Freitag, 31. März 2017

Auch Hanif Lehmann ist seit Leipzig Pirckheimer

Die Pirckheimer-Gesellschaft bekam zur Leipziger Buchmesse ein neues Mitglied: Hanif Lehmann. Grund genug, nach der Rückkehr aus Leipzig seine Graphiken wieder einmal ans Licht zu holen. Insbesondere zwei haben es mir angetan, zum einen der Holzschnitt "Entwässerungsgraben", der den Marginalien #203 für Mitglieder als Graphik beilag und fälschlich als "Interieur" bezeichnet wurde, sowie der hier abgebildete Holzschnitt "Landschaft mit Büchern", den mir der Künstler anlässlich der artbook.berlin 2016, wo er seinen Stand neben den Pirckheimern hatte, überreichte. Dieser Holzschnitt zierte auch ein Ausstellungsplakat Ende 2006 aus Anlass des 10jährigen Bestehens der widukind presse Dresden bei Wolfgang Grätz in der Büchergilde Buchhandlung und Galerie Frankfurt/M.
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Rainer Ehrt - Panoptikon

Rainer Ehrt ist ein Künstler, dessen enorme Bandbreite man in dieser Form selten findet. Ob in Zeichnung, Malerei, Skulptur oder Dichtung, ob in Illustration, Karikatur oder Landschaft: seine Handschrift ist unverwechselbar. Bewandert in Geschichte und Kulturgeschichte wie in Mythologie und politischen Themen, ist er seit Jahren eine Größe in der deutschen und internationalen Kunstszene. Sein Werk ist besetzt mit unzähligen Figuren, die uns aus verschiedensten Kontexten bekannt sind und die Rainer Ehrt zum Leben erweckt hat: mal augenzwinkernd, mal lyrisch, mal hochdramatisch und oft ungemein satirisch.
Im Rahmen der Ausstellung »Panoptikon«, die über 70 Werke zeigt und vor zwei Wochen feierlich und heiter eröffnet wurde, findet zu einem Salonabend am 6. April ein Künstlergespräch statt. Eine Gelegenheit, mehr über Rainer Ehrt und seine Arbeit zu erfahren. Der Künstler wird (u.a.) auch Gedichte aus seinem Bildband »Preußische Landfahrten« lesen sowie sein neues Künstlerbuch vorstellen: »Gegen Verführung« nach Bertolt Brecht. Als kulinarische Begleitung gibt es an diesem Abend ein französisches Buffet mit Käse- und Wurstspezialitäten vom benachbarten Bistro »La Cantine d'Augusta« mit dazu passenden köstlichen Weinen.
Unkostenbeitrag: 15 Euro pro Person, Anmeldung: bis spätestens 5. April 2017 (max. 40 Personen)

Lesung und Künstlergespräch: 6. April 2017, 19 Uhr

Langenscheidtstraße 6, 10827 Berlin-Schöneberg

Donnerstag, 30. März 2017

Leipzig, ein weiterer Nachsatz

Unter denen, die in Leipzig einen Antrag auf Mitgliedschaft stellten, war endlich auch der "beste Verlag der Welt", der mückenschweinverlag Stralsund, vertreten durch Fred Lautsch.
Inhalt und Gestaltung ist diesem Verlag wichtiger als Gewinn und so sucht er seine Bücher auch aus und stellen sie her. "Unsere Bücher werden auf Anfrage und ausschließlich in Handarbeit produziert. Dass das auf den ersten Blick mehr Aufwand und Kosten bedeutet als die industrielle Buchproduktion, ist uns klar. Auf den zweiten Blick sieht man vielleicht, dass es nur ein anderer Aufwand und andere Kosten sind. So haben wir die Möglichkeit, Arbeits- und Ausbildungsplätze zu schaffen und auch zu erhalten.
Natürlich ganz ohne angeben zu wollen, aber unsere Bücher sind etwas Besonderes. Bei manchen ist das Papier handgeschöpft, einer unserer Typographen ist ein Pedant, Percy macht viele Cover und Illustrationen per Siebdruck und außerdem gibt es wohl keinen Verlag, bei dem Menschen sich auch mal aus reiner Liebe zum Buch an die Arbeit machen. Außerdem sind wir mit unserer Art der Gestaltung und Produktion an keinerlei Normen gebunden. Besonders wichtig ist uns, dass die AutorInnen bei der Entstehung und Produktion ihrer Bücher direkt mitwirken. So kann es schon mal passieren, dass ein Buch einen Titel bekommt, der niemandem aus dem Verlag, außer der Autorin selbst, gefällt …"

Mittwoch, 29. März 2017

Tanja Leonhardt, Scherbenzeit

© Tanja Leonhardt
"Scherbenzeit" - Dieses Künstlerbuch thematisiert die persönliche Handschrift im Zeichen von Bewahren und Vergänglichkeit. Im Klingspor-Museum wird die Schriftgrafikerin und Künstlerin Tanja Leonhardt ausgehend vom Konzept dieses Buches ihren besonderen Zugang zur Schrift und insbesondere zur Handschrift erläutern, dessen Fundament an ihrer Ausbildungsstätte, dem Fachbereich Bildende Kunst der Universität Mainz, gelegt wurde. Wir erfahren mehr über den Geist der "Mainzer Schule" und ihre Lehrer, insbesondere Franz Müller und Pamela Stokes.

Auch in Leipzig neu eingetreten ...

... ist Claus Lorenzen, der Inhaber der zum Jahreswechsel 1989/90 gegründeten Officina Ludi. Auf seiner Webseite stellt der Kleinverlag, dessen aufsehenerregende Anthologie "… am Golde hängt doch alles" (Abb.) hier und in den Marginalien Heft 1/2017 vorgestellt wurde, in der reich bebilderten Chronik "Von der Handpresse zum Kleinverlag – eine Wegbeschreibung" über die Entstehung seiner illustrierten Bücher, Einblatt- und Gelegenheitsdrucke und über die Entwicklung der Handpresse zum heutigen Kleinverlag, wobei er vor allem auch die Begegnung und Zusammenarbeit mit zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern beschreibt, die seine Bücher illustriert und ihnen ein ganz eigenes Gepräge gegeben haben.

in Leipzig neu eingetreten

Zur Leipziger Buchmesse gab es einige neue Mitgliedsanträge, die schon lange fällig waren und die sowohl eine Verjüngung, wie auch eine stärkere Hinwendung zu zeitgenössischer Buchkunst deutlich machen. Bibliophilie ist eben nicht altbacken, in der Pirckheimer-Gesellschaft ist sie auch zeitgemäß und modern.

Hartmut Andryczuk (Hybridenpresse), Rainer Ehrt (Edition Ehrt), Christian Ewald (Katzengraben-Presse) und Henry Günther (Edition Balance) sind seit der Leipziger Buchmesse Pirckheimer. Jeder von ihnen hat bereits in den vergangenen Jahren das Leben der Pirckheimer bereichert, sei es durch seine künstlerische Arbeit, durch seine verlegerische Tätigkeit oder durch Vorträge oder Ausstellungen.
Die Arbeiten von Hartmut Andryczuk wurden gerade erst in den Marginalien 224 durch Till Schroeder ausführlich besprochen und vor allem die Berlin-Brandenburger Pirckheimer hatten schon häufig Gelegenheit zur Bekanntschaft mit seinen Künstlerbüchern und anarchistischen und deutlichen Gedanken.
Christian Ewald, dessen erstes Buch in der Katzengraben-Presse zugleich das letzte war, das in der DDR erschien, ausgeliefert am 2. Oktober 1990 um 23:59. Sein Markenzeichen ist ein eingenähter Faden, zu finden in jeder seiner Publikationen bis hin zu Katalogen oder Neujahrskarten.
Henry Günther - umkehr 1, Holzdruck 2016
Zu Henry Günther wurde hier schon viel gesagt, es lohnt ein Blick in den anlässlich des 25jährigen Bestehens der Edition Balance erschienenen Katalog mit einem umfangreichen Vorwort des Pirckheimers Reinhard Grüner.
Rainer Ehrt - FRANZ KAFKA ER, Aufl. 40 Expl., 2016
Und auch Rainer Ehrt ist den Bücherfreunden keineswegs ein Unbekannter - für viele Pirckheimer ist allein die Tatsache, dass er die Speisekarte und eine Graphik zum Jahrestreffen 2017 gestalten wird, Grund daran teilzunehmen.

Dienstag, 28. März 2017

Jahresversammlung der Maximilian-Gesellschaft

Die Jahresversammlung 2017 der Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst wird am 5. und 6. Mai in Hildesheim stattfinden.
Das Tagungshotel wird das Novotel Hildesheim sein. Am Freitag Vormittag steht das Stadtarchiv Hildesheim auf dem Programm, nach einem Mittagessen findet die 94. Ordentliche Mitgliederversammlung in der Dombibliothek statt. Danach ist eine Führung durch die Dombibliothek und das Dommuseum geplant, um 19 Uhr ein Abendessen im Tagungshotel.
Am Samstag endet das Treffen nach einem Besuch des Roemer- und Pelizaeus-Museum und einem Mittagsimbiss.
Für 2018 ist die Jahresversammlung der Maximilian-Gesellschaft für 5 Tage in Wien vorgesehen.

Neu bei den Pirckheimern seit der Leipziger Buchmesse

Till Kaposty-Bliss (lks.) und Ralph Aepler, Foto © Ralf Wege
Einer weiteres Mitglied, neu bei den Pirckheimern seit der  der Leipziger Buchmesse, kannte die Pirckheimer zuvor aus dem beruflichen Umfeld: Der Verleger und Herausgeber der Zeitschrift »Das Magazin« Till Kaposty-Bliss. Damit ist er den Pirckheimern aus der Tradition des »Magazins« heraus schon sehr nahe, gestaltete doch das Gründungsmitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, Werner Klemke, von 1954 bis 1991 insgesamt 423 Cover des Magazins.
»Ich freue mich, jetzt bei den Pirckheimern dabei zu sein«, sagt Till Kaposty-Bliss, »nicht nur aufgrund der Verbindung zu Werner Klemke. Der frische Wind, der seit kurzem in der Gesellschaft weht und der sich auch in der neuen Webseite zeigt, passt gut zum Magazin. Denn das wird inzwischen von einer neuen Autoren- und Lesergeneration entdeckt und geliebt. Wir sind eine ungewöhnliche Kulturzeitschrift, und die Pirckheimer sind keine gewöhnliche Gesellschaft.«

21

Mit dieser Zahl hatten die Pirckheimer zu Beginn der Leipziger Buchmesse nicht gerechnet.
Foto © Ralf Wege
Um so größer war die Freude, nach vier anstrengenden Tagen Messebetrieb in Halle 3, nach vielen Gesprächen und am Ende mit schmerzenden Füßen und strapazierten Stimmbändern, diese Zahl erreicht zu haben.
21 ausgefüllte Anträge auf Mitgliedschaft in der Pirckheimer-Gesellschaft zählten Abel Doering und Matthias Haberzettl am Abend des 26. März, des letzten Messetages in Leipzig. Auf dieses Ergebnis können die beiden sowie die anderen Mitglieder des Messeteams Ralph, Katrin und Charlotte Aepler, Jutta Osterhof und Marita Hoffmann stolz sein.
»Die Entscheidung des Vorstandes, den Sprung vom Besucher zum Aussteller zu wagen, war goldrichtig«, sagt Ralph Aepler rückblickend. ...

Wochenblätter

Vernissage: Samstag, 15. April 2017
(Martin Amstutz ist nicht nur ein begnadeter Drucker, sondern auch ein hervorragender Bandoneonspieler. Seine Band „Cafe Deseado“ (Bandoneon, Gitarre, Geige) wird im Anschluss um 19.30 Uhr ein Tangokonzert geben)
Ausstellung: 15. April - 18. Mai 2017

è Eremitage Gransee
Galerie für zeitgenössische Buchkunst und Druckgraphik
Mauerstraße 4a | D-16775 Gransee

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Marc Berger

Montag, 27. März 2017

Schnatterinchens Puppenecke

Am Stand 532 in Leipzig wurden viele Besucher Mitglied der der Pirckheimer-Gesellschaft, von denen einige in den nächsten Tagen hier vorgestellt werden. Den Anfang macht Christoph Liepach, denn seine Ausstellung ›Schnatterinchens Puppenecke‹ läuft anlässlich der Buchmesse bereits seit einigen Tagen - die Vernissage fand am vorletzten Sonntag mit den Gästen Roswitha Kuhnert und Gunter Preuß statt.
"Am 1. Juni 1949 gegründet, wuchs der Kinderbuch-Verlag Berlin schnell zu dem zentralen Verlag für Kinderliteratur heran. Aufgrund der Zusammenarbeit mit namenhaften Illustratoren gewannen die Kinderbücher regelmäßig Preise als Schönste Bücher der DDR. Eines der bekanntesten Editionen waren Illustrierte Geschichten in einem dünnen Hard-Cover-Buchformat von 27 cm x 18,5 cm. Die Ausstellung soll ein Streifzug quer durch die bis 1990 gedruckte Edition ermöglichen und mit Interaktiven Elementen zum Eintauchen in die Geschichten- und Bildwelten für Jung und Alt animieren. Dabei runden Rahmeninformationen zu Verlag und Künstlern das Thema ab."

Ausstellung: 18. März - 2. April 2017

N‘OSTALGIE-Museum im „Steibs Hof“
Nikolaistraße 28-32, 04109 Leipzig