Mittwoch, 14. Oktober 2015

Buch, Kultur und Gesellschaft: ›Die Peter-Sodann-Bibliothek‹

Gestern Abend fand unsere letzte Veranstaltung im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Buch, Kultur und Gesellschaft“ für dieses Jahr statt. Diese Reihe wird von der Initiative Buchkultur e.V. mit Unterstützung des rem Mannheim und der Pirckheimer-Gesellschaft e.V. durchgeführt.
Das Beste zum Schluss – Peter Sodann! 
Peter Sodann berichtete von der durch ihn initiierten Bibliothek in Staucha/ Sachsen. Bibliotheken gibt es viele, aber nur eine, wo die Bücher nach den Verlagen, in denen sie entstanden, zu finden sind. Dieses einmalige Stück deutscher Kulturgeschichte umfasst die Buchproduktion vom 8. Mai 1945 bis zum Ende der DDR.
Ostalgie ist nicht die Motivation, das Bewahren von Identitäten und Geschichte sind die Charakteristika dieses Vorhabens. Peter Sodann, Kabarettist, Schauspieler, Bibliothekar, Hausmeister, Kneipenwirt – alles beschreibt diesen umtriebigen Zeitgenossen nur unvollkommen. Das konnten wir an diesem Abend erleben. Trotz aller Widrigkeiten lebt er dieses wichtige Projekt, man muss sagen, stellvertretend für uns alle – authentisch „man muss ja was tun, egal wie die Umstände sind“. Ein Überzeugungstäter und jeder der Anwesenden konnte da keine Ossi Klischees erkennen, es geht um tatsächliche Qualität. Die steckt in vielen seiner Bücher. Übersetzungen, gerade russischer Literatur, er hat sie alle. Richtig erklärt versteht man sofort, dass eine gute Dostojewskij (1821-1881) Ausgabe nichts mit sozialistischer Verklärung zu tun hat, sondern nur von der Qualität des Übersetzers abhängt. Und wenn diese Ausgaben auf dem Müll landen sind sie unwiederbringlich weg. Bücher wurden in Deutschland wieder verbrannt und zu viele haben weggeschaut – Peter Sodann aber nicht!
Unsere Unterstützung für dieses Projekt an diesem Abend war die Gabe eines Buches. Johann Wolfgang von Goethe „Gedanken und Aussprüche über das Buch und den Leser“. Dieses Buch, Aufbau Verlag Berlin 1955, existiert nur einmal. Jetzt gehört es der Peter-Sodann-Bibliothek. Unser Dank gilt dem Antiquariat Ballon & Wurm, Berlin für die Besorgung dieser Rarität.
Der Abend wollte, wie immer, nicht enden, es wurden Fragen gestellt, Bücher signiert, geredet und wieder neue Unterstützer für dieses Projekt gewonnen. Alle wurden eingeladen, nach Staucha zu kommen.
Herzlichen Dank an unseren Gast für einen gelungenen Abend. Bis bald in Staucha!
(Dr. Ralph Aepler)

Pop-up books

In der Galerie DRUCK & BUCH, Wien werden bis Ende Oktober Pop-up books gezeigt. Vertreten sind die Buchkünstler David A. Carter aus den USA, Katsumi Komagata aus Japan, Chisato Tamabayashi (Japan/GB), Marion Bataille (siehe Abbildung oben), Anouck Boisrobert (untere Abbildung), Philippe Ug, alle aus Frankreich, Dagmar Reiche aus Deutschland, Mauro Bellei aus Italien und aus Spanien Ximena Perez Grobet.
Ausstellung: 8. bis 30. Oktober 2015
Finissage: 29. Oktober 2015

Galerie Druck & Buch
Berggasse 21/2, A - 1090 Wien

1 Kommentar:
Peter Verheyen hat gesagt...
Danke.
Zu Marion Batailles im ersten Bild, man kann es bei YouTube als Video sehen,
www.youtube.com/...
14 Oktober, 2015
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Dienstag, 13. Oktober 2015

Herzlichen Glückwunsch zum 80sten

Konrad Hawlitzki wird 80 und ich möchte mich in den Reigen der zahlreichen Gratulanten einreihen. Konni begegnete ich vor fast 50 Jahren das erste Mal in einem Pankower Antiquariat, später im Kulturbund zur Demokratischen Erneuerung Deutschlands und in der "Möwe" und in den letzten Jahren bei wirklich allen Veranstaltungen der Pirckheimer-Gesellschaft, wo er lange Jahre im Vorstand mitarbeitete, beim Berliner-Bibliophilen-Abend und er ist zu treffen, am Grab des Schriftstellers und auch sonst bei der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft, beim Franz-Fühmann-Freundeskreis, bei Lesungen, Ausstellungseröffnungen und praktisch allen wichtigen kulturellen Veranstaltungen. Und wer ihn nicht traf, kann regelmäßig seine interessanten Beiträge in den Marginalien lesen, die immer aus einem umfangreichen Erfahrungsschatz schöpfen.
Ich wünsche dir, lieber Konni, dass dir dein steter Wissensdurst und dein ungebrochener kultureller Elan noch lange erhalten bleibt!
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... einige Fotos von der Geburtstagsfeier, aufgenommen von Ralf Parkner.

Montag, 12. Oktober 2015

Anklamer Bücherturm

Foto: Veronika Müller,
Meine Heimatstadt Anklam
Es gibt die BücherboXX und andere Möglichkeiten der Altbuchverwertung, auch Tauschecken für Bücher in Kirchen oder Gemeinschaftseinrichtungen.
Die hölzerne Variante, bekannt in PrenzlBerg als Buch im Baumstamm oder in Ostrach als Baumbibliothek hat jetzt in Anklam in Form eines Bücherturms Zuwachs bekommen, Diese, gemeinsam mit Jugendlichen vom Holz-Skulpturen-Künstler Raik Vicent geschaffene, attraktive Möglichkeit zum Büchertausch und auch gelungene Einladung, zum Lesen zu verweilen, machte eine Stiftung des Lokalen Aktionsplans für Anklam mit rund 6000 Euro möglich.

Sonntag, 11. Oktober 2015

Edition Schwarze Seite in Frankfurt am Main und in München

Zur diesjährigen Frankfurter Buchmesse kommt Eckhard Froeschlin nicht bloß mit einem, sondern mit drei neuen Künstlerbüchern und einer Graphik-Kassette.
Darunter das BOB DYLAN - Buch, da es im letzten Jahr noch nicht fertig gedruckt und gebunden war. Das ERNST MEISTER - Buch mit Hochdrucken von Anne Büssow, das WIELAND - Buch mit Radierungen von Horst Peter Meyer (Abbildung) und die GOLD - Mappe mit Farbradierungen von Eckhard Froeschlin bauen das Programm der Edition weiter aus. Einige Kurzinformationen und Fotografien sind durch Klick auf die Abbildung aufzurufen.
Aus dem diesjährigen Workshop des Projekts Druckwerkstatt Matagalpa/Nicaragua werden neue Künstlerbücher am Stand der Edition Schwarze Seite präsentiert. Und, da in diesem Jahr zwar ein Graphik-Kalender aus Matagalpa, aber kein Kalender der Edition erscheint, bietet Eckehard Froeschlin Einzeldrucke der GOLD - Mappe zum Messepreis an.

Und unmittelbar nach der Buchmesse wird am Donnerstag in München die Ausstellung "Handpressen oder die Kunst handwerklicher Buchgestaltung" eröffnet - die Edition Schwarze Seite ist dabei.

Messe: 14. bis 18. Oktober 2015
Edition Schwarze Seite
Frankfurter Buchmesse, Stand 4.1 L24

Vernissage: 22. Oktober 2015 um 18.30 Uhr
Ausstellung: 23. Oktober bis 21. November 2015

Handwerkskammer für München und Oberbayern
Galerie Handwerk

Imagerie d’Epinal

Das kunsthandwerkliche Unternehmen „Imagerie d’Epinal“ ist eines der berühmtesten Bilderbogenunternehmen der Welt. Gegründet wurde es im Jahre 1796 von Jean Charles Pellerin. Zunächst wurden nur Spielkarten und Dominospiele hergestellt. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich eine Nachfrage für Bilderbögen, die dann im darauffolgenden 19. Jahrhundert – vor allen Dingen durch die aufkommende Drucktechnik des Holzstiches – eine noch größere Aufmerksamkeit fand. Häufig wurde auf Bilderbögen volkstümliches Wissen aller Bereiche in schlichter Text- und Bildform dargestellt: geschichtliche Ereignisse, Religion, Freizeit, Kindererziehung etc. Schnell wurden Bilderbögen zu einem faszinierenden Massenmedium. Die Zeichnungen wirkten oftmals wie Karikaturen, die den späteren Comics ähnelten. Um die Verkäufe steigern zu können, wurden sie fast immer nur koloriert – durch sogenanntes Schablonenkolorit – angeboten. Im 20. Jahrhundert war der Bilderbogen ein begehrtes Sammlerobjekt für Graphik-Sammler.
Heute kann man in der „Imagerie d’Epinal“ die Bilderbogenwerkstatt mit noch funktionierenden Druckmaschinen besichtigen. Hier befinden sich auch die weltweit letzten zwei Exemplare der „Aquatype-Maschinen“, die zur Herstellung der Druckbögen dienten. Das Unternehmen „Imagerie d’Epinal“ arbeitet nach wie vor: ein Verkaufsraum von 300qm bietet den Besuchern eine große Auswahl von neuen Bildern und historischen Abbildungen, in verschiedenen Größen, mit oder ohne Einrahmung, sowie Tafelkunst, Schreibwaren und signierten Illustrationen.
(Michael Eschmann, Antiquariat für Medizin und Geschichte der Wissenschaften, Griesheim)

Imagerie d’Epinal
42 bis Quai de Dogneville
88000 Epinal France

25 Jahre ANDANTE Handpresse

Der Verleger, Drucker und Künstler Peter Rensch gründete 1990 die ANDANTE Handpresse, in der er originalgrafische Bücher und Holzschnitte herausgibt, u.a. die KAPITÄLCHEN, eine Reihe von Künstlerheften, in denen "dem Leser und Betrachter die Möglichkeit gegeben wird, durch unterschiedlichen Handschriften verschiedenen Künstler in „ausgezeichneter” Weise den Sinn des Textes für sich selbst neu erschließen zu können."
Diese Hefte erscheinen in unregelmäßiger Folge als originalgrafische Handpressendrucke in limitierter Auflage von 100 nummerierten und signierten Exemplaren, wovon 25 Exemplare als Vorzugsexemplare angeboten werden.
Auf der Frankfurter Buchmesse wird der neueste Druck, KAPITÄLCHEN 14, mit Linolschnitten von Schoko Casana Rosso / Christian Mildbrandt und Gedichten von Heinrich Ost zu sehen sein.


14. bis 18. Oktober 2015

Halle 4.1, Reihe L36

Samstag, 10. Oktober 2015

Body & Soul, Berlin Artist Magazine

Die Künstlerzeitschrift Body & Soul wurde von Schoko Casana Rosso / Christian Mildbrandt 2005 gegründet und wird nun von der Corvinus Presse weitergeführt. Auf Einladung zu einem Thema versammelt die Künstlerzeitschrift originalgraphische, signierte Beiträge und Texte von ausgewählten Autoren und Künstlern.
In der Ägide von Schoko erschienen 22 Nummern und 5 Sonderausgaben. Der komplette Satz ist in der Staatsbibliothek zu Berlin zu sehen. Zuletzt erschien als Nummer 23: Final Call (Abbildung). Number 24: Moby Dick ist fast fertig. Die Nummer 25 erscheint im Januar 2016: Dance with me.

è Body & Soul auf Facebook
è Corvinus-Presse

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Dr. Pommes in FFM

Felix Martin Furtwängler + H. Andryczuk

Mittelalte Buchkünstlerinnen in türkisen Strümpfen und roten Schuhen präsentierten mit weissen Stoffhandschuhen ihre bauschigen Buchobjekte. Ein unsichtbareres Signal verbreitete sich durch die Gänge und alarmierte die Pressendrucker für die nächste halbe Stunde besonders originell, intelligent und kommunikationsfreudig zu wirken.
Als der potentielle Geldsack wieder den Gang verließ, fielen die Künstler in den alten Modus der Messe-Stumpfheit. Bei Dr. Pommes wusste man ja nicht, mit wem man es in Zukunft zu tun bekam – und ob die Nationale Germanen-Sammlung weiterhin ein- oder zweimal im Jahr ein bescheidenes Werk erwerben würde.

Zwei Bände im Schuber mit Postkartenübermalungen, Originalzeichnungen und dem handgeschriebenen Text. „Dr. Pommes“, das Standardwerk des Erwerbungsauftrags, darf in keiner Vitrine und in keinem Rollregal fehlen. Auflage: 9 Ex., Berlin 2015, 800 €
Der Hybriden-Verlag stellt weiterhin vor: eine neue Edition von Herman de Vries mit zwei Originalcollagen, den ersten Band der Sammlergespräche (Die Kunst des Sammelns) mit dem Pforzheimer Sammler Gerhart Odenwald und ein neues Leporello von Lea Draeger.

Messe: 14. bis 18. Oktober 2015

Frankfurter Buchmesse
Halle 4.1. Stand L 21

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Einladung zur Frankfurter Buchmesse

Für den Besuch der 67. Frankfurter Buchmesse stelle ich einem Leser dieses Blogs eine Tageskarte im Wert von 18 € zum freien Eintritt am Samstag, den 17. oder am Sonntag, den 18. Oktober 2015 zur Verfügung.
Bei Interesse kann diese hier angefordert werden - der schnellste Klick gewinnt. Die Karte wird per Post zugestellt. Viel Glück!
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Messe: 14. bis 18. Oktober 2015

- Die Eintrittskarte ist vergeben! -

Ein ganzes Land in einer Lagerhalle

Vor wenigen Tagen fand das Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft bei ihrem Mitglied Peter Sodann in Staucha statt und die Teilnehmer bewunderten eine einzigartige Sammlung der in der DDR und zuvor in der SBZ erschienenen Bücher, die durch den "Verein zur Förderung, Erhaltung und Erweiterung einer Sammlung von 1945-1990 im Osten Deutschlands erschienener Literatur" ausgebaut wird. Und in wenigen Tagen wird die Initiative Buchkultur diese, nicht nur kulturgeschichtlich wichtige, Sammlung in der Vortragsreihe "Buch, Kultur & Gesellschaft" würdigen.
Peter Sodann (links), hier mit Elmar Faber, Publizist, ehemaliger Cheflektor und Verlagsleiter bei Edition Leipzig, Direktor des Aufbau-Verlags und Verleger von Faber & Faber, Foto © Peter Arlt
Im Spiegel erschien jetzt ein Artikel über diese Sammlung, in welchem Peter Sodann als "trotziger Nachlassverwalter der DDR" vorgestellt wird, der als "linker Querkopf" in Sachsen, ähnlich dem bekannten gallischen Dorf, der Realität des "kollektiven Wandels" widersteht, es ist die Rede, von "West-Literatur, die hier keiner braucht", wie ein Mitarbeiter zitiert wird, die Rote Armee wird zum "Iwan" und die traurigen Wahrheit, dass in Staucha "das Wissen des Ostens in den Bananenkisten des Westens schlummert" wird als Treppenwitz der Geschichte bezeichnet.
Aber vielleicht lese ich den Text einfach zu genau und dem Autor Adrian-Basil Müller ist selbst gar nicht bewusst, wessen Sprache er dort spricht.
Der Grund, hier auf diesen Artikel hinzuweisen, ist ohnehin ein anderer, allerdings ein noch bedrückenderer: In Oschatz gibt es ein noch nicht erschlossenes Außenlager, hier stapeln sich 25 LKW-Ladungen mit Bananenkisten voller Bücher.
Ein niederländischer Investor mit Adresse auf der Karibikinsel Curaçao ... versprach dem Büchersammler Sodann angeblich (weiß es der Autor besser?) lebenslanges Nutzungsrecht für dieses Lager. "Nun wird der Holländer mit internationalem Haftbefehl gesucht, und ich soll weg hier." wird Sodann zitiert.

Montag, 5. Oktober 2015

Meister der Einbandkunst in Frankfurt a.M.

Die MDE präsentiert auf der Frankfurter Buchmesse 2015 acht neue Arbeiten von acht Mitgliedern
Anett Arnold, Andreas Bormann, Ingela Dierick, Susanne Natterer, Sabine Rasper, Claudia Richter, Ulrich Widmann und Theresa Wedemeyer

Messe: 14. bis 18. Oktober 2015

Frankfurter Buchmesse
Halle 4.1, Reihe L29

Freitag, 2. Oktober 2015

›Buch, Kultur & Gesellschaft‹ – Vortrag 6

Freunde der Buchkultur, wir waren in der sächsischen Provinz! Diese Gegend machte uns neuerdings wenig Freude, gäbe es da nicht jenen kleinen Ort unweit von Meißen, wo sich auf einem ehemaligen Rittergut und im ebenfalls ehemaligen Kuhstall hunderttausende eines besonderen Asyls erfreuen dürfen. Geballtes Wissen türmt sich da, in Büchern, in Regalen und in Bananenkisten.
„In den Bananenkisten des Westens schlummert das Wissen des Ostens” lautet das Motto der Peter-Sodann-Bibliothek im KulturGutStaucha, die sämtliche Publikationen der DDR von 1945 bis 1990 nach Verlagen geordnet und digital erfaßt dem Schlummer – und den Mülltonnen – entreißen will. Noch wird gesammelt, sortiert und bibliographiert; was mehr als zweimal da ist, kommt ins hauseigene Antiquariat, der Erlös dient der weiteren Finanzierung des Projekts.
Fotos © Ralf Wege
Die Initiative Buchkultur freut sich, daß Peter Sodann zum Abschluß ihrer diesjährigen Vortragsreihe am 13. Oktober 2015 nach Mannheim kommt und das Projekt und seine Motivation in seiner unvergleichlichen Art lebendig werden läßt:
Peter Sodann: ›Die Tangente berührt den Kreis nur in einem Punkt. Die Peter-Sodann-Bibliothek‹
(Marita Hoffmann)

Vortrag: 13. Oktober 2015, 19 Uhr

Bitte den geänderten Veranstaltungsort beachten:
Museum Bassermannhaus, C 4, 9, 68159 Mannheim
Wegen geringer Platzkapazitäten bitten wir um rechtzeitige Anmeldung unter Telefon (0621) 293-3150 oder per E-Mail

Mittwoch, 30. September 2015

Der Sammler auf Reisen: bei Theophil Zwang

Am 27. September 2015 hatte ich Gelegenheit den Meister der Einbandkunst Theophil Zwang und seine Gemahlin, sowie Sohn Stefan im schönen Domizil in Ober-Roden/Rödermark zu besuchen. Es war ein herzliches Treffen, bei dem es viele beeindruckende Einbände zu besichtigen gab. Darunter einige handgeschriebene Bücher, die Theophil Zwang zu persönlichen Anlässen, seiner charmanten Frau Barbara widmete. In Erinnerung blieb mir ein besonders schönes, handgeschriebenes Buch mit Gedichten von Hermann Hesse.
Theophil Zwang, Foto © Michael Eschmann)
Ein ausführliches Porträt über den Buchbinder Theophil Zwang (*1924) erschien von Ute Maria Etzold mit dem Titel „Der Buchbinder Theophil Zwang und Die Gurke“ in den Marginalien 217. Heft/Jahrgang 2015/1. Darin wird ausführlich das Lebenswerk des bedeutenden Buchkünstlers gewürdigt, der viele Jahre als Fachlehrer an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach wirkte.

Montag, 28. September 2015

AdA 5/2015

Das neue Heft Aus dem Antiquariat erscheint in einer Woche. Aus dem Inhalt:
Klaus Körner: Verlagsprogramm: Antifaschismus. Der Röderberg Verlag 1950 bis 1990
Altenhein: J. M. R. Lenz und die Öffentlichkeit
Dirk Heißerer: Der letzte Text. Thomas Mann und Kurt Desch Zeugnisse eines universalen Programms.
Über meine Reclam-Sammlung (Hans-Jochen Marquardt)
Original oder digitale Kopie? Antiquarische Bestandsergänzung und universaler Sammelauftrag in digitalen Zeiten (Petra Feuerstein-Herz)
Wien, Wien, nur du allein. 50 Jahre Antiquar. Erinnerungen (II) (Godebert M. Reiss) 
Katalogbesprechung:
"Hannah verdient sich ihre Brötchen" (Reinhard Klimmt)
Rezensionen:
Habent sua signa libelli. Festschrift Konrad von Rabenau (Brigitte Pfeil)
Reclams Sachlexikon des Buches, dritte Auflage (Herbert Schauer)
Vom Kerbholz zum E-Book (Johannes Salzwedel)
Grabhorn Press 1920 bis 1965 (Holger Pils)
Carsten Scholz über Eduard Wilhelm Tieffenbach (Björn Biester)

Aus dem Antiquariat“ Probe-Abo „3 für 1“ hier bestellen.

Donnerstag, 24. September 2015

Handpressen oder die Kunst handwerklicher Buchgestaltung

Das Besondere des in kleiner Auflage gedruckten Buches findet nach wie vor und nun auch gerade im digitalen Zeitalter erneut Liebhaber. Diese schätzen den visuell-haptischen Eindruck, die Sorgfalt bei der Herstellung, die überlegte Wahl der Materialien und der Schrift. Das sich in Einband, Materialwahl und Ausstattung als ästhetische und inhaltliche Einheit präsentierende Buch vermittelt zwischen Autor, Pressenbetreiber / Gestalter / Künstler und Leser. Es bildet in der bewussten Entscheidung für eine bestimmte Type, Farbigkeit, Layout, Technik und Art der ornamentalen oder bildlichen Ausstattung zugleich auch die Interpretation des jeweils ausgewählten Textes. Das Buch fungiert damit als Kommunikationsmittel zwischen Gestalter und Leser und lädt ein, die Auffassung des Textes und die ästhetische Umsetzung nachzuvollziehen und damit auch über die eigene Stellung zu dem Text zu reflektieren.
Eine Ausstellung der Galerie Handwerk zeigt handwerklich gestaltete Bücher, in denen Typographie und Illustration eine Verbindung eingehen bzw, das Buch allein durch die Schrift gestaltet ist. Der Schwerpunkt der Ausstellung ist so gelegt, dass die vielfältigen Möglichkeiten präsentiert werden, durch Druck ein Buch zu kreieren. Das Ziel dabei ist es, die erstaunliche Breite an Möglichkeiten vorzustellen, die in diesem Bereich zurzeit vorliegt. In Hinblick auf die typographische Gestaltung soll es sich jedoch bevorzugt um solche Bücher handeln, die im Handsatz (Bleisatz) und im Handdruck entstehen.
Unikateinband des "Centaur" von Andreas Bormann, MDE (Berlin),
P.J. Moosbrugger (Pegasus-Presse)
Der Schwerpunkt wird dabei auf der aktuellen Produktion in Deutschland liegen. Die Pirckheimer Dr. Wolfram Benda (Bear Press), Jens Henkel (burgart-presse), Peter Moosbrugger (Pegasus-Presse) und Eckehart SchumacherGebler (Offizin Haag Drugulin) werden ebenso dabei sein wie Christian Ewald (Katzengraben-Presse), Sabine Golde (Carivari), Peter Rensch (Andante Handpresse), sowie Uta Schneider und Ulrike Stoltz (usus). Ergänzend sollen einige Arbeiten bedeutender Pressen aus dem Ausland gezeigt, sowie aus der Zeit um 1900 und der jüngeren Vergangenheit vorgestellt werden.

Ausstellung: 22. Oktober - 21. November 2015

Handwerkskammer für München und Oberbayern
Galerie Handwerk
weitere Informationen durch Klick auf die Abb. des Flyers ...

Menükarte zum Jahrestreffen

Heute brachte die Post die Belegexemplare der Tagungsmappe zum Jahrestreffens für das Archiv der Pirckheimer-Gesellschaft, deren Inhalt hier bereits zum Teil vorgestellt werden konnte.
Damit kann nunmehr auch der Umschlag (aufgeklappt) der originalgraphischen Menükarte gezeigt werden. Diese Algrafie wurde, wie auch die bereits vorgestellte Graphik zum Treffen, ebenfalls von der Dresdener Künstlerin Angela Hampel gestaltet.

Mittwoch, 23. September 2015

Resümee: Pirckheimer-Jahrestreffen und Mitgliederversammlung 2015

Ralph Aepler, Foto: privat
Der 45-jährige Unternehmer Dr. Ralph Aepler aus Mannheim wurde am 18. September durch die Mitgliederversammlung zum Vorsitzenden der Pirckheimer-Gesellschaft gewählt. Er löste damit den Germanisten Ulrich Goerdten ab, der, wie auch die bisherigen Vorstandsmitglieder Ferdinand Puhe, Prof. Dr. Roland R. Berger und Abel Doering, nicht mehr zur Wahl angetreten waren. Neu in den Vorstand wurden für die Mitgliederbetreuung Jutta Osterhof (Berlin), für die Koordinierung der Regionalgruppen Matthias Haberzettl (Augsburg) und für die Öffentlichkeitsarbeit Ralf Wege (Magdeburg) gewählt, wiedergewählt wurde der bisherige Schriftführer Ernst Reif (Reichertshofen) als Schatzmeister.
Begrüßt wurden die Teilnehmer des Jahrestreffens durch den Landrat des Landkreises Meißen im historischen Ratssaal des Meißener Rathauses, in dem auch die Mitgliederversammlung stattfand. Das zentrale Thema des Jahrestreffen war der Besuch der Peter-Sodann-Bibliothek in Staucha.
Tagungsmappe
Für die Unterstützung dieses Anliegens bedankte sich der Organisator des Jahrestreffen Prof. Dr. Peter Arlt beim Landrat Arndt Steinbach u.a. mit folgenden Worten: "... herzlichen Dank! Dieses Entgegenkommen von Ihnen ist sicher nicht allein ein Ausdruck, sich der dringlichen Bitte Peter Sodanns zu entledigen, wie Sie scherzhaft gesagt haben, sondern ein Ausdruck Ihrer großen Achtung für Peter Sodann, für den Theatermann, Buchfreund und Verteidiger kultureller Leistungen der DDR ... und für Ihre Bewunderung seiner Bibliothek in Staucha. Uns ist es ein Ausdruck dafür, dass der Landrat damit rechnet, dass wir als Pirckheimer-Gesellschaft den Aufbau und die Arbeit der Bibliothek unterstützen.
Alle unsere Mitglieder mit unterschiedlicher politischer Einstellung könnten in der allmählichen Vollständigkeit des Bibliothekbestandes, die Möglichkeiten und Beschränkungen der DDR erkennen und sich so der historischen Wahrheit annähern."
Foto © Ralf Parkner
Der Pirckheimer Peter Sodann führte die Teilnehmer durch die Bibliothek. Auf großes Interesse stießen ebenso die Ausstellung mit Werken der Dresdener Malerin und Illustratorin Angela Hampel und das Theaterstück „Speer“ von Esther Vilar, aufgeführt durch Peter Sodann und Schauspielkollegen. Den Festvortrag hielt Elmar Faber, Publizist und ehemaliger Cheflektor und Verlagsleiter bei Edition Leipzig, Direktor des Aufbau-Verlags und Verleger von Faber & Faber. Das traditionelle Festessen mit einer Auktion von Graphiken aus Sammlungen der Mitglieder beendete den offiziellen Teil des Treffens in der Winzergenossenschaft Meißen.
Die Teilnehmer einigten sich darauf, dass das Jahrestreffen 2016 Anfang September in München stattfinden wird.
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Dienstag, 22. September 2015

1 Cent Life

Das unter diesem Titel veröffentlichte opulente Malerbuch des chinesisch-amerikanischen Künstlers Walasse Ting (1929 Shanghai – 2010 New York) war Teil der im August beendeten Ausstellung YESTERDAY – Die Sixties in Buch und Schrift. In diesem Buch, entstanden anfangs der 60er Jahre als Kunstprojekt, sind Grafiken von 27 Künstlern zusammengefügt zu einem facettenreichen Werk, das die unterschiedlichen Kunstrichtungen der Zeit eindrücklich aufzuzeigen vermag. Alle 62 Lithografien – von so bekannten Künstlern wie Antonio Saura, Robert Indiana, Andy Warhol, Robert Rauschenberg, Roy Lichtenstein, um nur wenige zu nennen – konnten in der Ausstellung und auch in der sie begleitenden Katalogbox nicht ausdrücklich berücksichtigt werden, sind aber außerordentlich sehenswert. Nina Mößle, wissenschaftliche Volontärin des Museums, wird das Vorstellen und Blättern als kleine Reminiszenz zur viel beachteten Ausstellung in der Veranstaltung "Buch des Monats" übernehmen. 

2. Oktober 2015, 14 Uhr
Eintritt: 4 Euro, Mitglieder: 2 Euro


è Klingspor Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

7. Altonaer Büchertage

Die Veranstalter Antiquariat Atlas und Antiquariat Jutta Hünteler laden herzlich zu den 7. Antiquarischen Büchertagen im Altonaer Museum zum Stöbern, Kaufen und zum Kultur und Geschichte erleben ein!

20 Antiquare aus Hamburg und Norddeutschland werden ein reiches Angebot an illustrierten und bibliophilen Büchern, an Kinder-und Märchenbüchern, Büchern zu Literatur, Kunst und Architektur, Kulturgeschichte, Reisen und Landeskunde, zu Naturwissenschaften und Technik sowie an Zeichnungen, druckgraphischen Blättern und Autographen präsentieren. Ein Schwerpunkt dieser Verkaufsausstellung wird zudem das Thema »Die Photographie im Buch« sein, parallel zu den Veranstaltungen des Museums zur Triennale der Photographie in Hamburg.

Messe: 31. Oktober und 1. November 2015 

Altonaer Museum
Museumstraße 23
22765 Hamburg