Donnerstag, 7. März 2024

Honoré Daumier - Die Sammlung Hellwig

Gefürchtet und geliebt – der Künstler Honoré Daumier (1808–1879) gehört zu den größten Zeichnern Frankreichs. Als genauer Beobachter und streitbarer Zeitgenosse machte er sich im politischen Paris des 19. Jahrhunderts vor allem mit seinen Karikaturen einen Namen, die er für die Zeitungen „La Caricature“ und „Le Charivari“ schuf. Er wurde so zum Gewissen einer von sozialen und politischen Umbrüchen und einem tiefgreifenden Wandel gekennzeichneten Epoche.

Das Städel Museum präsentiert Werke aus der Sammlung des Frankfurter Mäzens Hans-Jürgen Hellwig des französischen Künstlers Honoré Daumier (1808–1879). Sie umfasst insgesamt 4200 Lithografien und Holzstiche, 19 Zeichnungen, zwei Gemälde und 36 Bronzeplastiken – viele von ihnen wurden noch nie ausgestellt.

Ausstellung: noch bis 12. Mai 2024

Städel Museum
Dürerstraße 2, 60596 Frankfurt a.M.

REISEREISE

Eckhard Froeschlin, "Franz Kafka", Farbradierung

Eckhard Froeschlin lädt ein zu seiner Ausstellung REISEREISE - Reisebilder und Künstlerbücher in der Städtischen Galerie Speyer. 
Werner Meyer, Kunsthistoriker und Herausgeber des Katalogbuches des Künstlers DIE ZWEITE STIMME wird die Einführung übernehmen.

Die Ausstellung zeigt Reisebilder in Aquarellen, Pastellmalerei und Radierungen, dazu Künstlerbücher und Dichterporträts.

Eröffnung: 15. März 2024, 18 Uhr
Ausstellung: 15. März - 21. April 2024

Städtischen Galerie Speyer
Kulturhof Flachsgasse
Flachsgasse 3, 67346 Speyer

Mittwoch, 6. März 2024

Ostern in der Neuhauser Kunstmühle

Für den März und Ostern haben Elisabeth und Nikolaus Topic – Matutin aus den Beständen der Neuhauser Kunstmühle eine Auswahl zusammengestellt und die regulären Preise herabgesetzt. Die Auswahl kann durch Klick auf die Abb. aufgerufen werden.
Der Verein DruckKunst, zu dessen Leitungsteam die Neuhauser Kunstmühle gehört, wird mit dieser in den nächsten Monaten ein besonderes Projekt vorantreiben: es geht um die Anwendung digitaler Geräte wie Laser, Plotter, Cutter und 3D-Drucker als Werkzeuge der traditionellen analogen Druckgrafik. Wir haben gerade mit ersten Experimenten begonnen. Darüber bald mehr…..

Heute aber wünschen wir uns allen frühlingshafte Wärme und Aussichten voller Hoffnung!

(Elisabeth und Nikolaus Topic – Matutin)

Wolfgang Schwarzentrub auf Schloß Burgk

Seit den 1980er Jahren beschäftigt sich der 1954 in Gera geborene Künstler Wolfgang Schwarzentrub künstlerisch mit der Veränderung der Ostthüringer Landschaft bei Ronneburg/Gera im Rahmen des Uranerzabbaus und deren Renaturierung. Seit etwa 2008 sind sinnbildhafte Darstellungen von umweltbelasteten Landschaften ein Thema seiner Malerei. Ausgehend von den Themengruppen »Un-BEKANNTE LANDSTÜCKE« bilden die beiden Zyklen »ueberstrahlt – Metamorphose einer Landschaft« von 2017 und »Kaimberg« von 2023 den Kern der Ausstellung.
Nach Skizzen und Notaten entwickeln sich die Bilder aus einem grafischen und einem malerischen Gestaltungsprinzip heraus. Schrift und auch Zeichen werden häufig hinzugefügt und überarbeitet – es bleiben Spuren und Fragmente als Ausdruck eines zeitlichen Ablaufs. Durch öftere Übermalungen bilden sich Farbschichten und malerische Reizpunkte, welche auf der Suche nach neuen Farbklängen und Kontrasten auch unvorhergesehene Formen hervorrufen können.

Der Inhalt seiner malerischen Themen entsteht durch einen Blick in die Vergangenheit, der die Zukunft befragt.

9. März - 2. Juni 2024

è Museum Schloss Burgk
07907 Burgk/Saale

Dienstag, 5. März 2024

pandarei

Heute Abend erlebte ich in der PANDA platforma eine Vernissage mit Lesung zur Neuerscheinung in der Corvinus Presse "panderei" von Petrus Akkordeon, natürlich mit Pandal-Led und als Zugabe einem Tapir-Lied.
Petrus Akkordeon wurde 1971 in Berlin-Steglitz geboren und studierte an der HdK bei F. W. Bernstein.
Er ist Autor und bildender Künstler und hat in vielen Verlagen Bücher veröffentlicht. In der Corvinus Presse erschienen zahlreiche Akkordeon Bücher von und mit ihm. Auch in der Künstlerzeitschrift Body and Soul ist er oft vertreten.
Die heute vorgestellte Ausgabe des Buches pandarei erschien als deutsche Erstausgabe im Frühjahr 2024, hergestellt in 100 nummerierten und signierten Exemplaren.
Ausstellung: 5. März - 6. April 2024

Panda platforma
Kulturbrauerei
Knaakstr. 97, 10435 Berlin

ein Jahresgruß der Schwarzen Kunst

Der Jahresgruß vom Verein für Schwarze Kunst ist der Druck Parallelen zum Morgenstern-Projekt.
Die Karten wurden gedruckt und gestaltet von Heike Schnotale, Katharina Lutz und Willi Beck.

Montag, 4. März 2024

zum Tag der Druckkunst

© Gutenberg-Museum, Mainz
Auch in diesem Jahr bietet das Gutenberg-Museum in seinem Druckladen am 15. März zwischen 9.30 und 14.30 Uhr wieder viele schöne Angebote und man erhält Gelegenheit, auf unterschiedliche Weise kreativ zu sein:
In der Hochdruck-Abteilung stehen Linolschnitte, passend zur Jahreszeit selbstverständlich auch Ostermotive bereit, im Fachbereich geht es gleich kunterbunt weiter, denn auf der Korrex druckt der Werkstattleiter Christoph Sünder Osterkarten. Wer schon durch die Seilergasse spaziert ist und die Pflanzendrucke im Fenster bewundert hat, kann sich freuen, denn auch diese Technik kann unter Leitung von Dolores Schabio ausprobiert werden. Last, but not least: die Frottage. Dutzende Schablonen warten darauf, dass mit ihnen gedruckt wird.

Am Tag der Druckkunst richtet sich die Angebot an Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene. An Kosten fällt der Werkstattbeitrag mit 5 bzw. 4 Euro an.

è Gutenberg-Museum
Liebfrauenplatz 5, 55116 Mainz

Kreatives zum Internationalen Frauentag

Sabine Müller lädt ein, mit der Radiernadel oder dem Cuttermesser eine eigene Grafik zu gestalten - Experimentelle Radierung auf Tetrapak, Botanikdrucke auf einem kleinen Leporello (Buch mit Frühlingsgedicht).

Mutter mit Tochter; Oma mit Enkel oder Paare können gemeinsam aus Anlass des Internationalen Frauentags unter fachkundiger Anleitung kreativ werden.

9. März 2024

Druckwerkstatt im Quellenhof
Garbisdorf, Thüringen

Sonntag, 3. März 2024

Steffen Faust in der Frankfurter Spectrum-Galerie

Der Galerist der Frankfurter Spectrum Galerie Stefan Kunigam eröffnete seine 73. Ausstellung mit Werken des Berliner Buchkünstlers Steffen Faust.
v.l.n.r.: Jörg Petzel, Steffen Faust und Stefan Kunigam, Foto © Ralf Parkner
Die Laudatio hielt der Vizepräsident der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft Jörg Petzel aus Berlin.
Die Veranstaltung wurde von Alexandra Rakowski musikalisch umrahmt.

(Ralf Parkner)
Illustrationen zu E.T.A. Hoffmann von Steffen Faust
Ausstellung Steffen Faust: 2. - 30. März 2024

Spectrum Galerie
Baumschulenweg 48, 15236 Frankfurt (Oder)

INDEX VITUS BERING

Neu im Hybriden -Verlag: Leporello von Hartmut Robert Andryczuk aus Der Kopf des Vitus Bering von Konrad Bayer.
"bering (vitus),
russischer seecapitain, geb, 1680 zu horsens in jütland, wurde, als ein geschickter seemann, von peter dem grossen bei der kaum entstandenen marine zu kronstadt angestellt. seine talente und seine unerschrockenheit, die er in den seekriegen gegen die schweden bewies, erwarben ihm die ehre, zur leitung einer entdeckungsreise ins meer von kamtschatka gewählt zu werden. er reiste von petersburg den 15. februar 1725 nach sibirien. 1728 untersuchte er die nördlichen küsten dieser grossen halbinsel und bestätigte, dass asien nicht mit amerika zusammenhänge; ob aber die kamtschatka gegenüberliegenden küsten auch wirklich küsten des festen landes oder nur dazwischen liegende inseln wären, sollte bering durch seine reisen entscheiden. am 4. juni 1741 lief er abermals mit 2 schiffen von ochotzk aus und landete an der nordwestlichen küste von amerika zwischen 35° und 69º n. br. stürme und krankheit hinderten ihn, seine entdeckungen fortzusetzen; er wurde weit ab auf eine wüste insel geworfen. schnee und eis bedeckten das unwirthbare land. bering ward gefährlich krank und starb hier am 8. dec. 1741. man hat der meerenge zwischen asien und amerika den namen beringstrasse (auch anian genannt) und der insel, auf welcher er starb, den namen beringinsel gegeben. (allgemeine deutsche real-encyklopädie für gebildete stände, brockhaus, 1830)"
Leporello mit sechzehn Originalzeichnungen und handschriftlichen Abschreibungen
von Hartmut Robert Andryczuk aus „Der Kopf des Vitus Bering“ von Konrad Bayer
Beilage: INDEX
Coverentwurf „Aufrecht im Eismeer“ von Reinhard Moeller
Auflage: 30 Exemplare, signiert und nummeriert
850 €

Samstag, 2. März 2024

Doppelblatt von Elke Rehder und Erich Fitzbauer

Die Illustration 63, eine von Curt Visel gegründete Fachzeitschrift für die Buchillustration, erschien von 1963 bis 2003, 2004 wurde sie mit der Zeitschrift Graphische Kunst zusammengelegt.

Dem Heft 3/2001 der Illustration 63, lag ein Vierfarben-Holzschnitt von Elke Rehder zu einer Erstveröffentlichung eines Gedichtes von Erich Fitzbauer in einer signierten, auf 100 Exemplare limitierten und nummerierten Auflage bei. 
Seit gestern ist dieses Blatt Bestandteil meiner Sammlung Schachgraphik, wofür ich der Künstlerin herzlich danke!

Buch des Monats: David Herrliberger, Vignetten

Buch des Monats März der Schweizerischen Bibliophilen-Gesellschaft ist David Herrlibergers Buch mit bislang unbekannte Vignette-Kopien nach Bernard Picart.
B. Picart, Vignette zu den Oeuvres de Nicolas Boileau Despréaux, Den Haag 1729, Bd. 1, S. 279 (Pl. 12,1 × 13,6 cm);
D. Herrliberger, Nr. 15 (von 25 Einzeltafeln) aus Vorstellung und Explication der sämtlichen Vignettes oder Laub-Zierrathen, welche sich in den geistreichen Wercken Nicolas Boileau Despréaux befinden, Zürich 1743 (Pl. 11,5 × 14 cm);
D. Herrliberger, Nr. 3 (von 4 Tafeln à 3 Vignetten) aus XII. Underschiedliche nach Bernh. Picards Invention gestochne Vorstellungen, Zürich 1748 (Pl. 14,3 cm breit).
David Herrlibergers Serien nach Schlussvignetten (‹Laubzierrat›) seines früheren Lehrers Bernard Picart (1673–1733) sind kein klassisches Buch, am ehesten ein Musterbuch für Kollegen, Kunsthandwerker, Buchproduzenten. Weder in Picarts noch Herrlibergers Schaffen stechen sie als Hauptwerke heraus, im Gegenteil: Es sind ‹Parerga›, ‹Beiwerke›, nachträglich allerdings der Buchbezogenheit enthoben, zu eigenen Serien mit Werkcharakter emanzipiert. Bereits Picarts Atelier selbst war so vorgegangen: 1729 erschienen in Picarts Verlag 25 seiner elaborierten Culs-de-lampe aus den zwei Folianten der postumen Prachtausgabe mit Werken von Nicolas Boileau Despréaux (1636–1711) als separate Gaphik-Folge nebst Erläuterungen: Explication des Vignettes de la Seconde Edition des Oeuvres de Boileau, in folio. Gravées pour la seconde fois, avec divers changemens & plusieurs nouveaux desseins, par Bernard Picart. Die damit epitomierte, aufs Schmuckprogramm reduzierte Boileau-Werkausgabe erschien in Den Haag bei Pieter de Hondt sowie bei Gosse & Neaulme zeitgleich 1729 (nachdem die Erstausgabe bei David Mortier 1718 nur erst die Titel- und eine Dedikations-Kopfvignette nebst einigen Tafeln von Picart hatte, ansonsten florale Holzschnitt-Schlussstücke). Zugleich erschienen die Oeuvres diverses von Bernard de Fontenelle (1657–1757) in drei Folianten bei Gosse & Neaulme 1728/29, ebenso prachtvoll illustriert und geschmückt durch die Picart-Werkstatt, genau zu der Zeit also, da Herrliberger dort als Graveur mitwirkte (1722–1727); laut Caspar Füsslis Künstlergeschichte «arbeitete er für Picart» auch noch in London 1728.

Freitag, 1. März 2024

Bibliophiles des Monats: ex libris Volk und Welt

Zwischen 1977 und 1990 erschienen im Verlag Volk und Welt klassische Autoren der Weltliteratur des 20. Jahrhunderts, häufig aus dem eigenen Verlagsprogramm, in einer bibliophil gehaltenen Reihe „ex libris“, die sich durch besonders sorgfältigen Gestaltung auszeichnete, in Leinen in einem einheitlichen Format (19,5 x 11 cm), auf hochwertigem Papier gedruckt und mit einem Hochglanz-Schutzumschlag.

Mit Blick auf den 125. Geburtstag des russisch-amerikanischen Schriftstellers Vladimir Nabokov am 22. März wurde als Bibliophiles des Monats sein Roman Lolita gewählt, der in einer Ausgabe der ex libris-Reihe 1989 in erster Auflage in der DDR in der Übersetzung von Helen Hessel aus dem Amerikanischen erschien.

Der Erstausgabe dieser „Liebeserklärung an die englische Sprache“ (Nabokov) erschien 1955 in dem in Frankreich ansässigen, auf Erotika spezialisierten Verlag Olympia Press, erst 2 Jahre später kam der Roman in Auszügen in den USA heraus. Die erste deutschsprachige Ausgabe von Lolita erschien im Herbst 1959 in der BRD im Rowohlt Verlag und 1967 schrieb Nabokov eine in Details veränderte russischsprachige Fassung, die in der Sowjetunion erschien.

Vladimir Nabokov, Lolita
Verlag Volk und Welt Berlin 1989; 458 Seiten
weinroter Leinen-Einband
mit beiliegender geklammerter Übersicht: ex libris Volk und Welt. Eine Sammlung klassischer Texte der Weltliteratur des 20. Jahrhunderts

3 Kommentare:
Martin Z. Schröder, Drucker hat gesagt… (01. März 2024)
Eine sehr schöne Schriftzeichnung! Von wem ist der Schutzumschlag?
Abel Doering hat gesagt… (01. März 2024)
Die Reihe wurde von Lothar Reher gestaltet.
Martin Z. Schröder, Drucker hat gesagt… (01. März 2024)
Ah, danke! Ja, der hat viele sehr schöne Sachen gemacht.

Exlibris des Monats: David Bekker für Massimo Finistrella

Fast ein Dutzend Personen sind auf dieser Farbradierung des vor zwei Jahren verstorbenen Exlibriskünstlers David Bekker aus Odessa zu finden. 
In dem vorliegenden Opern-Exlibris sind die Hauptfiguren in wenigen Momenten dargestellt. Floria Tosca erhebt in der Mitte ihre linke Hand, eine liebevolle Geste, mit der sie vielleicht ein Lebewohl andeutet und ihre Liebe zu dem freiheitsliebenden Maler bekräftigt. Im Licht der brennenden Kerzen ist der skrupellose Polizeichef Baron Scarpia zu erkennen. Mit brutaler Rücksichtslosigkeit beginnt er die Eifersucht Toscas für seine Zwecke auszunutzen und gleichzeitig Cavaradossi zu überführen. Das Gesicht eines perfiden und machtbesessenen Vertreters der Staatsgewalt verrät Durchsetzungswillen und eine Kaltherzigkeit, die vor keiner Grausamkeit zurückschreckt. David Bekker hat daneben die Hinrichtung Cavaradossis in Szene gesetzt. Schließlich stirbt der Delinquent durch die Gewehrkugeln der Soldaten. Eine maßlos erschütterte Tosca beugt sich über den sterbenden Geliebten und erkennt, dass sich Scarpia auch nach seinem Tod doch noch rächen konnte.
David Bekker zählt zu den Exlibriskünstlern, die sich immer wieder mit den großen Namen der Literatur und der Musik beschäftigt haben. Seine Art der Exlibrisgestaltung ist unverkennbar. Nicht umsonst sind seine meisterhaften Radierungen bei vielen Sammlern besonders gefragt. Bei der Suche nach einem „Exlibris des Monats“ wird man seine Arbeiten auch zukünftig immer wieder im Blickfeld haben.

(Heinz Neumaier, gesamten Artikel lesen)

Donnerstag, 29. Februar 2024

Das Fotoalbum der Familie Kafka

Ausstellung zu Ehren Franz Kafkas, Fotos © ad
Heute fand die Ausstellungseröffnung mit rund 100 Fotografien von Kafkas Familie statt, viele davon bislang unveröffentlicht und erstmals in dieser Zusammenstellung zu sehen.
Eingeladen hatten die Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin und auch einige Mitglieder des Berliner Bibliophilen Abend folgten gern dieser Einladung.
Fred Schmechel (Bildmitte)
Achim Bonte, Generaldirektor der Staatsbibliothek zu Berlin, spickte seine Begrüßung mit einer Anekdote vom 29. Februar 2023 aus dem Berliner Tagebuch Franz Kafkas. Susanne Schüssler, Archiv und Verlag Klaus Wagenbach sprach das Grußwort und der Kurator der Ausstellung Hans-Gerd Koch sprach zum Thema »Nein ganz zurückgezogen von meiner Familie lebe ich nicht.«.
Ingeborg Haase und Johanna Binger
Mit der Vernissage und in Würdigung des Schriftstellers zu seinem 100. Todestag am 3. Juni erschien eine neue Edition zu Kafka im Wagenbach-Verlag mit dem Titel der Ausstellung »Kafkas Familie | Ein Fotoalbum«.
Rainer Ehrt im Gespräch mit Hans-Gerd Koch, dem Kurator der Ausstellung

25 Jahre Antiquariat Michael Eschmann

1. März 1999 - 1. März 2024
© Angelica Eschmann
Mein Geschäft wollte ich unbedingt am 1. März gründen. Weil der Monat März mein Lieblingsmonat ist – und kalendarisch wie symbolisch, kurz vor Ostern, für einen Neustart steht. Dass meine Geschäftsgründung auch noch ins letzte Jahr des 20. Jahrhunderts fiel, ist situationskomisch, wie so vieles in meinem Leben, denn ich wurde auch am 11. Dezember 1958 um 23.55 Uhr in Mannheim geboren. Man kann deshalb meine Biografie ironisch deuten: Manches ist knapp vor „Torschluss“ geschehen und vieles wäre auch „fast“ passiert, nahm dann aber im letzten Moment einen überraschenden Richtungswechsel und geschah deshalb nie. So bin ich – aus verschiedenen Gründen - kein Mitglied in einem Berufsverband oder in einem bibliophilen Verein geworden. Die Ausrichtung meines Antiquariats waren wissenschaftliche Bücher und hier wiederum eingegrenzt auf das große Gebiet der Medizin und Geschichte der Wissenschaften. Mein Interesse für Geschichte war einer der Gründe für die Spezialisierung. Aber auch meine eingeschränkten finanziellen Mittel für eine große Lagerhaltung und der entsprechend kleine, aber internationale Kundenkreis, der nie die Maximalgröße von 200 – 300 Stammkunden in all den Jahren überschritt. In den Jahren 1999 – 2005 entstanden 10 Kataloge und etwa 300 kleinere Listen, die ich mittels einer Kundenkartei verschicken konnte. Anfangs lagen die Verkaufserfolge noch bei 30% - 40% der gelisteten Titel zuletzt nur noch bei 10%. Es zeigte sich, dass die traditionelle Kundschaft, die gerne aus Katalogen bestellte, immer weniger wurden und Bestellungen aus dem Internet zunahmen. So stellte ich den Katalogversand ein, fügte dem Antiquariat eine neue Abteilung mit Grafik, speziell mit Porträts hinzu. Hier musste fast 10 Jahre lang ein ganz neuer Kundenkreis erst aufgebaut werden. Was auch gelang, denn die meisten Bestellungen kamen nun – dank dem Internet – online über die großen Datenbanken, aber auch über das damals noch existierende Portal „Antiquariate im Rhein-Main-Gebiet. Eine unabhängige Internetkooperation (2004-2018)“ initiiert durch den Frankfurter Antiquar Klaus Medeke. Der Online-Buchhandel boomte bis etwa 2003, sackte dann etwas ab und war leider immer auch stark abhängig von politischen und wirtschaftlichen Krisen. Bis zuletzt mit der Corona-Krise, wo viele Kollegen, darunter auch ich, noch einmal schöne Verkaufszahlen feiern durften. Meinen Beruf Antiquar übe ich auch weiterhin aus. Etwas eingeschränkter sicherlich und im nächsten Jahr darf ich einen Rentenantrag stellen. Falls ich das Jahr 2027 erreichen sollte, wird es auch für mich dann heißen: „50 Jahre Buchhandel – Antiquar – Autor – Buchhändler“. Bis dahin widme ich mich weiterhin einem neuen Hobby, der Schriftstellerei, hier auch wiederum speziell die Lyrik, die mich durch den Minimalismus der Worte seit meiner Jugend fasziniert. Ein Gedichtband ist in Vorbereitung, wer ihn nicht abwarten möchte, darf mich gerne auf meiner „Facebook“ Seite besuchen.

© Michael Eschmann

1 Kommentar:
Abel Doering hat gesagt… (29. Februar 2024)
Herzlichen Glückwunsch, lieber Michael, und Dank für deine langjährige Unterstützung meiner Arbeit an diesem Blog durch deine stets interessanten Hinweise!

Mittwoch, 28. Februar 2024

12. EDITIONALE Köln

Die EDITIONALE Köln ist eine Messe für Künstlerbücher, die alle zwei Jahre in Köln stattfindet. Die anwesenden Künstler haben die Bücher selbst entworfen, gestaltet oder gedruckt bzw. bestehende Bücher künstlerisch entfremdet oder aus buchfremden Materialien Bücher gestaltet. Die zu sehenden Künstlerbücher entstanden in limitierten Auflagen oder als Unikat. Zusätzlich sind Originalgrafiken und Handpressendrucke kleinerer Editionen ausgestellt.

Die EDITIONALE Köln wurde 2000 von Elisabeth Broel und Gernot Cepl, beide selbst Buchkünstler, gegründet.

Zur 12. EDITIONALE wird u.a. Susanne PadbergGalerie DRUCK & BUCH Wien, neue Arbeiten von Ulrich Wagner / Veronika Schäpers / Jule Claudia Mahn / Burgi Kühnemann / Anja Harms / Clifton Meador / Robbin Silverberg / Tricia Treacy / Wolfgang Buchta / Emily McVarish und vielen anderen mehr vorstellen.

Messe: 8. - 10. März 2024

Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln
Heinrich-Böll-Platz/Bischofsgartenstr. 1, 50667 Köln

Ausleihsperre für Bücher aus dem 19. Jhd.

Wegen des Verdachts auf Arsenbelastung hat die Universitätsbibliothek Bielefeld zehntausende Bücher für die Ausleihe gesperrt.
(imago/UIG)
Wie viele der 60.000 Bände tatsächlich betroffen sind, sei unklar, teilte die Bibliothek mit. Vermutlich seien es weniger als zehn Prozent. Arsen belastete Bücher werden dann zum Problem, wenn Leser Staub einatmen oder wenn belastete Seiten angefasst und umgeblättert werden.

Das giftige und krebserregende Arsen kann in grünen Farbstoffen vorkommen. Daher gelten Bücher aus dem 19. Jahrhundert mit grünen Einbänden, Buchschnitten, Titelschildern, Spiegeln oder Vorsatzblättern ohne Überprüfung grundsätzlich als verdächtig.

(nach einer Meldung der Universität Bielefeld)

1 Kommentar:
 Abel Doering hat gesagt… (28.02.2024)
Nö, wie sagte schon einer unserer Altvorderen: "Mit Bücherstaub lebt man länger" (Horst Kunze, ehem. Ltr. der Staatsbibliothek Berlin)

Dienstag, 27. Februar 2024

Blatt für Blatt

Im Magazin der BuchDruckKunst, welches zur gleichlautenden Messe in Hamburg herausgegeben wird, findet sich unter dem Titel "Blatt für Blatt – Die Pirckheimer-Gesellschaft trägt die Lust auf Buchkunst ins Land" u.a. ein Beitrag von Till Schröder über zwei Initiativen der Pirckheimer-Gesellschaft.Der Autor, stellv. Vorsitzender der Pirckheimer und Chefredakteur der Marginalien, berichtet in dem Artikel zum Einen über die Arbeit der Bücherkinder Brandenburg, die diese Gesellschaft unterstützt, und zum anderen über die von der Gesellschaft herausgegeben Graphikmappen Edition Pirckheimer.Der Artikel kann durch Klick auf die Abb. aufgerufen werden.

Tag der Offenen Archive in München

18 Archive öffnen am in ganz München ihre Türen, so auch das AAP des Pirckheimers Hubert Kretschmer.

Das AAP aber hat aber nicht nur am Tag der Offenen Archive, sondern gleich an 2 Tagen am Samstag und Sonntag jeweils von 10 bis 20 Uhr geöffnet.
Um 12, 14, 16 und 18 Uhr findet ein Unboxing statt. Es wird um Anmeldung für eine Uhrzeit der eigenen Wahl an: mail@artistbooks.de.

In der AAP-Ausstellung werden vielfältige Beispiele zum bundesweiten Thema Essen und Trinken gezeigt. Und Besucher können in Münchner independent Magazinen blättern.
Türkenstraße 60 Hinterhof im Untergeschoss.

2./3. März 2024

Archive Artist Publications
Türkenstraße 60 UG, 80799 München