| Radio SRF, Sven Ahnert, 22.06.2026 |
Worum geht es? Am Anfang steht der Hinweis aus einem Antiquariat, welcher inzwischen von weiteren bestätigt wurde: «Gekauft wurden gezielt Non-Fiction-Titel ab 1970 mit ISBN-Nummern – angestaubte Lagerleichen, die seit Jahren niemand wollte. Ein Weiterverkauf ist völlig ausgeschlossen: Die Bücher sind wertlos, und es wurde pro Titel immer exakt nur ein Exemplar gekauft.»
In den jetzt kursierenden Meldungen werden aus
- „Titeln ab 1970 mit ISBN-Nummern“ „alte Bücher",
- „angestaubte Lagerleichen“ werden zu „wichtigem Kulturgut“,
- „Einzelexemplare aus großen Auflagen“ werden zu „tonnenweisen Lagerbeständen“,
- „große Bestellungen“ werden zu „leergekauften Antiquariaten",
- „Unverkäufliches“ und Ladenhüter aus offensichtlich zu hohen Auflagen werden zu „vergriffenen Büchern“,
- „Non-Fiction Titel“ werden zu "Romanen" und „Rohdaten für Sprachmodelle“.
- Darüber hinaus bleibt unberücksichtigt, dass Antiquare schon immer, wenn auch schweren Herzens, gezwungen waren, unverkäufliche Lagerbestände, in der Fischerei als Beifang Bezeichnete aus vergangenen Ankäufen, in der Papiertonne zu entsorgten.
Und so erweist sich die häufig zu findende Schlussfolgerung, z.B. die untenstehende auf Radio SRF, zumindest derzeit, nicht nur als unbegründet pessimistisch, sondern schlechterdings als falsch!
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