Sonntag, 15. Juni 2014

Vertrieben aus dem Haus der Sprache?

Gestern wurde es richtig literarisch in der Ausstellung "Deutsche Freiheitsbibliothek". Die Veranstaltung „Vertrieben aus dem Haus der Sprache? Stefan Zweig und Franz Werfel“ - eine Idee des Mannheimer Hochschulpfarrers Jürgen Weber - ist eine Hommage an die beiden Literaten Zweig und Werfel.
Die tiefe Verbundenheit Weber's zu diesen beiden Schriftstellern war den ganzen Abend spürbar. Die "Textausschnitte" wurden hervorragend von der beliebten Schauspielerin Helga Grimme, bekannt aus großen Rollen am Nationaltheater Mannheim, Stuttgart und München, vorgetragen.
Neben diesem sehr emotional geprägten Aspekt wurde der Hintergrund von Zweig und Werfel und deren Sprache von "der Dritten im Bunde" Frau Prof. Dr. Deborah Kämper in gewohnt exzellenter Weise komplettiert. Wieder einmal können wir sagen, dass es Frau Kämper gelungen ist, mit ihren Ausführungen zu einem wesentlich besseren Text- und Sprachverständnis beigetragen zu haben.
Die Veranstaltung der Initiative Buchkultur war sehr gut besucht. Man kann stolz stolz sein, inzwischen ein Stammpublikum bei den Veranstaltungen begrüßen dürfen.
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Zum Ende der Ausstellung im Stadtmuseum in Ludwigshafen anlässlich des 80. Jahrestages der Deutschen Freiheitsbibliothek schlug die Initiative Buchkultur heute die Brücke in die Gegenwart. Musikalisch wurden die Teilnehmer heute erneut von Frau Maren Duncker am Fagott verwöhnt. Referent war Herr Andreas Marquet von der Walter A. Berendsohn Forschungsstelle für deutsche Exilliteratur der Hamburger Universität.
Viele Leerstellen aber kaum Lehrstellen - so kann das Fazit seines Vortrages und auch das der Aktivitäten der Initiative Buchkultur zu dem Thema Exil lauten. Es gibt noch viel zu forschen und damit zu entdecken, aber das Interesse hält sich in der breiten Gesellschaft in sehr engen Grenzen. Manchmal bekommt man das beklemmende Gefühl in Deutschland, es gibt noch viele Menschen mit einem schlechten Gewissen, die glauben mit Ignoranz dem Thema des Exils in der Nazizeit adäquater zu begegnen als mit der aktiven Auseinandersetzung. Herr Marquet stellte die Exilforschung von ihren Anfängen bis heute dar.
Dabei stellte er sich souverän dem kritisch-nachfragenden Publikum. Wir wünschen ihm mehr Aufmerksamkeit und Mittel für diese Themen.
Anschließend boten die Kuratoren den Anwesenden eine letzte Führung durch die Ausstellung
Die Initiative Buchkultur hat ihr Ziel, die in Vergessenheit geratene Deutsche Freiheitsbibliothek und ihren 80. Jahrestag gebührend zu begehen, erreicht. Die hochkarätigen Referenten waren allesamt mit dem Herzen dabei und der Dank und die Anerkennung des Publikums ist Ihnen sicher. Anstatt Einzelne hervorzuheben, möchten wir an dieser Stelle auf die weiteren Veranstaltungen im Schillerhaus in Oggersheim verweisen.
(Dr. Ralph Aepler)

19. Juni 2014 Heinrich Heine. Poet – Kritiker – Jude
Vortrag Prof. Dr. Hans Otto Horch (Niederzier)

13. Juli 2014 „Ist das der blaue Himmel, den ich kannte?” Khalil Rostamkhani
Das Writers-in-Exile Programm des 
Deutschen PEN-Zentrums.

Franziska Sperr (Starnberg), Vizepräsidentin des PEN-Zentrums Deutschland

20. Juli 2014 Finissage Heine-Ausstellung
Deutschland. Ein Wintermärchen.
 Performance Hans-Karsten Raecke (Rheinsberg)

Ehrung für Bibliophilen und Graphikfreunde

Aus Anlass des 50jährigen Bestehens dieser Vereinigung überreicht der Bürgermeister Magdeburgs Dr. Rüdiger Koch die Stadtplakette in Bronze an den Vorstand der Bibliophilen und Grafikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt e. V. „Willibald Pirckheimer“. Der stellv. Vorsitzende Dr. Peter Labuhn und der Schriftsteller Manfred Jendryschik halten Festvorträge.
Der Kulturbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg Dr. Koch überreicht dem
Vorsitzenden Helmut Heinrich die Stadtplakette Magdeburgs in Bronze
Foto © Dr. Beate Labuhn
Im Oktober 1964 fanden sich Graphikfreunde des Bezirks Magdeburg zum „Graphikkreis Magdeburg im Kulturbund der DDR“ zusammen und wurden 1973 als Regionalgruppe Magdeburg in die bereits seit 1956 beim Kulturbund der DDR bestehende Pirckheimer-Gesellschaft aufgenommen. 1989, als mit dem Ende der DDR auch das Überleben der Pirckheimer-Gesellschaft gefährdet war, trennte sich diese Regionalgruppe von der Muttergesellschaft, beschloss 1994 ihre Neugründung als Bibliophilen und Graphikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt e.V. „Willibald Pirckheimer“ und fand ihre neue Heimat im 2005 gegründeten Verein Literaturhaus Magdeburg. Genau wie die inzwischen im gesamten deutschsprachigen Raum wieder erstarkte Pirckheimer-Gesellschaft pflegen die "Magdeburger Pirckheimer", allerdings begrenzt auf das Bundesland Sachsen-Anhalt, die Buchkultur, die Förderung des Sammelns und Erschließens von Büchern und Werken der graphischen Künste und organisieren den Austausch mit Interessierten über die gemeinsame Liebe zu Büchern und Graphiken.
Seit 1996 wird die Stadtplakette der Landeshauptstadt Magdeburg an Firmen, Körperschaften, Verbände und andere Einrichtungen, die ihren Sitz in Magdeburg haben, vergeben - in Bronze bei 50jährigen, in Silber bei 75jährigen Jubiläen und in Gold, wenn diese seit mindestens 100 Jahren besteht.
2010 gab der Magdeburger Designer Ernst Albrecht Fiedler der Plakette ihr heutiges Design mit einer Sicht auf das Rathaus und die Johanneskirche.

Samstag, 14. Juni 2014

Bertha von Suttner - Die Waffen nieder!

Die Initiative Buchkultur hatte am 13. Juni anläßlich der Ausstellung "Deutsche Freiheitsbibliothek" in Ludwigshafen zum Vortrag über Bertha von Suttner geladen und das Publikum erschien zahlreich, um mehr über diese beeindruckende Frau von der Referentin Katrin Kirchner zu erfahren.

 
Ungewöhnlich baute die Referentin ihren Spannungsbogen vom Flugzeug bis zum Friedensnobelpreis auf und bannte damit das Publikum.
Bertha von Suttner war die erste Frau, welche den Friedensnobelpreis erhielt, aber wer weiß schon, dass sie es war, die Alfred Nobel inspirierte, diesen Preis zu stiften. Sie zog es jedoch vor, eben nicht diesen Alfred Nobel, sondern gegen alle Konventionen ihrer Zeit einen jüngeren Mann, Arthur von Suttner zu heiraten. Mit ihm verband sie zeitlebens ihr Friedenswille und ihr Glaube an den technischen Fortschritt.
Das Buch "Die Waffen nieder", dessen Erstauflage 1889 in Dresden erschien, ist das bekannteste, aber nur eines von vielen Werken dieser beindruckenden Frau. Auch das Buch wurde von den Nazi's 1933 verbrannt und verboten.
Katrin Kirchner ist es in exzellenter Weise gelungen, die interessante Lebensgeschichte der Bertha von Suttner vor den Besuchern im Stadtmuseum lebendig werden zu lassen. Herzlichen Dank an die Referentin!
(Dr. Ralph Aepler)

Freitag, 13. Juni 2014

Meine Empfehlung - lesenswert, sofort bestellen ...

Am 22. Mai las ich, dass unser Pirckheimer Freund Harald Kugler ein Buch: „Der Bibliophilen-Abend – Erzählung für Bücherfreunde“ veröffentlicht hat, welches ich natürlich gleich bestellt habe.
Neun, stilistisch sehr unterschiedliche, Erzählungen sind in diesem Buch vereint und haben inhaltlich unser Liebstes, das Buch, zum Gegenstand – was auch sonst!
Zuerst die Buchgestaltung – trotz „on demand“ sehr gut gemacht. Natürlich wünscht sich der Sammler immer besseres Papier, einen Schutzumschlag, … aber sich ökonomischen Zwängen zu verschließen, wäre töricht! Die 28 Euro sind gut investiert und aufgrund der geringen Auflage von 100 Exemplaren wird diesem Buch wohl das Schicksal erspart bleiben, zu einem bescheidenen antiquarischen Preis „verramscht“ zu werden. Signiert und nummeriert ist selbstverständlich auch.
Die Lektüre vollzieht schnell und flüssig. Der Autor baut Spannungsbögen auf und man fällt drauf rein, wenn man denkt, man wüsste wie es weiter geht – nein doch Überraschung, die Liebenden kommen nicht zusammen und die vermutete Vaterschaft existiert am Ende doch nicht. Kuglers Schreibstil würde ich als inspirierend und anregend beschreiben, seine Figuren erzählen detailreich über bestimmte Ausgaben, deren Entstehung und Geschichte. Das regt an, sich selbst auf die Suche nach der einen oder anderen Ausgabe zu begeben. Für mich persönlich ist die Erzählung am besten gelungen, in welcher alte Bücher ihre eigene Geschichte preisgeben. Welchen Weg sie so durch die Jahrhunderte gegangen sind und was sie auf ihrem Weg erlebt haben. Mal eine ganz andere, neue Perspektive!
Meine Empfehlung – lesenwert, sofort bestellen – und ich drücke dem Buch die Daumen, dass es die 2. Auflage schafft.
Als Jahresgabe unserer Gesellschaft ist dieses Buch sicherlich mehr als eine Überlegung wert! Es wäre ein Beleg dafür, dass wir tatsächlich die aktivste Bibliophile Vereinigung Deutschlands sind!
(Dr. Ralph Aepler, Mannheim)

Donnerstag, 12. Juni 2014

Unangepasst - Der eigene Weg

Hallesche Malerei 1945 - 1960

Hahs, Crodel, Bachmann, Bunge, Kitzel, Knispel, Rübbert, Seidel, Sitte

Willi Sitte - Die guten und die bösen Harpien, 1956, Öl auf Karton, 55 x 61

Als mit dem Ende des Krieges und dem Untergang der braunen Machthaber neue Hoffnung aufkam, die geschmähte Kunst wieder in geistiger Freiheit und Autonomie auszuüben, formierte sich in Halle um die Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein ein Kreis bewährter Persönlichkeiten und nachstrebender Talente mit hohem schöpferischem Potential und individueller Kreativität. Die von den Nazis vertriebenen Lehrer Hahs und Crodel nahmen ihre Ämter wieder auf, repräsentierten beste Maltraditionen der klassischen Moderne zwischen subtiler Koloristik, feinsinniger Dekorativität und beherrschter Abstraktion und begeisterten die Jüngeren. Bunge, Knispel, Rübbert und Sitte hatten schon vor 1945 studiert, wurden nun aber auch maßgeblich vom jungen Autodidakten Bachmann zu einem künstlerischen Neubeginn und einer sich zunehmend gemeinschaftlich ausprägenden Bildsprache inspiriert. Hinzu kamen einige Jüngere, die nun an der Burg studierten, hier vertreten von Kitzel und Seidel. Über die frühen 50er Jahre trugen sie dazu bei, daß sich die Hallesche Malerei auf unverwechselbar eigenständige Weise zur Geltung brachte und sich von anderen deutschen Kunstzentren abhob.
Am Anfang steht dabei das 1945/46 entstandene frühe Schlüsselbild der Ausnahmebegabung Bachmann, in dem er gleich Hofer und Strempel dem vom Krieg bestimmten persönlichen Schicksal eine gleichnishafte Bildgestalt mit expressiver Eindringlichkeit verlieh. Später gewann das charakteristische Hallesche Grau sinnbildhafte Bedeutung als Reflex auf das triste Nachkriegsleben in den geschundenen Städten. Zirkusleute, Harlekine und Gaukler geistern durch die surreal anmutenden Bildwelten.
Doch die Zuversicht auf den Fortgang des unangepassten eigenen künstlerischen Weges, frei von doktrinärer Gängelung, war bald gebrochen. Die parteipolitisch inszenierte „Ahrenshooper Bilderschelte“ traf exemplarisch Ulrich Knispel, der 1951 in Halle als Dozent für das Grundlagenstudium erstes Opfer der rigiden und diffamierenden Formalismuskampagne wurde. Damit wurde die Zukunft zu Grabe getragen. Der vielversprechende Ansatz zu einer selbstbestimmten Malerei, traditionsbewußt und zeitkonform gleichermaßen, wurde von einer irrigen, stalinistischen Kulturpolitik erstickt. Der erneut vertriebene Lehrer Erwin Hahs zog sich in die innere Emigration nach Zernsdorf zurück. Und für viele andere blieb nur der ungewollte, schmerzliche Ausweg in den Westen und damit auch der erzwungene Verlust ihrer künstlerischen Heimat.
(Joachim Pohl)

Ausstellung 17. Juni bis 4. Juli
und 25. August bis 12. September 2014

 è Galerie Joachim Pohl
Wollankstraße 112a
13187 Berlin-Pankow

Eine prominente Stimme im Chor der Vertriebenen

© Die Rheinpfalz (in Nr. 130 vom 6. Juni 2014)

Mittwoch, 11. Juni 2014

2014 kein Bücherbummel auf der Kö

Bücherbummel auf der Kö findet aufgrund der Sturmschäden nicht statt! Ich teile dies auf diesem Wege mit, um eventuell Kollegen zu erreichen, welche in den Startlöchern sitzen um ihre Ware zu ihrem Zelt auf die Kö zu bringen!
Enttäuscht grüßt Arnold Pascher

Dienstag, 10. Juni 2014

"Die Deutsche Freiheitsbibliothek" in Ludwigshafen

Die Ausstellung der Initiative Buchkultur über die Deutsche Freiheitsbibliothek ist in Ludwigshafen noch bis Sonntag, den 15. Juni 2014, 17 Uhr, zu sehen. Nutzen Sie die Gelegenheit, diese einmalige Zusammenstellung anzuschauen: seltene illustrierte Ausgaben und ebenso seltene illegale Bücher und Zeitschriften, die unter dem Nationalsozialismus verboten, verbrannt und deren Verfasser verfolgt und – wenn sie nicht rechtzeitig entkommen konnten – ermordet wurden.
(Marita Hoffmann)
Zum Ende der Ausstellung wird es noch drei spannende und sehr unterschiedlichen Veranstaltungen geben:

Freitag, 13. Juni 2014, 19 Uhr
›Bertha von Suttner: Die Waffen nieder!‹
Vortrag von Katrin Kirchner

Samstag, 14. Juni 2014, 19 Uhr
›Vertrieben aus dem Haus der Sprache? Stefan Zweig und Franz Werfel‹
Podiumsgespräch, Vortrag, Lesung mit Helga Grimme, Prof. Dr. Deborah Kämper und Jürgen Weber

Sonntag, 15. Juni 2014, 11 Uhr
›Exilforschung von den Anfängen bis heute‹
Vortrag von Andreas Marquet (Walter A. Berendsohn Forschungsstelle für deutsche Exilliteratur Hamburg)

Stadtmuseum Ludwigshafen
Im Rathauscenter, Rathausplatz 20
67059 Ludwigshafen

Die Ausstellung ›Mit Heine im Exil‹ im Schillerhaus Oggersheim ist noch bis zum 20. Juli 2014 zu sehen.

Halgund Sedlak-Otto

Mit ihrer Sommerausstellung unternimmt die Neuhausert Kunstmühle nun nach bereits zwei Ausstellungen einen weiteren Versuch, der Malerei von Halgund Sedlak-Otto jene Aufmerksamkeit zu verschaffen, die ihrem künstlerischen Rang entspricht. Dass sie, die weitgehend unbemerkt in Salzburg lebt, durch ihr Schicksal daran gehindert ist, sich selbst laut und bunt zu vermarkten, macht unsere Aufgabe der Kunstvermittlung umso wichtiger. In den vergangenen Monaten haben wir eine Vielzahl von älteren und neueren Arbeiten in Zusammenarbeit mit der Künstlerin neu gerahmt und versucht, diese fragilen Bildwelten so zu zeigen, wie es dem verwendeten Material am besten entspricht. Zu dieser weiteren Ausstellung hat uns vor allem auch die Reaktion des Publikums in Berlin ermutigt, wo wir die Arbeiten der Künstlerin 2013 im Rahmen unserer Ausstellung „5 für Berlin" gezeigt haben: niemand kannte sie dort, aber ihre Kunst hat dort Verständnis und größte Wertschätzung gefunden.
(Elisabeth & Nikolaus Topic-Matutin)
 
Vernisage: 27. Juni 2014, 19:30 Uhr, die Künstlerin ist anwesend.
Führung durch Frau Dr. Margit Zuckriegl durch die Ausstellung: 29. Juni 2014, 11.00 Uhr
Ausstelung: 21. März bis 13. Juni 2014


è Neuhauser Kunstmühle
Mühlstr. 5a
5023 Salzburg

Sonntag, 8. Juni 2014

Bücherbummel auf der KÖ

Bereits zum 29. Mal lädt Düsseldorf zum Bücherbummel ein. Über 100 Buchhandlungen, Antiquariate, Verlage, kulturelle Institute und Institutionen werden sich entlang des KÖ-Grabens präsentieren. Daneben gibt es ein zwei Lesezelte, eines für Kinder, und ein Forum für junge und regionale Autoren. In der Westdeutschen Zeitung finden sich einige Fotoimpressionen aus dem Jahr 2011.
Der Bücherbummel wird am Donnerstag, dem 12. Juni um 11.30 Uhr eröffnet. Dabei wird die „Goldene Bücherstütze“ vergeben, eine Bronzestatue, die seit den Anfängen des Bücherbummels an Persönlichkeiten verliehen wird, welche sich für diese Literaturveranstaltung verdient gemacht haben. 
Der Bücherbummel auf der KÖ ist gleichzeitig das Herzstück der seit 2011 stattfindenden zweiwöchigen Veranstaltungsreihe „Düsseldorfer Literaturtage“ welche in diesem Jahr vom 11. bis 22. Juni stattfindet. Die Düsseldorfer Literaturtage bestehen aus literarischen Veranstaltungen mit internationalen, nationalen und regionalen Autoren und Künstlern mit über einhundert Programmpunkten.

12. bis 15 Juni 2014

11. Juni 2014: Bücherbummel auf der Kö findet aufgrund der Sturmschäden nicht statt!

Freitag, 6. Juni 2014

Katharina Hesse zur Zukunft des Buches

In der Frankfurter Rundschau beantwortete Katharina Hesse, Geschäftsführerin der Stiftung Buchkunst, anläßlich der Vorstellung der 25 „Schönsten deutschen Bücher“ 2014 Fragen zum "Schönen Buch", äußerte sich zu der Bedeutung des Haptischen in der digitalen Welt, der Nützlichkeit von Schlichtheit, den Vorteile von Printmedien und der Zukunft des Buches. Als Fazit ihrer Anmerkungen steht die Antwort auf die Frage nach der Zukunft des Buches: "Ich verteufle nichts, aber ich kenne eben doch auch niemanden, der sagen würde: Ich lese nie wieder ein gedrucktes Buch."

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Die schönsten deutschen Bücher 2014

In einem Wettbewerb wurden aus 803 eingereichten Titeln die 25 »Schönsten deutschen Bücher« des Jahres 2014 gekürt. In den Kategorien »Allgemeine Literatur«, »Wissenschaftliche Bücher, Schulbücher, Lehrbücher«, »Ratgeber, Sachbücher«, »Kunstbücher, Fotobücher, Ausstellungskataloge« und »Kinderbücher, Jugendbücher« wurden jeweils fünf Titel für vorbildliche Gestaltung, Konzeption und Verarbeitung ausgzeichnet. Darunter auch der als Jahresgabe der Maximilan-Gesellschaft ausgereichten Titel "Die Welt in Leipzig. BUGRA 1914". Außerdem wurden aus insgesamt 171 Einsendungen drei Titel mit dem »Förderpreis für junge Buchgestaltung« prämiert.
Am 4. September 2014 wird aus den 25 ausgezeichneten Titeln nochmals einer gewählt, der den »Preis der Stiftung Buchkunst« erhält. Dieser wird in einem Festakt im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main bekannt gegeben und verliehen.
Die prämierten Titel werden demnächst in vielen Ausstellungen, auf Buchmessen sowie im Buchhandel präsentiert, u. a. in Dortmund vom 11. bis 27. September 2014, in Berlin vom 25. September bis 18. Oktober 2014 und in Hamburg vom 05. bis 27. September 2014.

Donnerstag, 5. Juni 2014

fliegt schnell laut summend

Dagmar Dimitroff am Schlagzeug, "Die Tödliche Doris" (1982)
Der Anlass einer Ausstellung in der Berliner Galerie KN unter diesem Titel ist die Veröffentlichung von mimas atlas # 16 „Die Tödliche Doris – Interviews“ im Hybriden-Verlag. Diese Audio-Edition enthält seltene, teils unveröffentlichte Tondokumente, Texte und Fotos von und mit Dagmar Dimitroff, Nikolaus Utermöhlen, Wolfgang und Max Müller aus dem Jahr 1981 - 1982.
Die Galerie KN liegt genau zwischen Risiko, Anderes Ufer, Penny Lane Frisörladen und dem Merve-Verlag – zentralen Spielstätten von Wolfgang Müllers Kultreader „Subkultur Westberlin 1979 – 1989 Freizeit“.
Umfangreichere Informationen zur von Jana Nowack kuratierten Ausstellung und zu "Die Tödliche Doris" im Blog Daten-Messie.
(Hartmut Andryczuk)

Ausstellungseröffnung und Book-Release: 6. Juni 2014, 18 Uhr
Ausstellung: 7. Juni bis 11. Juli 2014

mimas atlas # 16
Auflage: 100, Preis: 50.- Euro
Mit einer Originalzeichnung von Wolfgang Müller
Fotografien: Anno Dittmer, Videos von Adi Schroeder
Hybriden-Verlag

Galerie KN
Willmanndamm 16
10827 Berlin (Schöneberg)
U-Bhf. Kleistpark

Mittwoch, 4. Juni 2014

Tabor Presse Berlin


 
Es gibt ein Video über die Tabor-Presse und endlich ist sie auch bei facebook und youtube. Schlussendlich aber stehen sie immer noch an ihren Maschinen, drucken Lithografien, Holz- und Linolschnitte und diskutieren über Farbtöne und Lavuren. Dabei entstehen dann so umfangreiche Portfolios, wie die Mappe „Musik“ mit 27 Grafiken von Johannes Grützke und im Moment der neue Grafikkalender für das Jahr 2015. Die Blätter von Katharina Ziemke, Franziska Schaum, Malte Kebbel, Thomas Hornemann, Mathias Wild und Fritz Bornstück sind gedruckt, die Grafiken von Elvira Bach und Detlef Waschkau werden gerade angedruckt. Für das Bonusblatt des Kalenders 2015 konnten wir Hans Scheib gewinnen.
Noch bis zum 6. Juli läuft eine sehr sehenswerte Ausstellung mit Arbeiten von ihm in der Galerie Parterre Berlin, Danziger Straße 101. Natürlich kann man den Kalender auch schon bestellen und sich eine niedrige Nummer sichern, wobei die ersten 5 bereits vergeben sind. Der Preis ist etwas höher als im letzten Jahr. 400 Euro für 12 Originalgrafiken, handsigniert und nummeriert sind aber immer noch konkurrenzlos günstig.
(Jan Pelkofer, Paul Klös und Klaus Büscher)

è Tabor Presse Berlin
Taborstr.22
10997 Berlin

Alfred Kantorowicz

Die Initiative Buchkultur zeigt am kommenden Freitag im Rahmen des noch bis zum 15. Juni 2014 laufenden Programms zur Deutschen Freiheitsbibliothek den 1968 beim WDR produzierten Dokumentarfilm „O gäb’ es eine Fahne” über den Lebensweg des Alfred Kantorowicz.
Für diesen Film kehrte Alfred Kantorowicz gemeinsam mit dem Filmemacher – seinem Freund Ralph Giordano – an Stationen des Exils zurück, in das er als Jude und Kommunist von den Nazis getrieben worden war: Paris, Südfrankreich, New York.
Ernüchtert muß er Jahre nach seiner Rückkehr nach Deutschland feststellen, daß das deutsche Volk zu großen Teilen bereitwillig die Nationalsozialisten unterstützt hat und es das neue Deutschland nicht gibt. Er findet weder im Osten noch ab 1957 im Westen eine Heimat. Sein zweites Exil endet schließlich in Hamburg.
(Marita Hoffmann)
 
Dokumentarfilm: 6. Juni 2014, 19 Uhr
 
Stadtmuseum Ludwigshafen
Im Rathauscenter
Rathausplatz 20, 67059 Ludwigshafen

Dienstag, 3. Juni 2014

Ortstermin 2014 - Das Video MOA


 
Zum Ortstermin 2014 des Berliner Kunstvereins Tiergarten zum Thema Revolution wurde die Aktion des Pirckheimers Michael Ley in einem gut 20minütigem Video dokumentiert. Weitere Videos zu miley-berlin finden sich auf youtube.

Montag, 2. Juni 2014

Herzlichen Glückwunsch zum 60sten

Originalgraphik - Linolschnitt von Gerhard Lahr, 2007
Klaus-Jürgen Tischer, aktiver Pirckheimer seit 30 Jahren aus Lutherstadt Wittenberg, feiert heute seinen sechszigsten Geburtstag - Herzlichen Glückwunsch!
Vor 5 Jahren konnte an dieser Stelle über eine Sonderausstellung aus seiner Sammlung im Cranach-Haus berichtet werden, in welcher er zirka 300 Buchzeichen zu verschiedenen Themen, Exlibrisliteratur und Mappenwerke vorstellte. Schwerpunkte dieser Exposition waren Eigenexlibris des Sammlers und solche zum Thema Lucas Cranach und Martin Luther. Darüber hinaus hat Klaus-Jürgen Tischer eine umfangreiche und interessante Sammlung mit bibliophilen Büchern des 20. Jahrhunderts, vom Insel und Georg Müller Verlag, zum Buchwesen und Erotika aufgebaut.

Sonntag, 1. Juni 2014

Heinrich Heine im Schillerhaus Oggersheim

So wünscht man es sich als Veranstalter, tolles Wetter, ein überfülltes Haus und einen hervorragenden Referenten. Die Initiative Buchkultur hatten heute alles!!!
Prof. Dr. Kruse oder sollte man sagen Prof. Heine? Man könnte es mit Fug und Recht so formulieren. Prof. Dr. Kruse lebt seinen Heine und steckte uns heute alle mit seiner Begeisterung an. So gekonnt kann nur ein Könner seines Faches durch ein Kapitel deutscher und französischer Literatur- und Kulturgeschichte wandeln, Bogen schlagen, Anekdoten und eben die kleinen interessanten Dinge des Lebens in den großen Kontext setzen. Die Stunde war um und es fühlte sich wie der Moment an, der nie vergehen sollte. Wir sind uns sicher, dass viele unserer heutigen Gäste den Heine mal wieder zur Hand nehmen und versuchen werden, das eine oder andere von Heine neu zu entdecken.
Die Initiative Buchkultur bedankt sich bei den Mitstreitern des Schillerhauses in Oggersheim für die perfekte Organisation und die Unterstützung. Dank der liebenswerten Frau Göbel hat der Aufbau und die Eröffnung reibungslos funktioniert. Herzlichen Dank!
Für die Ausstellung im Rahmen der Würdigung der "Deutschen Freiheitsbibliothek" werden für Schulklassen und Gruppen gesonderte Führungen angeboten.
(Dr. Ralph Aepler)
 
Ausstellung: 1. Juni bis 20. Juli 2014
 
è Schillerhaus Oggersheim
Schillerstraße 6
67071 Ludwigshafen

Ballade vom toten Soldaten

Abb.: Buchhandlung am Obstmarkt
Ein Brief Bertolt Brechts, den dieser am 18. Dezember 1917 aus München an seinen Freund Caspar Neher geschrieben hat, der sich als Soldat im Weltkrieg befand, ist nach Augsburg zurückgekehrt, auf einer Auktion erworben von Kurt Idrizovic. Jürgen Hillesheim, Leiter der Augsburger Brecht-Forschungsstelle erläutert: “Caspar Neher ..., von Beginn an als Freiwilliger an den Fronten des ersten Weltkriegs und bis zum Kriegsende im Einsatz, ist gerade auf Fronturlaub. Er hatte am 17. April 1917 ein traumatisches Erlebnis, indem er im Fronteinsatz verschütte wurde, aber verletzt geboren werden konnte, kurzen Genesungsurlaub hatte, aber im August 1917 wieder zurück zur Front musste. Das ist Anstoß und zugleich das Grundmotiv zu Brechts berühmter Legende vom toten Soldaten", die zuerst als Ballade vom toten Soldaten erschien und seine Haltung zu dem Krieg klarstellt, dessen Beginn nunmehr 100 Jahre zurückliegt. Brecht schreibt in seinem Brief an Neher: Als versehrter Soldat reihte Neher sich wieder ein in jenen „verzweifelt-komischen, ausgespülten Haufen von Männern, die die Beine von sich strecken“.

... weitere Informationen

Wörter in Ihrer Zeit

"Es muss sich um wahrlich Interessierte handeln, welche an einem sehr schönen Samstag Nachmittag um 17 Uhr in das Stadtmuseum kommen, um sich einen Vortrag anzuhören" so eröffnete die Referentin, Frau Prof. Dr. Deborah Kämper, ihren Vortrag vor der Initiative Buchkultur im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Deutsche Freiheitsbibliothek". Natürlich hat sie damit Recht. Aber wir halten ihr entgegen, zugkräftig war das Thema und dessen Umsetzung!
"Wörter in Ihrer Zeit" so lautete der Titel der gestrigen Veranstaltung. Frau Prof. Dr. Kämper lud ein zu einer interessanten Reise durch Wörterbücher und Enzyklopädien. Auf dieser Reise betrachteten wir Wörter wie Bücherverbrennung, Freiheit, Terror und Emigration. Die sehr heterogenen Darstellungsweisen dieser Wörter in dem jeweiligen historischen Kontext entlockte dem zahlreich erschienen Publikum nicht nur einmal ein Erstaunen oder ein überraschendes Lachen.
Die anschließenden regen Gespräche der Zuschauer waren uns mal wieder ein Beleg dafür, den Nerv richtig getroffen zu haben. Nach über zwei Stunden klang dieser Nachmittag im Café Arago aus.
(Dr. Ralph Aepler)