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Sonntag, 14. September 2025

Marginalien #258

Mit der № 258 ist, pünktlich zum Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft, das 3. Heft 2025 der Marginalien erschienen.
Heft 258 mit dem handkolorierten Holzschnitt Akt 25 von Peter Zaumseil
Darin berichtet u.a. Erik Glossmann unter dem Titel „Avantgardistisch, anarchistisch oder kommunistisch“ über Erich Mühsam und seine Verleger, Jürgen Overhoff über Sklaverei und Sklavenhandel in den Bilderbüchern der Aufklärung, Norbert Grewe zu Briefmarken aus der Hand von Künstler und von Wolfgang Schmitz stammt der Beitrag „Die Marseillaise der Bauern“, der u.a. näher auf die beigegebene typografische Beilage eingeht.
Unter den Rezensionen findet sich ein fundierter Überblick über „Die Bücherfrucht des Klopstock-Jahres“ vom ausgewiesenen Sammler und Kenner dieses bedeutenden Literaten, Fritz Jüttner.

Die vom Gestalter der Marginalien Thomas Glöß geschaffene typografische Beilage gibt im Bauernkriegsjahre „Die zwölf Artikel“ von 1525 unter Verwendung der Schwabacher nach dem Schnitt der Genzsch und Heyse Schriftgießerei AG Hamburg und München wieder, wobei als Grundschrift der Beilage die Maxima von Gert Wunderlich verwendet wurde. Nebenbei war erfreut zur Kenntnis zu nehmen, dass die u.a. auch von mir beanstandete Paginierung im inneren Seitenrand praktischerweise wieder an den Außenrand verlegt wurde.

Peter Zaumseil, der im Heft von Uwe Klos interviewt wird, schuf für das Heft die, nur für Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft vorgesehene originalgrafische Beilage, 4 Holzschnitte in einer Auflage von jeweils 165 Exemplaren: Akt 25, Buchartist, Das kleine Geschenk und Baumgruppe, die beiden erstgenannten handkoloriert.

In diesem Jahr wird die Pirckheimer-Gesellschaft wieder einmal eine Jahresgabe an ihre Mitglieder ausgeben - der Sendung lagen dazu nähere Hinweise bei.

Samstag, 18. November 2023

Meister der Form

In der Wochenendausgabe der jungen Welt erschien anlässlich seines 90. Geburtstages eine Erinnerung an den Plakatkünstler, Typographen, Buch- und Schriftgestalter Gert Wunderlich von Peter Michel.
Bibliophiles des Monats September: Flüchtlingsgespräche, gestaltet von Gert Wunderlich
Am 15. August 2023 verstarb Gert Wunderlich. Er war international geachtet und anerkannt. Gemeinsam mit seiner Frau Sonja sorgte er bis in die Gegenwart dafür, dass Maßstäbe einer anspruchsvollen Gebrauchsgrafik nicht aus dem Gedächtnis verschwinden. ...
»Überklebt - Plakate aus der DDR« war der Titel einer Ausstellung, die 2008 in der Galerie der Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde (GBM) stattfand, kuratiert von der Kunsthistorikerin Sylke Wunderlich. Auch ihr Vater, Gert Wunderlich, war zur Eröffnung am 22. Oktober erschienen. ... Wir erinnerten uns an die gemeinsame Arbeit im Künstlerverband und an die jährlichen Ausstellungen der besten Plakate. Wir waren uns darin einig, dass "die Plakatkunst in der DDR eigenständig war, dass sich - wie Friedrich Dieckmann in einem Katalogtext schrieb - an der Spitze der Zunft ein künstlerischer Eigensinn behauptet hatte, »der wusste, was in der Welt an relevanter Plakatgrafik produziert wurde, in Polen und in Japan, in Frankreich, Westdeutschland oder den USA, und ihr eine Kunst humaner Differenzierung, des intrikaten Effekts, der malerischen Figur, auch der vehementen Collage entgegensetzte, fast verträumt manchmal, dann wieder scharfzüngig oder auf ernsthafteste Weise verspielt«.
Der Leipziger Verlag
Faber & Faber hatte im selben Jahr in seiner Reihe »Die Graphischen Bücher« einen Band mit einem Text des Wuppertaler Ästhetikprofessors Bazon Brock herausgegeben. Dieses Buch trug den Titel »Kotflügel. Sprechmaschine nackt im Damenjournal«. ... Gert Wunderlich gestaltete dieses Buch, legte jedem Exemplar acht schon 2006 geschaffene Originaltypographiken auf Transparentfolie bei und schrieb in eine der Ausgaben: »Wenn die Sonne tief steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten.« ... 
Wunderlich spielte mit Schriften, farbigen und schwarzen, winzigen und großen Typen, mit geometrischen Formen, die die Funktion von Schriftzeichen übernehmen, mit spannungsvoll komponierten Flächen, mit herausfördernden Verrätselungen — und wenn man die Grafiken gegen das Licht hält, entstehen Assoziationen zu den Sprachblättern von Carlfriedrich Claus. Das sind Werke eines Künstlers, der sein typographisches Handwerk perfekt beherrschte und der solche Spiele - die natürlich ihren Eigenwert haben - braucht, um klare Botschaften ebenso meisterhaft unter die Leute zu bringen. ...

Mittwoch, 23. August 2023

Prof. Gert Wunderlich, 18. November 1933 – 15. August 2023

Der Leipziger Bibliophilen-Abend trauert um sein Ehrenmitglied Prof. Gert Wunderlich.

Als einer der herausragenden Buchgestalter und Typografen Deutschlands hat er zahlreichen Büchern des LBA ihr unverwechselbares grafisches Erscheinungsbild gegeben.

Mit der hohen Qualität seiner Gestaltung hat Gert Wunderlich mehrere Auszeichnungen – u.a. bei „Die schönsten deutschen Bücher“ – erhalten und damit den Ruf des LBA als wegweisende bibliophile Gesellschaft bezüglich ihrer Editionen begründet.
Wir werden ihn stets als großen Buchkünstler und wunderbaren Menschen in Erinnerung behalten.

Im Namen des Vorstands
Dr. Thomas Glöß

Sonntag, 22. Juni 2014

Typografie - ein Spiel?

Prof. Gert Wunderlich vor einem der ausgestellten Plakate, Foto © Dr. Beate Labuhn
Unter diesem Titel wurde vor wenigen Tagen im Literaturhaus Magdeburg die gemeinsam mit den Bibliophilen und Graphikfreunden Magdeburg und Sachsen-Anhalt e.V. „Willibald Pirckheimer“ veranstaltete Ausstellung zum Schaffen von Prof. Gert Wunderlich eröffnet, welche ähnlich bereits in Leipzig zu sehen war.
Gert Wunderlich gehört zu den vielseitigsten, innovativsten und erfolgreichsten Buchkünstlern Deutschlands. Er ist darüber hinaus als Schriftentwerfer und Plakatkünstler tätig. In der Buchgestaltung sind für Wunderlich Werktreue, Harmonie, Lesbarkeit und Nutzerfreundlichkeit unverzichtbare Prämissen. Seine typographischen Arbeiten erstrecken sich auf viele Buchgattungen, wobei er sich in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr auf bibliophile Ausgaben konzentrierte. Neben zahlreichen Auszeichnungen erhielt Prof. Gert Wunderlich den Gutenberg Preis der Stadt Leipzig. Die Laudatio hielt Prof. Matthias Gubig.


Ausstellung: 14. Juni bis 18. Juli 2014

Literaturhaus Magdeburg
Thiemstraße 7

Dienstag, 15. Oktober 2013

Typografie ein Spiel? – Gert Wunderlich

Der Leipziger Bibliophilen-Abend präsentiert aus Anlass des 80sten Geburtstages von Gert Wunderlich am 18. November eine Ausstellung.
In der DDR gehörte die von ihm geschaffene Schriftart „Maxima“ zu den am meisten genutzten Schriftarten, Prof. Wunderlich schuf darüber hinaus mehr als 60 „Schönste Bücher“, über 30 „Schönste Buchumschläge“ und „25 Beste Plakate“.
Ein Buch zum Schaffen von Sonja und Gert Wunderlich ist in der Ausstellung erhältlich.

Eröffnung: 5. November 2013
Der Künstler ist anwesend.
Begrüßung: Dr. Hans-Jürgen Viehrig
Laudatio: Rainer Behrends, Kunsthistoriker, Leipzig

»Impressionen zu Typographie - ein Spiel?«, komponiert und vorgetragen von Georg Mausolf, Halle/Saale
Ausstellung vom 6. November bis 20. Dezember 2013

Haus des Buches
Gerichtsweg 28
04103 Leipzig