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Dienstag, 10. Juni 2025

Ein Abend für Karl Mickel

Die Berlin-Brandenburger Pirckheimer werden einen Abend für Karl Mickel im Friedrichshagener Antiquariat Brandel besuchen, der vom Kerstin Hensel und Axel Poike gestaltet wird.

Karl Mickel (12. 8. 1935 - 20. 6. 2000) studierte an der Hochschule für Ökonomie in Berlin und war Mitarbeiter der Zeitschrift Die Wirtschaft, von 1959 bis 1963 Redakteur der Zeitschrift Junge Kunst. Er war Mitglied der Leitung des Berliner Ensembles, wo er mit Ruth Berghaus zusammen arbeitete, zuletzt Professor an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch.

Mit Volker Braun, Heinz Czechowski, Bernd Jentzsch, Rainer Kirsch, Sarah Kirsch und Richard Leising gehörte Mickel zum Freundeskreis der später so genannten Sächsischen Dichterschule an. Auch Elke Erb und Adolf Endler, mit dem zusammen Mickel 1966 die Anthologie In diesem besseren Land herausgab, standen dem Kreis nahe.

13. Juni 2025, 19:30 Uhr
Anmeldung erbeten
Eintritt für Pirckheimer 5 €

Antiquariat Brandel
Scharnweberstr 59, 12587 Berlin

Freitag, 28. Juni 2024

"Ich hab's mein Lebtag nicht gelernt, mich fremden Zwang zu fügen."

Der Kulturhistorische Verein Friedrichshagen erinnerte gestern im Antiquariat Brandel an Erich Mühsam, der vor 90 Jahren ermordet wurde und die Mitglieder der Regionalgesellschaft Berlin-Brandenburg der Pirckheimer-Gesellschaft und des Berliner Bibliophilen Abend waren eingeladen.
Erich Mühsam lebte 1902 fast ein Jahr lang in Friedrichshagen in einem kleinen Raum neben der Waschküche im Hof des Hauses Ahomallee 24 und arbeitete als Redakteur der anarchistischen Zeitung "Der arme Teufel", die er zusammen mit dem Journalisten Albert Weidner produzierte. Mühsam traf sich hier auch mit Bruno Wille und Wilhelm Bölsche, die einst den Friedrichshagener Dichterkreis gegründet hatten.
Die musikalische Begleitung am Akkordeon übernahm Isabel Neuenfeldt, die einige der Gedichte Mühsams einfühlsam vertont hatte.

Montag, 24. Juni 2024

"Ich hab's mein Lebtag nicht gelernt, mich fremden Zwang zu fügen."

Der Kulturhistorische Verein Friedrichshagen und die Regionalgruppe Berlin-Brandenburg der Pirckheimer-Gesellschaft erinnern im Antiquariat der Pirckheimerin Katrin Brandel an Erich Mühsam.
Der Autor, Lyriker und Anarchist nahm kein Blatt vor den Mund und fügte sich keiner Autorität. Vor 90 Jahren wurde der Unbeugsame von den Nazis ermordet.
Erich Mühsam lebte 1902 fast ein Jahr lang in Friedrichshagen in einem kleinen Raum neben der Waschküche im Hof des Hauses Ahomallee 24 und arbeitete als Redakteur der anarchistischen Zeitung "Der arme Teufel", die er zusammen mit dem Journalisten Albert Weidner produzierte. Mühsam traf sich hier auch mit Bruno Wille und Wilhelm Bölsche, die einst den Friedrichshagener Dichterkreis gegründet hatten und noch immer hier wohnten - ebenso der Illustrator Fidus.
Das Erich Mühsams höchst aktuellen Texte und seine Gedichte nicht in Vergessenheit geraten, verdanken wir wir Enthusiasten wie zum Beispiel Isabel Neuenfeldt, die seine Tagebücher ins Internet gestellt haben oder seine Gedichte vertonen und vortragen . Die Sängerin, Schauspielerin und Gesangslehrerin wurde vor zwanzig Jahren bei Veranstaltungen auf Mühsam aufmerksam und fing Feuer.
Bibliophiles des Monats Juni 2023
27. Juni 2024. 19 Uhr, Musik  Isabel Neuenfeldt (Akkordeon)

Antiquariat Katrin Brandel
Scharnweberstr. 59, 12587 Berlin

Freitag, 16. Juni 2023

Deutschsein fünfmal anders

Dr. Irene Selle, Foto © ad
Gestern sprach Dr. Irene Selle als Gast der Berlin-Brandenburger Regionalgesellschaft der Pirckheimer im Friedrichshagener Antiquariat von Katrin Brandel gemeinsam mit Prof. Christa Ebert in einem brillanten Vortrag über ihren Vater Rudolf Schottlaender (1900 - 1988), Philosoph, Altphilologe, Übersetzer, Publizist, Zeitzeuge aller politischen Systeme Deutschlands in 100 Jahren, zuletzt mit der Hoffnung auf einen Brückenschlag zwischen Ost und West ...
Seine Erinnerungen unter dem Titel „Deutschsein fünfmal anders“ wurden von dem Pirckheimer André Förster in einer erweiterten Neuausgabe neu aufgelegt und mit dem neuen Untertitel „Erinnerungen eines Unangepassten“ versehen.
Ninon Suckow und Dr. Irene Selle, Foto © ad
Für viele ist der Name Rudolf Schottlaender 35 Jahre nach seinem Tod trotz seiner ungebrochenen humanistischen und systemübergreifenden Haltung kaum ein Begriff, obwohl Generationen von DDR-Schülern seine hervorragende Neuübersetzung von SophoklesAntigone aus der Schule kennen und Proust-Liebhaber vielleicht auch die ersten beiden Bände („Der Weg zu Swann“) „Auf den Spuren der verlorenen Zeit“ in der Übersetzung von Schottlaender gelesen haben..

1921 aus der jüdischen Gemeinde ausgetreten, studierte Schottlaender Philosophie in Heidelberg (bei Jaspers und Hoffmann), in Marburg (bei Hartmann) und in Freiburg im Breisgau (bei Husserl und Heidegger), er hatte Kontakt zum George-Kreis, lernte Günther Stern (später: Günther Anders) kennen und heiratete dessen Schwester. Nach der Promotion in Heidelberg übersetzte er als Erster Proust ins Deutsche.

Nur mit Glück überstand er die NS-Zeit.

Nach 1945 unterrichtete er in Berlin. 1947 auf einen Lehrstuhl für Philosophie in Dresden berufen, wurde er bereits zwei Jahre später aus politischen Gründen wieder entlassen. Er kehrte nach West-Berlin zurück, wo er erneut als Lehrer tätig war. Aus Sorge vor einer Verschärfung des Kalten Krieges bemühte er sich um einen Dialog mit der DDR und wurde daraufhin suspendiert. Das bewog ihn, 1959 einem Ruf als Professor für römische Literatur an die Ost-Berliner Humboldt-Universität zu folgen, wo er aufgrund seiner Weigerung, sich politisch vereinnahmen zu lassen, und infolge seiner Sympathie mit Systemkritikern sowie nach einem 1979 ohne Genehmigung erteilten Interview im Westfernsehen bis zu seinem Tod 1988 geheimdienstlich überwacht wurde.

Schottlaender, Rudolf
Deutschsein fünfmal anders, Erinnerungen eines Unangepassten
Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin 2017
Broschur, 224 S., ill.
ISBN: 978-3-945256-39-8
20 €

Donnerstag, 17. November 2022

Horst Zickelbein in Friedrichshagen

Mit großem Publikumszulauf wurde am 12. November in der ZeitGalerie Friedrichshagen eine Horst Zickelbein-Ausstellung mit Arbeiten aus vier Jahrzehnten eröffnet.
Der Zeitraum, in dem die Aquarelle, Gouachen und Mischtechniken entstanden, erstreckt sich von 1977 bis 2020.
Die Kunsthistorikerin Anita Kühnel, welche die Laudatio hielt, war zur Vorbereitung der Exposition extra zusammen mit der Betreiberin der Galerie, Katrin Brandel, zum Künstler nach Bornholm gefahren, wo dieser seit 1995 ansässig ist.
Zickelbein-Ausstellungen in Berlin finden wegen dieser räumlichen Distanz nicht so oft statt.
Anita Kühnel lobte bei Zickelbein die Kompromisslosigkeit in den eigenen ästhetischen Ansprüchen und die stete Auseinandersetzung des Künstlers mit der internationalen Moderne. Es sei eine alters- und zeitlose Kunst entstanden, deren Ausgangpunkt im Seherlebnis liegt.
Unter den ausgestellten Werken befinden sich viele Landschaftseindrücke aus seiner neuen Heimat ebenso wie von Reisen, zum Beispiel immer wieder nach Venedig.

(Text & Fotos Elke Lang)

Ausstellung: noch bis zum 9. Dezember 2022

ZeitGalerie Friedrichshagen
Scharnweberstraße 59. 12587 Berlin

Freitag, 7. Oktober 2022

Eseleien in Friedrichshagen

Der Dialog über Esel, den Dieter Goltzsche und Ingeborg Baier-Fraenger in den Jahren 1979 bis 1994 führten, liegt nun in Buchform vor und wird Gegenstand dieses unterhaltsamen Abends sein. Ingeborg Baier-Fraenger war die Ziehtochter des Kunsthistorikers Wilhelm Fraenger und nach dessen Tod die Herausgeberin seiner Schriften (u.a. Jörg Ratgeb, Bosch und Grünewald). Der Band "Eseleien" enthält neben der Korrespondenz zwischen Ingeborg Baier-Fraenger und Dieter Goltzsche, zu der der Künstler mehr als 120 gezeichnete Esel beitrug, auch Auszüge aus einer Esel-Anthologie von der Antike bis Faulkner.

Sie erwartet ein ebenso humorvoller wie hintersinniger Abend, an dem Dieter Goltzsche und Katrin Brandel über das Buch und die Esel in Zwiesprache treten.

(Katrin Brandel)

Buchvorstellung: 14. Oktober 2022, 19:30 Uhr
Platzreservierung unter 030 / 641 1160
Eintritt 5 €

Antiquariat Brandel,
Scharnweberstr. 59, 12587 Berlin

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Programm der Pirckheimer Regionalgruppe Berlin-Brandenburg 2017


26. Januar 2017
Thomas Klaus Jacob: „Interesse an besonderen Sachen …“
Der Nachlass des Meisters der Einbandkunst Werner G. Kießig in der Staatsbibliothek

16. Februar 2017
Jutta Osterhof: „Gert H. Wollheim - über die Malerei hinaus“. Der schriftliche Nachlass

9. März 2017
Wieland Schütz: Werner Klemke zum 100. Geburtstag. Seine llustrationen, vorgestellt von Wieland Schütz, Graphiker und Sammler in Zehlendorf

20. April 2017
Dr. Joachim Möller: Weibs-Bilder - Illustrationen zu Shakespeares
Frauengestalten in Galeriewerken des 19. Jahrhunderts

18. Mai 2017
Andreas Wittenberg: „Sola Scriptura“. Die Luthersammlung der Staatsbibliothek

3. Juni 2017
Exkursion nach Lehnitz zum Friedrich Wolf Haus

21. September 2017
Dr. Monika Estermann: Zur Typographie der Jahrhundertwende. Rainer Maria Rilkes Ringen um die Gestaltung seiner Gedichte

19. Oktober 2017
Ullrich Wannhoff - Weltenbummler und Künstler. Ein Atelierbesuch

16. November 2017
Prof. Dr. Klaus Völker „Niemand ist sofort aus sich selbst dal“.Johannes Bobrowski und seine Dichtungen im Jahr seines 100. Geburtstags

7. Dezember 2017
Rückblick - Ausblick, Erwerbungen 2017

Montag, 16. November 2015

Anja Tuckermann zu Gast bei den Berlin/ Brandenburger Pirckheimern

Auf der nächste Veranstaltung der Berlin-Brandenburger Regionalgruppe der Pirckheimer-Gesellschaft wird die Kreuzberger Autorin Anja Tuckermann im Antiquariat Brandel in Friedrichshagen aus eigenen Texten lesen.
Anja Tuckermann ist mit Romanen, Theaterstücken, Libretti und andere Texte für Musik und Kurzprosa bekannt geworden. Ihre Bücher behandeln u.a. das Schicksal von Sintikindern in der Zeit des nationalsozialistischen Regimes und nach dem Krieg. Bücher von ihr sind ins Norwegische, Schwedische, Dänische, Niederländische, Französische, Spanische, Katalanische und Chinesische übersetzt worden.

Lesung: 19. November 2015, 19:00 Uhr

è Antiquariat Brandel
Scharnweberstr. 59
12587 Berlin

Freitag, 23. Oktober 2015

Hommage für Christoph Meckel zum 80. Geburtstag

Wolfgang Jeske, Foto © Ralf Parkner
Am 22. Oktober 2015 trafen sich die Berlin-Brandenburger in der Galerie des Antiquariats Brandel in Friedrichshagen, um eine szenische Lesung von Wolfgang und Regina Jeske über Christoph Meckel und seine Kunstfiguren - MOEL, BOBOSCH, JEMEL, CLARISSE, dem Bucklicht Männlein und dem Blutigen Bomme von Christa Reinig zu lauschen. Der ehemalige Antiquar Wolfgang Jeske ist ebenso ein Liebhaber und Sammler von Meckels Literatur und Kunst wie ich. Schade - Dienstag vor einer Woche war Christoh Meckel noch persönlich im Berliner Buchhändlerkeller - konnte aber gestern krankheitsbedingt nicht wie geplant dabei sein.
(Ralf Parkner)
Regina Jeske, Foto © Ralf Parkner
Weitere Fotos im Facebookauftritt von Ralf Pakner.

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Antiquariate in Berlin 2014

In diesen Tagen erscheint eine neue Listung der in Berlin und Umgebung ansässigen Antiquariate, übersichtlicher gestaltet, aber auch wieder weniger umfangreich. Zur Aufnahme entschlossen sich nur noch 67 Ladengeschäfte und Versandantiquariate. (2011 waren es mit 85 Einträgen bereits 10% weniger als im Vorjahr, 2012 noch 74 und 2013 immerhin noch 71 Geschäfte). Damit hat sich die Anzahl der Antiquariate seit 2010 um ein Drittel reduziert.
Die Antiquariate werden innerhalb eines Bezirkes in alphabetischer Reihenfolge genannt. Auf den inneren Umschlagklappen befindet sich wie gewohnt ein Plan Berlins, in welchem der Standort der aufgeführten Antiquariate eingetragen ist. Im Anzeigenteil findet sich auch wieder die Pirckheimer-Gesellschaft. Ein Sachregister am Ende des Verzeichnisses hilft bei der Orientierung auf dem Antiquariatsmarkt. Ein Namensregister beschließt das Verzeichnis, welches vom Landesverband Berlin-Brandenburg des Börsenverein des Deutschen Buchhandels herausgegeben wurde.
Der Katalog liegt u.a. in den teilnehmenden Antiquariaten aus und wird von diesen kostenlos abgegeben.

Donnerstag, 21. November 2013

Volker Braun las im Antiquariat Brandel

Foto: Abel Doering

Heute Abend las Volker Braun im Friedrichshagener Antiquariat Brandel vor Mitgliedern und Gästen der Regionalgruppe Berlin/Brandenburg neue Texte. Das große Interesse machte es erforderlich, die Veranstaltung in die Galerie zu verlegen, was der Lesung einen zusätzlichen Reiz durch die dort gehängten Graphiken und die Malerei von Rolf Lindemann verlieh, eine Ausstellung, die noch bis zum 14. Dezember 2013 zu sehen ist.
Unter dem vorgetragenen Neuen (und auch Bekanntem), von Volker Braun untermalt mit kleinen Anekdoten und Hintergründen zur Entstehung des Gelesenen, hörten die Anwesenden auch lyrische Texte aus einer Edition, die der Leipziger Bibliophilen Abend zum Jahresende herausgeben wird. Im Anschluss ging Volker Braun auf Nachfragen aus dem Publikum ein und wurde, auch durch zusätzlich hervorgeholte Texte, seinem Ruf als gesellschaftsanalysierender und zutiefst philosophischer Autor gerecht. Und ganz im Gegensatz zu seiner üblichen Zurückhaltung beim Signieren seiner Bücher gab er uns Bibliophilen danach auch diese Möglichkeit.

Abel Doering mit Volker Braun, Foto: Dagmar Parkner

Dienstag, 9. April 2013

Ronald Paris – „Unterwegs“

Foto © Peter Tschauner
Der Maler und Grafiker Ronald Paris feiert in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag und zeigt in vier großen Ausstellungen, über das Jahr und das Land verteilt, sein künstlerisches Spektrum. Eine dieser großen Werkschauen organisiert die ZeitGalerie Friedrichshagen.
Unter dem Titel „Unterwegs“ werden ausschließlich Aquarelle mit Landschaftsdarstellungen gezeigt, die u.a. in Ronald Paris früherer Heimat, der Gegenden um Rostock und Ahrenshoop oder auf seinen großen Reisen nach Italien, Frankreich, Indien oder in die Türkei entstanden.
Große Vitalität und Leidenschaft spricht aus dieser Malerei – Paris ist ein Künstler voller Expressivität, der das landschaftliche Erleben; die Betroffenheit, Bewunderung oder den Glücksmoment weitergeben möchte.
Sein Freund, der Kunstpublizist Erhard Frommhold schrieb dazu über ihn: „Er trägt seinen ursprünglichen und den reifen malerischen Stil oft in die Ferne, jedoch bleibt er sich dabei selber treu, keinerlei Exotik der Fremde, es sei denn, das Motiv ist selbst exorbitant ... Er sei ständig »unterwegs«, bekennt er. Gewiß nicht nur auf seinen Reisen, die ihn vom Atelier in Rangsdorf aus quer durch Europa nach Kuba, ja bis nach Indien führen. Seine geistigen Abenteuer sind dabei die Motive, die er sucht und findet und denen er Sinn durch Malerei gibt, also durch Farben und Kompositionen.

Im Juni erhält Ronald Paris den „Brandenburgischen Kunstpreis“ für sein Lebenswerk. 
 
Ausstellungseröffnung: Samstag, 20.4.2013 um 19:00 Uhr
Ausstellung: 21.4. – 24.5.2013

ZeitGalerie Friedrichshagen – Berlin
Scharnweberstr. 59
12587 Berlin


siehe auch Peter Arlt über Ronald Paris

Donnerstag, 22. November 2012

Jürgen Rennert las

Jürgen Rennert, Foto © Abel Doering
 
Am heutigen Abend las Jürgen Rennert vor den Berlin-Brandenburger Pirckheimern im Antiquariat unseres Mitglieds Katrin Brandel.
Jürgen Rennert, der den meisten Zuhörern mit einem poesiealbum bekannt wurde, einer, inzwischen weitergeführten monatliche erscheinenden Lyrikreihe der DDR, in der sich sein Name zwischen Goethe, Heine oder Weehrt fand, hatte nach eigenen Worten das Dichten durch kirchliche Gesangsbücher und von Wilhelm Busch gelernt. Der Autor begeisterte die Teilnehmer des Abends mit stilsicherer und humorvoller, aber auch Position beziehender Dichtung und berichtete über seine lyrische Arbeit vor und Zwängen nach 1989. Beeindruckend war seine wenige Tage verfrühte Lesung Die Weihnachtsgeschichte der Christen und sein Vortrag von Noachs Kasten (beide bei Hentrich & Hentrich) und immer wieder kam die Rede auf sein Gedicht Mein Land ist mir zerfallen. In einer anschließenden Diskussion erfragten die Teilnehmer auch Hintergründe seiner kirchlichen Arbeit, so z.B. zu der 1984 in der DDR stark beachteten, weil ungewöhnlichen Darstellung der Bildenden Kunst des Landes als Dialog mit der Bibel.

Donnerstag, 17. November 2011

Pirckheimer-Abend in Friedrichshagen

Beim heutigen Pirckheimer-Abend der Berlin-Brandenburger Regionalgruppe las Judith Hermann im Antiquariat unseres Mitglieds è Katrin Brandel aus ihrem 2009 im S.Fischer Verlag erschienenen Band "Alice" die Erzählung "Conrad". In einer Rezension heisst es: "Judith Hermann verfügt über die Gabe, einem mit zwei drei Sätzen Schauplätze und deren Stimmung so vor Augen zu rücken, dass man glaubt sie mit Händen zu greifen." (U. Wittstock, Die Welt). Und wir hatten das Vergnügen zu erfahren, dass sie das nicht nur mit wenigen Sätzen, sondern auch durch ihren Vortrag wirklich ergreifend macht. Wir danken für das Geschenk einer schönen Stunde.

Die Friedrichshagener und Heinrich v Kleist um 1900

Die Literaturrevolution der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts, der Naturalismus, veränderte auch die Sicht auf die großen Literaten deutscher Geschichte. Lessing, Goethe und Schiller wurden die deutschen Klassiker schlechthin. Der 1811 durch Selbstmord aus dem Leben geschiedene Heinrich von Kleist aber, wurde als der große Autor der Literarischen Moderne gesehen.
Das Kleist-Bild erfuhr einen radikalen Wandel und wurde besonders von Autoren aus dem Friedrichshagener Dichterkreis neu entdeckt.

Zu ihnen gehörten Otto Brahm, Julius Hart, Richard Dehmel, Detlef von Liliencron, Wilhelm Hegeler oder Wilhelm Herzog. Auch Else Lasker-Schüler spielte dabei eine bedeutende Rolle.

Ausstellung: bis Ende März 2012

è Antiquariat Brandel
Scharnweberstr. 59
12587 Berlin

Dienstag, 26. Oktober 2010

Traum Berlin Ost

Christine Wolter liest aus: „Traum Berlin Ost. Alte und neue Bekannte Orte Wege.“  am 25.11.2010, 19.30 Uhr

Die Erzählerin und Übersetzerin Christine Wolter, die mit ihrem DDR-„Kultbuch“, Die Alleinseglerin in den 1980er Jahren bekannt wurde, präsentiert ihren neuen Band „Traum Berlin Ost.“ in Friedrichshagen.
In ihrem Buch durchstreift die Autorin die Stadt, wandert durch Vergangenheit und Gegenwart, zu Orten und Menschen, die zu diesem Berlin gehören, beispielsweise die Dichter und Maler Charlotte E. Pauly, Dieter Goltzsche, Günter Kunert, Karl Mickel.
Der Grafiker und Zeichner Dieter Goltzsche, dessen Arbeiten zeitgleich in der ZeitGalerie präsentiert werden, schuf die Umschlagzeichnung zu diesem Band.

Kartoniert: 190 Seiten
Verlag: Das Arsenal (Juni 2009)
ISBN-10: 3931109593
ISBN-13: 978-3931109592

è ZeitGalerie Friedrichshagen
Scharnweberstr. 59
12587 Berlin

Dieter Goltzsche – Arbeiten auf Papier

Sichel für Linkshänder, Beilage zur Jahresgabe der Pirckheimer-Gesellschaft 2003Zum Ende des Jahres präsentiert die ZeitGalerie Friedrichshagen unseres Mitglieds Katrin Brandel Arbeiten des Berliner Grafikers und Zeichners Dieter Goltzsche.
Aus dem umfangreichen Œuvre werden vor allem druckgraphische Arbeiten aus allen Schaffensperioden des Künstlers gezeigt. Die ausgestellten Blätter sind zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion, spielerischer Leichtigkeit und formaler Strenge angesiedelt.
Dieter Goltzsche, der auch als „Meister der kleinen Form“ bezeichnet wird, gilt als einer der herausragendsten deutschen Grafiker der Gegenwart.
Zahlreiche Ausstellungen, u.a. in der Galerie Brusberg und der Berlinischen Galerie bezeugen das große Interesse an seinem Werk, für das er auch mit dem Käthe-Kollwitz-Preis und dem Hannah-Höch-Preis der Stadt Berlin geehrt wurde.

Ausstellung 24. November.– 18. Dezember 2010
Eröffnung: Samstag, 20. November 2010 um 19 Uhr
Laudatio: Christine Wolter


Mi-Fr 12-18 Uhr
Sa 10-13 Uhr

è ZeitGalerie Friedrichshagen
Scharnweberstr. 59
12587 Berlin

Mittwoch, 25. August 2010

Die weniger leichte Bewegung

Gedichte von Thomas Luthardt
mit acht Radierungen von Barbara Beisinghoff.

Thomas Luthardt (geboren 1950) schrieb Kinderbücher, Erzählungen, Opernlibretti; kaum ein Genre, das nicht von ihm bearbeitet wurde. Doch ist der Friedrichshagener vor allem Dichter.
Im APHAIA VERLAG ist anlässlich seines 60. Geburtstags sein neuer Lyrikband erschienen "Die weniger leichte Bewegung". Gedichte, die den Leser auf eine Reise mitnehmen durch Landschaften und Zeiten, Lieben und Enttäuschungen, die Stille der Stadt und den Krach der Natur. Luthardts Zeilen bieten eine klare Sprache. Seine Gedichte sollen Zeitzeichen sein, wie er selbst sagt. Auseinandersetzungen mit sich durch die Zeit, die Orte, die Männer/Lieben hindurch. Alles trägt bei zu dem Versuch, sich selbst zu untersuchen, abzuklopfen auf die Risse, Brüche eines Lebens. Die Veränderungen aufzuspüren und die Konstanten immer mit einem Augenzwinkern zu beschreiben, ist ein anderes Motiv in diesen Gedichten. Ein Motiv, das sich auch in der graphischen Seite des Buches niederschlägt.

Barbara Beisinghoff (geb.1945), Graphikerin und Papierschöpferin, die mit ihren Ausstellungen im In- und Ausland große Aufmerksamkeit erregte, sorgte nicht nur für die Umschlagsgestaltung, sondern präsentiert sich mit acht Radierungen für diesen Band. Ihre Kompositionen zu den Gedichten Thomas Luthardts sind filigrane, fast objekthafte Visualisierungen von Bewegungen, die ineinander fließen. So schafft die Künstlerin eine organische Verbindung zur Lyrik des Dichters und schlägt einen Bogen zu den Vertonungen von Jens-Uwe Günther, dessen Kompositionen die vom APHAIA VERLAG angestrebte Dreiheit der Künste vervollständigt. Als Komponist arbeitet Jens-Uwe Günter für namhafte Theater, seine Kompositionen (über 300) wurden u.a. mit dem Grabbe-Preis für Komposition geehrt, andere an der _Komischen Oper Berlin aufgeführt. Seine im Buch enthaltenen Vertonungen der Gedichte tragen dazu bei, den vorliegenden Lyrikband zu etwas Außerordentlichem zu machen.
 
Jens-Uwe Günther vertonte die Titel "Du", Einem Freund" und "Kettenkarussell" für Bariton und Klavier.

Engl. Broschur im Format 24 x 17 cm, 80 Seiten, 9 farbige Abb., 2010. ISBN 978-3-926677-78-5 / 19,- Euro

Buchpremiere mit Ausstellung und anschließender Lesung mit Musik am 3. September 2010, 19.30 Uhr

è ZeitGalerie Friedrichshagen
Scharnweberstr. 59
12587 Berlin

Donnerstag, 19. November 2009

Werner Wittig

Malerei und Grafik

Werner Wittig, Dorf im Schnee, 1970Gezeigt werden in der ZeitGalerie Friedrichshagen unseres Mitglieds Katrin Brandel Arbeiten des Dresdner Künstlers, der besonders durch seine Holzrissblätter bekannt wurde.

Eröffnung am 21.11.2009 um 19 Uhr
Laudatio: Prof. Dieter Goltzsche

Ausstellung: 21.11.-19.12.2009

Geöffnet: 22.11.-19.12.2009
22.11.2009 11-17 Uhr
und ab 25.11.2009 jeweils
Mi-Fr 12-18 Uhr
Sa 10-13 Uhr

è ZeitGalerie Friedrichshagen
Scharnweberstr. 59
12587 Berlin