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Dienstag, 29. Juli 2025

Vermittler in den Underground

Leib- und Magengedichte von Rotraut Susanne Berner. Foto: DNB / Christine Hartmann
Mit der Comic-Sammlung von Armin Abmeier (1940 – 2012) kann eine museale Herkunftsgeschichte gewürdigt werden, die für das Deutsche Buch- und Schriftmuseum ein Glücksfall ist. Der Erwerbung von 2021 reiht sich einerseits in die Serie umfangreicher Bestandszuwächse ein, die nur dank der Leidenschaft und Expertise eines einzelnen Sammlers zustande kommen konnten. Denn kaum eine Gedächtnisinstitution kann es sich leisten, über viele Jahrzehnte lang in der Welt nach einer ganz bestimmten Objektgattung zu suchen. Andererseits schließt die Sammlung von US-amerikanischen Undergroundcomics ein Desiderat im Bestand des Deutschen Buch- und Schriftmuseums, das zwar bereits vor vielen Jahren identifiziert, aber lange nicht geschlossen werden konnte, da im Bereich der frühen Künstlercomics nur selten größere Konvolute auf den Markt kommen. Kurz: ein doppelt „unbezahlbarer“ Zuwachs.

(Stephanie Jacobs, Artikel lesen)

Dienstag, 9. Juli 2024

Sommerpause bis September

Der Berliner Bibliophilen Abend wird nach der Sommerpause in der zweiten Septemberwoche im Salon Ekke Maaß zusammenkommen. Der Liedermacher Ekkehard Maaß wird sein von Moritz Götze illustriertes Künstlerbuch mit Texten von Bulat Okudschawa vorstellen.

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Die Regionalgruppe Berlin -Brandenburg der Pirckheimer-Gesellschaft wird sich nach ihrer Sommerpause zu einem Vortrag von Fritz Jüttner zum Thema Das Epos - sein Dichter - sein erster Verleger. Ein bibliophiler Streifzug durch Carl Hermann Hemmerdes Drucke von Klopstocks "Messias" treffen

5. September 2024, 19 Uhr

Zentral und Landesbibliothek Berlin
Kleiner Säulensaal
Breite Straße 36, Berlin-Mitte
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Die nächste Veranstaltung des Leipziger Bibliophilen-Abend findet nach einer Sommerpause findet ebenfalls im September statt.
Das Thema lautet "Bild, Linie, Text – Comic und Buchillustration in der Sammlung Armin Abmeier".
10. September 2024, 19:30

Deutschen Nationalbibliothek
Großer Sitzungszimmer
Deutscher Platz 1, 04103 Leipzig

Sonntag, 17. März 2024

AugenRausch

Gestern startete mit „AugenRausch“ ein neuer Podcast des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Nationalbibliothek.

Thema des Podcasts ist das Bild als Wissensressource. Ob Comic, Manga oder Bildgeschichten, ob Illustrationen, Infografiken oder Icons – die Welt ist voller bildbasiertem Wissen.
Key Visual des Podcasts mit einer Ill. von Henning Wagenbreth
Bereits seit Beginn der Mediengeschichte ist das Bild als Wissensspeicher relevant, etwa als Höhlenmalerei, als Gedächtniskette oder Hieroglyphenschrift. Heutige Bilderwelten sind omnipräsent, sei es im Buch, auf Plakaten, als Emoji oder Icon, im Film, in Apps oder im Netz. Der Podcast „AugenRausch“ zeigt einen Ausschnitt aus dieser Bilderwelt, indem er dem Reichtum aktueller Comic- und Illustrationskunst eine Bühne bietet – und Entdeckerfreude schürt.
Die erste Folge erscheint im Vorfeld der Leipziger Buchmesse und stellt mit Armin Abmeier und Rotraut Susanne Berner zwei der bekanntesten Vertreter der Comic- und Illustratorenszene in Deutschland vor. Die zweite Folge erscheint zum 80. Geburtstag des Leipziger Zeichners Egbert Herfurth am 5. April 2024.

Aber nicht nur der Podcast „AugenRausch“ widmet sich dem Bild als Wissensressource – auch vor Ort im Deutschen Buch- und Schriftmuseum kann man derzeit in die Welt der Comics eintauchen. Pünktlich zur Leipziger Buchmesse und im Rahmen des wunderbaren Gastlandkonzeptes der Messe öffnet am Abend des 19. März 2024 die Ausstellung „Schön mich kennenzulernen.“ ihre Tore. Ausstellung und Podcast zusammen markieren eine Neuausrichtung der Sammlungspolitik des Deutschen Buch- und Schriftmuseums: Das Bild wird künftig ein zentrales Thema sein – sowohl im Zusammenhang mit Erwerbungen als auch mit Ausstellungen und Veranstaltungen.

(Stephanie Jacobs)

Sonntag, 13. August 2023

Ligne claire

Im kommenden Jahr wird das Deutsche Buch- und Schriftmuseum (DBSM) im Rahmen des Gastlandkonzeptes der Leipziger Buchmesse 2024 eine Ausstellung zu niederländischen und flämischen Comic –Zeichnern präsentieren. Die Ausstellung wird den Namen Schön mich kennen zu lernen! tragen. In der Ausstellung werden die Werke der Künstlerinen Barbara Stok, Judith Vanistendael, Mickey Dirkzwager und Maaike Hartjes präsentiert. Diese haben, jede auf ihre eigene Weise, ihre Autobiografien zeichnerisch erforscht.
Comics aus der Samml. Armin Abmeier, Foto (Ausschn.): DNB (Joshua Göbel)
Passend dazu folgt ein kleiner Vorgeschmack auf Niederländische und Flämische Comic-Kunst. Es werden einige ihrer Vertreter vorgestellt, darunter einer ihrer wichtigsten, der Niederländer Joost Swarte. Er prägte 1976 den Begriff der Ligne claire.
[...] 
Ligne claire oder auch De klare Lijn (Die klare Linie) verweist auf den Comic-Stil, der von Hergé in den Abenteuern von Tim und Struppi angewandt wurde. [...]
Mit Ligne claire ist eine Art zu zeichnen gemeint, die folgende Prinzipien berücksichtigt: Farbflächen sind durch eine gleichmäßige Linie mit klaren Konturen abgegrenzt; sie sind flächig koloriert, ohne Schraffuren und Schattierungen.“ Hergé war Künstlerischer Leiter des Magazins Tintin und prägte in dieser Funktion maßgeblich dessen grafisches Erscheinungsbild. Die Figur des Tim war sehr stark in Tintin vertreten und tauchte neben seinen Abenteuern auch in anderen Rubriken des Magazins auf. [...]  Hergé forderte von seinen Mitarbeitern, seinen Regeln der Strenge und Einfachheit zu folgen. Dieser von ihm geprägte Zeichenstil beeinflusste und prägte gerade durch seine Funktion bei Tintin viele Comic Autoren. Sie haben ihn kopiert, angepasst und sich zu eigen gemacht. Hergé selbst wurde beeinflusst von Zeichnern, die Anfang des 20 Jahrhunderts aufgrund der technischen Veränderungen in Reproduktion und Druckverfahren ihren Zeichenstil vereinfachten. Um Qualitative Einbußen während der Druckprozesse zu vermeiden, benutzten sie schwarze Konturen und klare Farben. Vorbilder von Hergé waren zum Beispiel George McManus oder Alain Saint-Ogan deses Zeichnungen Hergé als klar, präzise und lesbar beschrieb. [...]

(Joshua Göbel im Blog der DNB)

Freitag, 21. Juli 2023

Sammlung Abmeier im DBSM

Armin Abmeier (1940–2012) war Buchhändler und Herausgeber der Buchreihe Die Tollen Hefte mit einer Affinität zu Comics und Illustrationen. 
Das Ergebnis seiner jahrzehntelangen Sammeltätigkeit, fast 4.000 Bücher, Hefte und Sammlerobjekte übergab Berner 2022 großzügigerweise dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum.
Armin Abmeier sammelte nicht die klassischen Superhelden-Comics, sondern hauptsächlich Underground- und Independent-Comics, zudem zahlreiche illustrierte Bücher und Originalzeichnungen von bekannten und weniger bekannten Zeichnern. In seiner Sammlung finden sich weder Marvel noch DC Comics.
Gerade dass diese populären Vertreter der Comic-Kultur in der Sammlung Abmeier nicht vertreten sind, hat sie für Joshua Göbel, derzeit Praktikant des DBSM, so interessant gemacht. Der amerikanische Teil dieser Sammlung besteht aus einer Fülle von Zeitschriften, Heften und Büchern, die zum Teil gefüllt sind mit obszönen, abstrusen und grenzüberschreitenden Inhalten. Sie sind teils extrem aus der Zeit gefallen, sexistisch und rassistisch und unterwerfen sich keinen klaren Mustern.

"Es handelt sich nicht mehr um Comics, sondern in der Sprache der Zeit um Comix, was andeutet, dass es sich bei diesen Werken um X-Rated, also nicht für Jugendliche geeignetes Medienmaterial handelt. 
Comix waren Teil der amerikanischen Gegenkulturen der 1960er und 70er Jahre. Gerade die Hippie-Bewegung hatte großen Einfluss auf deren Themen. Sie setzten sich mit freier Liebe, Drogenkonsum, Rockmusik und nicht zuletzt auch kritisch mit der Politik der Zeit auseinander. Die Stories sind häufig grenzüberschreitend, oft sehr kreativ – und manchmal einfach nur verrückt oder abstoßend.
Die meisten Comix [wurden] zu Beginn im Selbstverlag veröffentlicht, da sie aufgrund des sogenannten Comic Code von 1954 niemals von den großen Verlagen veröffentlich worden wären. Hierbei handelte es sich um einen von der Comics Magazine Association of America selbst auferlegten Kodex
[....] man versuchte, zu kontrollieren was gezeigt werden kann und wie sehr versucht wurde, jede Kontroverse zu vermeiden.
[In Comix jedoch] findet man Nacktheit; sie machen sich lustig über Polizei und Staat, zeigen Horror- und Crime-Stories, in denen es nur Verlierer gibt. Ihre „Superhelden“ sind eher Antihelden, sie nehmen Drogen, klauen und töten. Auch stilistisch setzen sie sich stark von den Superhelden-Comics von DC und Marvel ab. Die Zeichenstile der Underground-Künstler unterscheiden sich stark und reichen von qualitativ extrem hochwertigen, detailreichen und realistischen Darstellungen zu absolut amateurhaft anmutenden Zeichnungen."

(Joshua Göbel, kompletter Artikel hier)

Dienstag, 16. August 2016

Die Tollen Hefte – Katalog Bologna

Vor 25 Jahren erschien das erste Tolle Heft – 32 Seiten Umfang und durchgehend als Original-Flachdruckgrafiken gedruckt. Armin Abmeier, von Haus aus Verlagsvertreter, war ein begeisterter 'Comixer' und das schon zu einer Zeit, als der Comic noch nicht kunstsalonfähig war. Er münzte seine Leidenschaft in das Projekt Tollen Hefte um, das bald Kultstatus erlangte.
Die ersten 15 erschienen in dem kleinen Augsburger MaroVerlag. Als der die preiswerten, aber aufwändig hergestellten Preziosen nicht mehr stemmen konnte, sprang 2001 die Büchergilde ein, um das Fortbestehen der Reihe sicherzustellen.
Nach dem Tod des Herausgebers der Tollen Hefte, Armin Abmeier, übernimmt seine Frau, die Illustratorin Rotraut Susanne Berner, die Herausgeberschaft der Reihe, die damit in gewohnt unkonventionellen Bahnen weitergeführt wird.
Anlässlich der Kinderbuchmesse in Bologna (4. - 7. April 2016), auf der Deutschland Gastland war, zeigte das Goethe-Institut Rom in Zusammenarbeit mit Hamelin, einer italienischen Kulturstiftung, die Geschichte der Tollen Hefte, ihre Künstler und Autoren. Dazu ist ein von ATAK gestaltetes Katalog-Konvolut im Schuber erschienen. Es besteht aus drei Heften, die sich in Format und Anmutung an den Tollen Heften orientieren, mit einem gefalteten Plakat von Henning Wagenbreth. Vier Illustratoren haben sich in Heft III mit einem Brief des Pädagogen Pestalozzi beschäftigt.
Informationen zum Bezug è hier.

Dienstag, 24. Juli 2012

Armin Abmeier (1940 - 2012)

Armin Abmeier vor der Regionalgruppe Berlin-Brandenburg am 18.01.2007, Foto © Ralf Parkner
Armin Abmeier, geboren am 7. Januar 1940 in Göttingen, arbeitete seit 1966 als Buchhändler und in der Verlagswerbung bei Suhrkamp und S. Fischer, danach mehr als 25 Jahre als Verlagsvertreter für literarische und Kunstbuchverlage, u. a. für Greno, Hanser, Schirmer/Mosel, Steidl, Kunstmann und Wagenbach.
Armin Abmeier war Viel-Leser und Sammler (Erstausgaben, Bilderbücher, Comics) und gab ab 1991 selbst illustrierter Bücher heraus, vor allem Die Tollen Hefte, worüber er mehrfach vor der Pirckheimer-Gesellschaft referierte. Er hielt darüber hinaus auch Vorträge über Illustration in Hochschulen und veranstaltete Ausstellungen mit Illustratoren. Seit 2006 war er Kurator der Stiftung Illustration. 2010 gründete er Die Tolle Galerie. Armin Abmeier lebte mit seiner Frau, der Illustratorin Rotraut Susanne Berner, in München. Er verstarb am 24.Juli 2012.

Donnerstag, 23. Februar 2012

20 Jahre Tolle Hefte

Vor zwanzig Jahren, 1991, erschien das erste Tolle Heft, herausgegeben von è Armin Abmeier, unterstützt von Volker Pfüller. Zunächst erschienen die inzwischen kultigen, immer schnell vergriffenen und dann – wenn überhaupt – hoch gehandelten Hefte in dem kleinen Augsburger Maro Verlag, ab 2001, als Maro den enormen Aufwand mit den komplett als Original-Flachdruckgrafiken gedruckten Heften nicht mehr stemmen konnte, bei der Büchergilde.
Das Jubiläumsheft 36 versammelt Kurzprosa von 20 Autoren von Groucho Marx bis Gertrude Stein, originalgrafisch bebildert von 20 Künstlern, die bei den bisherigen 35 Tollen Heften dabei waren: u.a. ATAK, Blexbolex, Wolf Erlbruch, Anke Feuchtenberger, Moritz Götze, Kitty Kahane, Yvonne Kuschel, Thomas M. Müller, Franziska Neubert, Volker Pfüller, Axel Scheffler, Stefanie Schilling, Katrin Stangl, Henning Wagenbreth. Die Normalausgabe ist leider schon vergriffen …
(Wolfgang Grätz)

Tolles Heft 36
Vorzugsausgabe mit einem Orig.-Farbholzschnitt von Franziska Neubert, Auflage 150 Exempl., signiert und num.

Donnerstag, 12. August 2010

DIE TOLLE GALERIE

Armin Abmeier, allen Bücherfreunden durch die è Tollen Hefte bekannt, eröffnet am 3. September in München zwischen Isar und Schlachthof die Tolle Galerie mit der Ausstellung:

Blexbolex
Bilder und Masken (mit Stefanie Schilling)

Blexbolex (Bernard Granger) wurde 1966 in Frankreich geboren. Nach seinem Studium an der Kunsthochschule von Angoulême arbeitete er als Drucker (Siebdruck), Verleger, Illustrator und Autor bis 2007 in Paris. Seine ersten Bücher druckte und verlegte Blexbolex selbst, später arbeitete er mit der Edition Le Dernier Cri, der Édition CBO und der Édition Cornelius, Paris, und es entstanden zahlreiche Siebdruckbücher. Neben diesen Künstlerbüchern schrieb und illustrierte er seit 2001 auch Kinderbücher. Seine Illustrationen erschienen u. a. in der Zeitschrift Libération, in Le Monde und in der New York Times. 2006 erschien das Comicbuch L’Oeil Privé, 2007 sein Siebdruckbuch Crimechien. Die Flucht nach ABECEDERIA (Das Tolle Heft 29) ist seine erste deutsche Veröffentlichung und erschien auch in Frankreich (2008) und in England (2009). 2008 verlegte Jacoby & Stuart, Berlin, sein umfangreiches Bilderbuch Leute, dessen französische Ausgabe im Wettbewerb „Die schönsten Bücher aus aller Welt“ mit der „Goldenen Letter“ ausgezeichnet wurde. Blexbolex zog 2008 nach Berlin und lebt jetzt in Leipzig.

Ausstellung 3. September - 30. Oktober
Vernissage um 19 Uhr in Anwesenheit des Künstlers.


è DIE TOLLE GALERIE
Dreimühlenstrasse 27

80469 München
è Armin Abmeier