Dienstag, 1. November 2016

Felix Scheinberger – Hedo Berlin

In der Büchergilde Buchhandlung am Wittenbergplatz des Pirckheimer-Mitglieds Johanna Binger wird die Neuerscheinung von Felix Scheinberger mit Skizzen aus dem Berliner Nachtleben vorgestellt. 1969 in Frankfurt am Main geboren, arbeitet er als Illustrator in Berlin und als Professor in Münster und ist zudem Mitglied des Kuratoriums der »Belletristik. Zeitschrift für Literatur und Illustration«.
Der renommierte Illustrator hat seine Nächte zeichnend in einschlägigen Berliner Clubs wie dem KITKAT Club und dem BERGHAIN verbracht. Wo Fotografieren nicht erlaubt ist, damit die Partygesellschaft ungehemmt freizügig sein kann und nichts ans Tageslicht dringt, zückte der Zeichner Stift und Papier und fing intime Momente der hedonistischen Szene ein.
Das Buch kostet 28,00 €. Daneben erschien in einem pinken Schuber eine Vorzugsausgaben mit einer Radierung im Format 15 x 21 cm, handsigniert von Felix Scheinberger. Es gibt eine weibliche und eine männliche Version, jeweils limitiert auf 100 Exemplare, je 126,00 €.

Jaja Verlag 2016
21,5 x 15,5 cm
136 Seiten in Farbe
ISBN 978-3-943417-99-9

Lesung: 24. November 2016, 20 Uhr

:Büchergilde Buchhandlung am Wittenbergplatz
Johanna Binger GmbH
Kleiststr. 19 - 21 10787 Berlin

1 Kommentar:

BloggerPeter Verheyen hat gesagt...
Ich freue mich immer über Empfehlungen zu Büchern von den Pirckheimern, und so war es mal wieder mit Hedo Berlin. Letze Woche angekommen und heute mit Groszs Ecce Homo und Masereels Bilder der Großstadt eingereiht. Paßt bestens dazu. Danke!

Zeitgenössische Buchkunst in München

"Wallstreet-Prinzessin" Killary aus dem Künstlerbuch "Lügen Demokratie"
Buchkünstler und Pressendrucker aus München, Nürnberg, Chemnitz, Hamburg, Berlin und Paris zeigen in der 5. Verkaufsausstellung Zeitgenössische Buchkunst im Lyrik Kabinett München. Gezeigt werden Künstlerbücher als Unikate oder in Kleinauflagen, Einzelblätter, Mappenwerke, Postkarten und mehr. Unter den Ausstellern sind neben Rainer Ehrt, Christian Ewald (Katzengrabenpresse), Gerhard Multerer, Gisela Oberbeck, Bettina Haller und Birgit Reichert (beide Sonnenberg-Presse) auch die Pirckheimer Johannes Häfner (ICHVerlag, Abb. oben) und Peter Zitzmann (schPeZi-Presse, Abb. unten).
Zur Begrüßung spricht Holger Pils (Stiftung Lyrik Kabinett) und Michael Lang (Typographische Gesellschaft München).

11. - 13. November 2016

Lyrik Kabinett München
Amalienstr. 83a

1 Kommentar:

Matthias Haberzettl hat gesagt: Neben Rainer Ehrt sind auch dabei: - Annette Vogel und Christa Schwarztrauber (jeder, der beim Jahrestreffen in diesem September dabei war, erinnert sich!), - die Pirckheimer Johannes Häfner und Peter Zitzmann, - sowie Gerd J. Wunderer aus Augsburg, der den feinen Brecht-Augsburg-Holzstich zum Jahrestreffen 2007 gestaltet hat.
2. November 2016

Wochenende der Grafik

Ende November besteht in Quedlinburg an einem Wochenende die Möglichkeit, bei Bernd Papke, freischaffender Künstler, Grundlagen des Holzschnittes zu erlernen und Grafiken ganz individuell, farbig oder schwarz-weiß, naiv oder abstrakt anzufertigen - jeder kann dabei in seinem Tempo und nach eigenen Ideen arbeiten, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Der Kurs kostet inklusive Material 65 €.

26. November – 27. November 2016
Anmeldung erforderlich unter 03946/689593-855

Feininger-Galerie Museum für grafische Künste
06484 Quedlinburg

Montag, 31. Oktober 2016

TV-Tipp zum Reformationstag

„Wie der Teufel den Buchdruck erfand“ - dieser Frage geht augenzwinkernd die MDR-Sendung „Rätsel, Mythen und Legenden“ nach. Gedreht wurde u.a. im Museum für Druckkunst Leipzig.
Wir schreiben das Jahr 1452. Mitten im lärmigen Markttreiben fällt ein Mönch auf. Voller Abscheu schleudert der Gottesmann eine teure Bibel in den Straßenstaub und streckt beschwörend sein Kruzifix dem Teufelswerk entgegen. Was war geschehen? Es war der weltweit erste Band der Bibel, der nicht von Klostermönchen mit der Hand geschrieben war, wie damals üblich, sondern auf einer handbetriebenen Maschine gedruckt wurde. Kurz darauf nehmen Gendarmen den Buchdrucker unter dem Verdacht der Hexerei fest. Denn jede seiner Bibeln glich aufs Haar der anderen - das konnte nur das Werk des Teufels sein. Um dem Feuertod zu entgehen, entdeckte der Buchdrucker seine Erfindung den Ratsherren der Stadt. Aber nicht Gutenberg war sein Name, sondern Johannes Faustus. Was hat der sagenumwobene Hexenmeister mit der Erfindung des Buchdrucks zu tun? Janine Strahl-Oesterreich geht in der Buchstadt Leipzig dieser alten Sage auf den Grund.

31. Oktober 2016, 18:05 - 18:50 Uhr, MDR Fernsehen

Samstag, 29. Oktober 2016

Leibnix –Das Universalgenie im Mosaik

Anlässlich des 300. Todestages von Gottfried Wilhelm Leibniz zeigt das Deutsche Buch- und Schriftmuseum zu diesem Universalgenie eine Kabinett-Ausstellung.
Der Mathematiker, Philosoph und Historiker Gottfried Wilhelm Leibniz (1646–1716) war in allen Wissenschaften seiner Zeit bewandert, sein Motto war „theoria cum praxi“ – die Wissenschaft müsse angewendet werden. Lebenslang beschäftigte er sich mit dem Bau von Rechenmaschinen und legte mit seiner „Dyadik“, dem Binärcode, den Grundstein für die rechnergestützte Informationstechnologie des 20. Jahrhunderts.
Leibniz und die Abrafaxe © MOSAIK – Die Abrafaxe 2016
Im Mittelpunkt der Schau steht das älteste und auflagenstärkste deutsche Comic-Magazin „mosaik“. Von 2009 bis 2011 hatte Leibniz darin als Comic-Figur eine Fülle von Abenteuern im barocken Europa zu bestehen – begleitet von den Abrafaxen Abrax, Brabax und Califax, jugendlichen Fantasiegestalten aus der Gegenwart. Anhand von 40 Originalzeichnungen zu den „mosaik“-Comics aus dem Archiv des Verlags Mosaik – Steinchen für Steinchen (Berlin) wird nicht nur das Wirken des Gelehrten anschaulich nacherzählt, sondern zudem der Entstehungsprozess eines Comic-Heftes erfahrbar gemacht – vom Manuskript über erste Skizzen bis zur fertigen Zeichnung.
In der Ausstellung sind repräsentative Beispiele für die Bedeutung von Leibniz im heutigen Alltag zu sehen, z. B. Ausdrucke digitaler Comics, Leibniz-Alltagsgegenstände und Leibniz-Merchandisingartikel sowie die Zeitschrift „Leibniz-Feldpost“ aus dem Ersten Weltkrieg. Nicht fehlen darf das legendäre Fußball-Länderspiel der Philosophen zwischen Deutschland und Griechenland der Gruppe Monty Python, bei dem Leibniz im deutschen Tor steht.
Kuratiert wird die Ausstellung von Dr. Georg Ruppelt, Autor, Herausgeber und ehemaliger Direktor der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek.
Zur Ausstellung erscheint das Begleitbuch „Abenteuer Wissenschaft – Die Abrafaxe unterwegs mit Gottfried Wilhelm Leibniz“ mit einem Essay von Georg Ruppelt, 176 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, 9,95 €, ISBN 978-3-86462-143-7.

Vernissage: 13.11.2016 11:00 Uhr
Ausstellung: 14. November 2016 - 2. April 2017

Tresor des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der DNB
Museumsfoyer

13. Frauenfelder Buch- und Druckkunst-Messe

Die Frauenfelder Buch- und Handpressen-Messe, vom Waldgut Verlag und dem Atelier Bodoni veranstaltet wird, ist seit 26 Jahren eine einzigartige Werkschau von Büchern, Gestaltung, Drucken, Einbänden und Papieren. Alle zwei Jahre auf der Messe, die in zwei Hallen im historischen Eisenwerk in Frauenfeld stattfindet, präsentieren sich alte Handwerke im Bereich Druck und Papier und zeigen zeitgenössische, künstlerische Anwendungsmöglichkeiten von Bleisatz, Handpressendruck, Kupfertiefdruck, Handbuchbinderei, Holz- und Linolschnitt, Typografie, Papierschöpfen, Papierkunst, Druckkunst und Künstlerbuch.
Viele der Aussteller führen ihre Kunst sogar live am Stand vor, wozu zuvor mitunter tonnenschwere Maschinen in die Werkhalle manövriert werden. Die Besucher und Besucherinnen sind eingeladen, den Arbeiten zuzusehen, zu staunen, zu riechen, zu fühlen und mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen. Und natürlich können sie alles, woran sie Gefallen finden, käuflich erwerben: alte und neue Bücher, Handpressendrucke, Einblattdrucke, Alben und Kassetten, Marmor- und Künstlerpapiere, hand- und maschinengeschöpftes Bütten, Kunst und Kleinkunst, Karten und Geschenke.
Unter den rund 50 Ausstellern, die aus dem deutschen Sprachraum, aus den Niederlanden und Italien zur Messe nach Frauenfeld kommen, sind neben ‹usus› und der Katzengraben Presse wieder der Pirckheimer Marc Berger u.a. mit der von ihm initiierten Wanderausstellung "Dada ist 100" und als Ehrengast Sabine Golde und Studierende der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Studiengang Buchkunst.

4.–6. November 2016

Waldgut Verlag und Atelier Bodoni
Eisenwerk in Frauenfeld
Industriestr. 23, CH-8500 Frauenfeld

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Kunst in der Papierfabrik

Zu seinem dritten Offenen Atelier - Wochenende zeigt Eckhard Froeschlin bei Kaffee und Kuchen, was in den letzten beiden Jahren entstanden ist: Landschaften in Radierungen und Pastellmalerei, immer noch Neuland, oder das neue Künstlerbuch zu Heinrich von Kleists „Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden“, oder der Graphik-Kalender MÄRCHEN UND LEGENDEN, aus dem die Farbradierung „Jakobs Leiter“ nebenstehend abgebildet ist.
Dazu kommen neue Arbeiten aus dem Projekt Druckwerkstatt Matagalpa/Nicaragua.

5. / 6. November 2016

ATELIER ECKHARD FROESCHLIN
Alte Papierfabrik, Fabrikstr. 32-40, 72516 Scheer

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Arno Schmidt - Die Bildbiographie

Die Arno Schmidt Stiftung präsentiert in Berlin die neu erschienene und in diesem Blog bereits angekündigte Bildbiographie.
„Mein Leben ? ! : ein Tablett voll glitzernder snapshots“, heißt es in Arno Schmidts Roman Aus dem Leben eines Fauns. Was liegt näher, als das Leben dieses eigenwilligen Schriftstellers anhand von Bildern und weiterem Material nachzuzeichnen? Worauf die Schmidt-Welt seit langem wartet, ist nun endlich da. Die Herausgeberin der Bildbiographie Fanny Esterházy hat in Archiven viel Unbekanntes und Verblüffendes zutage gefördert: Fotos, Zeichnungen, Notizen, Briefe, Alltägliches und Kurioses. Sie stellt das Buch mit Jan Philipp Reemtsma, Joachim Kersten und Bernd Rauschenbach vor.

9. November 2016, 20 Uhr

Akademie der Künste
Pariser Platz 4, 10117 Berlin

Aus Liebe zum Papier

In Zeiten der digitalen Revolution gilt der Job des Buchbinders als fast vergessenes Handwerk. Gerade mal 46 Buchbindereien gibt es noch im Land. Für Johannes Schneider aus Mainz ist es dennoch der absolute Traumberuf. ... (weiterlesen)

(falls das Video nicht angezeigt wird, bitte hier klicken)

Montag, 24. Oktober 2016

8. RUHR.Antiquaria

Anfang November findet die RUHR.Antiquaria 2016 statt. In diesem Jahr erwartet der Veranstalter, das Steeler Antiquariat in Essen, 35 Antiquariate aus dem ganzen Bundesgebiet mit Ihren vielfältigen Angeboten. Es ist bereits der 8. Bochumer Antiquariatsmarkt an dieser Stelle.
Die teilnehmenden Antiquariate, darunter das Rote Antiquariat des Pirckheimers Christian Bartsch, bieten das gesamte thematische Spektrum des Antiquariatsbuchhandels aus vier Jahrhunderten an. Die preisliche Spanne reicht erfahrungsgemäß vom günstigen Titel der modernen Literatur um die 10 € bis zum hochwertigen Sammlerobjekt im 4-stelligen Bereich. Damit ist dieser Markt sowohl für den privaten Gelegenheitssammler und Liebhaber als auch für den professionellen Händler und Wiederverkäufer interessant; zumal eine Reihe von Ausstellern ansonsten weder im Internet noch über Kataloge präsent sind.

Messe: 6. November 2016

Stadthalle Wattenscheid
Saarlandstraße 40
44866 Bochum

Sonntag, 23. Oktober 2016

Pirckheimer in FFM (7)

In nordbayern berichtet H. von Draminski über den Messeauftritt des Pirckheimers Johannes Häfner
„dieses Jahr [konnte] aus Termingründen nur Verleger Johannes Häfner und der Kronacher Autor Ingo Cesaro auf die Messe reisen [...] ´Häfner und Häfner` [hat] wieder einmal eine Handpresse dabei, mit der während der Messe Unikate auf feines Papier gedruckt werden.
[Extra für die Buchmesse handgesetzt und handgedruckt wurde das auf 150 Exemplare limitierte] Buchmessen-Buch ´Weiße Schnürstiefel`, das in deutsch, englisch und holländisch das gleichnamige Gedicht Ingo Cesaros enthält, illustriert mit Kettensägen-Holzschnitten und Linolschnitten der Häfner-Brüder [...]. Eine bibliophile Preziose, wie sie für den ´ICHVerlag` der Häfners typisch ist. Johannes Häfner stellt auf der Buchmesse [...] großformatige Collagen im Stil der US-amerikanischen Pop-Art aus, in denen ikonische Superhelden wie Superman und Captain America eine Verbindung mit der kruden Simplizität japanischer Mangas eingehen.“

Katzengraben Presse in FFM

Falls der Radiobeitrag nicht angezeigt wird, bitte hier klicken.
Sein Markenzeichen ist ein Faden, den er mit einer alten Tretnähmaschine in seine Buchkreationen einnäht: Christian Ewald ist gelernter Schriftsetzer, Graphiker, Autor und Kleinstverleger. In der Köpenicker Katzengraben-Presse entstehen seine Werke - alle in Handarbeit, alle in kleiner Edition.
Christian Ewald schwört noch auf den guten alten Bleisatz. Und zu Beginn seiner Schriftsetzerlehre musste er sich noch des Rituals einer Taufe mit Bleiläusen unterziehen. 
Jedes seiner Bücher bekommt einen individuellen Einband, dessen Form aus dem Inhalt entwickelt wird.
Das erste Buch, das Christian Ewald am 2. Oktober 1990 um 23.59 Uhr in der Katzengraben-Presse publizierte, war zugleich das letzte, das in der DDR erschien: Die "Ost-Berliner Treppengespräche" von Jan Silberschuh entstanden aus Restmaterialien des untergehenden Landes und dieser Titel gewann auf Anhieb den Preis der "Stiftung Buchkunst". Seitdem erscheinen jährlich zwei Editionen von Christian Ewald - "eine, wenn die Blätter kommen, die zweite, wenn sie fallen", eine für die Leipziger, eine für die Frankfurter Buchmesse.
(Deutschlandradio Kultur)

Klang der Sphären

Malerei, Graphik, Fotografie und Installation zum Thema Reformation und Musik

Die Koexistenz des Menschen mit dem Irdischen und Himmlischen beschäftigten Denker, Philosophen und Künstler über Jahrhunderte. Sind diese Sphären Gegensätze? Existieren Sie im Einklang miteinander oder stehen sie im ständigen Kampf? Die beiden Künstler Viktoria Veil und Alexander Suslow haben ihre Antworten in Grafik, Lithografie, Radierung sowie einer Synthese aus klassischer Fotografie und spontaner Malerei vergegenständlicht.
Alexander Suslow und Viktoria Veil - KULTUR,
Mixed Media auf Leinwand, 100 x 70 cm, 2016
Viktoria Veil hat an der Kunstakademie Kiew Malerei und Grafik studiert und lebt seit 2003 als freischaffende Künstlerin in Magdeburg (Abb. "Erde" aus dem Zyklus "Mythos", 2009 - 2012 mit Alexander Suslow).
Alexander Suslow studierte an der Universität der Künste in Moskau, arbeitete als Kameramann sowie als Fotograf für Wissenschaft, Medizin und Werbung.
Das Literaturhaus Magdeburg wird in einer Veranstaltung gemeinsam mit dem
Verein der Bibliophilen und Graphikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt e.V. "Willibald Pirckheimer" die Ausstellung in Anwesenheit der Künstler am 16. November 2016, 19 Uhr mit musikalischer Begleitung eröffnen. Die Laudatio hält Holger Schmidt.

Ausstellung: 16. November 2016 - Februar 2017

Magdeburg, Literaturhaus, Thiemstraße 7

Bücher restaurieren ...

Etwa 25 Mitglieder und Gäste fanden sich am 20. Oktober zum Abend der Berlin-Brandenburger Pirckheimer im Kleinen Säulensaal der Zentral- und Landesbibliothek in der Breiten Straße ein.
Die Restauratorin Martina Dreykluft, deren Thema „Bücher und ihre Restaurierung“ war, hatte dazu keinen Vortrag vorbereitet, sondern wollte vor allem mit ihren Zuhörern ins Gespräch kommen.
Nach einigen kurzen einführenden Worten zu ihrem beruflichen Werdegang stellte sie anhand von mitgebrachten Fotos einige ihrer Restaurierungsprojekte vor. Dabei wurde klar, dass es bei ihrer Arbeit um viel mehr als nur um Bücher und deren Einbände in ihren vielfältigsten Formen geht. Das Spektrum umfasst fast alles, was aus Papier besteht, also auch Zeichnungen, Druckgrafiken, Urkunden, Plakate und Landkarten. Darüber hinaus bietet ihr Atelier auch Sonderarbeiten, wie die Restaurierung von Hutschachteln, Kassetten, Schuber, Pappmachéfiguren, dreidimensionalen Papierobjekten und Pergamenturkunden an.
Nach einigen Fragen zu den vorgestellten Objekten kamen die Sammler sehr rasch zu ganz praktischen Fragen, wie z.B. nach der Pflege von Leder- oder Pergamenteinbänden, der Entfernung von Flecken auf Papier oder Leder oder der Befestigung loser Rücken.
Quintessenz des Abends: Theorie gut und schön und interessant, besser wäre es, dies alles einmal unter der Anleitung der erfahrenen Restauratorin selbst zu versuchen.
(Ninon Suckow)

Samstag, 22. Oktober 2016

Schachnovelle in Kunst und Kultur

Die Graphikerin Elke Rehder, Pirckheimer-Mitglied und Schachspielerin, legte jetzt in der Elke Rehder Presse Barsbüttel mit "25 Jahre Schachnovelle in Kunst und Kultur" eine Retrospektive ihrer künstlerischen Beschäftigung mit diesem Thema vor, die über Holzschnitt auch Schriftsatz und Druck umfasst. Damit werden in der 24seitigen, reich illustrierten Schrift neben einer Vielzahl von ihr gestalteten und illustrierten Ausgaben, Pressendrucken und Mappenwerken zur Schachnovelle auch ein brasilianischer Kurzfilm mit Holzschnitten der Künstlerin, sowie diverse Einblattdrucke vorgestellt und die Graphikerin gibt einen Einblick in ihre Druckwerkstatt und zur Technik des Holzschnitts.
Die Ausgabe, die als unsignierter Vorabdruck in 11 Exemplaren im August den Teilnehmern des SVDB IM-Normenturniers in Eupen (Belgien) ausgehändigt wurde, erschien jetzt in einer Auflage von 50 nummerierten und signierten Exemplaren. Die Druckschrift wird hier als PDF zur Verfügung gestellt.
Ich danke Elke Rehder nicht nur für die Übersendung dieser Retrospektive, sondern natürlich auch für die Widmung mit einer wunderbaren Einzeichnung!
(ad)

Katharina Kippenberg. Verlegerin mit Format

Rilke nannte sie „Verehrte Insel-Herrin”: Katharina Kippenberg.

Die Leipziger Verlegerin Sabine Knopf kommt nach Mannheim und wird im Rahmen der Vortragsreihe "Buch, Kultur & Gesellschaft" der Initiative Buchkultur, die in Kooperation mit der Pirckheimer-Gesellschaft  stattfindet, über das Leben und Schaffen von Katharina Kippenberg (1876—1947) erzählen. Ihr Vortrag lebt nicht nur vom Wort: angereichert mit vielen Bildern führt er auch in die legendäre Ära Kippenberg der ›Insel‹ von 1905 bis 1950, in der das Profil des heute noch bestehenden Verlages nachhaltig geprägt wurde. Virtuell erleben die Gäste ebenso die Schauplätze des Wirkens von Katharina und Anton Kippenberg: das alte Verlagsgebäude in Graphischen Viertel Leipzigs und das Wohnhaus mit dem berühmten Turmzimmer, in dem Rilke seinen ›Malte Laurids Brigge‹ diktiert hat. Der anmutige Sommersitz in Weimar neben Goethes Gartenhaus und schließlich die letzte Zuflucht im hessischen Marburg gesellen sich hinzu.
Der Anteil der Kippenbergs am Verlagsgeschehen wird durch die Abgrenzung der Arbeitsgebiete sichtbar gemacht. Für Anton sind dies vor allem die Buchkunst, die Goethe-Editionen, die Insel-Bücherei und das Geschäftliche, für Katharina die moderne deutsche und ausländische Literatur sowie der Kontakt zu den Autoren. Der Vortrag basiert auf dem Buch ›Katharina Kippenberg. Herrin der Insel‹, das Sabine Knopf herausgebracht hat. Wie sie selbst sagt, war ihr Anliegen dabei nicht nur die Würdigung der Lebensleistung Katharinas sondern auch die Erinnerung an die Zeit, als die ›Insel‹ als bedeutender deutscher Literaturverlag noch das Gesicht der Buchstadt Leipzig wesentlich mitprägte.

Vortrag: 25. Oktober 2016, 19 Uhr

Museum Bassermannhaus, C4, 9
68159 Mannheim

Pirckheimer in FFM (6)

Diesmal geriet in den Sucher der Kamera von Ralph Aepler ein kommendes Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, der Herausgeber des Frankfurter Grafikbriefes und Inhaber der Büchergilde Buchhandlung und Galerie Frankfurt Wolfgang Grätz. Sein Aufnahmeantrag ist bereits ausgefüllt!

Adoleszenz in den Comics. Damals und heute

March 7, 1897 Fortune Smiles Upon
the Yellow Kid at the Monte Carlo
New York Journal
Schon in den Vorläufern der heutigen Comics, den sogenannten Comicstrips stehen meist Kinder und kindliche Lebenswelten im Mittelpunkt des Geschehens. Ihre Darstellung erfolgt allerdings aus einer satirischen Perspektive, die Handlung konzentriert sich überwiegend auf die Späße und Streiche, die sie einander und den Erwachsenen spielen. Als prominente Beispiele für solche Bildergeschichten gelten „The yellow kid“ (1895) oder „Buster Brown“ (1902) von Richard F. Outcault.
Mit dem Aufkommen der Comichefte in den 1930er Jahren ergaben sich nicht nur erweiterte Möglichkeiten des graphischen Erzählens – mit dem Wandel des Mediums änderte sich auch die Leserschaft. Während die in den Zeitungen abgedruckten Comicstrips meist von einem erwachsenen Publikum gelesen wurden, wird das Comicheft nun Lieblingslektüre von Kindern und Heranwachsenden. Der veränderte Rezipientenkreis beeinflusste auch die erzählerische Perspektive: mit Beginn der 1960er Jahre etablierte sich neben dem bis dahin vorherrschenden humoristischen Ansatz eine mehr und mehr realistische Darstellung der zeit- und alterstypischen  Lebenswelten von Heranwachsenden. In der deutschsprachigen Comiclandschaft ist seit Beginn des neuen Jahrtausends die adoleszente Lebensphase häufig Gegenstand von fiktionalen sowie von autobiographischen Comics, die das Subgenre des Adoleszenzcomics bilden.
Dr. Felix Giesa, Mitarbeiter der Arbeitsstelle für Kinder- und Jugendmedienforschung (ALEKI) an der Universität zu Köln gibt einen umfassenden Überblick über die Darstellung von Adoleszenz in Comics des 20. Jahrhunderts und untersucht erstmals Entstehung und Entwicklung der Adoleszenzcomics als eigenständige Bilderzählungen.

Werkstattgespräch: 10. November 2016, 18.15 Uhr

Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße
Dietrich-Bonhoeffer-Saal

Freitag, 21. Oktober 2016

Annäherungen

Im neuen Buch des Pirckheimers Wolfram Benda (The Bear Press) lässt Ernst Jünger den Leser an Rauscherfahrungen teilnehmen. Grandios illustriert vom Salzburger Hubert Sommerauer mit 20 Originalradierungen, von Hand gesetzt und gedruckt in einer exklusiven Auflage von 120 Exemplaren.
Professor Albert Hofmann, der Erfinder des LSD, kam als wissenschaftlicher Pionier im “Weltraum der Seele” mit vielen Künstlern und Kreativen in Kontakt. Auch mit dem Schriftsteller Ernst Jünger verband ihn eine über 50-jährige Freundschaft. Ihre gemeinsamen LSD-Experimente beschrieb Jünger in seinem, jetzt als Pressendruck mit einem Nachwort von Hofmann erschienenen Buch “Annäherungen – Drogen und Rausch”. Der Titel wird derzeit am Stand der Bear Press auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert.
  • Goudy Oldstyle, 80 S., 19 x 28 cm, Edition de Tête: 83 Exemplare, dunkelgraues Oasenziegenhalbleder.
  • Vorzugsausgabe: 25 Exemplare, eine zusätzliche Radierung, kobaltblaues Oasenziegenleder mit im Vorderdeckel eingelegter Kupferplatte.
  • Luxusausgabe: 12 Exemplare, 21 Radierungen und eine Zeichnung, bemalter Pergamentband. Preise nach Anfrage.

Salon Nummer 1

Tobias Deicke, Gesellige Rezipienten
(Bleistift, 2016)
Ein Salon war stets ein Ort zum Staunen, zur Inspiration, ein Ort der Vielfalt und der Novitäten. Salons waren aber auch ein Treffpunkt freier Geister, die Austausch mit ihresgleichen suchten und Freude daran hatten, dies in einer künstlerisch anregenden Atmosphäre zu tun.
In dieser Tradition verwandelt sich die Galerie Knauber in den nächsten Monaten in einen Salon. Zu sehen sind über 80 Werke von 16 Künstlern – präsentiert in einer üppigen Petersburger Hängung. Die künstlerischen Handschriften, Sujets und Techniken sind so vielfältig, wie das in einem Salon sein muss, wobei der Schwerpunkt diesmal auf Zeichnung und Druckgraphik liegt. Dazu wird es in den nächsten Monaten ein kleines, feines Veranstaltungsprogramm geben, das den Salon-Gedanken mit weiterem Leben erfüllen wird. »Salon Nr. 1« ist der Auftakt einer Ausstellungsreihe, deren Format in Zukunft weitergeführt werden soll.

Künstler
Danja Akulin, Zeichnung
David Antonides, Malerei/Monotypie
Tobias Deicke, Zeichnung
Rainer Ehrt, Radierung und Holzschnitt
Ola Eibl, Malerei und Zeichnung
Sam Grigorian, Mischtechnik/Décollage
Marc Junghans, Fotografie
Selma Özdemir, Kaltnadel
Eva Pietzcker, Japanischer Holzschnitt
Paul Reichmann, Kaltnadel
Mathias Roloff, Zeichnung und Radierung
Karen Runge, Radierung
Gudrun Schäfer, Zeichnung
Peter Schulz Leonhardt, Zeichnung
Marcel Teske, Zeichnung
Miguel Vallinas Prieto, Fotografie

Eröffnung: Donnerstag, 3. November 2016, 19 Uhr
Ausstellung: 5. November 2016 bis 11. Februar 2017

Galerie Christine Knauber
Langenscheidtstraße 6, 10827 Berlin-Schöneberg