Montag, 13. Mai 2013

Ach, es ist so hübsch, so hübsch, zu leben

Robert Walser - Ein Schweizer Schriftsteller in Berlin
Roland Templin (stehend) und Bernd Illigner, Foto © Abel Doering
Dieser Ausspruch von Robert Walser, am Beginn dessen Schaffens in Berlin stehend, diente dem Referenten Roland Templin vor dem Berliner Bibliophilen Abend in der Villa Oppenheim als Motto für die umfassende Darstellung des Schaffens von Robert Walser in der Zeit vornehmlich von 1905 bis 1913. Diese Jahre verbrachte er mit seinem Bruder Karl Walser in Berlin, der dort bereits als Maler, Buchgrafiker und Bühnenbildner lebte und der ihm, der bereits mit Frank Wedekind, Max Dauthendey und Otto Julius Bierbaum bekannt war, Zugang zu den Berliner Literaten-, Verleger- und Theaterkreisen eröffnete. In seiner Berliner Zeit entstanden nicht nur Walsers Romane Geschwister Tanner, Der Gehülfe und Jakob von Gunten, sondern auch zahlreiche, in großen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlichte Prosastücke, die ihm die Anerkennung z.B. sowohl von Kafka, als auch von Tucholsky einbrachten.
Roland Templin, der dem BBA bereits von mehreren Vorträgen bekannt ist, die zu den unterschiedlichsten Themen doch immer wieder mit seinem Interesse an Tucholsky zusammenhängen, konnte wieder umfangreich seltene und interessante Stücke seiner Sammlung zum Thema präsentieren.

Freitag, 10. Mai 2013

Gedenken an die Bücherverbrennung

In Berlin fanden sich heute gemeinsam mit hunderten anderer einige Pirckheimer auf dem Bebelplatz vor der Humboldt-Universität ein, um einem "Lesen gegen das Vergessen" zum Gedenken an den 80sten Jahrestag der Büchervebrennung beizuwohnen. Prominente Stimmen, wie Daniela Dahn, Dieter Mann, Gisela May, Gregor Gysi und viele andere lasen aus den Publikationen der Autoren, deren Bücher nicht nur in Berlin, sondern auch in fast zwei Dutzend weiterer Deutscher Städte in Rauch aufgingen. "Es war widerlich", lautet die zeitlose und unbestittene Einschätzung des damals anwesenden Erich Kästner, dessen Bücher auf dem Scheiterhaufen landeten. Beeindruckend an der heutigen Veranstaltung war vor allem der Auftritt der 102jährigen Schriftstellerin Elfriede Brüning, die als junge Frau selbst Zeugin dieses unwürdigen Ereignisses war.
Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, seinerzeit nicht unbeteiligt am 10. Mai 1933, nutzte eine Veranstaltung zum 80. Jahrestag der Bücherverbrennung, um auf das Schicksal heutiger Schriftsteller und Künstler aufmerksam zu machen und rief mit einen Aufruf zur Solidarität mit dem unter Zensur stehenden chinesischen Schriftsteller Li Bifeng auf.

Alfred Ehrhardt (1901 - 1984)

Gemälde, Zeichnungen und Grafik 1927 - 1931
 
Alfred Ehrhardts Landschaftsaufnahmen vom Watt, von der Kurischen Nehrung oder von Island sind als wertvolle und seltene Sammlerstücke bekannt, dass Ehrhardt ursprünglich Musiker, Maler und Kunstpädagoge war, bevor er 1933 von den Nationalsozialisten wegen zu moderner Kunstauffassung entlassen wurde, dagegen kaum.
Malerei, Grafik sowie Zeichnungen spielten in bisherigen Ausstellungen von Alfred Ehrhardts Werk bisher nur eine marginale Rolle und wurden nicht publiziert.
Erstmals in Thüringen sollen nun in der Ausstellung unseres Mitglieds Museum Schloß Burgk nahezu alle Gemälde, Zeichnungen und grafischen Arbeiten Alfred Ehrhardts des 1901 in Triptis geborenen Künstlers ausgestellt werden.
 
Ausstellung: 11. Mai bis 11. August 2013
 
Museum Schloss Burgk
07907 Burgk/Saale

Dienstag, 7. Mai 2013

... nur für eines Augenblickes Dauer ...

Vier Künstlerinnen, die sich im Bereich der Schriftkunst und Installation, oder im Künstlerbuch hervorgetan haben, schufen eigens für diese Ausstellung Inszenierungen, die betitelt wurde nach einer Zeile aus Hermann Hesses Gedicht „Was der Wind in den Sand geschrieben“.
Tanja Leonhardt, Groß Gerau, lotet die vielfältigen Möglichkeiten von Schrift aus. Ausgebildet bei Pamela Stokes, hat sie die angestammten Felder der Kalligraphie verlassen und beschäftigt sich mit Bestand und Veränderlichkeit von Schrift, sie experimentiert mit ungewöhnlichen Materialien und Schreibwerkzeugen. Ihr neuester Werkzyklus thematisiert die Veränderbarkeit von beschriebenen Seidenfahnen, die in der Natur installiert, den Einflüssen von Wind und Wetter ausgesetzt sind.
Gabrielle Hattesen, Wiesbaden, hat sich an dem Gedicht „Time past long“ des englischen Lyrikers Percy Bysshe Shelley (1792-1822) orientiert. Scherenschnitte dieser Verse hat sie mit der Hand geschrieben. Sie liegen eingebettet in transparenten Ebenen, die wellenförmig einen Turm bilden. Auf diese Weise wird das Gedicht „durchsichtig“. Die damit verbundene Auflösung des ursprünglich allein an die Sprache gebundenen Sinnzusammenhangs führt zu verschiedenartigen, jeweils vom Standort des Betrachters abhängigen, Deutungen.
Ingrid Heuser, Wiesbaden, füllt ihren Raum in der Ausstellung – eng abgestimmt mit der Arbeit von Gabrielle Hattesen - mit lauter amorphen Flugkörpern aus transparenter Folie über Draht. An ihnen schweben Buchstaben und Wörter, entliehen der Geschichte von Christoph Meckel „Brennesseln“. „Sprache ist für mich ein Ort, wo Zeit kristallisiert und in Wortbildungen eine Materialisation entsteht“, erläutert die Künstlerin.
Nora Schattauer schafft Künstlerbücher, deren Seiten eine Dehnung von Raum und Zeit bewirken. Farbflächen von unerschöpflichen Valeurs, die Stille sich sanft bewegender Linien und Muster spannen sich zwischen den Deckeln der Bücher aus. „Das Blatt wird zum Doppelblatt, es beansprucht Raum. Ich lege Doppelblätter ineinander. Oder aneinander. Es gibt einen bestimmten Augenblick, wo ich empfinde: nun wird es“.
 
Ausstellung: 17. Mai bis 7. Juli 2013

geraubt und genutzt

Bücher von verfolgten und ermordeten Juden in Berliner Bibliotheken

Eine Ausstellung der Zentral- und Landesbibliothek und des Centrum Judaicum im Repräsentantensaal der Neuen Synagoge Berlin

Exemplar: G48 / 179, Ab 655
In deutschen Bibliotheken befinden sich noch immer Bücher, die ihren Eigentümern während der NS-Herrschaft geraubt wurden. Das Thema NS-Raubgut wird in der öffentlichen Diskussion meist nur mit Rückga-ben von wertvollen Gemälden in Verbindung gebracht. Geraubte Bücher hingegen scheinen wertlos – für die Beraubten und deren Familien sind sie jedoch unersetzliche, ja unschätzbare wertvolle Erinnerungsstücke.
Nach den Deportationen blieben die Bücher meist in den verlassenen Wohnungen zurück, wurden zusammen mit dem übrigen Hausrat beschlagnahmt und danach verwertet. Auch die Bibliotheken verbotener Parteien, Logen und Vereine wurden von den NS-Behörden eingezogen. In den besetzten Ländern plünderten Rauborganisationen systematisch. Deutsche Bibliotheken profitierten davon unmittelbar, in dem sie das Raubgut wie selbstverständlich in ihre Bestände einfügten.
Die vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien geförderte Ausstellung geraubt und genutzt zeigt an ausgewählten Beispielen die Wege geraubter Bücher und erzählt die Geschichten ihrer rechtmäßigen Eigentümer und deren Nachkommen. Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin und das Centrum Judaicum geben einen Einblick in das noch junge Arbeitsfeld der Provenienz-Recherche zu NS-Raubgut in deutschen Bibliotheken.
 
Ausstellung: 10. Mai bis 25. August 2013
 
Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum
Oranienburger Straße 28-30
10117 Berlin

Montag, 6. Mai 2013

Münchener Antiquariatssalon 2013

Das erlesene Angebot des diesjährigen Münchener Antiquariatssalons wurde in der besonderen Atmosphäre der Künstlerhaus-Säle ansprechend präsentiert. Klick hier für weitere Impressionen, fotografiert von Frau Ursula Saile-Haedicke (Versandantiquariat Tills Bücherwege).

Sonntag, 5. Mai 2013

Büchermärkte am Wochenende

Am kommenden Wochenende, dem 11. und 12. Mai 2013, findet wieder eine Düsseldorfer Büchermeile statt. Damit steht die Rheinuferpromenade jeweils von 11:00 bis 20:00 Uhr ganz im Zeichen des Buches.
Ca. 60 Buchhändler, Antiquariate, und private Sammler aus dem gesamten Bundesgebiet offerieren Seltenes, Schönes, lange Verschollenes, alte und neue Bücher und natürlich, wie immer, jede Menge Schnäppchen. Wie gewohnt, können am Samstag sowie am Sonntag, Besucher Ihre Bücher kostenlos und sachverständig schätzen lassen.
In Endingen am Kaiserstuhl ist der Sonntag am 12. Mai 2013 ein verkaufsoffener Tag, an dem ein Markt stattfinden wird, auf welchem ausnahmslos Bücher angebotene weden.

In Waiblingen findet bereits zum 15. Mal der BuchMarktPlatz in der historischen Altstadt mit Beteiligung von über 80 Buchhändlern, Antiquaren und privaten Sammlern aus dem gesamten Bundesgebiet statt. Seltenes, Schönes, lange Verschollenes, auch seltene Grafiken, Postkarten, Comics, Zeitschriften und sonstige Druckwaren und wie immer, jede Menge Schnäppchen bieten reichlich Lesefutter für den Frühling. In der Stadtbücherei im Marktdreieck gibt es wieder besondere Angebote. In Kooperation mit dem Archiv der Stadt bietet der Heimatverein Waiblingen e.V.  an seinem Stand Veröffentlichungen zu heimat- und stadtgeschichtlichen Themen.
Buchkünstler haben wunderschöne und ausgefallene Arbeiten im Repertoire. Beim Plausch mit dem Künstler erfährt der Besucher viel Spannendes und Interessantes.
Neben den Bücherkisten an den Ständen auf dem Marktplatz, Lange Straße und rund ums Marktdreieck kann man auch im Kameralsamtskeller nach neuen und alten Fundstücken stöbern.

Und in der Bücherstadt Langenberg, einer Stadt, in welcher Antiquariate immer auch Sonntags geöffnet haben,  gibt es am 12. Mai 2013 zum 11. mal einen Büchermarkt. Im historischen Stadtkern, verkehrsgünstig gelegen im Städtedreieck Düsseldorf-Wuppertal-Essen, wird an über 20 Ständen wieder ein vielfältiges antiquarisches Angebot gezeigt: Alte Bücher, Stiche, Grafiken und Weiteres rund um das Thema Papier.
 
Die Pirckheimer wünschen allen Veranstaltung Sonnenschein und viele Besucher!

Freitag, 3. Mai 2013

Sammlung Dieterich

Der nächsten Stammtisch der Initiative Buchkultur: Das Buch e.V. findet am kommenden Mittwoch statt. Dr. Ralph Aepler wird über die Sammlung Dieterich, ein Teilgebiet seiner eigenen Sammlungen berichten. Die 1937 begründete Buchreihe des gleichnamigen Verlags wurde mit ihren humanistisch ausgerichteten wertvollen Ausgaben weit bekannt. Die Dieterich˚sche Verlagsbuchhandlung ist einer der ältesten deutschen Verlage, 1765 in Göttingen gegründet. Wir freuen uns auf ein sehr interessanten Vortrag.
(Marita Hoffmann)
 
Stammtisch: 8. Mai 2013, 19.00 Uhr
 
Turm33 Cafédrale, Lutherturm
Maxstraße 33
Ludwigshafen

Donnerstag, 2. Mai 2013

Lutz Schulenburg (1953 - 2013)


Foto © Ute Schendel
Der Verleger Lutz Schulenburg ist gestern, am 1. Mai, nach kurzer schwerer Krankheit verstorben. Erst am vorletzten Wochenende war er 60 Jahre alt geworden. Seit nahezu vierzig Jahren war Schulenburg als Verleger der Edition Nautilus eine feste, wenn auch subversive Größe in der Verlagswelt.
Am 21. April 1953 in der Hamburger Vorstadt Bergedorf als zweites von drei Kindern geboren und in einer Arbeiterfamilie aufgewachsen, war er bereits mit 14 Jahren aktiv in der örtlichen sozialistischen Schüler- und APO-Gruppe. Die Schule brach er ab, ebenso eine Lehre als Dekorateur – doch seit der Lehrzeit ist er aktiv in der anarchistischen Bewegung, was ihm sogar einen Ausschluss aus der Gewerkschaft eintrug und ihn in der nach-68er-Zeit mit Pierre Gallissaires zusammenbrachte, mit dem er 1971 die anarchistische Theorie-Zeitschrift MAD (später umbenannt in Revolte!) gründete. Es folgte eine zweite, inoffizielle Lehrzeit, diesmal in Sachen Verlagsbuchhandel, beim Spartacus Buchvertrieb im Keller unter dem Abaton-Kino in Hamburg. 1972 begann das Trio Schulenburg, Pierre Gallissaires und Hanna Mittelstädt mit der Buchproduktion, am 1. April 1974 wurde ein Gewerbeschein beantragt für den MAD-Verlag, der 1976 aus juristischen Gründen in Edition Nautilus umbenannt wurde.
(buchmarkt.de)

Mittwoch, 1. Mai 2013

Osmar Osten

Verkaufe schöne Bilder
Malerei aus den letzten 15 Jahren

Unser Mitglied Jörg Seifert lädt ein zur Eröffnung einer Ausstellung mit Werken von und zur 2. Lesung Lyrik nach 8 von Texten von und mit Osmar Osten.
Ab sofort ist der Katalog zur Ausstellung zum Preis von 16 € plus Porto im Kunstkeller Annaberg erhältlich. Neben Texten von Anke Paula Böttcher und Matthias Zwarg, beinhaltet der fest gebundene Katalog von rund 90 Seiten 46 Abbildungen und zusätzlich Fotos aus dem Atelier von Osmar Osten.

Ausstellungseröffnung: 11. Mai 2013 um 17:00 Uhr
Ausstellung: 11. Mai bis 31. August 2013
Lesung: 28. Juni 2013 um 20:00 Uhr


è Kunstkeller Annaberg
Willischstraße 11
09456 Annaberg-Buchholz

Dienstag, 30. April 2013

Vor 30 Jahren

Abb.: Marc Severin (Belgien)
Kürzlich, genau nach drei Jahrzehnten, fand ich im Internet einen kleinen Katalog einer Ausstellung der Bezirksorganisation Cottbus der Pirckheimer-Gesellschaft, die vom 3. April bis zum 2. Mai 1982 im dortigen Bezirksmuseum stattfand, kuratiert von dem Dresdener Dermatologen Prof. Dr. Albrecht Scholz. Die Ausstellung enthielt neben Akt-Exlibris aus seiner Sammlung auch Stücke aus der Sammlung des Cottbusser Dentisten Dr. Axel Leier, seinerzeit ebenfalls Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft.
Aus dem damaligen Bezirksmuseum Cottbus wurden übrigens inzwischen im Prinzip zwei Museen, das Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz (Schwerpunkte Pückler und Carl Blechen) und das Stadtmuseum Cottbus.
In dem schmale Heftchen finden sich neben einleitenden Texten der beiden Sammler 12 Abbildungen, u.a von den Ex-Libris-Künstlern Josef Dudek (ČSSR), Walter Helfenbein (DDR), Georg Oskar Erler (Deutschland), Herbert Ott (BRD) oder Fritz Kühn (DDR).
(ad)

1 Kommentar:
Steffen Krestin hat gesagt...
Der Nachlaß von Dr. Leier befindet sich übrigens jetzt im Cottbuser Stadtmuseum, wir haben dazu auch eine Publikation erarbeitet.
Das Fenster: Exlibris ... nicht ohne Biss!
Autor: Krestin, Steffen
Herausgeber: Städtische Sammlungen Cottbus
ISBN: 3-936092-90-7 Preis: 19.80 Euro
Veröffentlicht am: 01.11.2003
Diese ist zu beziehen über den REGIA-Verlag.
02.Mai 2013

AdA Heft 2/2013 erschienen

Heute im Briefkasten: Heft 2/2013 der Zeitschrift "Aus dem Antiquariat". Hans Altenhein schreibt über den Ulrich Riemerschmidt Verlag, Sarah Diag über den Niedergang des Antiquariatsbuchhandels in Leipzig 1945 bis 1989 und Nadia Turszynski berichtet über den Händler und späteren Terroristen Mark Hofmann, dessen Fälschungen zur Geschichte der Mormonen und dessen "Americana" teilweise noch immer als echt verkauft werden.
Außerdem findet sich in der Zeitschrift u.a. eine Analyse von Peter Petrej zur Antiquariatsmesse in Zürch, die generelle Tendenzen von Antiquartiatsmessen anspricht und von Andrea Brandis ein Bericht über die 19. Leipziger Antiquariatsmesse.
 
... weitere Informationen hier

2 Kommentare:
Björn Biester hat gesagt...
Danke für den Hinweis! Ein Angebot: den ersten zehn "Einsendern", die sich im E-Mail-Betreff auf die "Pirckheimer" beziehen, schicke ich das Heft 2/2013 als kostenloses Probeexemplar zu. Kontakt: b.biester@mvb-online.de
01.Mai 2013
Abel Doering hat gesagt…
Als langjähriger Leser dieser Zeitschrift möchte ich jeden Bücherfreund ermuntern, ein Probeheft anzufordern. AdA informiert hervorragend über die Verlags-, Buchhandels- und Antiquariatsgeschichte, sowie über aktuelles Geschehen auf diesem Gebiet und ist damit für jeden Bibliophilen eine gute Ergänzung zu den von uns herausgegebenen MARGINALIEN zu Buchkunst und Bibliophilie.
01.Mai 2013

Montag, 29. April 2013

ON‐TYPE: Texte zur Typografie

Nach ihrem großen Erfolg im Mainzer Gutenberg-Museum wandert die Sonderausstellung ON‐TYPE: Texte zur Typografie jetzt nach Berlin.
Die interaktive Typografieschau präsentiert Klassiker der Schriftgestaltung des 20. Jahrhunderts, zum Beispiel des Bauhauses oder der Schweizer Typografie, aber auch postmoderne Positionen und aktuelle Beispiele. Die Sonderausstellung versammelt zentrale Thesen, Manifeste und Standortbestimmungen zur Typografie des 20. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum, präsentiert Schriftmuster und Typo-Insider-Magazine. Vorgestellt werden auch zentrale Protagonisten und wichtige Diskurse der Typografiegeschichte, etwa zur Lesbarkeit, Kleinschreibung oder zu den Folgen der Digitalisierung. In Vitrinen werden wertvolle Originale aus den Beständen des Bauhaus‐Archivs und des Mainzer Gutenberg-Museums präsentiert. Darüber hinaus können und sollen Reprints von den Tablaren genommen und vor Ort gelesen werden. Infozettel mit Schriftbeispielen und Zitaten zum Mitnehmen erlauben die individuelle Zusammenstellung eines eigenen Katalogs.
 
Ausstellung: 8. Mai bis zum 5. August 2013
 
Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung Berlin
Klingelhöfer Str. 14
10785 Berlin

Besucherrekord bei den Leipziger Typotagen

Die 19. Leipziger Typotage „Schrift im 21. Jahrhundert“ feierten einen Rekord: 133 Teilnehmer machten die Veranstaltung zur bestbesuchten seit ihrer Premiere 1994. Schriftgestalter, Grafiker, Werbeleute und andere Medienschaffende aber auch interessierte Bürger aus ganz Deutschland informierten sich bei verschiedenen Vorträgen über ein brandaktuelles Thema, die Entwicklung der „Schrift im 21. Jahrhundert“.
Zu den Höhepunkten zählten unter anderem die Beiträge von Buchgestaltungsikone Friedrich Forssman, Type-Designer Henning Skibbe, Schriftgestalter und -forscher Maurice Göldner sowie Schriftdesigner Tim Ahrens. Alle Referenten befassten sich mit den Herausforderungen der Schriftgestaltung in einer multimedialen Welt, in der Schriften sowohl den Anforderungen von Print- als auch von Onlineanwendungen gerecht werden müssen. Sie berichteten von ihren praktischen Erfahrungen und stellten eigene Projekte vor.
Wer sich mit „Schrift im 21. Jahrhundert“ vertraut machen möchte, erhält in der begleitenden Ausstellung im Museum für Druckkunst Leipzig visuelle Anregungen. Noch bis 5. Mai sind rund 110 internationale Schriftdesigns aus den letzten zehn Jahren, darunter 20 typografische Positionen aus Mitteldeutschland, zu sehen. Eine letzte Führung durch die Ausstellung findet am 5. Mai um 15 Uhr statt.

Samstag, 27. April 2013

Expedition Grimm

Erstdruck von 1812/1815 und die 2. Auflage von 1819/1822
der Kinder- und Hausmärchen (Sammung Puntillo Verlag)
Als Höhepunkt des Grimm Jahres 2013 zeigt das Land Hessen die Landesausstellung Expedition Grimm. Die große Schau widmet sich dem vielfältigen Wirken und spannenden Leben des Brüderpaares Jacob und Wilhelm Grimm.
 
Fotos © Puntillo Verlag
Expedition Grimm zeigt in drei Kabinetten wertvolle Manuskripte und persönliche Erinnerungsstücke der Brüder und stellt sie den wechselhaften politischen Verhältnissen gegenüber. Arbeiten ihres ebenfalls erfolgreichen Bruders, des Malers Ludwig Emil Grimm, dokumentieren die Lebensverhältnisse der Großfamilie. Mit einem spektakulären Erlebnisparcours auf einer Fläche von 800 m² folgt der Höhepunkt der Ausstellung. Ausgehend von den Hauptwerken lädt die Ausstellung zu einer Expedition bis in die Gegenwart ein. Mitmach- und Erlebnisstationen eröffnen einen neuen und anschaulichen Blick auf das vielfältige Wirken der Brüder Grimm.
 
Ausstellung: 27. April bis 8. September 2013

documenta-Halle Kassel

Zwischen Bedrängnis und Widerstand

Grafiken und Zeichnungen der Jahre 1933 bis 1945 aus der Sammlung Gerd Gruber

Seit seinem 15. Lebensjahr sammelt der promovierte Ingenieur Dr. Gerd Gruber auf Anregung von Lea Grundig antifaschistische Kunstwerke, die in der Zeit der Herrschaft und des Kampfes gegen den Faschismus entstanden. Die von Maria Michel kuratierte Ausstellung zeigt eine kleine Auswahl.

Ausstellungseröffnung:
10. Mai 2013, 17:00 Uhr
Zur Eröffnung führen unsere Mitglieder, der Karikaturist Harald Kretzschmar und der Sammler Dr. Gerd Gruber, ein Podiumsgespräch. (Unkostenbeitrag: Zwei Euro)
Ausstellung: 10. Mai bis 19. Juli 2013

GBM-Galerie
Weitlingsstr. 89
10317 Berlin

Einladung zur Subskription

Im zweiten Quartal des Jahres 2013 plant der Kunstkeller Annaberg e.V. eine Publikation zu Leben und Werk von Klaus Sobolewski (1962-2006). Das Buch soll, außer zahlreichen Abbildungen, Texte von Brigitta Milde, Ilse Garnier, unserem Mitglied Ursula Lang, Anke Paula Böttcher und Thilo Götze-Regenbogen enthalten und wird redaktionell von Alexander Stoll betreut. Alle Subskribenten werden im Anhang des Buches genannt. Der Kunstkeller Annaberg e.V. bittet mit der Einladung zur Subskription um Unterstützung durch Überweisung von 20 € unter dem Stichwort Sobolewski auf das Konto 331 800 424 bei der Erzgebirgssparkasse, BLZ 870 540 00.

è Kunstkeller Annaberg
Willischstraße 11
09456 Annaberg-Buchholz

Freitag, 26. April 2013

Vermischtes

Helmut Müller · Graphik in Mischtechniken

Helmut Müller ist ein begnadeter Tiefdrucker und bekannt vor allem für seine raffinierten Radierungen. Daß er aber auch in anderen Techniken zu Hause ist, diese gern miteinander und natürlich auch mit dem Tiefdruck kombiniert, zeigt diese sehenswerte Ausstellung von älteren und neuen Arbeiten.

Eröffnung der Ausstellung am Samstag, dem 4. Mai, um 16 Uhr. Der Künstler ist anwesend. Prof. Roland R. Berger spricht einführende Worte. Und: Georg Schwark spielt Tuba!

Ausstellung: 4. Mai 2013 bis zum 4. Juli 2013

Eremitage Gransee
Galerie für zeitgenössische Buchkunst und Druckgraphik
Mauerstraße 4a 
16775 Gransee

Hans-Dieter Holzhausen

Exlibris für Hans-Dieter Holzhausen von XagoAm 18. April fand die Beisetzung unseres ehemaligen Mitglieds Prof. Hans-Dieter Holzhausen statt. Wir lernten ihn kennen und schätzen als Experten und Sammler von E.T.A. Hoffmann, lange Zeit stand er der Berliner Gruppe der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft vor, deren Mitglieder ihn gern nach dem Zauberer aus Klein Zaches, genannt Zinnober Prosper Alpanus nannten. In den MARGINALIEN 158 stellte er den Pirckheimern seine Sammlung zu diesem Dichter vor und schilderte, wie in ihm die Leidenschaft zu Hoffmann keimte und was ihn an diesem romantischen Geist reizte. Diese Sammlung war für ihn nie reines Hobby und er bemühte sich stets, "das Gelesene und Erlernte, das aus der reichen Fülle seiner Dichtkunst ihm Geschenkte auch in die Öffentlichkeit zu tragen". Seine Sammlung wurde bereits im Jahr 2000 von der Staatsbibliothek zu Berlin erworben.
Hans-Dieter Holzhausen verstarb am 25. März 2013.