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Freitag, 10. Oktober 2025

Klaus Ensikat illustriert Gottfried Keller

Gottfried Kellers schöne Novelle aus Die Leute von Seldwyja (1874) erscheint im Herbst 2025 in einer einmaligen Auflage von 80 Exemplaren. Das ganz mit der Hand gesetzte (Fleischmann Antiqua 14p) und auf Bütten gedruckte Buch wird auch von Hand geheftet und gebunden. Klaus Ensikat schuf zum Text 17 kongeniale Radierungen, die in das Buch (16 x 26,5 cm) eingedruckt sind.

Die Edition de Tête umfaßt 43 in grünliches Halbpergament geb. Expl.
Die Vorzugsausgabe, auf lediglich 25 Exemplare beschränkt und in karmesinrotes Maroquin gebunden, enthält eine zusätzliche Radierung.
Für die Luxusausgabe (12 Exemplare) in rotbraunen Maroquin hat der Künstler alle 18 Radierungen aquarelliert.

The Bear Press • Dr. Wolfram Benda
Schleiermacherstraße 7 • 95447 Bayreuth

Subskriptionspreis bis 31.12.2025
Edition de Tête: 900 €, danach 1000 €
Vorzugsausgabe: 1700 €, danach 1600 €
Luxusausgabe: Preis auf Anfrage

Sonntag, 31. März 2024

Das Buch zum Tage

Johann Wolfgang von Goethe - Osterspaziergang, ill von Klaus Ensikat
Kindermann Verlag Berlin, Februar 2012
24 Seiten, 21 x 28 cm, Halbleinen, Hardcover, ISBN 978-3-934029-47-7
Vom Eise befreit sind Strom und Bäche,
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungs-Glück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur;
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlt's im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.

Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurück zu sehen.
Aus dem hohlen finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden,
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbes Banden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.

Sieh nur sieh! wie behend sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluss, in Breit' und Länge,
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und, bis zum Sinken überladen
Entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet gross und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein.

Samstag, 10. September 2022

1. Bücherlust / Sonnabend

Klaus Ensikat (lks.) signiert, stehend der Standbetreuer Till Schröder
Am Eingang zur 1. Bücherlust Berlin, der Antiquariatsmesse in der Halle der Trabrennbahn Karlshorst, auf der traditionell der Antik- und Trödelmarkt stattfindet, in der Halle, wo in den vergangenen Jahren der Markt "Münzen und Medaillen" aufgebaut wurde, stieß der Besucher auf den Stand der Pirckheimer-Gesellschaft. Allerdings nur heute, morgen bleibt der Stand geschlossen.
Blick in einen von 3 Gängen
Gemessen an früheren Antiquariatsmessen war der Publikumszustrom überschaubar, was die Freude der teilnehmenden fast 50 Antiquariate nicht schmälerte, nach den vergangenen Jahren des Pausierens wenigstens mit den Stammkunden der Region wieder ins persönliche Gespräch zu kommen. Und man traf andere Pirckheimer und Buchliebhaber, sowohl im Publikum als auch bei den Ausstellern.
Präsentation von Michael Soldner, Münster, Video © Michael Solder
Christian Bartsch, Rotes Antiquariat Berlin
Blick in einen von 3 Gängen
Antiquariat Dieter Eckert Bremen
Joachim Wilder Hannover
Bookfarm Löbnitz mit ausführlicher  Ausschilderung des Angebots 
Petra Bewer, Antiquaria Ludwigsburg, im Gespräch mit Kloof Booksellers & Scientia Verlag Amsterdam und Edwin Bloemsaat (rechts), Den Haag

Donnerstag, 18. August 2022

amor librorum nos unit

Drei Wochen müssen wir uns noch gedulden, dann haben alle Bücher-Enthusiasten in Berlin wieder Gelegenheit zum Besuch eine große Buchmesse, ich berichtete vor Monatsfrist hier.

Zu den Unterstützern dieser Messe gehören neben der Gesellschaft der Bibliophilen u.a. der Verband Deutscher Antiquare und der Antiquare Österreichs, die GIAQ und das ZVAB, sowie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels.
Auch die Pirckheimer-Gesellschaft unterstützt die Veranstaltung mit einem attraktiven Rahmenprogramm. Anna Kindermann wird gemeinsam mit dem Pirckheimer Klaus Ensikat in einer Autogramstunde eine Neuerscheinung präsentieren. Die Bücherkinder Brandenburg stellen am Pirckheimer-Stand ihre neuesten Arbeiten vor, wie auch der Quintus-Verlag, André Förster, Dieter Goltzsche und Gunnar Decker, Matthes & Seitz, die Friedenauer Presse, die Büchergilde Gutenberg.
Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft haben freien Eintritt.

Die Pirckheimer-Gesellschaft ermöglicht es jedoch auch 10 Nicht-Mitgliedern, sich die 3 € Eintritt zu sparen. Wer die Bedeutung des Mottos der Messe "amor librorum nos unit" auf Deutsch nennt und mit Namen an doering(at)pirckheimer.org 
sendet, hat die Chance auf eine Freikarte.

Weitere Informationen zur Antiquariatsmesse durch Klick auf das Logo Bücherlust.

Messe: 10. und 11. September 2022

Trabrennbahn Karlshorst
Treskowallee 159, 10318 Berlin

Freitag, 5. August 2022

John Ronald R. Tolkien - Der kleine Hobbit

Umschlaggestaltung: Klaus Ensikat
Wer im Internet nach Exemplaren des neben Der Herr der Ringe bekanntesten phantastischen Romans Der kleine Hobbit des akademischen Autors J. R. R. Tolkien sucht, wird bei den deutschen Ausgaben, neben Erzeugnissen der eigens für dieses Genre im Ernst Klett Verlag gegründeten Hobbit-Presse, zunächst auf das 1971 im Georg Bitter Verlag erschienene Buch treffen, welches von Klaus Ensikat in markanten Bildern illustriert wurde.

Weniger bekannt ist, dass die erste deutsche Übersetzung dieses in England schon 1937 publizierten phantastischen Märchens bereits 1957 im Recklinghausener Paulus Verlag unter dem Titel Kleiner Hobbit und der große Zauberer erschienen ist. Dieses in gelbes Leinen mit kleiner Deckelvignette gebundene und mit einem in weiß-blauen Farben bebilderten Schutzumschlag umkleidete Buch im Format 19,3 x 13,2 cm findet man tatsächlich nur recht selten, und es wird von Sammlern sehr gesucht.

Horus Engels hat den Umschlag und viele Federzeichnungen für den Textblock entworfen, welche mit schwarzen Teilflächen akzentuiert sind und insgesamt einen kindgerechten Stil pflegen. Satz und Druck wurden von W. Bitter besorgt, und es liegt nahe, dass die spätere Ausgabe im Georg Bitter Verlag, der auch in Recklinghausen beheimatet ist, darauf zurückgeht. Diese ist opulenter gestaltet, im größeren Format 22,1 x 15,2 cm als weißer Leinenband mit ornamental verzierter Deckelschrift und einem Schutzumschlag mit buntem Vollbild von Ensikat, und besitzt außerdem als Vorsatz eine Landkarte mit den Orten der Handlung.
Illustration von Horus Engels in der Ausgabe von 1957
Auch den in England oder den USA erschienenen Ausgaben des The Hobbit or There and Back Again ist meist Kartenmaterial beigegeben, das aber dekorativer ausgestaltet ist und auf Bildelemente von Tolkien selbst zurückgeht. In einer 1966 von der Houghton Mifflin Company in Boston gestalteten Prachtausgabe im Format 23,6 x 17,8 cm stammt der Buchschmuck gänzlich vom Autor selbst, unter Benutzung seiner überlieferten Zeichnungen zu der Geschichte. Der mit grünem Kunstleder überzogene Einband trägt auf dem Vorderdeckel eine breite Schriftumrandung in Rot und Gold mit den von Tolkien entworfenen Runensymbolen und eine bildliche Vignette im Zentrum sowie eine entsprechend verzierte Rückenbeschriftung. Ein gleichbezogener Schuber wiederholt das Vignettenmotiv im gelben Titelschild auf der Vorderseite.
Prachtausgabe der Houghton Mifflin Company, ill. von J.R.R. Tolkien, 1966 
Man merkt dieser Ausgabe deutlich an, dass Tolkiens Werke im englischen Sprachraum bereits zu dieser Zeit Kultstatus besaßen und bereitwillig von einer Liebhabergemeinde in gehobener Ausstattung gekauft wurden. Demgegenüber besitzen die erwähnten frühen deutschen Ausgaben einen eigenen, eher kindlich anmutenden Charme. Erst nachdem Heinz Edelmann für die Ausgabe des Der Herr der Ringe im Jahr 1969 seine Schutzumschläge im Pop-Art-Stil entworfen und damit die Weichen für die spätere Gestaltungsform der Hobbit-Presse gestellt hatte, änderte sich auch der Blick des deutschen Lesepublikums auf Tolkiens Erzählwelt.

(Christiane und Norbert Grewe)

Anm.: Dieser Text beschreibt im Pirckheimer-Blog Bibliophiles des Monats August.