Sonntag, 13. März 2016

Sachen mit Wœrtern - ein Literaturmagazin

Hier sei auf ein neues Literaturmagazin aus Berlin aufmerksam gemacht, welches junge Lyrik und Prosa im Dialog mit Grafik und Illustration vorstellt. Die Stimmenvielfalt der jungen Literaturszene findet darin unter einem Titelwort aus der Alltagssprache zusammen, das in sein Bedeutungsspektrum aufgefächert wird - die aktuelle Ausgabe #6 erscheint unter dem Titel "Kern". Das Magazin wird herausgegeben von Anneke Lubkowitz, Theresa Lienau, Mena Koller und Laura Schlingloff.
Was als Uniprojekt begann, ist inzwischen weit mehr: ein mit ebenso viel Dilettantismus wie Herzblut zusammengeschustertes Literaturmagazin. Eine Zeitschrift wie eine Collage, die junge Prosa und Lyrik in einen Dialog mit gediegenen Meistern stellt. Pètrus °Akkordéon macht für Sachen mit Wœrtern aus und mit Wörtern und Worten Bilder, so dass das Magazin auch ein bisschen Bilderbuch ist, in dem gesammelt wird, was zusammen gehört, von Artikeln und Kolumnen über Illustrationen bis hin zum Interview.
Auf Facebook hatte Sachen mit Wœrtern soeben 1000 Likes.
Im Handel ist das zweimal im Jahr erscheinende Magazin zum Preis von 3,50 € bislang nur in Berlin bei Anakoluth und BUCHBOX!, Prenzlauer Berg, Die Buchkönigin, Neukölln, Disko Buchhandlung und Pankebuch, Pankow zu haben. Oder hier.

weitere Informationen: sachenmitwoertern

Hybriden-Verlag auf der Leipziger Buchmesse

Auch Hartmut Andryczuk wird mit dem Hybriden-Verlag wieder mit neuen Titeln auf der Leipziger Buchmesse vertreten sein, so mit seiner "Übermalung von Adolf Hitler" (Abb.), zwanzig übermalte Bilder und Zeichnungen von Adolf Hitlers äußerst harmloser Kunst, die im Gegensatz zu den ausgewählten Zitaten auf den Rückseiten stehen (Auflage 7 Expl.). Informationen über weitere in Leipzig vorgestellte Titel hier.

Messe: 17. - 20. März 2016

Leipzig, Messegelände
Hybriden-Verlag
Halle 3, 540

Treffen der Berliner IB-Sammlergruppe

Am 8. März kam die Berliner Sammlergruppe der Inselbücherei zu ihrem ersten Treffen in diesem Jahr zusammen. Das Thema des Abends lautete „Beispiel einer Werksbibliothek im 1. Weltkrieg – Werksbibliothek Sprengstofffabriken Hoppecke Fabrik Würgendorf“.
Unser Mitstreiter Dirk Hähner hatte 1995 auf einem Flohmarkt in Marburg eine Kiste mit ca. 60 Inselbändchen entdeckt, die alle die gleiche Ausstattung hatten und deutlich als Bibliotheksexemplare erkenntlich waren. Leider hatte er nicht genügend Bargeld dabei und so berichtete er weiter: „20 Exemplare suchte ich nach selteneren Titeln aus, kaufte diese vom letzten Geld und bat den Verkäufer, mir den Rest kurz zurückzustellen, bis ich Geld besorgen konnte. Zehn Minuten später kam ich zurück, die restlichen Bände waren zusammen mit dem Verkäufer fort. Seitdem bin ich auf der Suche nach weiteren Exemplaren. Einzig ein Bändchen ist mir seitdem in die Hände gekommen.
Die meisten der Bändchen sind Erstauflagen, erschienen sind sie zwischen 1914 und 1917 und haben alle den VSD – Zensurstempel. Die Ausstattung der Bändchen ist einheitlich, alle haben ein über den Rücken geklebtes Signatur-Papierklebeband (ca. 60mm x 37mm), das immer in der gleichen Art schräg aufgeklebt ist. Auf dem Spiegel und dem fliegenden Vorsatz ist vorn und hinten jeweils oben (insgesamt also viermal) der ziemlich große Firmenstempel angebracht. Die Bücher wurden komplett mit Folie überklebt, vorhandene Fehlstellen wurden mit überklebt. Die Folierung erfolgte nach dem Anbringen der äußeren Signatur und der Stempelung, vermutlich erst nach dem 2.WK.
Interessant ist die Feststellung, dass die Signaturen entsprechend der Insel-Nummern vergeben wurden. Dadurch ließ sich ermitteln, um welche IB-Nummern es sich bei den in der Signaturenreihe fehlenden Bändchen handeln muss.
Über das Werk konnte Herr Hähner einiges in Erfahrung bringen, aber leider verliefen alle Bemühungen etwas über eine Bibliothek dort herauszubekommen bisher im Sande.
Da relativ eindeutig ist, dass alle vorhandenen Bände den VSD-Stempel bekamen, es aber auch schon vor 1917 Bände mit VSD-Druck gab, kann folgendes Fazit gezogen werden:
Die Betrachtung des Sammel-Themas Zensurstempel im 1.Weltkrieg muss quasi neu erfolgen. Es wurden wahrscheinlich nicht nur die Bestände für die Gefangenenlager und Lazarette komplett gestempelt, sondern auch Werksbibliotheken o.ä. aus dem „militärischen Sektor“ der Wirtschaft. Damit kann praktisch jedes zu dieser Zeit vorhandene Buch einen Stempel erhalten haben (also auch sehr viel ältere Druckschriften, obwohl eigentlich keine Bücher gestempelt wurden, die früher als 1913 gedruckt wurden).
Für die Berliner Sammlergruppe ein spannender Abend, der eine Seite des IB-Sammels beleuchtete, die für die meisten von uns neu war.
(Ninon Suckow)

Samstag, 12. März 2016

Otto Rohse (1925 - 2016)

Der Buchgestalter und Illustrator Otto Rohse ist am 5. März im Alter von 90 Jahren gestorben.
Otto Rohse wurde am 2. Juli 1925 im ostpreußischen Insterburg geboren und lebte nach dem Krieg in Hamburg und kurzzeitig in Offenbach. 
Mappenwerk mit 25 Kupferstichen
Otto Rohse Presse, numm.Aufl., 20 Expl.
In der Otto-Rohse-Presse wurden bibliophile Buchausgaben von hohem Anspruch verlegt, die nicht nur von Freunden der Buchkunst gesammelt werden, sondern auch in museale Sammlungen Eingang gefunden haben. Zwischen 1962 und 2002 veröffentlichte die Otto-Rohse-Presse über 50 Pressedrucke, dazu Mappen- und Kassettenwerke, unter anderem Andreas Gryphius, Heinrich von Kleist, Goethe, Schiller, Hölderlin, Novalis und Melville, aber auch Else Lasker-Schüler, Gottfried Benn, Johannes Bobrowski und Siegfried Lenz, die in Zusammenarbeit mit dem Buchbinder Christian Zwang entstanden.
1969 erschien bei Otto Rohse das erste Heft von Sigill – Blätter für Buch und Kunst, einer Zeitschrift, die er mit dem Ziel gründete, „exemplarische typographische Arbeiten, Illustrationen in Originalverfahren und originalgetreue Farb-Reproduktionen zu veröffentlichen“. Bis 1999 erscheinen 42 Ausgaben, die mit einer großen Anzahl von Originalgraphiken gedruckt werden und in Typographie und Handheftung den Charakter von Pressen tragen. 
Zu den zahlreichen Auszeichnungen, die Otto Rohse erhielt, zählte im Jahr 2000 die Ehrenurkunde der Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst.

Freitag, 11. März 2016

Termin der XVI. LiberBerlin verschoben

Die XVI. LiberBerlin wird nicht wie vorgesehen vom 20. bis 22. Mai 2016 stattfinden - ein neuer Termin wird gesucht.
Der Veranstalters teilte mit: "Es ist uns leider nicht gelungen, die Wandelhalle der Gemäldegalerie so zu füllen, dass eine repräsentative und wirtschaftlich tragbare Veranstaltung durchgeführt werden kann. Den Verlagen war die Vorlaufzeit deutlich zu kurz. Leider müssen wir den Mai-Termin absagen – wir werden uns aber bemühen, einen späteren Termin in 2016 zu finden."

siehe auch: LiberBerlin startet neu (2015)

Donnerstag, 10. März 2016

Reihenweise. Die Taschenbücher der 1950ger Jahre und ihre Gestalter

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Buch, Kultur & Gesellschaft der Initiative Buchkultur stellte Reinhard Klimmt, den viele bis dahin nur als Ministerpräsident des Saarlandes und Bundes-Verkehrsminister kannten, seine beeindruckende Sammlung von Taschenbüchern vor - er sammelt Bücher von Kindesbeinen an. Die Pirckheimer Klaus Walther und Dieter Lehnhardt stellten in ihrem Band „Haben Sie das alles gelesen?" neben anderen bedeutenden Sammlern auch die Sammlung Klimmt vor.
Reinhard Klimmt, Juli 2015, Foto Ralph Aepler
Jetzt hat Reinhard Klimmt, zusammen mit dem Professor für Kommunikationswissenschaft an der Universität Erfurt Patrick Rössler, unter dem Titel "Reihenweise. Die Taschenbücher der 1950er Jahre und ihre Gestalter" eine umfassende zweibändige Bibliographie der deutschsprachigen Taschenbuchveröffentlichungen der Nachkriegszeit bis Ende der 50er Jahre herausgegeben. 5.000 Titel aus diesem wichtigen Teil der gesamtdeutschen Buchkultur, Österreichs und der Schweiz sind auf 940 Seiten beschrieben und abgebildet. Das zweibändige Werk wird zur Leipziger Antiquariatsmesse frisch von der Druckerei in Leipzig angeliefert und dort zum ersten Mal vorgestellt. Dazu gibt es im Eingangsbereich der Antiquariatsmesse eine Sonderausstellung.

Leipziger Antiquariatsmesse: 17. - 20. März 2016

Leipzig, Messegelände
Halle 3

Mittwoch, 9. März 2016

MDE-Tagung 2016

Lederschnitt-Einband des 15. Jahrhunderts,
Österreichisches Museum Wien
Anfang Mai findet in Marburg die Tagung 2016 der Meister der Einbandkunst / Internationale Vereinigung e.V. statt.
Am 6. Mai wird im Rahmen der MDE-Tagung die Jahres-mitgliederversammlung stattfinden und am 7. Mai werden sich die Meister der Einbandkunst der fast vergessenen Technik des Lederschnitts widmen. Jan Camps, Buchbindermeister und -Lehrer aus Belgien, der sich seit Jahren mit dieser Technik beschäftigt wird diese in zwei Kleingruppen anschaulich demonstrieren und Antje Theise, wissenschaftliche Bibliothekarin der Staatsbibliothek Hamburg, wird einen Vortrag zum Thema "Einblicke in die historische Lederschnittkunst" halten. Die Kosten betragen einschließlich Verköstigung am 7. Mai für Mitglieder 85 €, für Nichtmitglieder 100 €. Gäste sind sowohl zur Mitgliederversammlung als auch zu den Veranstaltungen Lederschnitt herzlich willkommen.

Tagung: 5. - 7. Mai 2016

Welcome Hotel Marburg
Pilgrimstein 29, 5037 Marburg

Poetische Miniaturen in Leipzig

Der Lyriker, Graphiker und Buchkünstler Henry Günther (Edition Balance / Atelier Buchkunst) wird zur Leipziger Buchmesse nicht nur in Halle 3 seine Poetischen Miniaturen vorstellen, sondern auch im Rahmen von "Leipzig liest" in der Galerie betont Marita Helbig eine Lyriklesung gemeinsam mit Thomas Böhme gestalten.
TRÄNENSPUR / Hommage an das Meer und die Liebe.
Poetischer Dialog in einem Malerbuch zu Paul Celan
In der Reihe Poetische Miniaturen erschienen neben Gedichten von ihm Texte von arp, Pina Bausch, Susanne Concha Emmrich, Hannah Arendt, Paul Celan und Ingrid Annel mit Graphiken ebenfalls von ihm und Edmute Blach, Antje Wichtrey, Gerlinde Creutzburg und Eva Bruzis.
Susanne Concha-Emmrich Insel - Haiku
mit kolorierten Radierungen und Siebdrucken von Gerlinde Chreutzburg
Leipziger Buchmesse: 17. - 20. März 2016
Lesung: 18. März 2016, 19:00

Leipzig, Messegelände
Halle 3 F 546
Lesung Tischbeinstr. 3, 04229 Leipzig

kein Antiquarischer Büchermarkt 2016 in Essen

Der 3. Büchermarkt in Essen-Werden sollte im Rahmen des "Festes der Sinne", einem musikalischen, verkaufsoffenen Sonntag am 29. Mai 2016, stattfinden, musste aber aufgrund mangelnder Beteiligung jetzt abgesagt werden.
Das ist auch deshalb schade, weil 2016 erstmals auch die Pirckheimer-Gesellschaft dort offiziell teilnehmen wollte, was beim 2. Büchermarkt leider noch nicht geklappt hat. Das Projekt Antiquarischer Büchermarkt soll aber nach dem Scheitern 2016 noch nicht völlig aufgegeben werden, so der Initiator Rolf Sachtleben.

Dienstag, 8. März 2016

Die weltweit schönsten Bücher 2016 stehen fest

Gruppenbild: Alle 14 prämierte,
weltschönste Bücher 2016
Foto: Marc Dirkmann
Seit 1963 findet in Leipzig der Buchgestaltungswettbewerb »Schönste Bücher aus aller Welt« statt. Alle teilnehmenden Bücher, in diesem Jahr 600 aus 32 Ländern, waren zuvor bereits in nationalen Wettbewerben ihrer Herkunftsländer ausgezeichnet worden. Neben der höchsten Auszeichnung, der »Goldenen Letter«, wurden weitere 13 Bücher aus den Niederlanden, Deutschland, Venezuela, Tschechien, Norwegen, Österreich, China und Belgien prämiert.
Die Publikation »Other Evidence: Blindfold« aus den Niederlanden gewann die begehrte Goldene Letter. Der Autor Titus Knegtel versucht mit seinem Buch den mehr als 8.000 Menschen zu gedenken, die 1995 im Massaker von Srebrenica ums Leben kamen und in anonymen Massengräbern vergraben wurden. Das Künstlerbuch arbeitet mit Aktenbeständen des Tribunals.
Die Jury sagt über das Buch: »Schreckliches verschwindet nicht einfach durch Vergessen. Durch bloße Erinnerung allein wird nicht alles wieder gut. Wie ein Denkmal kann ein künstlerisches Buch etwas leisten: das nicht Verstehbare sichtbar und materiell zu bannen. Man wird im vorliegenden Fall nicht die Finesse der Ausstattung bewundern, nicht die typografische Sorgfalt hervorheben, nicht die Wahl der modernen Schrift begrüßen. Man wird dieses Buch verstört als Ausdruck der Scham wertschätzen, aufbewahren – und dann und wann, in Momenten der Fassungslosigkeit, zur Hand nehmen und sich fragen: Wie konnte es dazu kommen?«
Other Evidence: Blindfold Titus Knegtel, Amsterdam
Design: Titus Knegtel, Amsterdam, Druck: Drukkerij Tielen, Boxtel

Gedruckte Werte

Mit der neuen Ausstellung blickt das Museum für Druckkunst Leipzig auf die bisher selten betrachtete Wirtschafts- und Technikgeschichte von Wertpapieren. Anhand von Aktien, Auftragsbüchern und Dokumenten präsentiert die Ausstellung, wie die Sicherheit der Unternehmensanteile mit den Mitteln des ausgehenden 19. Jahrhunderts gelang. Erstmals gezeigt werden originale Druckplatten, Rahmen, Guillochen, Trockenstempel und Holzstiche. Damit wird die komplexe Technik des Wertpapierdrucks nachgezeichnet.
Die Ausstellung konzentriert sich auf den Wirtschaftsraum Leipzig und Sachsen vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Neben ihrer Bedeutung und Herstellung werden einige Aktien auch als Kunstwerke präsentiert. Die Schau zeigt darüber hinaus geldähnliche Wertpapiere wie Schecks, Briefmarken, Steuermarken oder Eintrittskarten.
Zur Ausstellung erscheint eine Begleitpublikation.

Eröffnung: 15. März 2016, 18 Uhr
Ausstellung: 16. März - 14. August 2016

è Museum für Druckkunst Leipzig
Nonnenstraße 38

04229 Leipzig

Arbeiten der École Estienne in der Französischen Nationalbibliothek

In den Vitrinen der Französischen Nationalbibliothek werden zur Zeit fast 100 Künstlerbücher von Studenten des École Estienne aus dem Jahr 2015 ausgestellt.
Im Studium des Handwerks des Buchkünstlers, wie Gravur, Illustration, Bindung, Vergoldung und Typografie, wurden die Studenten inspiriert von den Werken der russischen Dichterin Marina Iwanowna Zwetajewa und den Gedichten von Pierre Chappuis, einem zeitgenössischen Schweizer Autor.
Camille Gasser - "L’Éloge du monde" nach einem Gedicht von Pierre Chappuis
Im Jahre 1989 schuf die École Estienne eine Werkstatt Experimentelle Grafik (LEG), in welcher traditionelle Fertigkeiten für ein zeitgenössischen Schaffens vermittelt werden: Lithographie, Siebdruck, Linolschnitt, Stanzen, Prägen, Typografie und weitere. Diese Techniken sind Quelle der Inspiration zur Schaffung reproduzierbare Werke - der Text und das poetische Material wird so zur einzigartige Form, die das Objekt Buch ausmacht, transformiert und das Buch als Design-Objekt neu aufgebaut.
Alle 1400 in der École Estienne entstandenen Bücher wurden der Bibliothèque de L'arsenal im Jahr 2014 übergeben und können auf Anfrage im Lesesaal eingesehen werden.

Ausstellung: 15. - 19. März 2016

Bibliothèque de l'Arsenal
1, rue de Sully 75004 Paris.

Montag, 7. März 2016

Kinderbuch im Gespräch: James Krüss

In der Veranstaltungsreihe "Kinderbuch im Gespräch" wird Herr Prof. Dr. Hans-Heino Ewers im April über den "(Kinder-)Lyriker James Krüss, Leierkastensänqer und Nonsenspoet" sprechen.
Der Referent ist einer der renommiertesten und vielseitigsten Forscher auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendliteratur, der sowohl zur modernen als auch zur historischen Jugendbuch-forschung wegweisende Publikationen verfasst hat. Bis 2014 war Hans-Heino Ewers Professor der Literaturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendliteratur an der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main und Direktor des Instituts für Jugendbuchforschung. Er ist Mitgründer der "Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung" und Herausgeber einschlägiger Publikationsreihen.
Begleitend zur Veranstaltung werden Originalillustrationen vom Magdeburger Eberhard Binder (1924-1998) zu den Kinderbüchern von James Krüss gezeigt, der nicht nur mit Binder-Staßfurt, wie dieser auch genannt wurde, sondern auch mit Peter Hacks zusammenarbeitete. Der Titel "Die glücklichen Inseln hinter dem Winde", dessen Erstausgabe im Verlag Neues Leben erschien, wurde 1958 zu einem der "Schönsten Bücher der DDR" gekürt, ein Jahr später erschien das Buch, wie schon zuvor und auch später die meisten seiner Bücher bei Oettinger, Hamburg.

Vortrag: 5. April 2016, um 18.00 Uhr

Staatsbibliothek zu Berlin
Dietrich- Bonhoeffer-Saal
Potsdamer Straße 33, Berlin- Tiergarten

"Aus dem Antiquariat" im neuen Gewand

Zur ersten Ausgabe des Jahrgangs 2016 wurde "Aus dem Antiquariat" grundlegend neu gestaltet.
"Unsere bewährte Mischung aus historischen Experten-Aufsätzen und aktueller Berichterstattung rund um den Antiquariatsbuchhandel wird durch das überarbeitete Erscheinungsbild noch attraktiver für unsere Leserschaft. Dank neuer Gestaltungselemente können wir unsere komplexen Themen noch ansprechender aufbereiten", erklärt Redaktionsleiter Dr. Björn Biester.
Die Fachzeitschrift erscheint ab sofort in einem leicht veränderten Format (210 x 277 mm) und wird auf einem fein holzhaltigen Papier (Munken Print Cream 15) gedruckt. Eine moderne Typographie in der Schriftart Questa, durchgehend farbige Abbildungen, der Einsatz wie Randspalten und Infokästen sowie der Wechsel zwischen einspaltigem Satz für wissenschaftliche Beiträge und zweispaltigen, aktuellen Berichten sorgen für eine übersichtliche Gliederung der Fachinformationen und entsprechen den modernen Informationsbedürfnissen der Leser, zu denen vor allem Antiquare, Buchwissenschaftler und Büchersammler, u.a. als ständige Leser die Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft gehören.
(nach einer Information aus boersenblatt.net)
è Bestellung

1 Kommentar
Björn Biester hat gesagt...
Herzlichen Dank für diese freundliche Notiz! Gern schicke ich das soeben erschienene Heft "Aus dem Antiquariat" 1/2016 den ersten fünf Interessenten, die mir eine E-Mail mit dem Betreff "Pirckheimer" schreiben, kostenlos & unverbindlich zu. Bitte Postanschrift nicht vergessen! Der Rechtsweg ist ausgeschlossen ...
Björn Biester, b.biester [at] mvb-online.de
07 März, 2016

Sonntag, 6. März 2016

Ehrung für Gudrun Zapf von Hesse und Hermann Zapf

Anlässlich der heutigen Verleihung des Kunstpreises der Ike und Berthold Roland-Stiftung 2016 an die bedeutenden Typografen und Schriftkünstler Gudrun Zapf von Hesse und Hermann Zapf (1918 - 2015) hat das Gutenberg Museum eine kleine Werksschau des Ehepaares installiert. Zu sehen sind sehr beeindruckende Frühwerke der beiden Preisträger.
Untenstehend ein Blick in die Ausstellung - beide Fotos wurden von Ralph Aepler aufgenommen.

Freitag, 4. März 2016

Jedes Buch ein neuer Anfang

Die derzeit im Klingspor-Museum laufenden Alumni-Ausstellung zu Typografie und Buchgestaltung wurde gestern unter dem Titel "Buch muss sich neu erfinden" von Reinhold Gries in der Offenbach-Post vorgestellt.
Beim Rückblick auf 25 Jahre Lehrtätigkeit, an den Hochschulen in Mainz und Braunschweig lässt es die Offenbacher Typografie-Professorin Ulrike Stoltz an nichts fehlen im Klingspor-Museum. Rund 300 Exponate von gut 250 Studenten stehen für das hohe Niveau, das die renommierte Buchkünstlerin und Preisträgerin pflegt. Doch ihr Werk, auch aus Offenbacher Buchkunst-Werkstätten 'Unica T' und 'Usus' bekannt, steht nicht im Vordergrund.
Als Lehrende gibt sie zwar die Richtung an, pflegt aber den kreativen Dialog und setzt auf Motivation. 'Jedes Buch ist ein neuer Anfang' lautet ihr Motto. Dabei steht das Medium Buch mitten im Umbruch in unserer Gesellschaft. Stoltz dazu: 'Die Situation lässt sich mit der Malerei nach der Erfindung der Fotografie vergleichen. Damals besann sich die Malerei auf das. was ihr speziell eigen ist. Ganz ähnlich muss sich das Buch neu erfinden.' ...
Viele Stoltz-Studenten nehmen Themen der Zeit auf. Florian Hardwig stellt am Leporello
'Modelle einiger Länder' vor. wie föderal unterschiedlich man in Deutschland das Schreiben lernt. Daneben karikiert das Collage-Buch 'Wir sind was volkt' Gegenwärtiges ... Es finden sich wandzeitungsartige Großblätter, konkrete und freie Poesie, kunstvoll Gefaltetes, Musterbücher, klassisch Gedrucktes und Gebundenes oder Fotobücher. Auffällig sind Gratwanderungen zwischen Menschlichem, Poetischem und Ästhetischem. ... Adrian Sterczeks Handsatzbuch .Schrift Form" wirkt wie ein Standardwerk zur Typographie. ...

... ganzen Artikel lesen

Ausstellung: 3. März - 30. April 2016,
Alumni-Treffen mit Kurzvorträgen und Präsentationen (9. April)
Führung durch Ulrike Stoltz mit anschl. Alumni-Party (30. April)

è Klingspor-Museum

Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Donnerstag, 3. März 2016

Aus für einen anspruchsvollen Verlag

Faber & Faber: Zum letzten Mal verlagsfrische Exemplare!

Nun ist es wirklich vorbei: Als ich kürzlich auf die immer noch „aktive“ Website von Faber & Faber gehen wollte, kam das berühmte „404: not found“. Mein Anruf in Leipzig bestätigte: Nun ist der Verlag auch juristisch aufgelöst, man kann nichts mehr nachbestellen bei dem Legende gewordenen Buchkunst-Verlag, hier die letzten verlagsfrischen Bücher, die es gibt!
Nachdem das Auftauchen von Drucken vor allem aus der Reihe der „Graphischen Bücher“ im Modernen Antiquariat die treuen Anhänger der Faber‘schen Buchkunst ganz schön vergrätzt (sic!) hatte, ist dieser Markt nun verlaufen, die Bücher werden wieder ihrem Wert entsprechend bzw. zu steigenden Preisen im Antiquariatsmarkt gehandelt.
Als Schlussschmankerl und Hommage an diese großartige Sammlung von „Erstlingswerken deutscher Autoren des 20. Jahrhunderts“ haben wir je ein Exemplar von 3 der 4 Supplement-Kassetten zu der Buchreihe.
(Wolfgang Grätz im 202. Grafikbrief)

Traxlers Bilderbücher

Paula, Emil, Franz, Sofie und die anderen

Hans Traxler, einer der fünf Zeichner der legendären »Neuen Frankfurter Schule«, hat neben seinem Schaffen als treffsicherer und genau beobachtender, stets aktueller Cartoonist und Satiriker eine Reihe humorvoller und poetischer Bilderbücher gezeichnet und geschrieben, angefangen von dem fantasievoll-phantastischen Buch »Paula die Leuchtgans« aus dem Jahre 1998 bis hin zu seinem jüngsten Werk, dem genau beobachtenden, warmherzigen Buch »Sofie mit dem großen Horn«, dem dritten Band seiner Alpentrilogie für Kinder.
Darüber hinaus hat er Texte und Textsammlungen anderer Autoren für Kinder bebildert.
Die Ausstellung präsentiert rund 60 Originalillustrationen von Hans Traxler aus seinen unterschiedlichen Schaffensperioden und gibt so einen Überblick über das Werk für Kinder dieses bedeutenden deutschen Zeichners.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Ausstellung: 13. März - 05. Juni 2016

è
 Burg Wissem, Bilderbuchmuseum
Burgallee
53840 Troisdorf

Verlage im "Dritten Reich"

1932 erschienen über 33.000 Neuerscheinungen in Deutschland - mehr Publikationen als jemals zuvor. Die drei Verlage Edition Peters, Breitkopf & Härtel und Schott in Mainz beherrschten 60 Prozent des Musikalienmarktes weltweit. Die Gleichschaltungsgesetze der Nationalsozialisten 1933 bedeuteten das abrupte Ende dieser Blüte. Bei Kriegsausbruch gab es nur noch zehn Verlage, die keinerlei nationalsozialistisches Schrifttum verlegt hatten. Klaus G. Saur, Herausgeber des Sammelbandes "Verlage im 'Dritten Reich'" (Klostermann Verlag), zeichnet das Verlagssterben faktenreich und anschaulich nach.
Abbildung des Buches "Der letzte Appell"
Begleitend zum Vortrag zeigt das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek eine Auswahl an Verlagspublikationen jener Zeit. Ob "Mein Kampf" in der Geschenkausgabe von 1938, die auf der Weltausstellung in Paris mit einem Grand Prix ausgezeichnet wurde, oder die billigen wie ertragreichen Massenauflagen der braunen Propagandaschriften, ob die Flut an Büchern für die Front oder die unter Lebensgefahr hergestellten und vertriebenen Tarnschriften - diese Bücher haben eines gemeinsam: Sie sind unter den Rahmenbedingungen der nationalsozialistischen Diktatur entstanden. Während die einen Verlage die wirtschaftlichen Nutznießer der Ideologie waren und Millionengewinne mit ihren Drucken erzielten, bedeute das Verlagen für die anderen Gefahr an Leib und Seele.

Vortrag: 15. März 2016, 19:30 Uhr
Ausstellung: 16. März - Oktober 2016


Deutsches Buch- und Schriftmuseum
Deutschen Nationalbibliothek
Deutscher Platz 1, 04103 Leipzig

Mittwoch, 2. März 2016

Bahnriss?! Papier | Kultur

Als „Bahnriss“ wird bei der maschinellen Papierherstellung oder bei Druckmaschinen der Störfall des ungewollten Zerreißens der Papierbahn bezeichnet. Die Metapher weist auf den möglichen Abriss der Kultur des bedruckten Papiers zugunsten der Computertechnik im beginnenden 21. Jahrhundert hin. Andrerseits wächst die Herstellung von Verpackungs- und Hygienepapierprodukten, nicht zuletzt wegen des sich ausbreitenden Internetversandhandels. Die Ausstellung illustriert die Geschichte der Papierproduktion sowie die Auswirkungen von Papierprodukten auf die menschliche Kultur. So werden zum Beispiel neben einem detaillierten Modell einer Papiermühle, einem steinernen Stampftrog, Schöpfsieben und Egoutteuren auch Papierkleidung aus Japan und juristische Dokumente zur Regelung des Hadernsammelns gezeigt – eine insgesamt sehenswerte Ausstellung mit einer Reihe interessanter Exponate.
Foto: Ninon Suckow
Literatur: Schmidt, Frieder: „Bahnriss?! Papier | Kultur“. Eine Ausstellung im Deutschen Buch- und Schriftmuseum. In: Dialog mit Bibliotheken 28 (2016) H. 1 S. 42-47.
(Thomas Klaus Jacob)

Ausstellung: 19. Februar - 2. Oktober 2016

Deutsches Buch- und Schriftmuseum
Deutschen Nationalbibliothek
Museumsfoyer
Deutscher Platz 1, 04103 Leipzig