buch ein neuer Anfang. Ulrike Stoltz: Eine Anthologie aus 25 Jahren Unterricht in Typografie und Buchgestaltung" und "Im Dialog: Lehrende und Lernende an der HfG Offenbach – Buch. Freie Grafik." Druckgrafik von Volker Steinbacher, Werkstattleiter der HfG. Außerdem Bücher, die in einem Workshop mit Craig Leonard entstanden. An den Hochschulen werden in Fachbereichen Typografie und Visuelle Kommunikation Typografen und Grafikdesigner ausgebildet. Dass die Studiengänge auch als Katalysator für den Nachwuchs an Buchkünstlern fungieren, zeigt das Klingspor Museum mit zwei parallelen Ausstellungen mit Arbeiten von Studierenden der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, der Fachhochschule Mainz und der Hochschule für Gestaltung Offenbach.

Eröffnung: 2. März 2016
Ausstellung: 3. März - 30. April 2016,
Alumni-Treffen mit Kurzvorträgen und Präsentationen (9. April)
Führung durch Ulrike Stoltz mit anschl. Alumni-Party (30. April)


è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Stiftung Buchkunst stiftet Bücher

Die Stiftung Buchkunst Frankfurt am Main und Leipzig hat dem Schulmuseum Leipzig eine bedeutende Sammlung von über 1800 Schulbüchern und Lernmedien geschenkt. Diese wurden seit den 70ger Jahren, anfangs im Rahmen des Wettbewerbs "Die schönsten Bücher der DDR", ab 1990 für "Die schönsten deutschen Bücher", eingesandt.
Für Museumsleiter Dr. Thomas Töpfer ist die Sammlung etwas besonderes, da die Bücher Aufschluss darüber geben, wie und welche Lerninhalte in unterschiedlichen Zeiten vermittelt wurden.
Die Schenkung wird in den nächsten Monaten katalogisiert und steht danach allen Interessenten in der Museumsbibliothek zur Verfügung. Neben der neu hinzugekommenen Sammlung dokumentieren in dieser Bibliothek über 25.000 weitere Positionen die Leipziger Schul- und Bildungsgeschichte von der Kaiserzeit bis in die Gegenwart.

Mittwoch, 24. Februar 2016

Zum Sechzigsten der „Pirckheimer“

In der neuesten Nummer des Blättchens findet sich ein kurzer, aber lesenswerter Abriss der Geschichte der Pirckheimer-Gesellschaft:
"Die Pirckheimer-Gesellschaft im Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands, am 29. Januar 1956 in Berlin gegründet, gehört zu den wenigen kulturellen Vereinigungen aus der Deutschen Demokratischen Republik, die über das Jahr 1990/91 hinweg gekommen sind. Als eingetragener Verein (e.V.) nimmt die Gesellschaft der Bücherfreunde, benannt nach dem Humanisten Willibald Pirckheimer (1470-1530), einem Freund Albrecht Dürers, heute im Verhältnis zur Gesellschaft der Bibliophilen (gegründet 1899) und der Maximilian-Gesellschaft (gegründet 1911) aufgrund ihrer Mitgliederzahl einen Mittelplatz ein. [...]
Vom Deutschen Kulturbund auf vielfältige Weise gefördert und der „Bibliophilie im Sozialismus“ verpflichtet, zählte die Gesellschaft 1970 rund 500 Mitglieder, deren Zahl wuchs bis 1990 auf etwa 1200. Bücher, Graphik und Exlibris gehörten zu den bevorzugten Sammelgebieten.
[...] Sowohl durch die Jahrestreffen die seit 1971 an unterschiedlichen Orten stattfanden – zur Internationalen Buchkunstausstellung alle fünf Jahre selbstverständlich in Leipzig – als auch durch die Zunahme regionaler Aktivitäten, vor allem in Bezirksgruppen, nahm die Gesellschaft einen bemerkenswerten Aufschwung. Ausgangs- und Mittelpunkt des bibliophilen Lebens in der DDR war jedoch Berlin. Mit etwa 335 Mitgliedern waren hier 1989 rund ein Drittel der Pirckheimer zu Hause. Die Abende der Gesellschaft waren gut besucht: HAP Grieshaber, Werner Klemke oder auch Mario Offenberg von Adass Jisroel waren zu hören. [...] Die beliebten Jahrestreffen finden seit 1991 wieder statt, alternierend im traditionellen Bewegungsraum der Pirckheimer und in Orten der alten Bundesrepublik, doch die Zahl der Mitglieder schwand auf etwa 400. [...]"
(Leo Piotracha)

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Das Blättchen | 19. Jahrgang | Nummer 4 | 15. Februar 2016

Dienstag, 23. Februar 2016

Pirckheimer – schließt die Lücken!

Reisen bildet ja bekanntlich. Diese Erfahrung durfte ich kürzlich im schönen Leipzig machen. Unser Pirckheimer-Freund Herbert Kästner führte Matthias Haberzettl und mich durch das Archiv des Leipziger Bibliophilen Abends – sehr beeindruckend. Dabei lernte ich die Nummer 0 der Marginalien kennen, die auf den 29. Januar 1956 datiert ist. Also ich kannte dieses Heft Nummer 0 bis zu dieser Reise nicht. Inhalt ist ein Text von Friedrich Schiller: „Herzog von Alba bei einem Frühstück auf dem Schlosse zu Rudolstadt im Jahre 1547“. Natürlich besitzt diese Ausgabe Vignetten unseres Gründungsmitgliedes Werner Klemke. Und folgerichtig besitzt Matthias Haberzettl als bekannter Klemke-Sammler dieses Heft. Nun besitze ich davon eine Dublette aus der Haberzettlschen Sammlung, und konnte so die hoffentlich letzte Lücke in meiner Marginalien-Reihe schließen.
Von diesem Heft haben wir zwar keines in unserem Pirckheimer-Archiv, auch nicht von den Nummern Eins (dieses Heft ist jedoch noch als Reprint zu haben) bis Zwölf, dafür aber von neueren Heften noch manches Exemplar. Also, liebe Pirckheimer-Mitglieder, welche(s) Heft(e) fehlt in Ihrer Sammlung? Schicken Sie uns einfach Ihre Liste mit den Lücken. Wir werden versuchen, sie zu schließen.
Am einfachsten senden Sie Ihre Wunschliste per E-Mail an aepler(at)pirckheimer-gesellschaft.org. Es geht aber auch traditionell per Brief an Pirckheimer Gesellschaft e.V., Postfach 640114, D-10047 Berlin.
Bitte den Absender nicht vergessen. Was die Preise angeht, bitte lassen Sie sich überraschen. Eines ist jetzt schon sicher: Das leidige Porto zahlt der Empfänger. Aber für die Hefte unterbreiten wir Ihnen ein Angebot, das Sie einfach nicht ablehnen können.
Viele Grüße Ralph Aepler

Jahresversammlung der Schweizerischen Bibliophilen-Gesellschaft

Die Schweizerische Bibliophilen-Gesellschaft trifft sich zu ihrer Jahresversammlung 2016 am 4. und 5. Juni in Vaduz und Feldkirch.
Der Samstag in Vaduz wird mit einem gemeinsamen Gang in der Kathedrale St. Florin und einem anschließenden Orgelkonzert und dem Besuch des Landesarchivs und der Landesbibliothek beginnen und mit einen festliches Nachtessen in der Fürstlichen Hofkellerei abgeschlossen. Am Sonntag ist in Feldkirch die Besichtigung der Humanistenbibliothek mit Inkunabeln und Frühdrucken geplant, ab Mittag wird dann die Jahresversammlung stattfinden.

è Schweizerische Bibliophilen-Gesellschaft

Montag, 22. Februar 2016

Die Insel-Bücherei und ihre Entwicklung

Unter diesem Titel referierte am 18. Februar Peter Kunze vor etwa 30 Mitgliedern und ebenso vielen Gästen der Berlin/Brandenburger Pirckheimer über „die schönste aller Buchreihen“.
Einstieg war ein Rundschreiben des Insel-Verlages über die von ihm zu begründende „Insel-Bücherei“ vom Mai 1912, die dem „Börsenblatt des deutschen Buchhandels“ vom 23. Mai 1912 beilag.
In Form eines imaginären „Zeitstrahles“ zeichnete Herr Kunze dann die Entwicklung der Inselbücherei anhand der äußeren Gestaltung der Inselbändchen auf.
Sicher war vielen Hörern z.B. nicht bewusst, dass sich die uns im Bücherregal so vertraute Ansicht der Bändchen mit Rückenschild und Nummer erst im Laufe der Zeit herausbildete. Die ersten Bändchen bis Ende 1912 erschienen ganz ohne Rückenschild und bis 1915 trugen die aufgeklebten Rückenschilder zwar den Titel, aber noch keine Nummer.
Über die ersten Lederausgaben, die Kriegsausgaben des 1. Weltkriegs, die in Marmorpapier eingebundene Bändchen, die Feldpost- und Frontbuchhandelsausgaben des 2. Weltkrieges, broschierte Rest- und Nachauflagen in der Nachkriegszeit ging die Zeitreise bis zur Trennung des Verlages 1945, nun mit den Sitzen Leipzig und Wiesbaden und ab 1950 Frankfurt a.M. Absatzschwierigkeiten führten wiederum zur Veränderung des äußeren Bildes. Die Bildeinbände waren das Ergebnis dieser Entwicklung. Um 1972 wurden die sogenannten „Kaufhausausgaben“ auf den Markt geworfen. Der Frankfurter Verlag wollte seine Lagenbestände reduzieren und lies restliche Rohbogen in rote, gelbe und grüne Pappe binden und bot sie in Kaufhäusern an. Die IB-Nummern sind auf diesen Bänden nicht angegeben. Peter Kunze, der seit ca. 1968 Inselbändchen sammelt und dessen Sammlung inzwischen ca. 3800 Exemplare umfasst, hatte Beispiele für alle diese genannten (und nicht genannten) Arten von Insel-Büchern aus seiner Sammlung mitgebracht und lies sie im Säulensaal herumgehen.
Es versteht sich von selbst, dass in diesem Kreis auch auf die Bibliographien und weitere Literatur zur Inselbücherei hingewiesen wurde. So gestaltete Peter Kunze im IB-Jubiläumsjahr2012 eine Ausstellung in der Bibliothek der FU, zu der auch ein Katalog erschien, der noch in wenigen Exemplare über die Bibliothek bezogen werden kann.
Zu ihrem Sammlertreffen im Jubiläumsjahr erarbeitete die Berliner Insel-Sammlergruppe – zu der auch Herr Kunze gehört – eine Broschüre „Berlin in der Insel-Bücherei“, die den Teilnehmern des Treffens überreicht wurde. Der Text erschien in überarbeiteter Form in den „Mitteilungen für Freunde. 32“ (Abb. oben).
Auch der umfangreiche Artikel in der Wikipedia wird von einem Mitglied der Gruppe maßgeblich betreut, siehe
hier und ist über Pediapress in einer Druckfassung zu bekommen.
(Ninon Suckow)

Freitag, 19. Februar 2016

IX. Triennale der Kleingrafik

Die Stadt Wittstock (Kreis Ostprignitz-Ruppin) ist ab morgen Gastgeber einer Ausstellung mit Kleingrafiken aus aller Welt. Die von einer Galerie im französischen Chamalières initiierte Schau findet alle drei Jahre statt. Motive der Arbeiten sind Menschen, Landschaften und Stillleben in verschiedenen grafischen Stilrichtungen und Techniken.
Die Leiterin der Museen Alte Bischofsburg, Antje Zeiger, verwies darauf, dass Arbeiten von knapp 200 Künstlern aus 49 Ländern gezeigt werden, was auch die politischen Ereignisse in den Heimatländern der Künstler widerspiegelt: an der VIII. Triennale nahmen noch 86 Künstler teil, aber aus einer ganzen Reihe von Ländern mit derzeit gewalttätigen Auseinandersetzungen konnten 2016 keine Beiträge eingereicht werden. Auch diesmal sind jedoch wieder hervorragende Werke zusammengetragen worden.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Ausstellung: 20. Februar - 22. Mai 2016

Kreismuseen Alte Bischofsburg
Amtshof 1 - 5, 16909 Wittstock

Donnerstag, 18. Februar 2016

Mitgliederversammlung der Maximilian-Gesellschaft

Die Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst trifft sich zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung am 15. und 16. April 2016 in Ludwigsburg.
Am Freitag Vormittag wird es in Marbach Führungen im Schiller Nationalmuseum und durch die Magazine Deutsche Literaturarchiv geben, nachmittags findet die 93. Mitgliederversammlung der Maximilian-Gesellschaft im Literaturmuseum der Moderne statt. Anschließend wird es auch dort eine Führung geben, ein gemeinsames Abendessen beendet den Tag. Am Samstag gibt es die Möglichkeit zur geführten Besichtigung des Städtischen Museums und des Residenzschlosses Ludwigsburg.

è Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst

Mittwoch, 17. Februar 2016

Nadine Respondek-Tschersich

Noch drei Wochen läuft in der Galerie der art Kapella in Schkeuditz eine Ausstellung unter dem Titel "Aus dem Häuschen" von Nadine Respondek-Tschersich, eine Buchkunst- und Graphikdesignerin, allen Bibliophilen als Mitglied des Künstler-Zusammenschlusses augen:falter bekannt, deren letzte Arbeit in der Reihe Holzschnittbücher "Einübung ins Paradies" von Klaus Raasch und Walter Fischer derzeit in der Graphischen Werkstatt des Museums der Arbeit gedruckt wird.
Nadine Respondek-Tschersich studierte bis 2004 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und war danach Meisterschülerin bei Professor Ulrich Hachulla. Ein von ihr illustriertes Buch „Der Star des Herrn Liebelt“ von Jan Neruda erhielt 2006 den Preis „Die schönsten deutschen Bücher“, 2007 bekam sie den Hans-Meid-Preis für Buchillustration für die Illustration von Dostojewskis „Der ewige Ehemann“.
Die laufende Ausstellung zeigt Radierungen, Foto-Collagen, großformatige Arbeiten in Mischtechnik, sowie Holz- und Linolschnitte und natürlich auch Kunst-Bücher.

Ausstellung: 24. Januar - 6. März 2016

art Kapella Schkeuditz