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Sonntag, 7. Dezember 2025

Ausstellung „Horst Dieter Gölzenleuchter“ in Magdeburg eröffnet

Sigrid Wege eröffnete im Literaturhaus Magdeburg die Ausstellung des Vereins der Bibliophilen und Graphikfreunde Magdeburger Pirckheimer „Worte und Bilder“ mit Werken von Horst Dieter Gölzenleuchter. Es ist für den aus Bochum angereisten Künstler die erste Ausstellung in Magdeburg und damit für die Mehrzahl der rund 40 anwesenden Kunstfreunde auch die erste Begegnung mit dem 81-jährigen Graphiker, Maler, Bildhauer, Drucker, Fotograf, Schriftsteller, Dichter, Büchermacher und Verleger und sein Werk war.

Die Ausstellung kann nur einen Ausschnitt aus seinem Œuvre zeigen, dafür gelingt es ihr, diesen Ausschnitt so breit zu fächern, dass die Besucher einen fundierten Eindruck des Gesamtwerkes bekommen, von den Anfängen seines künstlerischen Schaffens der von ihm 1968 gegründeten „Proletenpresse“ über die „Edition Wort und Bild“, die er 1979 ins Leben gerufen hat, bis hin zu aktuellen Werken.
v.l.n.r,: Jürgen Wilke,Dr. Gerd Gruber, Sigrid Wege, Horst Dieter Gölzenleuchter, Foto © Ralf Wege
Einen fundierten Einblick in das Schaffen des Künstlers vermittelte Dr. Gerd Gruber in einem einführenden Vortrag, den eine 50-jährige Freundschaft mit dem Künstler verbindet. Dabei beleuchtete er nicht nur die künstlerischen Aspekte des Schaffens von Gölzenleuchter, sondern auch dessen politisches Engagement. Er habe zwar 1975 den Radierzyklus „Der Künstler in der Gesellschaft“, darunter das Blatt „Der Künstler im Elfenbeinturm“, geschaffen, so Gruber, aber „nein, ein solcher Künstler wollte Gölzenleuchter niemals sein. Er will wirken in der Zeit, so wie es die Kollwitz, eines seiner großen Vorbilder, einmal sagte.“ Er ging mit seiner politischen und künstlerischen Sichtweise nicht nur mittels eigener Ausstellungen in die Öffentlichkeit, sondern war auch Mitorganisator zentraler Ausstellungen, wie solchen in Erinnerung an Carl von Ossietzky, über die Bücherverbrennung der Nazis, zum Bergbau im Spiegel der Bildenden Kunst und „Vom Schmerz der Geschichte“, eine Ausstellung gegen Nationalismus und Rassismus. Darüber hinaus zeigen einige der Holzschnitte in der Ausstellung auch die Verantwortung für die Umwelt, wie sie Gölzenleuchter empfindet.

(komplette Information hier lesen)

Donnerstag, 16. Oktober 2025

Horst–Dieter Gölzenleuchter – Worte und Bilder

Eine Jubiläumsschau mit Holzschnitten, Grafiken und Texten vom Horst Dieter Gölzenleuchter wird im Literaturhaus Magdeburg gezeigt. Der Verein der Bibliophilen und Graphikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt e.V. „Willibald Pirckheimer“ kurz die Magdeburger Pirckheimer, würdigt den Künstler und sein Werk mit dieser Werkschau. Zu sehen sind Bücher, Mappenwerke, Holzschnitte und Radierungen.
Horst Dieter Gölzenleuchter ist Poet, Schriftsteller, Bildender Künstler, Setzer, Drucker, Buchbinder und Verleger in Einem. Gölzenleuchter, den seine Freunde und Sammler seit früher Zeit schlicht Oskar nennen, stieß Zeitschriften und Druckwerkstätten im Ruhrgebiet an – und folgte den Anregungen vieler Künstler der westdeutschen Grafik wie z.B. HAP Grieshaber, in den weiten Kosmos Holzschnitt mit vielen Grafiken und eigenen Büchern einzutauchen. Dazu kamen später Stahlskulpturen an öffentlichen Plätzen, Ankäufe in Sammlungen im In- und Ausland, sowie Ausstellungen nicht nur im Ruhrgebiet und Deutschland sondern auch bis in die Niederlande und Indien.

Eröffnung: 22. November 2025, 15 Uhr im Beisein des Künstlers, einführenden Worte Dr. Gerd Gruber, musikalische Begleitung Martin Müller (Akkordeon)
Ausstellung: 22. November 2025 - 16. Januar 2026

Literaturhaus Magdeburg
Thiemstraße 7, 39104 Magdeburg

Dienstag, 10. Juni 2025

Johnny Friedlaender - Meister der Farbradierung

Die Cranach-Stiftung in der Lutherstadt Wittenberg zeigt bis zum 14. September in ihrem Museum farbige Aquatinta-Radierungen von Johnny Friedlaender aus der Sammlung unseres Pirckheimers Dr. Gerd Gruber.

Friedlaender wurde 1912 in Schlesien geboren, lernte bei dem Brücke-Künstler Otto Mueller in Breslau und kam 1930 nach Dresden, wo er sich als überzeugter Hitler-Gegner den linken Künstlern der Assoziation revolutionärer bildender Künstler (ASSO) anschloss. Eine enge Freundschaft verband ihn auch mit Hans und Lea Grundig. Im April 1933 wurde er von der Gestapo verhaftet und ins KZ-Hohnstein deportiert, wo er bis Dezember inhaftiert war. Über Zwischenstationen emigrierte er nach Frankreich, wo er während des Krieges mehrfach interniert wurde und einer Deportation nach Auschwitz entkommen konnte. Nachdem ihn die Nazis die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen hatte, wurde er 1952 französischer Staatsbürger.
Blick in die Ausstellung, Foto G. Gruber
Friedlaender hat die farbige Radierung durch Kombination der verschiedensten Techniken, wie Ätzradierung, Kaltnadel, Aquatinta, Aussprengverfahren und Mezzotinto zur höchsten Perfektion gebracht, er hat Maßstäbe gesetzt. Er zählt zu den bedeutendsten Graphikern des XX. Jahrhunderts.
Neben Farbradierungen aus einer Schaffenszeit von 35 Jahren sind in der Ausstellung auch Kupfer-Radierplatten und die zugehörigen Abzüge ausgestellt, so dass man den Druckprozess einer Radierung nachvollziehen kann.

Gerd Gruber, kannte Johnny Friedlaender persönlich und er traf ihn auch in seinem Atelier in Paris, wovon er u.a. in der kleinen 32seitigen Ausstellungsbroschüre berichtet (erhältlich für 4 Euro plus Versand: Cranach-Stiftung Wittenberg).

23. Mai 2025 - 14. September 2025

Cranach-Stiftung Wittenberg
Markt 4, 06886 Lutherstadt Wittenberg

Samstag, 28. Dezember 2024

Die menschliche Seele ist international

Ausriss mit der Abb. Heinz Lohmar, »Attention«, Tempera, 1935
[...] In München ist bis zum 2. März 2025 die Ausstellung »Aber hier leben? Nein danke. Surrealismus und Antifaschismus« zu sehen. In einer Information der Pirckheimer-Gesellschaft wird diese Präsentation besonders gewürdigt. Sie umfasst zirka 400 Exponate und zeigt Entwicklungsaspekte von den 1920er Jahren bis zur Gegenwart. Im Mittelpunkt stehen antifaschistische Positionen von Surrealisten und ihre vielfältigen Aktivitäten. [...]

Neben Gemälden, Grafiken und Fotografien präsentiert die Ausstellung auch zahlreiche Publikationen und Dokumente. Arbeiten bedeutender Surrealisten – wie Max Ernst, René Magritte, André Masson oder Joan Miró – sind ebenso zu sehen wie Zeugnisse weniger bekannter Künstler, zum Beispiel Victor Brauner, Leonora Carrington, Óscar Dominguez und Raoul Ubac. Ein zirka 600 Seiten umfassender Katalog enthält in der Ausstellung gezeigte Manifeste, Gedichte und andere Materialien von Louis Aragon, André Breton, Paul Éluard, Paul Westheim und anderen.

Zu den Leihgebern dieser Ausstellung gehört der Wittenberger Kunstsammler Gerd Gruber, der schon vor einigen Jahren Stücke aus seiner Sammlung in der Ladengalerie der jungen Welt ausgestellt hatte. Er unterstützte die Münchener Schau mit sieben Werken, darunter eine der wenigen erhaltenen frühen Arbeiten von Heinz Lohmar, eine Temperaarbeit mit dem Titel »Attention«, die er 1935 im Pariser Exil schuf. Nach dem Einmarsch der faschistischen Wehrmacht musste Lohmar aus Paris fliehen. Die Nazis zerstörten die in der Wohnung verbliebenen künstlerischen Arbeiten. Nur diese eine blieb erhalten, weil Lohmars Frau sie auf der Flucht in ihrem Koffer mitnahm. Heinz Lohmar hatte sich in Paris dem Künstlerkreis um Max Ernst angeschlossen und war 1937 Mitbegründer des antifaschistischen Künstlerbundes »L’union des artistes libres«. Er überlebte in Südfrankreich, wo er sich der Résistance anschloss. 1946 kehrte er nach Deutschland zurück, zunächst nach Ludwigshafen. Die Dresdener Hochschule der Bildenden Künste berief ihn 1949 zum Dozenten für Malerei und 1951 zum Professor. Vor allem auf die damalige junge Künstlergeneration hatte er großen Einfluss.

In einer Vitrine der Münchener Ausstellung liegt eine weitere Leihgabe Gerd Grubers: ein kleines, 1942 in nur 65 Exemplaren im Untergrund gedrucktes Buch mit dem Gedicht »La dernière nuit« (Die letzte Nacht) von Paul Éluard und einer Radierung von Henri Laurens. Es wurde nur an enge Freunde und Mitglieder der Résistance übergeben. Solche seltenen Stücke von meist privaten Sammlern gehören zu den Kostbarkeiten der Ausstellung. [...].

(aus: Peter Michel in junge Welt vom 27.12.2025, S. 11)

Freitag, 15. November 2024

Surrealismus und Antifaschismus

Das durch seine Sammlung zur Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ und deren Umkreis berühmte Lenbachhaus in München zeigt bis zum 2. März 2025 im Kunstbau die Ausstellung „Aber hier leben? Nein danke. Surrealismus und Antifaschismus“.
Blick in die Ausstellung, Fotos und Abb. © Dr. Gerd Gruber
Mit etwa 400 Exponaten dokumentiert die Ausstellung, beginnend mit den 1920er Jahren bis in die Gegenwart, antifaschistische Positionen von Surrealisten, wobei die vielfältigen Aktivitäten gegen den Nationalsozialismus einen besonderen Schwerpunkt einnehmen.
Viele der in der Ausstellung vertretenen Surrealisten wurden von den Faschisten diskriminiert, verfolgt und ins Exil getrieben. Nicht nur mit Worten, sondern auch unter Einsatz ihres Lebens kämpften sie im Untergrund oder in den Reihen der Interbrigaden in Spanien gegen den Faschismus.
In der Ausstellung werden neben Gemälden, Graphiken und Fotografien auch zahlreiche Publikationen und Dokumente präsentiert. Gleichberechtigt neben den „großen Namen“ wie Max Ernst, René Magritte, André Masson und Joan Miró stehen auch weniger bekannte Künstler wie Victor Brauner, Leonora Carrington, Óscar Domínguez und Raoul Ubac.
In der Ausstellung, speziell aber in dem voraussichtlich im Dezember erscheinenden Katalog (ca. 600 Seiten), kommen in Manifesten, Aufrufen, Gedichten und weiteren Materialien Louis Aragon, André Breton, Robert Desnos, Paul Éluard, Paul Westheim und viele andere zu Wort.
Gruber-Leihgaben von Erich Kahn, Ré Soupault und Heinz Lohmar
Unser Pirckheimer Dr. Gerd Gruber unterstützt die Ausstellung mit sieben Werken aus seiner Sammlung, darunter eine der wenigen erhaltenen Arbeiten von Heinz Lohmar, eine Tempera, die er 1935 im Exil in Paris schuf. Als Lohmar nach dem Einmarsch der Nazis in Paris fliehen musste, zerstörten diese die in der Wohnung verbliebenen Werke des Künstlers. Die Tempera überstand, da sie Lohmars Frau auf der Flucht in ihrem Koffer mitnahm.
Paul Éluard: La dernière nuit, Paris 1942 
Ein zweites bemerkenswertes Exponat ist ein kleines, 1942 in nur 65 Exemplaren gedrucktes Büchlein mit dem Gedicht „La dernière nuit" (Die letzte Nacht) von Paul Éluard und einer Radierung von Henri Laurens. Die Publikation, gedruckt im Untergrund, wurde nur an enge Freunde und Mitglieder der Resistance übergeben und vorliegendes Exemplar trägt eine mehrzeilige, mit farbigen Stiften geschriebene Widmung Éluards an einen seiner Surrealismus-Mitstreiter.

Ausstellung: 15. Oktober 2024 – 2. März 2025

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Luisenstraße 33, 80333 München

Freitag, 22. September 2023

Fritz und Karl Nolde in der Lutherstadt Wittenberg

Fritz Nolde
In der Wittenberger Cranach-Stiftung, dem ehemaligen Wohnhaus der Cranachs, stellt unser Pirckheimer Dr. Gerd Gruber wieder Werke aus seiner Sammlung aus und erneut richtet er den Blick auf weniger bekannte und in Vergessenheit geratene Künstler: Fritz und Karl Nolde aus Leipzig. Söhne eines Tischlers wurden sie in Leipzig geboren, Karl im Jahr 1902 und Fritz zwei Jahre später. Beide studierten nach einer Berufsausbildung an der Staatlichen Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe und wurden Mitglied der Leipziger Ortsgruppe der „Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler“ (ASSO). Wegen ihres Engagements für die KPD wurden beide verhaftet und zu Zuchthausstrafen verurteilt. Karl Nolde war von 1933 bis 1935 inhaftiert und nach seiner Freilassung emigrierte er in die Tschechoslowakei und danach über London in die USA. 1937 wurden zwei seiner Werke als „entartete Kunst“ aus Museumsbesitz beschlagnahmt. Karl Nolde starb 1994 erblindet in Mexiko. Fritz Nolde befand sich 1934-1935 und erneut 1941-1943 in Zuchthaushaft. Unmittelbar aus dem Zuchthaus wurde er in das Strafbataillon 999 geschickt. Aus englischer Kriegsgefangenschaft kehrte er 1947 nach Leipzig zurück und starb 1980 in Potsdam. Von den fast 100 Werken (Aquarelle, Zeichnungen, Ölbilder) die sich von beiden Künstlern in der Sammlung Gruber befinden, werden etwa 50 in der Ausstellung gezeigt. Neben farbintensiven Aquarellen aus den 1920er Jahren sind auch Zeichnungen zu sehen, die in der Nazihaft entstanden. Ebenso werden Kopien von Dokumenten, wie Gerichtsurteile, Gefängnisunterlagen und das Dokument, in dem Karl Nolde 1940 die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt wurde, ausgestellt.
Karl Nolde
Um die beiden Künstler, die nicht mit Emil Nolde verwandt sind, wieder etwas bekannter zu machen, erschien eine kleine Publikation mit 32 Seiten und 23 Abbildungen, die für 4 Euro plus Versandkosten bei der Cranach-Stiftung zu beziehen ist.

Ausstellung: bis zum 28. Januar 2024

Cranach-Stiftung Wittenberg
Markt 4, 06886 Lutherstadt Wittenberg

Donnerstag, 29. September 2022

Zwei Ausstellungen mit Pirckheimer-Unterstützung

Im September 1522 wurde die von Martin Luther auf der Wartburg erstellte und in Wittenberg gedruckte Übersetzung des Neuen Testaments, auch Septembertestament genannt, veröffentlicht. Zur großen Popularität dieser Publikation trugen sicher auch die 21 Holzschnitte bei, die Lucas Cranach d.Ä. und dessen Werkstatt für das letzte Buchkapitel, die Offenbarung (griech. apokalypsis) des Johannes schuf.
Aus Anlass dieses 500jährigen Jubiläums zeigt die Wittenberger Cranach-Stiftung im ehemaligen Wohnhaus der Malerfamilie Cranach die Ausstellung „Apokalypse - ein Blick in den Abgrund und darüber hinaus“.
Holzschnitte Albrecht Dürers zur „Apokalypse“, an der Stirnwand Gegenüberstellung der Illustrationen Cranachs, Dürers und Beckmann zu den jeweiligen Textstellen der „Apokalypse“
In etwa 60 Exponaten werden neben den berühmten Apokalypse-Darstellungen Albrechts Dürers Kunstwerke des 20. und 21. Jh. gezeigt, in denen das Thema wieder aufgegriffen und die existenzielle Bedrohung der Menschheit verbildlicht wird. Eine zentrale Rolle spielen hierbei die Lithographien Max Beckmanns, die er nach seiner Flucht vor den Nazis während des Gräuels des Zweiten Weltkrieges in Amsterdam schuf.
Lithographien Max Beckmanns zur „Apokalypse“
Unser Pirckheimer Dr. Gerd Gruber unterstützt die Ausstellung mit mehreren Werken seiner Sammlung, so von Santos Balmori, Werner Drewes, Alfred Frank, Hans Grundig, Alfredo Mereles, Erich Mueller-Kraus und Michal Tillner.
v. l. n. r.: Werke von Erich Mueller-Kraus, Werner Drewes, Hans Grundig
Gegenüber den berühmten apokalyptischen Reitern von Dürer ist Balmoris Schabblatt von 1938 ausgestellt, auf dem die Reiter de Gesichtszüge von Hitler, Franco, Mussolini und dem japanischen General Tojo Hideki tragen. Rechts neben diesem Werk der apokalyptische Reiter von Mereles, in dem, wie auch in Werken zeitgenössischer Künstler der Ausstellung, aktuelle Themen, wie Atomgefahr, Dominanz des Großkapitals und Umweltzerstörung, angesprochen werden.
v. l. n. r.: Werke von Hans Grundig, Santos Balmori, Alfredo Mereles, Fotos: Gerd Gruber

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (Format A4, 48 Seiten, 74 Abb., 8 Euro).

Die Ausstellung ist bis zum 11. Dezember 2022 zu sehen, danach bis 31. Januar 2023 ohne die Werke Dürers und Beckmanns.

Cranach-Stiftung Wittenberg
Markt 4, 06886 Lutherstadt Wittenberg

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Neben dieser Ausstellung unterstützte Gerd Gruber auch die Ausstellung „Paul Busch. Zeichenlehrer und Künstler“ der Städtischen Sammlungen Cottbus mit Leihgaben. Paul Busch, nur wenigen Kunstfreunden bekannt, hatte enge Kontakte zu Herwarth Waldens „Sturm“ in Berlin. Er war über Jahre hinweg in den „Sturm“- Ausstellungen vertreten und der als Sonderheft 2022 der „Cottbuser Blätter“ erschienene Ausstellungskatalog (124 Seiten, zahl. Abb., Regia-Verlag, 14.90 Euro) ist die erste und vor allem sehr akribisch recherchierte Veröffentlichung über diesen Künstler.

Sonntag, 7. August 2016

Zeichner / Dichter / Zeichner

Gerd Gruber stellt Altenbourg, Claus, Goertz, Schnell, Kritzky und Picasso vor
Am vergangenen Freitag wurde in der Cranach-Stiftung in Wittenberg eine kleine Ausstellung aus der Sammlung des Pirckheimers Dr. Gerd Gruber eröffnet.
Von Johann Wolfgang von Goethe, in 9. Generation Nachfahre Lucas Cranachs des Älteren, sind nicht nur bedeutende literarische Werke überliefert, sondern auch dutzende Zeichnungen. Um solche künstlerische Mehrfachbegabungen geht es in der Ausstellung: Dichter als Zeichner, Zeichner als Dichter.
In der Ausstellung zu sehen: Verlon, Čapek, Mahler
Die Professionalisierung der künstlerischen Ausbildung an den Akademien hatte im 19. Jahrhundert zu einer hochgradigen Spezialisierung geführt. Es gab Landschaftsmaler, Historienmaler oder Tierbildhauer. Das änderte sich radikal zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als bei den Expressionisten, Dadaisten und Surrealisten konsequenter, alle künstlerischen Ausdrucksformen umfassender Dilettantismus Programm war. Grenzbereiche zwischen Literatur, bildender Kunst und Musik markieren beispielsweise Kurt Schwitters Arbeiten wie die „Sonate in Urlauten“ (1923/1932). Auch seine nach 1916 entstandenen Holzschnitte haben das Fragmentierte seiner Texte und Collagen. Picasso, in der Ausstellung mit einer Radierung vertreten, hinterließ unter anderem ein ab 1944 mehrfach aufgeführtes Schauspiel. Ernst Barlach schuf neben Grafiken und eindrucksvollen Plastiken den Roman „Der gestohlene Mond“. Im Jahr 1919 wurden seine Dramen „Der tote Tag“ und „Der arme Vetter“ uraufgeführt. Der 1930 in Annaberg geborene Carlfriedrich Claus experimentierte zunächst mit Texten und Klanggebilden. 1958 schuf er erste Sprachblätter. Die in der Ausstellung gezeigte Grafik „Eulenspiegel-Reflex V“ (1989) hat noch die Anmutung eines handgeschriebenen Textes, doch geht es hier nicht mehr um dessen Lesbarkeit. Die Linien verdichten sich, zerfasern an den Ränder und bilden organische grafische Urformen.
Gruber vor Grass, Grundig, Wüsten – Vitrine: Ionesco, Loewig, Süverkrüp
Ausgestellt sind 45 Kunstwerke von 33 Künstlern und 30 Bücher (Theaterstücke, Gedichtbände, Erzählungen). Vertreten sind: Rafael Alberti, Altenbourg, Jean Arp, Ernst Barlach, Josef Capek, Carlfriedrich Claus, Jean Cocteau, Friedrich Dürrenmatt, Heinrich Goertz, Horst-Dieter Gölzenleuchter, Karl Otto Götz, Günter Grass, Lea Grundig, Raoul Hausmann, Jean Hélion, Wolf Hildebrandt, Eugene Ionesco, Harald Kretschmar, Emil Kritzky, Alfred Kubin, Roger Loewig, Joseph Mahler, Wolfgang Mattheuer, Otto Nebel, Pablo Picasso, Thomas Ring, Robert Wolfgang Schnell, Kurt Schwitters, Dieter Süverkrüp, Emilio Tadini, André Verlon, Johannes Wüsten, Hans-Joachim Zeidler.

Ausstellung: 6. August - 13. November 2016

Cranach-Stiftung Wittenberg
Markt 4 06886 Lutherstadt Wittenberg

Montag, 27. Juni 2016

Erich Wegener (1904 - 1956)

Der Sammler proletarischer und antifaschistischer Malerei und Graphik des 20. Jahrhunderts Dr. Gerd Gruber stellt zur Zeit in Berlin in einer ersten Personalausstellung die Werke des ASSO-Künstlers Erich Wegener vor, die aus dem Nachlass stammen, der sich bei der Nichte des Künstlers, Frau Cousins, befindet.
Ausstellungsaufbau
Angeregt durch persönliche Begegnungen mit Mitgliedern der 1928 gegründeten und 1933 von den Nazis verbotenen „Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler Deutschlands“ (ASSO), wie Theo Balden, Erich Bischof, Lea Grundig, Max Gebhard, Ernst Jazdzewski, Waldo Köhler, Horst Naumann, Hanns Rossmanit, Herbert Sandberg, Eva Schulze-Knabe, Bruno Voigt u.a. begann der engagierte Pirckheimer Gruber nach weiteren Mitgliedern und Ortsgruppen dieser Künstlergruppe, die am entschiedensten gegen den aufkommenden Hitler-Faschismus auftrat, zu suchen. Er entdeckte viele Mitglieder und ASSO-Ortsgruppen, über die bisher in der Literatur nur wenig oder überhaupt nichts bekannt war. Gruber recherchierte weiter und in den Ausgaben der Zeitung „Rote Fahne“ fand er eine ganze Menge Hinweise auf Wegener, ebenso in weiteren Zeitungen und vom Archiv der Universität der Künste erhielt er einen Personalbogen von 1946, da er damals ein weiterführendes Kunststudium aufnehmen wollte.
aus der Sammlung Gruber, nicht ausgestellt
"´Warum ich Fabriken, Häuser zeichne?` – fragt der proletarische Zeichner Erich Wegener sich selbst.´ Es ist die Landschaft der Werktätigen, es ist der Geburts- und Todesplatz der Proleten, Spielplätze der Jugend, Häuser, Fabriken, Quellen der Revolution – in Häusern, Fabriken, Straßen marschiert die Proletenrevolution.
Erich Wegener ist bildnerisch sehr begabt. Er hat Pastelle von einer Wucht und Fülle der Farbe wie nur wenige. Sein Strich ist robust, brutal, die Erde rast, die Bäume rasen, die Häuser rasen, Fabrikschornsteine ragen – die Welt rebelliert, Erde, Bäume, Häuser lehnen sich auf – es ist eine Härte, eine proletarische Kraft in diesen Bildern, es ist, als ob Wegener mit der Dynamik der Linien und Farben die Welt verändern möchte."
(Rote Fahne vom 8.2.1930, Durus /eigentlich Alfred Kemeny 1895-1945/)

Ausstellung: 17. Juni - 29. Juli 2016

è jungeWelt-Ladengalerie
Torstr. 6
10119 Berlin

Sonntag, 5. Juni 2016

Erich Wegener (1904 - 1956)

Erich Wegener, Mitglied der Berliner Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler Deutschlands (ASSO) und Leiter der Arbeiterzeichnergruppe der ASSO ist ein zu Unrecht vergessener Künstler, über den man in der Literatur eigentlich nichts findet. Aus dem Nachlass sind vermutlich nur noch 35 großartige Pastelle aus der ASSO-Zeit erhalten, die jetzt erstmalig in der ersten größeren Werkschau zu sehen sind, alles andere wurde offensichtlich im Krieg zerstört.

Vernissage: 16. Juni 2016
Es sprechen Dr. Gerd Gruber,

Annemarie Cousins (Nichte des Künstlers)
Ausstellung: 17. Juni - 29. Juli 2016

è jungeWelt-Ladengalerie
Torstr. 6
10119 Berlin

Freitag, 15. November 2013

Ausstellungseröffnung in der jW-Ladengalerie

Aquarell aus der Sammlung Gruber, klick zum Betrachten ...
Bruno Voigt - Aufbruch, Aquarell, 1932
Heute Abend wurde in der jW-Ladengalerie die Ausstellung "Weltkriege und Widerstand. Kunst wider den Krieg (1914 - 1948)" mit Graphiken aus der Sammlung unseres Mitglieds Dr. Gerd Gruber eröffnet. Nach einer Begrüßung durch den Leiter der Ladengalerie Michael Mäde berichtete der Chefredakteur Arnold Schölzel, wie es zu dieser Ausstellung kam und erläuterte vor allem, wie wichtig die Beschäftigung mit diesen Kunstwerken ist angesichts der um sich greifenden Verflachung und der zunehmenden Umdeutung von historischen Hintergründen der Entstehungszeit dieser Werke. Gruber, der mit 16 Jahren seine erste Ausstellung bestückte, machte im Anschluss die Anwesenden mit seinem Werdegang zum Sammler vertraut und schilderte, wie er zu über 100 Ausstellungen beitrug oder sie persönlich ausrichtete. Danach ließen sich die Besucher von ihm durch die aktuelle Ausstellung führen. Chronologisch gehängt sind 57 Stücke aus seiner Sammlung, angefangen von Alfred Frank und Bruno Voigt, der ihn als seinen "Entdecker" bezeichnete, über Otto Dix, Max Beckmann, Hanns Kralik und Heinrich Ehmsen, Hans und Lea Grundig, Käthe Kollwitz und Otto Hermann. Am Ende standen zwei verstörenden Ansichten des zerstörten Dresden von Wilhelm Rudolph.
Dr. Gerd Gruber, weitere Fotos durch Klick auf das Bild (Fotos © Abel Doering)
Musikalisch eindrucksvoll umrahmt wurde die Veranstaltung durch Isabel Neuenfeldt, deren Lieder gegen Kriegseuphorie und Unmenschlichkeit aus der Entstehungszeit der Bilder das Publikum ergriffen, Lieder von Mühsam bis zu Brechts "O Fallada, da du hangest", darunter nicht nur lange Zeit Verfehmtes, sondern gar bis Mitte der 70ger Verbotenes.
(ad)


sie auch: Gegen die Gemetztel, (Junge Welt, 18.11.2013)
 
Ausstellung: 15. November 2013 bis 29. Januar 2014

è jungeWelt-Ladengalerie
Torstr. 6
10119 Berlin

Donnerstag, 7. November 2013

Weltkriege und Widerstand

Kunst wider den Krieg (1914 - 1948)

Aquarell aus der Sammlung Gruber, klick zum Betrachten ...
Bruno Voigt - Aufbruch, Aquarell, 1932
Eine Ausstellung unseres Mitglieds Dr. Gerd Gruber zeigt Werke internationaler Künstler aus seiner Sammlung von mehr als 9.000 Kunstwerken. Seit seinem 15. Lebensjahr sammelt Dr. Gerd Gruber auf Anregung von Lea Grundig Graphiken und Gemälde aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zu einigen Künstlern der Klassischen Moderne unterhielt Gerd Gruber enge, z. T. freundschaftliche Beziehungen. Die Wertschätzung seiner Ausstellungs- und Sammlungstätigkeit zeigt sich auch darin, dass Marc Chagall, Eduardo Chillida, HAP Grieshaber, Hans Hartung, Marino Marini, Joan Miró, Georg Muche u. v. a. m. ihm Werke widmeten oder eigens für ihn schufen.
Die Sammlung Gruber wurde wegen ihrer internationalen Bedeutung als einzige Privatsammlung des Landes Sachsen-Anhalt in das „Gesamtverzeichnis national wertvollen Kulturgutes“ aufgenommen.

Eröffnung: 15. November 2013, 18:00 Uhr
Es sprechen: Arnold Schölzel (jW)
Dr. Gerd Gruber
Dr. Maria Heiner
Musik: Isabel Neuenfeldt
Ausstellung: 15. November 2013 bis 29. Januar 2014

è jungeWelt-Ladengalerie
Torstr. 6
10119 Berlin

Samstag, 27. April 2013

Zwischen Bedrängnis und Widerstand

Grafiken und Zeichnungen der Jahre 1933 bis 1945 aus der Sammlung Gerd Gruber

Seit seinem 15. Lebensjahr sammelt der promovierte Ingenieur Dr. Gerd Gruber auf Anregung von Lea Grundig antifaschistische Kunstwerke, die in der Zeit der Herrschaft und des Kampfes gegen den Faschismus entstanden. Die von Maria Michel kuratierte Ausstellung zeigt eine kleine Auswahl.

Ausstellungseröffnung:
10. Mai 2013, 17:00 Uhr
Zur Eröffnung führen unsere Mitglieder, der Karikaturist Harald Kretzschmar und der Sammler Dr. Gerd Gruber, ein Podiumsgespräch. (Unkostenbeitrag: Zwei Euro)
Ausstellung: 10. Mai bis 19. Juli 2013

GBM-Galerie
Weitlingsstr. 89
10317 Berlin

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Harald Kretzschmar - Demütigung und Todesmut

Vorabdruck von kurzen Auszügen eines Beitrages aus den MARGINALIEN 204 (erscheint Dezember 2011) zur è Ausstellung "Zwischen Bedrängnis und Widerstand"

Margarete Klopfleisch-Großner: „Festessen des Emigranten“, Aquarell, Prag 1936
Was ist der absolute Höhepunkt im Leben eines bibliophilen Sammlers? Wenn er es geschafft hat, eine nach profunden Maßstäben geordnete Kollektion zusammenzubringen und diese in einer Ausstellung zu präsentieren. (...) Dem bereits seit langem unter uns Pirckheimern heimischen Dr. Gerd Gruber aus Lutherstadt Wittenberg gelingt zum Glück beides: Er ist ein dem Kontakt zu Künstlern wie dem Publikum gegenüber aufgeschlossener Mensch, und die zu seiner Heimat gewordene Stadt hat nun schon zum wiederholten Mal Cranachhaus und Altes Rathaus allein dafür geöffnet, was er zu zeigen hat. (...)
Dore Klemenčič-Maj: gedruckt in einer
Partisanendruckerei, Slowenien 1944
Gar nicht hoch genug kann nun bewertet werden, daß hier die einst in den 1960er Jahren begonnene Forschungsarbeit des unvergessenen Dresdner Kunstwissenschaftlers Erhard Frommhold endlich eine Fortsetzung gefunden hat. Beschämend genug ist, wie wenig sich all die Jahre die offiziell hochangesehenen Kunsthistoriker um das Thema des Antifaschismus in der bildenden Kunst geschert haben. Das wahrlich in jeder Hinsicht gewichtige Standardwerk Kunst im Widerstand, das Frommhold als damaliger Cheflektor des Verlages der Kunst Dresden 1968 unter Ausschöpfung aller damals zugänglichen Quellen in diesem Verlag stemmte, genießt eine fragwürdige Berühmtheit. Man spricht kaum über den da gebotenen Fundus an einzigartiger Kunstleistung gegen die faschistische Barbarei. Dagegen mokiert man sich darüber, welcher Anfeindung das gewaltige Buch damals seitens der Kulturpolitik der DDR durch den „Modernismus“-Vorwurf ausgesetzt war. Als ob es heute eine Anerkennung seines Wertes gäbe. Das so gut wie vergessene und verschollene Opus müßte in Bild- und Textteil längst zur Pflichtlektüre für angehende Kunsthistoriker geworden sein. Nach den heute üblichen Zielsetzungen im akademischen Betrieb ist das fast illusorisch.
Es war eine kluge Entscheidung Gerd Grubers, bei seinem langfristig konzipierten Projekt auch all jene Künstlerinnen und Künstler mit einzubeziehen, die Demütigungen aller Art erleiden mußten, ohne mit Todesmut als Widerstandskämpfer dagegen aufzubegehren. Im persönlichen Gespräch erfuhr er zum Beispiel von dem Gefühl, als ein „entarteter Künstler“ diffamiert zu werden. Schon allein, weil nach dem folgenden Malverbot der Geruch der Öl-farbe verräterisch werden konnte. Er versetzt sich in die Lage jedes einzelnen. So erfaßt er das ganze Spektrum einer Kunst, die immer noch beispielgebend dafür sein kann, mit ganz persönlichen Bekenntnissen Stellung zu beziehen gegenüber katastrophalen politischen Entwicklungen. Es ist erstaunlich, wie sensibel so viele künstlerische Temperamente auf die Bedrohung durch barbarische Gewalt reagierten und welch elementare geistige Kraft von den gesammelten Zeugnissen ausgeht. (...)

Heinz Lohmar: Studie zum Gemälde „Das Übertier“, Aquarell, Paris 1936
Die enorme Fülle des zum größten Teil aus zeichnerischen und druckgraphischen Blättern bestehenden Materials wird komplett in dem 400seitigen Quartformat-Katalog dokumentiert. (...) Aus den über 1100 Abbildungen des Kataloges konnten leider nur etwa 150 ausgesuchte Originale an den beiden am Markt gegenüberliegenden Ausstellungsplätzen untergebracht werden. Die Kuratorin Marlies Schmidt hat sie in gut durchdachter Hängung vorteilhaft platziert. Wenn auf der Einladungskarte zur Eröffnung so prominente Namen wie Marc Chagall, Hans und Lea Grundig, Leo Haas, Käthe Kollwitz, Gerhard Marcks, Pablo Picasso und Wilhelm Rudolph auftauchen, ist das nur ein schmaler Ausschnitt. ...

Zwischen Bedrängnis und Widerstand. Grafiken und Gemälde der Jahre 1933 bis 1945 aus der Sammlung Gerd Gruber. Mit über 1200 Abbildungen und 32 Farbtafeln. Katalog. Wittenberg 2011. 400 S. 4°. Br. ISBN 978-3-00-035926-2. Preis 20 Euro plus Versandkosten.

è Cranach-Stiftung
Markt 4
06886 Lutherstadt Wittenberg

Montag, 10. Oktober 2011

Zwischen Bedrängnis und Widerstand

Graphiken und Gemälde aus der Sammlung Gerd Gruber

Vladimir Matejka: Aquarell, geschaffen im KZ Sachsenhausen
Die Ausstellung unseres Mitglieds Dr. Gerd Gruber zeigt Werke internationaler Künstler aus der Zeit zwischen 1933 und 1945, die sich gegen den Nationalsozialismus wandten. Die Künstler bezeugen die Zustände innerhalb des Dritten Reiches – sie zeigen Not und Verfolgung, Haft und Folter. Viele Werke entstanden in faschistischen Zuchthäusern, Konzentrationslagern und Ghettos. Der weit mehr als 1.500 Werke umfassende Fundus von etwa 400 Künstlern aus 28 Ländern dürfte wohl der weltweit bedeutendste Privatbesitz zu dieser Thematik sein. Künstler verweigerten sich den doktrinären Kunstauffassungen, dokumentierten den Widerstand gegen das NS-Regime und bildeten damit auch eine Brücke zur demokratischen Kunst nach 1945. Neben den Kunstwerken umfasst die Sammlung auch Dokumente und schriftliche Äußerungen der Künstler, die erstmals im Katalog zur Ausstellung veröffentlicht werden.
Hanns Kralik: Flugblatt, Frankreich 1944
Der heute 60jährige Sammler begann bereits im Alter von fünfzehn Jahren seine, inzwischen mehr als 9.000 Kunstwerke umfassende Kollektion aufzubauen, die vorwiegend Graphiken und Gemälde aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts umfasst. Zu einigen Künstlern der Klassischen Moderne unterhielt Gerd Gruber enge, z. T. freundschaftliche Beziehungen. Die Wertschätzung seiner Ausstellungs- und Sammlungstätigkeit zeigt sich auch darin, dass Marc Chagall, Eduardo Chillida, HAP Grieshaber, Hans Hartung, Marino Marini, Joan Miró, Georg Muche u. v. a. m. ihm Werke widmeten oder eigens für ihn schufen.
Die Sammlung Gruber wurde wegen ihrer internationalen Bedeutung als einzige Privatsammlung des Landes Sachsen-Anhalt in das „Gesamtverzeichnis national wertvollen Kulturgutes“ aufgenommen.

Ausstellung: 8. Oktober 2011 bis 4. März 2012

è Cranach-Stiftung
Markt 4
06886 Lutherstadt Wittenberg