Montag, 10. Juli 2023

Disparate Freunde

Die 53. Veranstaltung „Aus dem deutschen Kunstarchiv“ am 5. Juli im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg stand unter der Überschrift „Disparate Freunde: Der Kunsthistoriker Lothar Lang und der Künstlerphilosoph Carlfriedrich Claus“ statt.
Brigitta Milde bei ihrem Vortrag, Foto Elke Lang
Das Archiv beherbergt den schriftlichen Nachlass von Lothar Lang, zu dem die rund 250 Briefe gehören, die er von Carlfriedrich Claus erhalten hat. Den Vortrag mit vielen bisher unveröffentlichte Fotos aus dem Bestand des Archivs Nürnberg und des Claus-Archivs Chemnitz hielt die bestens mit dem Thema vertraute Kunsthistorikerin Brigitta Milde. Sie war von 1999 bis 2021 Leiterin des Claus-Archivs in den Kunstsammlungen Chemnitz und hat sowohl den Kunsthistoriker als auch den Künstler persönlich gekannt und geschätzt und ein interessantes Bild von Leben und Schaffen beider geboten.
v.l.n.r.: Juliane Sailer, Brigitta Milde, Elke Lang und Susanne Brogi
Die Pianistin Juliane Sailer, die künftige Nachlassverwalterin von Lothar Lang, verstärkte die Eindrücke durch eine Improvisation zu Claus' beidseitiger Zeichnung auf Transparentpapier, „Blickworte reflektierende Studie“ von 1962/63, indem sie unter anderem die für Claus typischen Schichtungen musikalisch deutlich werden ließ.

Archivleiterin Susanne Brogi hatte zu diesem Anlass drei Vitrinen mit Material aus dem Kunstarchiv zu Claus – Lang gestaltet. Diese wird ein Vierteljahr in der Archivabteilung zu sehen sein. Das Jahr 2023 ist das Jahr des 10. Todestages von Lothar Lang und seines 95. Geburtstages.

(Elke Lang)

Jahrestagung der Altenbourg-Gesellschaft

Die Vorsitzende der Gerhard Altenbourg-Gesellschaft, Jutta Penndorf, sowie der Direktor des Lindenau-Museums und Vorsitzende der Stiftung Gerhard Altenbourg, Dr. Roland Krischke, hatten zur Jahrestagung am 17. und 18. Juni eingeladen hatten, auf der auch eine Website Premiere hatte, die eine Biografie des Künstlers Biografie bis zum Tod der Schwester Anneliese Ströch im Jahr 2013, die Auflistung der Werkverzeichnisse, eine Auswahlbibliografie über ihn, die Satzung und die Editionen der Gesellschaft sowie die Veranstaltungen und Publikationen seit Gründung am 11. November 2018 enthält.
Mit dem Vortrag „Gerhard Altenbourgs Garten. Gartendenkmalpflegerische Dokumentation und Restaurierungskonzept“ von Petra Hübinger vom Büro für Gartendenkmalpflege und Landschaftsarchitektur Dr. Jacobs & Hübinger, Berlin wurde Gerhard Altenbourgs Garten vorgestellt. Bei einer Führung durch den Garten erläuterte die Fachfrau, welche Eingriffe in den jetzigen, etwas verwilderten Zustand möglich sind.
Führung im Garten von Gerhard Altenbourg im Braugartenweg, Foto © Elke Lang
Die erste Publikation der Gesellschaft 2022 „Altenbourgs Garten. Schattengewächse und Mittagshelligkeit“, herausgegeben durch Jutta Penndorf ist  gegen eine Spende von 25 Euro erhältlich, ebenso der Nachdruck des Holzschnitts „Erich dressiert seinen Vogel“ von 1968 für 350 Euro.
Die nächste Veranstaltung wird am 27. August ein Spaziergang mit Grit Martinez, Umwelthistorikerin, durch die Kleingartensiedlung hinter der Spinnbahn sein, welche von Altenbourg 1956 zeichnerisch dargestellt wurde.

(Elke Lang)

Sonntag, 9. Juli 2023

50 Jahre Graphische Kunst

Die Herausgabe der Graphischen Kunst, bislang in der Edition Curt Visel herausgegeben, wurde im 50sten Jubiläumsjahr vom Maximilian Dietrich Verlag übernommen und künftig von Rainer Stec herausgegeben.
Graphische Kunst, Neue Folge, Heft 1/2023
In einem Begleitschreiben heißt es: "Viele haben uns für verrückt erklärt, in diesen Zeiten ein Kunstmagazin zu übernehmen. [...] Trotz der schwierigen Zeiten in den vergangenen 3 Jahren mit der Corona-Pandemie, welche nicht zuletzt durch ausgefallene Messen und Ladenschließungen Künstlern, Händlern und Verlagen das Leben schwer gemacht hat, aber auch der anhaltende Krieg in Europa und die Energiekrise, welche unser aller Alltagsleben verteuert, freuen wir uns die GK weiterführen zu können. Mit neuem Layout, mehr Farbseiten und frischem Zeitgeist [...]"

Eva Masthoff schreibt über Oleg Dergachov, Klaus Raasch über Artur Dieckhoff (1948 - 2020), Gabi Jörger über die Kunst des Holzschnitts, Simone Wierk über Susanne Kauth und Rainer Stec über Hélène Bautista.

Der Ausgabe B liegen im Original jeweils ein dreifarbiger Holzschnitt von Susanne Kauth und von Pius Haug, sowie ein Linolschnitt von Hélène Bautista bei, in der Ausgabe A zusätzlich eine handkolorierte Radierung von Oleg Dergachov und ein dreifarbiger Holzschnitt von Gabi Jörger.

Druckkunst von Josef Zenzmaier

Durch viele Jahre durften wir das druckgrafische Schaffen von Josef Zenzmaier begleiten: die ersten Arbeiten entstanden 1997, und 2015 konnten wir das Künstlerbuch „Der Weg zur Großmutter“ herausbringen. Danach begannen wir neue Projekte, die aber nicht mehr fertig geworden sind.

Um diesen Weg nachvollziehbar zu machen, haben wir für die Lithografien des Künstlers eine virtuelle Ausstellung eingerichtet, zu der Sie mit einem Klick hier gelangen.
Das Buch „Der Weg zur Großmutter“ (in der virtuellen Ausstellung können wir es aus technischen Gründen nicht zeigen) ist eine verdichtete Reise in die Kindheit, auf der der Künstler in vollständiger Beherrschung seiner Mittel den Weg des Kindes, das er einmal war, noch einmal geht.
Die Farblithografien des Buchs gibt es in geringer Zahl auch als Einzelblätter, hier.
Wir sind stolz auf diese lange Zusammenarbeit.

(Elisabeth und Nikolaus Topic-Matutin)

Samstag, 8. Juli 2023

Paula Scher: Type ist Image

Paula Scher (geb. 1948) ist die international einflussreichste und erfolgreichste Grafikerin ihrer Generation. Ihre Entwürfe haben Generationen von Designern geprägt und sind zu Ikonen des Grafikdesigns geworden. Dabei steht für die Grafikerin die Schrift, also die Typografie im Zentrum ihrer Arbeiten. Die Neue Sammlung – The Design Museum zeigt mit „Paula Scher: Type is Image“ die erste Einzelausstellung in Deutschland.

Von ihren frühen und preisgekrönten Album-Covern der 1970er Jahre, über ihre langjährige Arbeit für das New York Public Theater und Corporate-Identity-Aufträge wie jenen für Microsoft Windows 8 bis zu ihren jüngsten Arbeiten an handgemalten Landkarten wird das gesamte Spektrum ihrer Arbeit in herausragenden Entwürfen vorgestellt.

Die Treppe hinab in den Paternoster-Raum wird von schwarz-weißen Buchstaben beherrscht. Alle Wände sind mit Plakatentwürfen beklebt, sie hängen von der Decke, und fahren in den beiden Paternostern auf und ab. Selbst die Füße der wenigen Vitrinen entwarf die Künstlerin in verschiedenen Schrifttypen. Ein faszinierendes Erlebnis.

23. Juni 2023 - 22. September 2024

Pinakothek der Moderne
Barer Straße 40, 80333 München

6. Sommerfest des Kleist-Museum Frankfurt / Oder

Zum Programm des 6. Sommerfest des Kleist-Museum Frankfurt / Oder am 24. Juni gehörte die Versteigerung einiger Gegenstände und Bücher, die dem Kleist-Museum gehörten, einige auch dem Förderkreis des Museums. Es handelte sich um Dubletten, signierte Bücher und ähnliches, die für eine kleine Summe angesetzt waren und in der Regel nach zwei Gebotsrunden im Bereich von 20 bis 40 Euro ihre Interessenten fanden. Das eingenommene Geld wird, so Anette Handke, wissenschaftliche Mitarbeiterin, der Bibliothek und der Sammlung für den Erwerb zur Verfügung gestellt.
Versteigerung durch Hans-Jürgen Rehfeld, ehem. wiss. Mitarbeiter (r.) und Adrian Robanus, Foto ©Elke Lang
Über 200 Gäste waren der Einladung durch Anke Pätsch, Direktorin der Stiftung Kleist-Museum, und Wolfgang de Bruyn, Vorstandsvorsitzender des „Förderkreis Kleist- Museum, Frankfurt (Oder) e.V.“ gefolgt, darunter mit dem Kleist-Museum verbundene Institutionen und Vereine, die Förderer des Hauses sowie auch zufällige Hausgäste. Ein kurze Führung durch die Sonderausstellung mit Adrian Robanus, eine Kinderrallye mit Leon Marziniak, die musikalische Umrahmung durch das Berliner Swingduo „la grande bouche“ sowie ein Imbiss mit Getränken rundeten das Fest ab.

(Elke Lang)

Freitag, 7. Juli 2023

Let's print in Leipzig

Das Museum für Druckkunst Leipzig, Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, ermöglicht traditionell  interessierten Künstlern aus aller Welt für einige Wochen in den Werkstätten des Museums zu arbeiten.
Der Radierverein München, ebenfalls Pirckheimer, zeigt, gefördert von der Giesecke+Devrient Stiftung, eine Auswahl von Druckgrafiken, die in den letzten fünf Jahren anlässlich der Workshops in Leipzig entstanden sind, unter anderem von Maren Oehling aus Leipzig, Ausma Šmite aus Lettland und Meik Brüsch aus Kopenhagen (Abb.).
FUNDAMENTAL FORCES SEEMED TO BE PLAY, Radierung, Linolschnitt, Holzschnitt, 50x70 cm, 2021 (Ausschnitt)
Eröffnung: 13. Juli 2023, 19 Uhr, Einführung: Katharina Walter Museum für Druckkunst Leipzig
Ausstellung: 14. Juli - 5. August 2023

Radierverein München
Ludwigstr. 7, 80539 München

Offenes Atelier bei Hubert Kretschmer

Herzliche Einladung zu
Offene Ateliers
Maxvorstadt / Schwabing 2023
icon Verlag +
AAP Archive Artist Publications
Am Wochenende vom 8./9. Juli 2023
mit den Öffnungszeiten
Samstag: 12.00 Uhr bis 20.00 Uhr
Sonntag: 13.00 Uhr bis 18.00 Uhr.
Türkenstraße 60 im Untergeschoss
80799 München
089 / 12345 30 – 0172 / 85 125 88
www.icon-verlag.de – www.artistbooks.de
Veranstaltung
Samstag 08.07.2023, 20.00 Uhr
Atelier Gaigl: Kunsthof Türkenstraße 78
Bilinguale Lesung mit Videoclips zum Bild- und Gedichtband
von Georg Gaigl „@phasetrace Emily Dickinson“,
icon-Verlag Hubert-Kretschmer München.
Sprecherinnen: Amerikanisch: Elena Mendoza;
Deutsch: Anastasiya Shtemenko
Moderation und Videos: Georg Gaigl

QR-Code mit allen Teilnehmern und Google Maps Koordinaten

Donnerstag, 6. Juli 2023

das neue AdA ist erschienen

Das 2. Heft Aus dem Antiquariat des Jahres 2023 ist erschienen.

Aus dem Inhalt:

  • Der Deutsche Tauchnitz. Die erste deutschsprachige Taschenbuchreihe (Günther Fetzer)
  • Zwei fingierte Texte von Umberto Eco und Roland Barthes (Niels Penke)
  • Die neue Dauerausstellung des Thomas-Mann-Archivs in Zürich (Dirk Heißerer)
  • Erfolgreiches Comeback der Leipziger Antiquariatsmesse (Björn Biester)
  • Ein bemerkenswerter Exilkatalog von Mark Funke (Achim Bonte)
  • Verbrannte Dichter. Veröffentlichungen zu den Bücherverbrennungen vom Mai 1933 (Wilfried Weinke)

DAS MODERNE BUCH DER GRAPHISCHEN KÜNSTE DER GEGENWART

Foto © Gute4nberg-Museum Mainz
Ein hoch interessantes und schönes Buch, das von der Heidelberger Universitätsbibliothek digitalisiert wurde: »Der dritte Band hingegen wurde von Ludwig Volkmann (1870–1947), dem damaligen Vorsitzenden des Deutschen Buchgewerbevereins und Organisationsleiter der BUGRA herausgegeben. Ihm gelang es, für die Beiträge jeweils führende Autoritäten zu gewinnen, so etwa für die Kapitel über Buchdruck, Schrift und Schriftguss Friedrich Bauer und für jenes über ›Zeitgemäße Satzherstellung‹ Carl Ernst Poeschel. Den letzten Band zeichnet zudem die Berücksichtigung der aktuellen buchkünstlerischen Tendenzen aus: Zum einen wurden Einbanddecke und Vorsatzpapier von Johann Vincenz Cissarz gestaltet und als Schrift die erst zwei Jahre alte Behrens-Antiqua gewählt, zum anderen geht im letzten Kapitel Hans Loubier ausführlich auf ›Die neue Buchkunst‹ und ihre Vertreter ein.«

(Jürgen Franssen)

Mittwoch, 5. Juli 2023

Sommerausstellung in die Galerie „Sonnensegel“

Immer im Sommer gehören die Ausstellungsräume der Galerie „Sonnensegel“ den Kurskindern der Kunstschule.
Traditionell rollen wir den jungen Kreativen des Hauses den „Roten Teppich“ aus und haben ihre Malereien, Plastiken und Grafiken zu einer bunten, abwechslungsreichen Werkschau zusammengestellt. Die rund 200 Arbeiten aus den Kursen von Martina Stein, Nancy Jahns, Janine Wentorf, Sven Märkisch und Matthias Frohl vermitteln nicht nur ein aussagekräftiges Bild von erlernten technisch- handwerklichen Fähigkeiten, sondern lassen den aufmerksamen Besucher vor allem an dem teilhaben, was die Schüler und Schülerinnen in den letzten Monaten inhaltlich bewegte.
Die Ausstellungseröffnung im Rahmen eines kleinen Sommerfestes ist außerdem eine günstige Gelegenheit, Ausschnitte aus dem Repertoire der „Sonnensegel“- Theater- und Musikkurse zu erleben. Die Schützlinge von Michelle Schmidt und Sebastian Block stimmen Gäste, Eltern und Freunde der Galerie „Sonnensegel“ auf einen hoffentlich schönen und entspannten Sommerabend ein. Die Bilderschau zeigt einen Querschnitt von Kursergebnissen aus den letzten zwölf Monaten. Außerdem präsentieren Musik- und Theatergruppen auf dem Gotthardtkirchplatz Ausschnitte aus ihrem Programm.

Kühle Getränke, Eis sowie Würstchen vom Grill tragen zur körperlichen Stärkung und Erfrischung bei.

Eröffnung: 6. Juli 2023, 16.30 Uhr
Ausstellung: 6. Juli - 29. September 2023

Kinder- und Jugendgalerie „Sonnensegel“
Gotthardtkirchplatz, Brandenburg a.d. Havel

Ich hatte einst ein schönes Vaterland ...

In Imprimatur 2023, dem im Auftrag der Gesellschaft der Bibliophilen herausgegebenen Jahrbuch für Bücherfreunde, erschien eine fragmentarische Autopsie von Reinhard Grüner über Künstlerbücher ostdeutscher Künstler unter dem Titel "Ich hatte einst ein schönes Vaterland ... Es war ein Traum.".

Nach Schilderung der Ausreise von Frank Müller verweist er auf Anfänge »Helge Leiberg, [...] veranstaltet am 10. Mai 1983 zusammen mit Claus Weidensdorfer, Christina Schlegel, Veit Hofmann, Volker Palma und Lothar Fiedler einen "Tag des Freien Buches" in seinem Dresdner Atelier. Gemeinsam stellen sie bis spät in die Nacht das unikate Künstlerbuch DAS BUCH 10 Mai 1983 her. [...] Im Gegensatz zum bundesdeutschen "Tag des Buches" wurde er in der DDR [...] "Tag des Freien Buches" genannt."«
Es heißt dann »1991 erscheint das erste Buch von Henry Günthers Edition Balance: Das Gleichmaß der Unruhe. Texte und Grafiken zur veränderten Landschaft - Deutschland. Kurz nach der Wiedervereinigung thematisiert bereits das Motto des Buches, ein Gedichtauszug von Heinrich Heine, den Wusch nach einem Vaterland und dessen Verwirklichung, aber auch dessen Scheitern. Ich hatte einst ein schönes Vaterland. [...] 15 DDR-Autoren, darunter Kerstin Hensel, Rainer Kirsch, Sarah Kirsch, Karl Mickel und Westautoren wie Friedrich Christian Delius, Alain Jadot und Gabriele Wohmann versuchen die Frage nach einer neuen Standortbestimmung zu klären. Neun Künstler (unter anderem Guillermo Deisler, Lusici, Gil Schlesinger, Wolf Spies und Ruth Tesmar) verdichten das Thema bildlich. Wolf Spies aus Berlin bringt die neue Situation in einer Spritz-Collage-Technik auf den Punkt [...].
Zehn Jahre später haben Ostverleger internationalen Anschluss gefunden. [...]«

aus: Imprimatur 2o23 NF XXVIII / Ein Jahrbuch für Bücherfreunde. Im Auftrag der Gesellschaft der Bibliophilen, München.
Harrassowitz Verlag 2o23, Herausgegeben von Prof. Viola Hildebrand-Schat.
Gebundene Ausgabe: 314 Seiten
ISBN-10: 3447120177
ISBN-13: 978-3447120173
Euro 115

Dienstag, 4. Juli 2023

Unsere Schönsten...

Im September 2023 werden die Teilnehmer des Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft eine Sonderausstellung von Peter Arlt im Spiegelsaal des Gothaer Schlosses unter dem Titel »p.f. -Neujahrsgrafik« mit originalgrafischen Neujahrsgrüßen aus nahezu 6o Jahren sehen.

Aber auch im Gutenberg-Museum in  Mainz läuft in der Reihe "Unsere Schönsten..." derzeit eine Ausstellung "Neujahrsgrüße aus Europa und Ostasien".
© Gutenberg-Museum, Mainz
Die Ausstellung zeigt wahre Schätze einer Schenkung aus dem Jahr 2019. Ein Frankfurter Sammler übergab dem Gutenberg-Museum eine umfassende Sammlung dieser farbigen Holzdrucke aus China, die in der Chinesischen Volkskunst eine beliebte Tradition sind, um sich während des neuen Mondjahres gegen böse Geister zu schützen. Aber auch Glück sollen die bunten Karten bringen, die mit ihren floralen Motiven Haustüren verzieren.
In der Ausstellungsreihe „Unsere Schönsten…“ stellt das Gutenberg-Museum sowohl Nianhuas als auch eine Auswahl besonders gestalteter - teils als Originaldruck gefertigter - europäischer Grußkarten vor.

Grafik im Juli: Klaus Böttger – Wilhelm Busch

Klaus Böttger und die Frage nach der Beständigkeit der Kunst

Radierung 1980, Bildformat 31×25,5cm,
Bütten 60×49 cm, Blatt 71/100, 240 Euro
Er war einer der besten Radierer, die Deutschland im 20. Jahrhundert hatte – vielleicht liebten ihn die Götter deswegen zu sehr und holten ihn schon im Alter von nur 50 Jahren zu sich. Das war 1992. Jetzt, 30 Jahre nach seinem Tod und anlässlich seines 80. Geburtstages, kann man sich ansehen, ob das künstlerische Werk Böttgers, das schon Mitte der 1960er-Jahre, während seines Studiums in Mainz, seinen Anfang nahm, vor der Zeit Bestand hat.

In den Sechzigern habe es einen Aufbruch der Künste gegeben, den es so vorher nur in den Zwanzigern gegeben habe – beide Male wäre die Gesellschaft im Umbruch gewesen, meint der Kunsthistoriker Andreas Beitin. Der Vietnamkrieg, die Ästhetik der gegen das kulturelle Establishment gerichteten Popkultur, aber auch die Enttabuisierung des Sex in der öffentlichen Bildkommunikation waren die Themen, denen sich Künstler in Westdeutschland auch schon einige Jahre vor 1968 widmeten.

(Johanna Binger, Büchergilde Buchhandlung am Wittenbergplatz, gesamter Beitrag hier)

Montag, 3. Juli 2023

7.950 Euro für das Projekt „Bücherkinder Brandenburg“

Für das Projekt „Bücherkinder Brandenburg“ stellt das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg der Pirckheimer-Gesellschaft eine Förderung in Höhe von 7.950 Euro aus Lottomitteln bereit. Ziel des Projektes ist die Erarbeitung eines Buches zum Thema „Der bedrohte Friede“. Schülerinnen und Schüler von neun bis dreizehn Jahren werden das Buch erarbeiten, das auf der Jugendgeschichtsmesse, bei öffentlichen Lesungen und im Folgejahr 2024 auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt werden soll.

Die Bücherkinder Brandenburg sind ein Projekt der Evangelischen Grundschule beim Dom zu Brandenburg. Im Jahr 2007 hat Armin Schubert die Arbeitsgemeinschaft gegründet und ist seitdem ihr Mentor. Fast jährlich entstehen neue Bücher, die auf Messen vorstellt werden. Die Christa-Wolf-Gesellschaft unterstützt das Projekt.

Weitere Informationen: Bücherkinder Brandenburg

(Pressemitteilung des MBJS Brandenburg)

Peter Moosbrugger zum 70. Geburtstag

Peter J. Moosbrugger auf der artbook.berlin 2022 Foto © ad
Herzliche Glückwünsche gehen haute an den Pirckheimer Peter J. Moosbrugger, der heute seinen 70sten Geburtstag begeht!

Sonntag, 2. Juli 2023

LIT:potsdam

Tanja Langer, Yana Marull und Gisbert Amm am Stand des Bübül Verlags Berlin, Foto: ad
Mit einem Bücherfest ist das Literaturfestival LIT:potsdam nach einer ereignisreichen Woche mit Lesungen und Diskussionsrunden zu Ende gegangen.
Foto: privat
Am abschließenden Bücherfest im Kunst- und Kulturquartier Schiffbauergasse auch die vom Pirckheimer Armin Schubert betreuten Bücherkinder Brandenburg mit ihrem aktuellen Projekt „Die Farben der Kindheit“ teilgenommen haben.
Sie präsentieren sich von 12 bis 18 Uhr mit einem Büchertisch und um 15:30 Uhr mit einer Lesung auf der Bühne des Festivals, mehr dazu hier.

Lukas Diestel, Gedichtgrube

Herausgegeben von Hartmut Andryczuk erscheint im Hybriden-Verlag "Lukas Diestel, Gedichtgrube".
"Ein Silikonfaden hängt in meinem Arm. Daran finden elektrochemische Reaktionen statt, die ich zum Glück nicht durchdringen muss, damit sie stattfinden. Damit am Ende eine Zahl über Bluetoothumwege auf einem Display landet. Die Konzentration von Blutzucker in meinem Unterhautfettgewebe. Alle fünf Minuten ein neuer Wert. Im besten Fall irgendwo zwischen 80 und 150, häufig höher, manchmal niedriger.
Die Diagnose ist in meinem Fall eine Erleichterung. Ein Name, eine Erklärung, für die seit Monaten anhaltende lähmende Müdigkeit. Diabetes Typ 1. Ich google "Typ 1 Diabetes Kaffee trinken", ich google "Typ 1 Diabetes Lebenserwartung." Die Lebenserwartung ist heutzutage, bei guter Einstellung der Krankheit, nahezu normal. Kaffee hat keine Kohlenhydrate. Es könnte schlimmer sein.
Ich will etwas bauen, was selbst dem schlimmsten Wert, dem nervigsten, dem gefährlichsten, dem ich-halte-das-alles-nicht-mehr-ausigsten etwas Positives geben kann. Eine Zweitverwertung für den konstanten Datenstrom. Ein Teil des Versuchs hältst du in den Händen. Über 400 Gedichte aus meiner Gedichtgrube, meinem persönlichen Gedichte-Bergwerk.
Gedichte einer von mir dafür spezifisch trainierten KI, an deren Anfang immer einer meiner Blutzuckerwerte liegt. Poetische 5-Minuten Abschnitte meines Lebens mit Typ 1 Diabetes...
"

(Lukas Diestel)
Fotos © Hartmut Andryczuk
Lukas Diestel begann dieses Projekt nach der Diagnose seines Typ 1 Diabetes. Bekannt geworden ist er mit seinem Freund und Kollegen Jonathan Löffelbein durch den Blog „Worst of Chefkoch“ – („Das Schlimmste, was aus der kulinarischen Hölle von chefkoch.de an die Oberfläche gespült wird“). Geboren ist er 1989 in Berlin, studierte in Freiburg English und American Studies sowie Kognitionswissenschaften, war mit seiner Höllenküche zu Gast in zahlreichen Talkshows, hatte kurzzeitig eine eigene TV-Show, schreibt Lyrik, arbeitet als Online-Redakteur und ist ständig mit Lese- und Bühnenshows unterwegs. Ist er Autor, Lyriker, Programmierer, Nerd, Performer, Konzeptkünstler? Egal.

„Mein Gehirn ist nicht dafür geschaffen, zwei Monate lang das Gleiche zu tun.“ (L.D.)

Seitenzahl: 410 – exklusive acht großformatigen Zeichnungen von Hartmut Andryczuk. Begleittext von Lukas Diestel & Hartmut Andryczuk.
Auflage: 30 Exemplare, signiert und nummeriert

Samstag, 1. Juli 2023

Bibliophiles des Monats: HAP Grieshaber

Ein Holzschnitt von HAP Grieshaber ist Bibliophiles des Monats Juli.
HAP Grieshaber, vielen auch bekannt als Herausgeber der Zeitschrift Engel der Geschichte, u.a. 1978 mit dem den Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig geehrt, engagierte sich als Künstler stets auch gesellschaftspolitisch, so gegen die Diktatur in Chile nach dem Militärputsch von 1973, wozu auch im selben Jahr sein Epitaph für Allende: "Denn du wirst Grab der Freien sein oder Asyl vor Knechtschaft" entstand.
Der signierte Holzschnitt in Silber und Schwarz auf Japanpapier hatte eine Auflage von 500 Exemplaren. Die Darstellung ist 56,5 x 38,5 cm auf einem Blatt von 66 x 51,5 cm groß.

Die Werke von HAP Grieshaber, der sich u.a. auch für den Brückenschlag zwischen den beiden deutschen Staaten DDR und BRD einsetzte und schon immer auch von Pirckheimern zu den gesammelten Künstlern gehörte (so lag in den Marginalien schon einmal eine Grafik des Künstlers bei), wurden zu seinem 70. Geburtstag, ein Jahr vor seinem Tod 1980 mit großen Retrospektiven in vielen Museen in beiden Staaten Deutschlands gezeigt.

Exlibris des Monats Juli

Die DEG stellt ihr Exlibris des Monats Juli 2023 vor: Regina Franke zu Erich Mühsam: “Doch ob sie mich erschlügen: Sich fügen heißt lügen!”
"Regina Franke stellt auf ihrem Exlibris einen nackten, leidenden Menschen dar. Man sieht, dass ihm viel Gewalt angetan worden ist, körperliche, aber auch seelische. [...]
Wie so oft in ihren Grafiken verdichtet die Künstlerin eine sprachliche, dichterische Aussage in Strichen und Formen. Hier genügt ihr, dass sie die Umrisslinien um den gequälten Menschen zeichnet, unter dessen Haut Leben sichtbar und spürbar ist, einige Adern sind wahrnehmbar, vor allem aber auch Sehnen – angespannt besonders an den Füßen. Dadurch zeigt sie, dass dieser Mensch wieder aufstehen und weiter widerstehen wird. Er wird sich nicht fügen, solange er noch lebt. Auf dem Exlibris ist es Regina Franke ergreifend gelungen, Mühsams Worte zum Bild werden zu lassen."

(Ulrike Ladnar, kompletter Text hier)