Donnerstag, 20. April 2023

Hartmut Pätzke (22.8.1938 - 23.3.2023)

Der Kunsthistoriker Hartmut Pätzke, seit 1983 verantwortlich für die Leitung der Berliner Pirckheimer-Gruppe und später in weiteren Vorstandsfunktionen, von 1998 bis zu seinem Ausscheiden als Mitglied im Jahre 2000 Vorsitzender der Pirckheimer-Gesellschaft, hatte einen maßgeblichen Anteil daran hatte, die Pirckheimer-Gesellschaft erfolgreich über die Hürden der "Wende" zu bringen.

Seine Trauerfeier fand heute in der Kapelle des Dorotheenstädtischen Friedhofs Berlin statt. Ein Nachruf erscheint in den MARGINALIEN 249.

Freikarten zur Leipziger Buchmesse

Achtung: Die Freikarten sind vergeben!

Die Pirckheimer-Gesellschaft und der Leipziger Bibliophilen-Abend werden sich in diesem Jahr wieder auf der Leipziger Buchmesse mit einem Stand vorstellen, auch die Bücherkinder Brandenburg werden dort ihr aktuelles Buch "Die Farben der Kindheit" vorstellen. 

Um diese kennenzulernen, bot ich zwei kostenlose Dauerkarten an, personengebunden und nicht übertragbar. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen!

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3. Brandenburger Bilderbogen

Der 3. Brandenburger Bilderbogen ist fertiggestellt und kann ab sofort in der Brandenburger Galerie Sonnensegel zum Preis von 35 € bestellt werden.
Die Motive sind auch als Postkarte oder in einer Box erhältlich.

An dem, von Sven Märkisch im Gutenberg DRUCK-LADEN an der Handpresse gedruckten Bogen zum Thema "Somnambul", sind jeweils mit mehrfarbigen Linolschnitten beteiligt (in Leserichtung):

Anke Tippelt | Steffi Möbius Ehrlich | Ulrike Jänischen | Janine Wentorf
Katja Zwirnmann
 | Angela Hampel | Matthias Frohl
Sven Märkisch | Katja Lebedzki
Rita Lass
 | Martina Stein | Annegret Frauenlob
Lars Petersohn | Thomas Rabisch
| Hanneken van der Hoeven | Nancy Jahns

Weint um Eure Bücher!

Heute Abend wird es wieder einen Jour Fixe der Gutenberg-Gesellschaft geben. Er steht unter dem Thema: "Weint um Eure Bücher! Neues Lesen der Jungen und der nicht mehr so Jungen".
Dr. Gerhard Lauer, Professor für Buchwissenschaft Mainz und Institutsleiter an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, wird diesen Vortrag präsentieren und anschließend zu einer Weinprobe bitten.
Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten unter info@gutenberg-gesellschaft.de oder unter 06131/226420.

20. April 2023, 18 Uhr

Kulturei Mainz

Mittwoch, 19. April 2023

Paradiesische Dialoge

Der Leipziger Bibliophilen-Abend präsentiert mit »Eine Reflexion« den 6. Band seiner Reihe »Paradiesische Dialoge«.
Matthias Weischer, 11-farbiger Holzschnitt aus dem Buch »Eine Reflexion«
Das Gespräch und die Lesung mit der Autorin Angela Krauß, dem Künstler Matthias Weischer und dem Gestalter Thomas Kober wird vom Herausgeber des LBA Michael Hametner moderiert.

Der Eintritt ist frei.

Buchpräsentation: 24. April 2023, 18 Uhr

Bibliotheca Albertina
Beethovenstraße 6, 04107 Leipzig

30 Jahre LesArt in Berlin

1993 öffnete das Berliner Zentrum für Kinder- und Jugendliteratur seine Türen. Neben mehr als 300 Veranstaltungen pro Jahr bei LesArt und andernorts, präsentiert LesArt in der Weinmeisterstrasse Ausstellungen mit Originalen von Künstlerinnen aus Berlin, Deutschland und der ganzen Welt
Annette Wostrak (rechts) dankt Carola Pohlmann (Foto: Silke Willenborg)
Anlässlich des Jubiläums sind nun zahlreiche Künstler, mit denen LesArt in den letzten drei Jahrzehnten zusammengearbeitet hat, in der Ausstellung „30 Jahre LesArt - AUSERLESENES" vertreten, darunter Martin Baltscheit, Aljoscha Blau, Nadia Budde, Antje Damm, Klaus Ensikat, Stefanie Harjes und Egbert Herfurth.
Am 2. April wurde die Ausstellung mit einem großen Geburtstagsfest feierlich eröffnet. Die Pirckheimerin Carola Pohlmann, Leiterin der Kinder- und Jugendbuchabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin, hielt die Festrede.

Die 30 exklusiv für LesArt geschaffenen Erzählbilder sind noch bis 7. Juli 2023 zu sehen.

Dienstag, 18. April 2023

„Nahe bei uns”

Der Verein der Bibliophilen und Graphikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt e.V. »Willibald Pirckheimer« lädt ein zur Ausstellung „Nahe bei uns” mit Kalligraphie der Kritzelstube Magdeburg zu Texten von Gisela Steineckert. 
Gezeigt werden Arbeiten zum 7. Kunstkalender 2023, der wieder mit persönlichem Grußwort der Autorin erschien.
Die Ausstellung wird gefördert vom Kulturbüro der Stadt Magdeburg, unterstützt durch den Verein Literaturhaus Magdeburg, die Kritzelstube Magdeburg und das einewelt haus Magdeburg.

Vernissage: 19. April 2023, 19 Uhr, es spricht: Helga Kleiner, musikalische Begleitung: Frederike Sommer und Aaron Vinatzer (Trompete) sowie Manuel Vinatzer und Johann Härtel (Posaune)
Ausstellung: 20. April 2023 - 14. Juni 2023

einewelt haus Magdeburg 
Magdeburg, Schellingstraße 3-4

Jahresversammlung der Maximilian-Gesellschaft

Die diesjährige Jahresversammlung führt die Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst in die Niederlande.

Urkunde vom 2. Juni 1122, in der Kaiser Heinrich V.
die vom Utrechter Bischof Godebold gewährten
Stadtrechte bestätigte
Zentraler Punkt wird Utrecht sein, für die Jahresversammlung wie auch als Ausgangspunkt für die einzelnen Besichtigungsziele.
Auf dem Programm stehen interessante Institutionen und Bibliotheken in Utrecht, Haarlem und in Den Haag. Für die gesamte Logistik in den Niederlanden wird ein bequemer Reisebus zur Verfügung stehen. Weitere Details zum Ablauf, den einzelnen Programmpunkten wie auch Informationen zu Unterkünften und Hotels werden in Kürze im Mitgliederbereich der Homepage eingestellt.

Jahresversammlung: 7. - 9. September 2023

Utrecht

Montag, 17. April 2023

Rollbuch

Eine Entdeckung auf der BuchDruckKunst Hamburg fand sich im Museum der Arbeit an Stand 19 - "Rollbuch", Müller & Lichtenegger GbR.
Ann-Christin Müller mit dem Rollbuch von Verena Mack "untiteled", Foto © ad
Das Rollbuch, so die Initiatoren, erweitert die Welt des klassischen Buches, umso mehr in einer Zeit alltäglicher Touchscreen-Ästhetik.  Und eine kleine Vielfalt dieser schönen Objekte künstlerischer Ausdrucksmöglichkeiten führte in den letzten 10 Jahren dazu, dass die Projektliste für neue Editionen ständig gewachsen ist. 

Die Wirkung des Rollbuchs als Medium ist so komplex wie der Mechanismus des Buches einfach ist; sie liegt in seiner Dynamik, der Bewegung der Inhalte selbst, und im ungebrochenen Abbild erzählter Chronologie. Mit der Kurbel hat man gewissermaßen Macht über die Geschwindigkeit mit der die Zeit der Erzählung ablaufen soll, man kann sie mit einer kleinen Handbewegung beschleunigen, verlangsamen, anhalten oder gar umkehren. Dieser kontrollierende Aspekt findet sein Gegengewicht im Ausgeliefertsein an die Abfolge der Inhalte:

für mehr Informationen: Klick auf die Abb.
Der Rahmen des Fensters bindet den Betrachter zwingend an die visuell erlebte Gegenwart, er wirft ein Schlaglicht auf das gerade aktuelle Geschehen und blendet alles andere aus; das bedeutet die Vergangenheit muss erinnert, und die Zukunft erraten werden. Nicht selten stellt sich dadurch ein meditativer Effekt ein: das Objekt scheint auf sanfte Weise eine Art der Aufmerksamkeit zu erzwingen, die zum Betrachter selbst hin verläuft; ein deutlich spürbarer Gegensatz zur Beschäftigung mit "digitalen" Inhalten, die oft als zerstreuend erlebt werden."

Darüber hinaus überrascht das Rollbuch - über das ursprüngliche Konzept hinaus - immer wieder mit unerwarteten Aspekten der Wahrnehmung und Erzählweise, ausgehend von jedem/jeder einzelnen der Künstler, die sich damit beschäftigen. Es ist also eine stetig wachsende, manchmal ein wenig geheimnisvolle "kulturelle Aufladung", die das Objekt aus dem Status eines simplen Produkts heraushebt.

Für die künstlerische Qualität von Rollbuch stehen neben Ann-Christin Müller und Verena Mack die Namen von Illustratoren und Fotografen wie Anastasia Stepanova, Giovanni Possenti, Milou Keute, Jonathan Szefffens oder Elke Ehninger.

Vive Picasso

Design: Lea Johanna Becker
Pablo Picasso - einer der klangvollsten Namen der Bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts - ist gerade weltweit von Museen zu seinem 50. Todestag gewürdigt worden. Bereits im vergangenen Jahr hat dieser Name das Klingspor Museum intensiv beschäftigt, als ein seltenes Malerbuch „Le chef d’oeuvre inconnu“ mit Holzschnitten und Radierungen Pablo Picassos auf dem Markt auftauchte. Mit Unterstützung der Hessischen Kulturstiftung und der Vereinigung der Freunde des Klingspor Museums konnte das faszinierende Werk erworben werden und wird nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.
Das unbekannte Meisterwerk von H. Balzac mit Holzschnitten und Radierungen von Pablo Picasso ist am Sonntag ab 16 Uhr zu sehen.
Vorträge und Gespräche zum Thema beleuchten das Malerbuch und auch den Menschen Pablo Picasso in all seiner Ambivalenz.

22. / 23. April 2023
Programm am Sonntag
16 Uhr, Stefan Soltek. Das unbekannte Meisterwerk. Ein Meisterwerk im Oeuvre Picassos
17 Uhr, Johannes Strugalla. Alles ist machbar, wenn Du es erkennst. Beobachtungen eines nachgeborenen Buchkünstlers zu Picasso
18 - 19 Uhr, Umtrunk und Gespräch

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Sonntag, 16. April 2023

»Turbulenzen« ziehen weiter

Die nächste Station der »Turbulenzen« der 37. Leipziger Grafikbörse ist das Kloster Ilsenburg.

Zum Thema »Turbulenzen« haben 90 Künstlerinnen und Künstler Arbeiten eingereicht. 
Es geht um gesellschaftliche Themen wie Wetter, Klima, Politik oder Wirtschaft, aber auch private, zwischenmenschliche oder gedankliche Turbulenzen. Die Ausstellung zeigt die Vielfalt zeitgenössischen druckgrafischen Schaffens. Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Vereins Leipziger Grafikbörse gibt es eine Grafik-Edition mit 6 eingebundenen Originalgrafiken. 

Eröffnung: 23. April 2023, 11 Uhr, Dormitorium, Moderation Rainer Schulze
Ausstellung: 23. April - 18. Juni 2023 

Kloster Ilsenburg
Schloßstraße 26, 38871 Ilsenburg155 

Sammlung Grafik, Buchkunst und Fotografie

In 14 Tagen werden sich Bücherfreunde in Leipzig treffen und vermutlich ein volles Programm auf der Buchmesse und der dezentral gelegenen Antiquariatsmesse absolvieren.
Schon in früheren Zeiten, bis zu den 90gern, fand die Buchmesse nicht ausschließlich auf dem Messegelände statt und erstreckte sich über das gesamte Innenstadtgebiet - eventuell Anreiz für die Eine oder den Anderen, in alter Tradition auch andere "Hotspots" der Bücherstadt aufzusuchen.

Giovanni Battista Piransi,
Frontispiz (Ausschnitt),
aus: Le Antichita Romane,
um 1835, Radierung, Ankauf 1912
Zum Beispiel die Sammlung Grafik, Buchkunst und Fotografie des GRASSI Museums. Sie umfasst etwa 50 000 Werke. Ihr Ursprung liegt in den historischen Drucken, Mappen und Büchern der Ornamentstichsammlung. Bis heute erfreut sich die Abteilung regen Zuwachses, seien es Zeichnungen, Aquarelle und Plakate oder Bücher mit besonderen Illustrationen, Einbänden und Schriftbildern. Den Sammlungsbereich Fotografie prägen frühe Daguerreotypien.
Zu den Meisterwerken der Sammlung zählen ein mittelalterliches Stundenbuch, Entwürfe für Meissener Porzellan, Piranesis Drucke, japanische Farbholzschnitte, Aufnahmen der frühesten Leipziger Fotostudios und Warhols Plattencover. Im Zentrum steht Kunst auf Papier im Spannungsfeld und Austausch mit den angewandten Künsten.

GRASSI Museum für Angewandte Kunst
Johannisplatz 5-11, 04103 Leipzig

Samstag, 15. April 2023

Kleine Klarstellung in einer Ausstellung

In der Bibliothèque François-Mitterrand in Paris wird derzeit die Ausstellung «Drucken!» gezeigt.
Diese Ausstellung zeigt eines deutlich: Das Drucken wurde nicht in Europa erfunden. Eine der ersten Drucktechniken soll gegen Ende des 7. oder frühen 8. Jahrhunderts in Korea oder China aufgetaucht sein: die Xylographie, die geschnitzte Holzunterlage verwendet.
Diese Technik ist das Ergebnis von Stanzverfahren, die bei buddhistischen Riten aus kleinen Brettern hergestellt wurden, die manchmal mit Text versehen sind und wie Stempel angewendet werden. In China erschienen im 10. und 11. Jahrhundert Bücher, die üblicherweise so gedruckt wurden (Handbücher, Kalender, Lexika, Wörterbücher ...).
Eine andere Technologie, bewegliche Lettern, wird schon aus dem 10. Jahrhundert erwähnt. In Hangzhou, China, soll jemand namens Bi Sheng zwischen 1041 und 1048 bewegliche Terrakotta-Zeichen produziert haben. Später entwickelte Wang Zhen Ende des 13. Jahrhunderts eine Methode, um Keramik-Zeichen zu schaffen und beschrieb 1298 Tests zur Herstellung von Zinnbuchstaben, was allerdings nicht fortgeführt wurden, da er wieder zur Xylotypie zurückkehrte. Auch aus dem 14. Jahrhundert wurden bewegliche Lettern aus Holz mit alphabetischer Schrift gefunden. In China starb diese Technik jedoch aus.

Katalog zur 29. Leipziger Antiquariatsmesse

Dieses Jahr startet die Leipziger Antiquariatsmesse neu, anknüpfend an die Tradition der langjährig von Detlef Thursch organisierten Messe. 

Den Besucher erwarten wieder eine große Auswahl an antiquarischen Büchern, Autografen, Grafiken und Fotos. Man kann wieder selbst stöbern, sich mit Freunden des antiquarischen Buches austauschen, nur 10 Fußminuten vom Leipziger Hauptbahnhof entfernt.

Unter den insgesamt 41 Ausstellern finden sich wie immer auch Pirckheimer, u.a. Christian Bartsch und Riewert Q. Tode.

Die Antiquariatsmesse findet dieses Jahr mit Unterstützung der Leipziger Buchmesse statt – ab 2024 dann wieder auf dem Leipziger Messegelände und im Rahmen der Buchmesse. Im Messekatalog, der durch Klick auf die Abb. aufzurufen ist, zeigen viele der Aussteller die absoluten Highlights ihrer Angebote, wie z.B. den vorgestern hier vorgestellten "vergessenen Aktenkoffer".

(nach Editorial, Marianne Fleischer–Bartsch und Stefan Lenzen)

Freitag, 14. April 2023

Von Bonnard bis Klemke

Das GRASSI Museum in Leipzig zeigt unter dem Titel "Von Bonnard bis Klemke" eine Ausstellung mit illustrierten Büchern und Mappenwerken aus der Sammlung Wieland Schütz.
Das moderne illustrierte Buch vereint die bedeutendsten Künstlerinnen und Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts: So sind Bonnard, Maillol, Picasso und Matisse ebenso wichtige Vertreter wie Slevogt, Scheurich, Kubin oder Beckmann - Seite an Seite mit Fronius, Grieshaber, Hegenbarth und Klemke. 
Neben vielen anderen sind sie in der Sammlung des Berliner Grafikdesigners Wieland Schütz prominent ver­treten. Über 1600 Bücher und Mappenwerke seiner Kollek­tion hat er dem GRASSI Museum für Angewandte Kunst als Schenkung übergeben. Mit rund 600 Werken erlaubt die Ausstellung im GRASSI nun erstmals einen umfassenden Einblick in die Sammlung Schütz und bietet zugleich eine Zeitreise durch 150 Jahre moderne Illustrationskunst.
Werner Klemke, Die drei Buckligen aus Werner Berner, Neue Belustigungen und fröhliche Plaudereien, 1962
Im 19. Jahrhundert erlebt die Buchkunst durch neue Druck­techniken eine Wiederbelebung - ein Comeback, das bis heute anhält. Künstler, Verleger und Drucker verhelfen der Illustration gemeinsam zu einer neuen Blüte - sie entwickelt sich von der untergeordneten Rolle als Buchschmuck zur seitenfüllenden Protagonistin. Immer häufiger tritt nun auch ihre Zwillingsschwester, das Mappenwerk, auf die Bühne. In diesem werden Originalgrafiken zuweilen vom Buchblock und von der literarischen Vorlage losgelöst veröffentlicht. Neben den vielgestaltigen künstlerischen Handschriften begeistern die vielfältigen Mittel: Kontrastreiche Farben und feine Graustufen stehen sich gegenüber wie zarte, flie­ßende Linien kräftigen, kantigen Flächen oder erzählerische Szenen abstrakten Stimmungsbildern. Es gibt keine künst­lerische Strömung, die nicht ihren Niederschlag im illustrierten Buch findet. So bietet die Sammlung Wieland Schütz ein umfassendes Spektrum vom Impressionismus über den Jugendstil und Expressionismus hin zu Surrealismus, Pop Art und Nouveau Realisme bis zur zeitgenössischen Illustration des 21. Jahrhunderts. Ein starker französischer Block spiegelt die internationale Moderne besonders imposant. Der noch weit umfangreichere deutsche Beitrag unterstreicht einmal mehr auch den Rang des Verlagsortes Leipzig und den Beitrag der ostdeutschen Illustrationskunst.

è GASSI Museum für Angewandte Kunst
Leipzig

Tatjana Bergelt - Pas de Deux

Tatjana Bergelt wird im Klingspor-Museum ihr interdisziplinäres Künstlerbuchprojekt Pas de Deux vorstellen.
© Tatjana Bergelt
Es beschäftigt sich mit dem Schriftsteller Vladimir Nabokov und dem weniger bekannten Schmetterlingsforscher Vladimir Nabokov.
Dieser hat in Bezug auf die Schmetterlingsfamilie der Bläulinge (Polyommatus Blues) 1945 eine gewagte Evolutionstheorie veröffentlicht. 2011 wurde diese Theorie von einer Gruppe Wissenschaftler an der Harvard Universität genetisch nachgewiesen. 

Tatjana Bergelt hat nach zweieinhalb Jahren Recherche und dem Kontakt zu diesen Wissenschaftlern ein Künstlerbuch erstellt, welches die Parallelität im Leben des Schriftstellers im Verhältnis zu diesen Schmetterlingen zum Ausdruck bringt.

14. April 2023, 18 Uhr

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Donnerstag, 13. April 2023

Ein vergessener Aktenkoffer ...

Der Pirckheimer Christian Bartsch bietet auf der 29. Leipziger Antiquariatsmesse einen besonderen Aktenkoffer an - 287 interessante und aufschlussreiche Original-Schreiben, die sicher ein authentischeres Bild über das "Leseland DDR" geben, als es die derzeitige Wanderausstellung der "Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur" vermag.
Der damalige Kulturminister Hans-Joachim Hoffmann wandte sich 1983 mit einer Umfrage zu Literaturvorlieben an ausgewählte Bürger der DDR, darunter zahlreiche Größen der Literatur, Bildenden Kunst, Darstellenden Kunst, des Films, der Wissenschaft, aber auch der Politik, des Militärs oder Sports.
Es antworteten u.a. der Schriftsteller Volker Braun, Peter Hacks, Erik Neutsch, Eberhard Panitz, Rudi Strahl, Christa Wolf und Bildenden Künstler, darunter Karl-Georg Hirsch, Wolfgang Mattheuer, Werner Tübke, Gerhard Voigt, sowie Filmschaffenden und die ehemalige BE-Intendantin Ruth Berghaus, die Schauspieler Annekathrin Bürger, Inge Keller, Hans-Peter Minetti oder Peter Sodann, die Tänzerin Gret Palucca, Komponisten wie Siegfried Matthus oder Joachim Werzlauf, die Pianistin Annerose Schmidt,  Frank Schöbel, Sigmund Jähn, der nach dem Kahlschlag-Plenum entlassenen, ehemalige stellv. Kulturministers Günter Witt u.v.m.
Im Anschreiben von Kulturminister Hoffmann heist es: „Schon seit langem beschäftigt mich der Gedanke, die Bedürfnisse nach Literatur in unserem Lande [...] genauer zu erkunden. [...] Ich wende mich daher mit der ungewöhnlichen Bitte an Sie, mir freundlicherweise jene Bücher – es sollten etwa zehn sein - zu nennen, die bei Ihnen einen besonders nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben [...] Mit einer kurz gefaßten Begründung wage ich zwar nicht zu rechnen – gestehe aber freimütig, daß sie mir willkommen wäre.“ Ziel der Umfrage war neben den „Persönlichkeiten unseres Landes“ „die Erfahrungen eines sozial wie altersmäßig weit gefächerten Leserkreises im Umgang mit Literatur unterschiedlichster Genres [...] und geografischer Herkunft“ zu erkunden.
Tatsächlich kamen die meisten Antwortenden dem Wunsch, teilweise auch in Form einer längeren Begründung, nach. Die meisten Schreiben bringen Überraschung und Freude über die ungewöhnliche Anfrage zum Ausdruck.

Buntpapiere in der Ausstellung „Meisterhafte Unikate“

Eine Ausstellung im Museum für Druckkunst anlässlich des 100. Jahrestages der Gründung der Meister der Einbandkunst gibt Einblick in die Entwicklung des zeitgenössischen künstlerischen Einbandes in Deutschland. 
Neben handgebundenen Büchern, Gestaltungskonzepten, Werkzeugen, Materialien und Werkstattimpressionen, die die kontinuierliche Entwicklung der Einbandkunst, den Wandel und Innovationen in Gestaltung und handwerklichen Techniken sowie Einflüsse aus den europäischen Nachbarländern zeigen, werden auch Buntpapiere präsentiert.
Historische Buntpapiere aus dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum in der MDE-Ausstellung im Leipziger Druckkunstmuseum
Am Sonntag führt die Buntpapier-Expertin Julia Rinck durch die Ausstellung und wird spannenden Einblicke in die Welt der historischen und zeitgenössischen Buntpapiere ermöglichen.

Führung: 16. April 2023, 12 Uhr

Museum für Druckkunst Leipzig
Nonnenstraße 38, 04229 Leipzig

Mittwoch, 12. April 2023

Sabine Müller - Druckgraphik

Sabine Müller, Altenburg, ab 2017 als freischaffende Künstlerin im Kulturgut Quellenhof Garbisdorf tätig, begeistert sich für die "Schwarze Kunst", ihr liebstes Medium ist die Druckgrafik, vor allem Radierungen.
Landschaften und Natur, aber auch der Klimawandel und die Zerrissenheit in der Gesellschaft geben immer wieder neue Impulse für ihre Kreativität. Über die Jahre hat sie sich eine große stilistische Bandbreite angeeignet, mit der sie in ihrer Ausstellung überzeugt.

Vernissage: 16. April 2023, 17 Uhr
Ausstellung: 16. April - 27. Mai 2023

Alte Schulscheune
Schulweg 1, 15864 Diensdorf – Radlow

JETZT & ALLES. Österreichische Literatur. Die letzten 50 Jahre

Im Vorfeld der Leipziger Buchmesse mit Gastland Österreich wird im im Deutschen Buch- und Schriftmuseum Österreichische Literatur der letzten 50 Jahre gezeigt.

Ein Paar Wanderschuhe, ein viel zu großer Mantel, Audiokassetten und ein Federhut – manchmal sind es die Dinge, die mehr als tausend Worte sagen.
Feder, Bleistift und Radiergummi von Peter Handtke, Foto ÖNB, Literaturarchiv
Streitbar, formbewusst und vielstimmig – dafür steht die österreichische Literatur. Die von der Österreichischen Nationalbibliothek kuratierte Ausstellung „JETZT & ALLES“ stellt wichtige österreichische Autoren vor und erzählt die Entstehungsgeschichten ihrer Texte - von Thomas Bernhard, Elfriede Jelinek und Peter Handke bis zu Friederike Mayröcker, Marlene Streeruwitz sowie Ann Cotten, Clemens J. Setz und vielen mehr. Noch nie gezeigte Manuskriptblätter, persönliche Schreibgegenstände, Fundstücke und Fotografien aus den Beständen des Literaturarchivs der ÖNB illustrieren die zentralen Themen: die Auseinandersetzung mit sozialen Umbrüchen, Erinnerungskultur und Geschichtsvergessenheit ebenso wie das Experimentieren mit Formen, Medien und Genres.

(Stephanie Jacobs und das Museumsteam)

Eröffnung: 25. April 2023, 19 Uhr, Großer Lesesaal der Deutschen Nationalbibliothek
Ausstellung: 26. April 2023 - 7. Januar 2024

Deutsche Nationalbibliothek
Deutsches Buch- und Schriftmuseum
Deutscher Platz 1, 04103 Leipzig

Mehr zur Ausstellung hier.