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Mittwoch, 25. März 2026

seltenes Exemplar von Bert Brecht jetzt in Marbach

Das Deutsche Literatur Archiv Marbach hat eines der beiden noch überlieferten Exemplare von Bertolt Brechts Theaterstück ›Furcht und Elend des III. Reiches‹ erworben!
Das Exemplar, ehemals im Besitz von Marco Pinkus, trägt handschriftliche Spuren aus der Verlagsarbeit und eine Zustimmung zum »Besitzerwechsel« durch Wieland Herzfelde. Als Dokument der gegen den Nationalsozialismus engagierten Literatur und des intellektuellen deutschen Exils ist dies ein bedeutendes Stück für die Marbacher Sammlungen.
Bertolt Brechts Stück ›Furcht und Elend des III. Reiches‹ zählt zu den zentralen Texten des politischen deutschen Exils nach 1933. In 27 Szenen wird der Alltag im national-sozialistischen Deutschland dargestellt und mit den Brecht’schen Methoden kritisch-analytisch aufbereitet. Zwischen 1934 und 1943 arbeitete Brecht an dem Text, der ihn somit in all seinen Exilstationen (Dänemark, Schweden, USA) begleitete. 1938 hätte das Stück im Malik-Verlag von Wieland Herzfelde im Prager Exil erscheinen sollen. Die deutsche Annexion der Tschechoslowakei verhinderte das, deutsche Behörden zerstörten die Druckstöcke. Zwei Korrektur-Abzüge konnten gerettet werden. Die geplante Ausgabe im Malik-Verlag enthält Szenen, die in keiner der späteren Veröffentlichung enthalten sind. Somit können die beiden Korrektur-Abzüge als verlorene Erstdrucke des Textes gelten.

Montag, 29. Februar 2016

ABC Antiquariat Marco Pinkus schließt

Am 12. März schließt das traditionsreiche ABC Antiquariat Marco Pinkus in Zürich.
Theo Pinkus, der in Berlin bei Rowohlt und für Willi Münzenberg arbeitete, ging mit der Machtübernahme der Nazis in Deutschland zurück in die Schweiz. 1939, als die Grenzen ganz zu gingen, nicht nur für Menschen, sondern auch für Bücher, machte er sich auf Büchersuche, nach den verbotenen und den verbrannten. Das Antiquariat wurde 1973 von Marco Pinkus gegründet und infolge Erkrankung des Inhabers und drohender Insolvenz 1997 von Götz Perll, Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, geführt. 1998 kam das Antiquariat der Pinkus-Genossenschaft dazu, die aus Pinkus & Cie. hervorgegangen ist und an deren Anfang der von Theo Pinkus gegründete Büchersuchdienst gestanden hatte. Schwerpunkte sind unter anderem Literatur des 20. Jahrhunderts, Kunst, Helvetica, Politik, Philosophie und Sozialgeschichte. Die Schließung des Antiquariats in der Innenstadt von Zürich begründet Götz Perll mit dem Hinweis: "Geschlossen wird der Laden, weil eine Nachfolge mit Handänderung an den Profiterwartungen des Hauseigners – er plant eine 80 % Mieterhöhung – scheiterte. Ich bin 77, werde aber doch noch etwas weitermachen, 'mit dünnen, leichten und feinen Sachen', aber ohne Abebooks und ZVAB, nur mit meiner eigenen Internetseite. Zudem harren noch einige hundert Suchaufträge der Erledigung und berate ich noch einige Sammler."
Bis zur Schließung gibt es einen Schlußverkauf, mit 30 % auf allen Büchern, Landkarten, Postkarten, Grafiken, etc.