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Samstag, 13. September 2025

Prof. Dr. Hansgeorg Schmidt-Bergmann (1956 - 2025)

Foto © Andrea Fabry (mit freundlicher Genehmigung der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe)
Glück und Verstand – Minutenlektüren von Johann Peter Hebel lautet der Titel eines kleinen Büchleins, welches uns Hansgeorg Schmidt-Bergmann am 3. Juni 2018 auf der Jahrestagung in Freiburg beim Festabend schenkte. Es war ursprünglich eine Jahresgabe der Literarischen Gesellschaft/Scheffelbund 2010, welche Schmidt-Bergmann zusammen mit Franz Littmann bei Hoffmann und Campe herausgegeben und mit einem Nachwort versehen hat.

Dort heißt es: «Die Auswahl des vorliegenden Bandes versucht eine Antwort abseits der heute überlebten konventionellen Denkweisen. Mit Verstand glücklich werden hieß ja für Hebel […] nichts anderes als die Kunst, die Lebenskräfte durch eine Vergegenwärtigung des Todes zu stärken. Gleichberechtigt neben der ‹ars moriendi› findet der Leser zahlreiche Aufforderungen zur ‹ars vivendi›, deren Horizont die Gelassenheit und die Zufriedenheit mit sich und der Welt bilden.» Laut Hebel muss man beides können: Sich um die Zukunft sorgen, als auch sorglos in der Gegenwart leben, und – das Wichtigste dabei – seinen Humor und seine Heiterkeit nicht verlieren. Es allen recht zu machen, kann nicht gelingen.

Wenn Hansgeorg Schmidt-Bergmann seine Ehefrau, unsere Erste Vorsitzende Dr. Annette Ludwig, jährlich zu den Jahrestagungen begleitete, konnte man genau dieses Motto immer wieder bei ihm erleben. Gespräche, ernst in der Thematik, waren nie zynisch. Humorvolle Stunden wurden nie zum Unsinn. Es schien so, als ob Hansgeorg Schmidt-Bergmann genau diese, eigentlich recht schwierige Art der «Lebenskunst», nämlich mit Hilfe des Verstandes glücklich werden, durchdrungen hatte. Eine im wahrsten Sinne des Wortes logische Sache, wenn man dabei sein umfangreiches literarisches Wissen und seine Erfahrungen als kluger Analytiker in der Literaturwissenschaft berücksichtigt. Seine Teilnahmen waren stets eine große Bereicherung für die Tagungen.

Doch beim näheren Kennenlernen offenbarte sich die Symbiose zwischen Verstand und vor allem Herz. Wenn er etwas fragte, tat er dies nicht aus Gefälligkeit, sondern weil es ihn wirklich interessierte. Seine Ratschläge und Anmerkungen waren nicht belehrend, sondern immer Angebote, seine Ansichten und Erfahrungen in die persönlichen Überlegungen mit einzubeziehen. Dabei blieb er stets empathisch, offen und nahbar. Mit dieser Art hat er damit den Kreis der Lebenskunst ganz im Sinne Hebels geschlossen. Dieses Beispiel an «ars vivendi», die vielen klugen, schönen und empathischen Gespräche werden fehlen.

Am 3. September 2025 ist Hansgeorg Schmidt-Bergmann nun im Alter von 69 Jahren für alle überraschend in Weimar gestorben. Unser Mitgefühl gilt unserer Ersten Vorsitzenden Frau Dr. Annette Ludwig sowie der gesamten Familie.

(Sebastian Eichenberg)

Montag, 11. September 2023

Gerhard Marcks-Schenkung

Gerhard Marcks, Selbstbildnis, Lithographie, 1969.
Das Ehepaar Hildegard und Dr. Herbert Wippel hat der Klassik Stiftung Weimar 67 frühe Holzschnitte des Bauhausmeisters Gerhard Marcks (1889–1981) gestiftet. Das Paar sammelt seit über fünf Jahrzehnten moderne und zeitgenössische Kunst, darunter seit den frühen 1970er Jahren das druckgrafische Frühwerk von Gerhard Marcks.

Annette Ludwig, Direktorin der Museen der Klassik Stiftung Weimar, konnte die großzügige Schenkung über einen Kunsthändler einwerben. Sie betont: «Kein anderes Museum ist prädestinierter für diese Sammlung als die Museen der Stiftung mit ihrem Sammlungsschwerpunkt zum frühen Bauhaus. Dies auch angesichts der herausragenden Qualität der Werke, ihrer vorzüglichen Provenienz und ihrem einwandfreien Erhaltungszustand.»

Bei der Übergabe des Konvoluts konnte zudem eine weitere Zustiftung entgegengenommen werden: eine Porträtzeichnung aus dem Jahr 1932, die Trude Jalowetz (1910–1976) zeigt, Studentin und bevorzugtes Modell Gerhard Marcks’ an der Burg Giebichenstein. Das Blatt ergänzt den Weimarer Bestand, zu dem auch die Skulptur Selene (1935) zählt, für die Jalowetz ebenfalls Modell saß, hervorragend.

Foto:
Gerhard Marcks, Der Stall, Holzschnitt, 220×315 mm, 1923, Klassik Stiftung Weimar, Schenkung Hildegard und Herbert Wippel; © VG Bild-Kunst

Samstag, 6. Mai 2023

Bibliophilentage 2023

Nachdem die Bibliophilentage 2022 im sonnigen «Ilm-Athen» ein voller Erfolg waren, triff sich die Gesellschaft der Bibliophilen 2023 im «Nizza des Nordens».
Erstmals seit Bestehen der Gesellschaft, die im kommenden Jahr ihr 125. Jubiläum feiern kann, findet die Jahrestagung in der hessischen Landeshauptstadt statt. Wiesbaden war seit dem 18. Jahrhundert ein Ort des gedruckten, Wortes; die Aufenthalte von Johann Wolfgang von Goethe, Gustav Freytag, Iwan Sergejewitsch Turgenjew, Fjodor Dostojewski, Wilhelm Klemm, Bernard von Brentano und anderen Schriftstellerinnen und Schriftstellern zeugen ebenso davon wie die Um- und Ansiedelung bedeutender Verlage nach dem Zweiten Weltkrieg. Neben der Geschäftstätigkeit von Brockhaus, Insel, Georg Thieme, der Dieterichschen Verlagsbuchhandlung oder dem Musikverlag Breitkopf und Härtel kam es zu Neugründungen wie dem Limes Verlag und dem Aufbau zahlreicher Fachverlage. Berühmtheit erlangte die Stadt aber vor allem als eines der ältesten und führenden europäischen Kurbäder, das nicht nur die genannten Autoren, sondern illustre Gäste aus aller Welt anzog. ...
Der Tagungsort, der in den Grundzügen durch eine Stadtrundfahrt erschlossen wird, bietet ein spannendes und abwechslungsreiches Programm - auch für die spezifischen Interessen, Wünsche und Bedürfnisse der Bibliophilen. Mit dem Fokus auf papierne Originale, seltene und wertvolle Werke, charakteristische Bestände und zum Teil öffentlich nicht zugängliche Bereiche werden die Teilnehmer hinter die Kulissen einschlägiger Institutionen blicken - darunter die Hessische Landesbibliothek, das Literaturhaus Villa Clementine, das Hessische Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, das Museum Wiesbaden-Hessisches Landesmuseum. ...

(Dr. Annette Ludwig)

8. - 12. Juni 2023

Wiesbaden

Sonntag, 25. September 2022

Verborgenen Schätze des Gutenberg-Museums

Kleine gedruckte grafische Kunstwerke, die Exlibris stehen im Mittelpunkt des 2. Bandes der Reihe "Verborgenen Schätze des Gutenberg-Museums": Die scheuen Primadonnen der Gebrauchsgrafik verleihen Büchern eine individuelle Note und bewahren die Namen derer, die sie in Auftrag gaben.
Am Werden und Wachsen der weltweit bekannten Sammlung hatten umfangreiche Schenkungen, Spenden und Ankäufe ihren Anteil. Ihr Entstehen ist dem unerschöpflichen Einfallreichtum und der künstlerischen Meisterschaft oft berühmter Hände zu verdanken.
Die Sammlung geht u.a. zurück auf eine Schenkung des Sammlers Richard Doetsch-Benzinger (1877–1958) und des ersten Vorsitzende der Deutschen Exlibris-Gesellschaft, Willy Tropp (1884–1972).Derzeit enthält die Exlibris-Sammlung des Gutenberg-Museums mehr als 130.000 Positionen von ca. 7.000 Künstlern.

Seit den 1980gern wird diese Sammlung wissenschaftlich aufgearbeitet, was im vorliegenden 2. Band der "Verborgenen Schätze ..." in einen ersten Überblick sowohl für Gebrauchs- als auch Sammelexlibris seinen Niederschlag findet. Damit trägt der Titel dazu bei, die Wertschätzung der Exlibris-Sammler wie der Künstler und auch der Eigner zu bewahren, um die herausragende Stellung der Sammlung des Gutenberg-Museums im internationalen Vergleich zu behaupten und die Liebe zum gedruckten Buch zum Ausdruck zu bringen.

Annette Ludwig, Elke Schutt-Kehm: Exlibris. Klein, nützlich, schön
Hrsg: Gutenberg-Museum (Reihe: Verborgene Schätze des Gutenberg-Museums | 2)
brosch., 160 S., 150 Abbildungen
Nünnerich-Asmus, Sept. 2022
ISBN: 978-3-96176-208-8
Vertrieb über Gutenberg-Museum Mainz, 20 €

Dienstag, 18. August 2015

Sommer-Vernissage in Mainz

Die zweite Themenausstellung im Rahmen der Ausstellungsreihe "Am 8. Tag schuf Gott die Cloud. Die Reformation als Medienereignis in Text und Bild" lädt dazu ein, den Prägungen und dem Wandel der Vorstellungen von Freundschaft und Feindschaft über die Jahrhunderte nachzuspüren und den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse im Spiegel der Druckkunst und der bildenden Künste bis in die Gegenwart zu betrachten.
Zur Vernissage wird der Musikkabarettist Martin Schultheiss  "spritzig wortgewaltig lehrreich und unterhaltsam" angekündigt. Marianne Grosse, Kulturdezernentin der Landeshauptstadt Mainz spricht Worte der Begrüßung, danach führt Dr. Annette Ludwig, Direktorin des Gutenberg-Museums in die Ausstellung einführen.

Vernissage: 25. August 2015

Ausstellung: 26. August - 29. November 2015

Gutenberg-Museum Mainz

Freitag, 5. April 2013

Die Mainzer Stadtmusikanten

A. Dieckhoff: Katze, aus
Die Hamburger StadtElefanten
Ausstellung zum gleichnamigen Künstlerbuch von Artur Dieckhoff (Hamburg) im Druckladen des Gutenberg-Museums

Druckaktion, Wein und Brezeln zur Eröffnung der Ausstellung durch Frau Marianne Grosse, Dezernentin für Bauen, Denkmalpflege und Kultur der Landeshauptstadt Mainz, und Dr. Annette Ludwig, Direktorin des Gutenberg-Museums.
Zur Ausstellung erscheint eine Grafikmappe und das Künstlerbuch "Die Mainzer Stadtmusikaten" mit zehn Original-Holzschnitten, Auflage 250 Exemplare, 32 Euro. Der Künstler Artur Dieckhoff signiert.

Ausstellung: 26. April bis 24. August 2013

Druckladen des Gutenberg-Museums
Liebfrauenplatz 3
55116 Mainz