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Freitag, 11. September 2026

Umberto Eco - Il nome della rosa

1980 erschien bei Gruppo Editoriale Fabbri-Bompinni in Milano der Roman „Il nome della rosa“ von Umberto Eco, der in der Übersetzung von Burkhard Kroeber 1982 im Carl Hanser Verlag München Wien verlegt wurde. 1985 gab es dann eine mehrfach aufgelegte Lizenzausgabe in der DDR im Verlag Volk und Welt Berlin mit dem bekannten Einbandentwurf von Gudrun Olthoff, eine weitere Ausgabe gab es 1989 in der Reihe dieses Verlags „ex libris vuw“ mit der Umschlaggestaltung von Lothar Reher.
die beiden Ausgaben bei „Volk und Welt“
1986, also vor 40 Jahren, kam der von Jean-Jaques Annaud und Bernd Eichinger verfilmte Roman über den mittelalterlichen Kirchenstreit zwischen Inquisition und Verketzerung, genauer die an die Detektivgeschichten des Arthur Connan Doyle erinnernde Rahmenhandlung des Romans, erstmals in die deutschen Kinos.
Dieser Film begeistert nicht nur Cineasten, sondern auch bibliophil Interessierte, nicht nur aufgrund der zentralen Rolle der klösterlichen Bibliothek und dem Mysterium um das „Zweite Buch der Poetik - Über die Komödie“ von Aristoteles, sondern auch, weil der vor 10 Jahren verstorbene Umberto Eco als einer der bekanntesten Büchersammler gilt, weswegen die Verfilmung des Romans in der Woche nach der Rare Books Week in Kooperation mit der Pirckheimer-Gesellschaft gezeigt wird.
Zuvor wird gemeinsam mit dieser Bibliophilen-Gesellschaft der Dokumentarfilm über die Antiquariatsszene in New York „The Booksellers – aus Liebe zum Buch“, gezeigt. Das Mitglied des Berliner Bibliophilen Abend Till Schröder wird die Händlerin Heather O’Donnell (Honey & Wax Booksellers) aus dem Film interviewen. Am Tag darauf wird dort der Dokumentarfilm „Umberto Eco – Eine Bibliothek der Welt“ gezeigt.

The Booksellers: 17. September 2026, 17 Uhr 
Umberto Eco – Eine Bibliothek der Welt: 18. September 2026 
Kino Filmkunst 66
Bleibtreustr. 12, 10623 Berlin-Charlottenburg 
Der Name der Rose: 24. September 2026, 20:30 Uhr
Kino Casablanca
Friedenstraße 12/13, 12489 Berlin-Adlershof

1 Kommentar(e):
11. September 2026: Abel Doering hat gesagt ...
Und natürlich gibt es auf der Rare Books Berlin auch das erste Buch Umberto Ecos, „Il problema estetico in San Tommaso“, eine Erweiterung von Ecos gemeinsam Luigi Pareyson eingereichten Dissertation zu den ästhetischen Theorien des Thomas von Aquino.
Schaut selbst: catalogue rarebookweek berlin

Samstag, 6. Dezember 2025

Buchpersönlichkeiten, aktuell: Richard de Bury, Martin Bodmer

Die Gesellschaft der Bibliophilen stellt seit einem Monat „Buchpersönlichkeiten“ vor, bislang
Richard de Bury war einer der ersten großen Bibliophilen des Mittelalters. Als Autor des berühmten Werkes Philobiblon (1345) widmete er sich leidenschaftlich der Liebe zu Büchern und dem Wissen. In einer Zeit, in der Bücher noch seltene Schätze waren, sammelte er Manuskripte aus ganz Europa und förderte den Erhalt und die Verbreitung von Wissen.
Seine Begeisterung für Bücher ging weit über das Sammeln hinaus – er betrachtete sie als die wahren Bewahrer der Geschichte und Weisheit. Sein Erbe inspiriert Bibliophile bis heute. 📚✨

© CC BY-SA 4.0
Martin Bodmer
war ein leidenschaftlicher Schweizer Bibliophiler, der die beeindruckende Bibliotheca Bodmeriana in Cologny bei Genf gründete. Seine Sammlung umfasst wertvolle Manuskripte und seltene Drucke aus verschiedenen Epochen und Kulturen. Bodmers Ziel war es, die "Geistige Bibliothek der Menschheit" zu schaffen, indem er Werke sammelte, die die Entwicklung des menschlichen Denkens dokumentieren. Sein Engagement für das kulturelle Erbe spiegelt sich in der Vielfalt und Tiefe seiner Sammlung wider. 📚✨

(Quelle: Instagram)

Montag, 22. Juli 2024

... über heimische Bibliotheken

Umberto Eco, der 50.000 Bücher besaß, hatte dies über heimische Bibliotheken zu sagen:

"Es ist verrückt zu denken, dass man alle Bücher lesen sollte, die man kauft, denn es ist verrückt, diejenigen zu kritisieren, die mehr Bücher kaufen, als sie jemals lesen können. Das wäre, als würde man sagen, dass man alle Besteck, Gläser, Schraubenzieher oder Bohrsätze, die man gekauft hat, benutzen sollte, bevor man neue kauft."
Es gibt Dinge im Leben, die wir brauchen, um immer viel Vorräte zu haben, auch wenn wir nur einen kleinen Teil gebrauchen werden. "Wenn wir z.B. Bücher als Medikamente betrachten, verstehen wir, dass es gut ist, viele zu Hause zu haben, statt wenige: Wenn wir uns besser fühlen wollen, dann gehen wir in den "Medikamentenschrank" und suchen uns ein Buch aus. Kein Zufall, aber das richtige Buch für diesen Moment. Deshalb sollte man immer eine Ernährungswahl haben! "Wer nur ein Buch kauft, liest nur dieses und entsorgt es. Sie wenden einfach die Verbrauchermentalität auf Bücher an, d.h. sie betrachten es als Konsumprodukt, als Warengut. Wer Bücher liebt, weiß, dass ein Buch alles andere als eine Ware ist."

(Marie Gagnon auf facebook)

Dienstag, 30. Januar 2024

Eine Bibliothek der Welt

Die Privatbibliothek von Umberto Eco öffnet ein Fenster zu einem magischen Kosmos – meterhohe Regale, gefüllt mit über 30.000 zeitgenössischen sowie 1.500 antiken und seltenen Büchern.

Nach dem Tod Ecos gewährte seine Familie dem Regisseur Davide Ferrario, der zuvor mit Eco auf der Kunstbiennale zusammengearbeitet hatte, exklusiven Zugang zu diesem literarischen Schatz. Ursprünglich sollte der Film lediglich die Bibliothek vor ihrer Übergabe an den italienischen Staat und dem damit verbundenen Umzug dokumentieren. Doch daraus entwickelte sich weit mehr. Der Film taucht ein in die inspirierenden Gedankenwelten des renommierten Philosophen und Schriftstellers sowie seiner Weggefährten. Dabei entfaltet sich nicht nur ein faszinierendes Porträt von Umberto Ecos Gedächtnis, sondern auch ein tiefer Einblick in das kollektive Gedächtnis der Welt.

Diese Dokumentation verwebt auf einzigartige Weise die Geschichte der Bibliothek mit den philosophischen Reflexionen Ecos und schafft so ein beeindruckendes Zeugnis über die Kraft von Literatur, Erinnerung und dem Erbe der Menschheit.

Umberto Eco - Eine Bibliothek der Welt
Kinostart: 21. März 2024 (siehe hier unter Kinotermine)

Donnerstag, 6. Juli 2023

das neue AdA ist erschienen

Das 2. Heft Aus dem Antiquariat des Jahres 2023 ist erschienen.

Aus dem Inhalt:

  • Der Deutsche Tauchnitz. Die erste deutschsprachige Taschenbuchreihe (Günther Fetzer)
  • Zwei fingierte Texte von Umberto Eco und Roland Barthes (Niels Penke)
  • Die neue Dauerausstellung des Thomas-Mann-Archivs in Zürich (Dirk Heißerer)
  • Erfolgreiches Comeback der Leipziger Antiquariatsmesse (Björn Biester)
  • Ein bemerkenswerter Exilkatalog von Mark Funke (Achim Bonte)
  • Verbrannte Dichter. Veröffentlichungen zu den Bücherverbrennungen vom Mai 1933 (Wilfried Weinke)

Freitag, 10. Februar 2017

Lesemarathon zu Ehren Umberto Ecos

In über 25 deutschen Städten, von den Metropolen Berlin und Hannover bis hin zu kleinen Orten der Provinz, vom norddeutschen Land Schleswig-Holstein bis nach Bayern, wird am 2. März Deutschland Umberto Eco ein Jahr nach seinem Tod (†19. Februar 2016) mit einem Lesemarathon würdigen.
Aus Anlass dieser großen kollektiven Ehrung wird eine umfassende Auswahl von Texten aus dem umfangreichen Werk Umberto Ecos geboten, die seine verschiedenen Facetten, seine vielen Leidenschaften und seine unterschiedlichen Stile und Sprachregister reflektieren.
Die Texte von Umberto Eco, werden in deutscher Übersetzung oder in der Originalsprache von Schauspielern, Lehrern, Journalisten, Politikern und von vielen anderen gelesen, vereint nicht nur in der Leidenschaft zu Umberto Eco, sondern auch zur italienischen Sprache und Kultur.
Die Veranstaltungen werden von der VDIG, der Vereinigung deutsch-italienischer Kultur-Gesellschaften e.V., veranstaltet und betreut.
Der Lesemarathon schließt sich die Veranstaltungen der Jahre 2014/15 und 2016 an, die Dante und Goethe gewidmet waren.

Donnerstag, 18. August 2016

Marginalien 222

Das neueste Heft der Marginalien steht kurz vor der Auslieferung! Für Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft liegt diesmal neben der Schrift von Mark Forsyth "Lob der guten Buchhandlung ..." der Farbholzschnitt "Zwei Schwestern" von Klaus Süß bei, gedruckt von Bettina Haller.
Mit dieser Originalgraphik wird auch gleich auf den ersten Artikel verwiesen, Jens-Fietje Dwars schreibt über den Buchkünstler Klaus Süß unter dem Titel "Die Lust am Ausprobieren". Außerdem plaudert Ursula Lang über den Schöpfer von Bilderbüchern Nikolaus Heidelbach, Marc Berger berichtet, "Wie aus einem Kalender eine Ausstellung wurde: Dada ist 100" und Hans Altenhein äußert sich unter dem Titel "Malik oder die lange Zukunft" über die Gründung des Verlages vor hundert Jahren. Der Artikel von Bernd-Ingo Friedrich über Deutsch-Orientalische Bücher wurde hier bereits vorgestellt, des weiteren findet sich eine umfangreiche Darstellung von Thomas Reinecke über "Friedrich Rückert in Schweinfurt".
Carsten Wurm gratuliert Herbert Kästner zum 80. Geburtstag, Rüdiger Schütz zum 80. Geburtstag von Ursula Lang und Hans-Georg Sehrt würdigt das literarische Werk des verstorbenen Umberto Eco.
Selbstverständlich gibt es in Heft 222 auch wieder Rezensionen, Berichte aus der Pirckheimer-Gesellschaft und Nachrichten für den Bücherfreund.
Die Gedichte der typografische Beilage zum Thema Schattenseiten wurden von Jürgen Engler ausgesucht und sie wurde von Matthias Gubig gestaltet.

Übrigens: Das Jahresabonnement kostet 74 € zzgl. Versandkosten - Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft erhalten die Marginalien kostenlos. Für ein Probeheft senden Sie bitte einfach eine Nachricht.

Montag, 1. Juni 2015

Das Vermächtnis der Bücher

Der Bibliophilen-Abend 3. Band
Harald Kugler hat seine Buchreihe "Der Bibliophilen-Abend" mit einem dritten Band abgeschlossen. Als "Das Vermächtnis der Bücher" schrieb er eine Erzählung eines Mitglieds der Vereinigung der Bücherfreunde mit Namen Max Rodan, die dieser als Jahresgabe für den Bibliophilen-Abend verfasste. Entsprechend dieser Vorgabe wurde das Buch auf hochwertigem Papier gedruckt und im Querformat gebunden,
Ein erster Eindruck, der zwar bislang nur aus dem flüchtigen Lesen einzelner Passagen beruht, veranlasst mich bereits zu der Überzeugung, dass mit diesem 3. Band der bisher beste Text vorgelegt wurde, womit in Ergänzung der ersten beiden Bände die Welt des Bibliophilen abgerundet beschrieben wird.
(ad)

Pbd., 114 Seiten,
nummerierte Auflage,
Selbstverlag 2015, Druck: epubli GmbH, Preis 15 €
. _________________________

Neues Format -diesmal quer-, spannender Plot und der bekannte und eingehende Stil unseres Pirckheimer Freundes Harald Kugler entführt den Leser nun schon zum dritten Male in die spannende Welt der Bücher. Diesmal ist ein Kloster weit im Wald der Tatort für einen Mord.
Nicht genug, dass angeblich die Bibliophilie in der Krise steckt, nein jetzt sterben bei Kugler auch noch deren Protagonisten. Aber die Sünden des Lebens werden eben vom lieben Gott in seiner unergründlichen Weisheit auf die eine oder andere Weise bestraft.
Ich dachte natürlich gleich an Umberto Eco, wurde aber überrascht. Kugler hat seine eigene Geschichte erfunden, Vergleiche mit dem berühmten Buch sind kaum möglich.
Sollte ich sagen ganz im Gegenteil - die Geschichte ist frisch und schlank erzählt. Man durchfliegt den schönen großen Schriftsatz und hat dennoch durch den einfühlsamen Text ständig die Bilder des Klosters und seiner Bewohner vor Augen. Trotz der Tragik der Geschichte ist das Wetter in den Bildern vor meinem geistigen Auge deutlich schöner.
Die Lebendigkeit, mit welcher Kugler die Personen zeichnet, lässt den beißenden Gestank der Ameisensäure einem in Augen und Nase steigen.
Nur das junge, verführerisch schöne Mädchen ist auch da, naja aber dass kann man auch schlecht weglassen und Umberto Eco hat diese Sünderin auch nicht erfunden …
Als treuer Kugler-Leser muss ich sagen, dass das
Vermächtnis der Bücher" ein echter Höhepunkt der bisher erschienen Trilogie von Büchern über Bücher ist.
Besser gesagt, dass ist meine neue Lieblingsgeschichte - getreu dem Motto „Das Bessere ist der Feind des Guten“!
Die 3 Bände -man muss jetzt schon von der Reihe „Der Bibliophilen-Abend" sprechen- sind allesamt direkt beim Autor zu beziehen. Email an HaraldKugler und ein signiertes und nummeriertes Exemplar ist auf dem Weg zu Ihnen!
Viel Vergnügen beim Lesen!
(Ralph Aepler)

Montag, 23. Juni 2014

Gutenberg-Preis 2014

Der italienische Schriftsteller und Medienwissenschaftler Umberto Eco, welcher nicht zuletzt durch seine Romane «Der Name der Rose» und «Das Foucaultsche Pendel» bekannt wurde, erhält in diesem Jahr den Gutenberg-Preis der Stadt Mainz und der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft. Dieser Preis wird im jährlichen Wechsel mit der Buchstadt Leipzig vergeben.
Das Kuratorium für die Vergabe dieser Auszeichnung habe sich einstimmig für Eco entschieden, «der mit seinen Romanen Millionen von internationalen Lesern in die Buchkultur und die Buchgeschichte eingeführt hat». Ecos Buch «Die Kunst des Bücherliebens» ist eine «Liebeserklärung an die Bibliophilie», teilte die Gutenberg-Gesellschaft mit, welche mit über 1000 Mitgliedern in 35 Ländern die Geschichte und Entwicklung der Drucktechnik erforscht. Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling ergänzte: «Mit Umberto Eco werden wir einen der ganz großen Literaten unserer Zeit ehren».
Die Preisvergabe soll im zeitlichen Zusammenhang mit der Frankfurter Buchmesse im kommenden Oktober stattfinden.
 
3 Kommentare:
 
Юля Тархова (Julia Tarhova) hat gesagt...
In der Ukraine eskaliert der Krieg! Die lokale Bevölkerung hatte die letzten 2 Tage kein Wasser oder Strom, keine Medikamente. Die Ukrainische Armee richtet humanitäre Korridore ein, trotzdem sterben Menschen! Nach Russland flüchteten offiziell 400.000 Menschen, weitere werden folgen, wenn das möglich wird! Für Russland ist das zwar belastend, aber Russland akzeptiert alle Flüchtlinge. Für die Flüchtlinge ist nicht Russland der Aggressor! Glauben Sie nicht, dass es merkwürdig ist, dass die Flüchtlinge nicht nach Kiew strömen? Kiew macht es sich leicht! Kiew entvölkert das Gebiet, um den Vereinigten Staaten Europas den Zugang zum Erdgas zu ermöglichen. Also töten sie Menschen! Es ist schrecklich, dass so etwas im 21. Jahrhundert passiert! In der Ukraine erwachte der nationalsozialistische Faschismus! Seit 2 Monaten tobt der Krieg, der Völkermord an der Bevölkerung! Wach auf, Europa und unternimm etwas! Verbreiten Sie diese Informationen unter Bekannten und Freunden. Der Deutsche Journalist Ken Jebsen hat die Vorgänge genau dokumentiert, sehen Sie sich die Videos an (klick Kommentar)!
23. Juni 2014

Abel Doering hat gesagt...
Auf den ersten Blick vielleicht kein Kommentar zum Beitrag "Gutenberg-Preis 2014", bei genauerem Hinsehen aber im Brechtchen Sinne auch hier wichtig und richtig:
"Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!
"
(aus "An die Nachgeborenen", in "Svendborger Gedichte")
24 Juni 2014

Юля Тархова (Julia Tarhova) hat gesagt...
Ja, das sollte kein Kommentar sein. Ich versuchte, die Informationsblockade zu brechen, damit Sie wissen, was los ist! Wie könnte man es anders machen? Sorry, wenn Sie das störte!
24. Juni 2014

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Festschrift des Deutschen Buch- und Schriftmuseums

Aus Anlaß seines 125. Geburtstags hat das Deutsche Buch- und Schriftmuseum in Leipzig die Bücherfreunde mit einem wahren Kompendium des Buches beschenkt: Zeichen, Bücher, Wissensnetze. 125 Jahre Deutsches Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek. Hrsg. von Stephanie Jacobs. Göttingen: Wallstein , 2009. 392 S., Gr.-8°. Pp. 19,90 Euro. ISBN 978-3-8353-0583-0.
Die Autoren singen darin ein Loblied auf das Buch und werfen einen Blick auf die Historie des Buches sowie die Zukunft des heute vielfach in Frage gestellten Mediums. Die Art der Betrachtungen zum Buch- und Bibliothekswesen ist höchst unterschiedlich, sie reicht vom Essay über die wissenschaftliche Untersuchung bis hin zu Grußadressen und in einem Fall sogar zum Gedicht. Diese Vielgestaltigkeit ergibt sich aus der beruflich breit gefächerten Herkunft der Autoren. Sie reicht vom Schriftsteller Günter Kunert über den Erzähler und Medienwissenschaftler Umberto Eco, den Comic-Zeichner Volker Reiche, den Kulturpolitiker Hans Joachim Otto MdB, Historiker Prof. Dr. Ulrich Raulff, Buchwissenschaftler Prof. Dr. Reinhard Wittmann, Bibliothekar Lothar Poethe, Antiquar Wilhelm Hohmann und den Verleger Elmar Faber bis zu den Buchgestaltern Axel Bertram und Uta Schneider. Und damit ist nur eine kleine Auswahl der illustren Zahl der Autoren genannt, die erzählen, wie sie zum Buch fanden, das Buchmuseum erlebten oder was sie am Buch fasziniert. Die Vielgestaltigkeit des Herangehens an das Thema macht den Reiz des Buches aus. Allen gemeinsam sind die Überzeugung vom Wert des Buches und der Glaube an seine Zukunft in Zeiten digitaler Kommunikation und papierloser Bewahrung.
Die Gestaltung des fadengeheften und ordentlich gebundenen Buches wird dem Anspruch einer Festschrift eines Buchmuseums durchaus gerecht. Angenehme Pausen beim Studium des Buches findet der Leser durch umfangreiche Farbtafeln mit Darstellungen interessanter Exponate aus den Sammlungen des Museums, die zusätzlich zu den Abbildungen im Text zwischen den Artikeln eingebunden sind. Etwas problematisch ist die experimentelle Gestaltung des Satzspiegels: Die Beiträge sind im Flattersatz rechtsbündig gestaltet, die Seitenzahlen stehen oben, das Schriftbild ist weit nach unten auf der Seite gestellt und die Angaben zum Seiteninhalt befinden sich am Fuß. So hat man beim Aufschlagen des Buches immer der Eindruck, das Buch verkehrtherum zu halten.
(Abel Doering)

Vorabdruck aus è MARGINALIEN 200