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Freitag, 17. Januar 2025

Marginalien bei LiteratA

Eine Zeitschriftenrundschau von LiteratA des Mironde-Verlags von Birgit und Dr. Andreas Eichler, letzterer ist Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, berichtet auch über die von dieser herausgegebenen „Marginalien. Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie“.
In der 255. Ausgabe. findet man "thematische Artikel, Interviews, Berichte von der Pirckheimer Jahrestagung in Magdeburg und von einer Buch-Ausstellung im französischen Strasbourg, sowie Rezensionen und Nachrichten.
Aus der Fülle der Beiträge ragt ein lesenswertes Interview mit dem Historiker Peter Hoffmann, anlässlich dessen 100. Geburtstages, heraus. (S. 42 ff.) Die vorbildlich nüchterne Fragestellung Till Schröders erlaubt es dem geistig erstaunlich regem Hoffmann präzise zu antworten. Aus dem Soldaten, der am gescheiterten Eroberungskrieg gegen Russland teilnahm, der am 17. November 1943 bei Belgorod mit einem Lungenstecksplitter verwundet wurde, sich mit seiner Einheit am Kriegsende über Böhmen (dem Anschein nach in Generalfeldmarschall Schörners Heeresgruppe Mitte) zurückzog, wurde im April 1945 in Bayern ein Gefangener der US-Armee. Bereits im Lazarett las er Feldpostausgaben von Eichendorff, Goethe, Uhland und vielen andern Klassikern und Romantikern. In der Gefangenschaft setzte er seine Läuterung fort. Danach lernte er den Beruf des Starkstromelektrikers. 1949 schrieb er sich an der Berliner Humboldt-Universität für ein Studium der Geschichte und Slawistik ein, war von den Vorlesungen und Seminaren des legendären Eduard Winters (1896–1982) begeistert und wurde dessen Assistent bei der Erarbeitung des Standardwerkes „Halle als Ausgangspunkt der deutschen Russlandkunde im 18. Jahrhundert“.
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Freitag, 12. Mai 2023

Klaus Walther (1937–2023)

Wie der Mironde-Verlag mitteilt, ist der Pirckheimer Klaus Walther am 10. Mai in Chemnitz verstorben.
Nach dem Abitur in Aue studierte Walther Journalistik und am Literaturinstitut in Leipzig, wo er auch eine Zeitlang als Oberassistent tätig war. Von 1964 bis 1978 war er Lektor des Mitteldeutschen Verlags, danach leitete er das Bezirkskunstzentrum in Karl-Marx-Stadt. 1982 promovierte er mit einer literaturwissenschaftlichen Arbeit zu Leben und Werk von Bodo Uhse und arbeitete ab 1983 als freier Verleger, Literatur-, Theaterkritiker und Autor.
Von 1991 bis 2002 leitete Klaus Walther den Chemnitzer Verlag, das Buchprogramm der Freien Presse und war nach seinem Ausscheiden dort zudem als Berater und Herausgeber tätig. Er engagierte sich im Sächsischen Schriftstellerverein und begründete 1991 die Buchhandlung Bücher Walther, die nunmehr Filialen in vier Städten hat. Zudem hatte er eine Zeitlang den Vorsitz für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen im Börsenverein des Deutschen Buchhandels inne und war Mitglied des PEN seit 2002. Klaus Walther veröffentlichte und gab über 40 Bücher heraus, darunter auch eine Jahresgabe der Pirckheimer-Gesellschaft.

Dienstag, 4. April 2017

Dichter Nebel im Prellbock

Im Eisenbahnmuseum Lunzenau findet in Kürze eine Ausstellung mit Cartoons und Grafik zum Buch "Wenn ich Flügel hätt" von Ludhardt M. Nebel statt.
Schon in Leipzig war das ein glanzvoller Höhepunkt des Mironde Verlags der Pirckheimer Freunde Birgit und Andreas Eichler. Das Buch brilliert mit vielen Illustrationen u.a. von Rainer Ehrt und Klaus Ensikat.

Eröffnung: 8. April 2017, 19 Uhr mit Ludhardt M. Nebel im Gespräch mit Dr. Andreas Eichler, musikalisch begleitet vom Nebelhornbläser, danach Signierstunde
Ausstellung: 8. April - 8. Mai 2017

Prellbock
Burgstädter Str. 1, 09328 Lunzenau

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Pirckheimer in FFM (3)










Herzlichen Dank an unser frisches Mitglied Andreas Eichler vom Mironde Verlag, dass wir hier sein dürfen. Die Jahresgabe der Pirckheimer-Gesellschaft wurde heute dann persönlich übergeben.
(Ralph Aepler)

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Pirckheimer in FFM

Man findet die Pirckheimer-Gesellschaft in den letzten Jahren verstärkt auf Messen, so auf dem Berliner Antiquariatstag, der artbook.berlin und in diesem Jahr auch auf der Leipziger und zum ersten Mal auch auf der Frankfurter Buchmesse. Die Abbildung zeigt die Präsentation der Marginalien, die im quartus-Verlag erscheinen, am Stand des Mironde Buchversands.

Frankfurter Buchmesse: 19. – 23. Oktober 2016

Samstag, 30. April 2016

Haben Sie das alles gelesen?

Klaus Walther/Dieter Lehnhardt:
Haben Sie das alles gelesen? Ein Buch für Leser und Sammler.
(Mironde Verlag)
mit Birgit Eichler (Gestalterin) und Dieter Lehnhardt (Hrsg. und Fotograf)
Lesung: 6. Mai 2016, 19 Uhr

Buchhandlung Lentner,
Marienplatz 8, Rathaus, München
Telefonische Anmeldung erwünscht: 089/227967

Donnerstag, 23. Juli 2015

eine Veranstaltung der Initiative Buchkultur

REIHENWEISE Die Sammlung Klimmt

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Buch, Kultur & Gesellschaft hatten wir gestern Herrn Reinhard Klimmt zu Gast. Viele kennen Reinhard Klimmt nur als Politiker, ehemaliger Bundesminister und Ministerpräsident des Saarlandes, aber weit gefehlt, er sammelt Bücher von Kindesbeinen an. So entstand „Das Tollhaus im Saarland“, wie der CICERO einst sein Haus bezeichnete - eine beeindruckende Sammlung. Unsere Pirckheimerfreunde Klaus Walther und Dieter Lehnhardt stellten in ihrem Band „Haben Sie das alles gelesen? (erschienen im Mironde-Verlag), neben anderen bedeutenden Sammlern, wie Wulf D. und Akka v. Lucius, Elmar Faber oder Carsten Wurm, auch die Sammlung Klimmt vor.
Gestern Abend standen allerdings die Taschenbücher im Vordergrund. Reinhard Klimmt führte unser Publikum durch die Zeitgeschichte in Ost und West, zeigte die vielen Gemeinsamkeiten und die Unterschiede auf und stellte sie versiert in den historischen Kontext. Er berichte über die Jagd nach Informationen, über Gestalter und Illustratoren, die heute keiner mehr kennt, deren Werke aber bewahrt werden müssen! Die Sammelei mündet bis zur Leipziger Buchmesse 2017 in einem zwei bändigen Werk über die Taschenbuchlandschaft bis zum Ende der fünfziger Jahre mit ihren Reihen und Verlagen. Natürlich möchten er und seine Mitstreiter danach mit den 60er weitermachen… Dieses Projekt wird meiner Meinung nach die gleiche Bedeutung erlangen wie der Blickfang von Jürgen Holstein, ein unersetzbares und einzigartiges Nachschlagewerk und bibliophiles Sahnestück!
Unser Publikum war sehr interessiert und Herr Klimmt schwelgte gemeinsam mit den Anwesenden zwischen den toll gestalteten Taschenbüchern und den darin eingepackten Geschichten.
Unseren Dank an Herrn Klimmt äußerten unsere Mitglieder Katrin Kirchner und Günther Berlejung mit einem deutsch, französischen Buch: Liebesgedichte, die Distanzen überwinden, die Nähe und Intimität vermitteln, die Unsagbares in Worte fassen, in denen Leidenschaft sich nicht zurückhält. Erotik wird im Sprachspiel umschrieben, Sinnlichkeit und Gefühl im Erlebnis unmittelbar.
Katrin Kirchner dringt vor zum eigentlichen Anliegen der Poesie. Ihre Gedichte sind berührend und anrührend. Und eine Liebeserklärung, in Prosa, an Ludwigshafen, eine spröde Stadt, deren Reiz sich nicht dem ersten Blick erschließt. Die Radierungen von Günther Berlejung, beidseitig und durchscheinend, wurden exklusiv für diesen Band geschaffen. Sublim und eindringlich zugleich stehen sie als eigenständige Kunstwerke in assoziativer Beziehung zu den Gedichten.
Zur bibliophilen Kostbarkeit wird das Buch neben seiner feinen Ausstattung auch durch die außergewöhnliche Typografie von H.-J. Kotarski. Sie integriert Text, Bild und Übersetzung buchstäblich transparent. Die einfallsreiche Konzeption übersetzt die künstlerische Aussage noch einmal visuell. Ein Buch, in dem man blättern möchte, ein Buch zum gemeinsamen Lesen.
Natürlich wurde die Ausgabe durch ein Original von Günther Berlejung „angereichert“! Wir hoffen, dass Herr Klimmt noch Wandfläche in seinem „Tollhaus“ frei hat, um dieses wunderbare Blatt anzubringen.
Am 24.Juli feiern wir unser Sommerfest mit verschiedenen Künstlern, einer Buchvorstellung und natürlich mit kulinarischen Highlights! Jeder, der kommen möchte, ist herzlich eingeladen.
Nach der Sommerpause endet unsere Reihe in diesem Jahr am 13. Oktober um 19. Uhr im Bassermann Haus, C4, 9 mit Peter Sodann und seiner Bibliothek.

P.S. Die Planungen für 2016 laufen und wir versprechen erneut ein ansprechendes Programm für alle Interessierte an der Reihe „Buch, Kultur & Gesellschaft“.

(Dr. Ralph Aepler)
è Initiative Buchkultur: Das Buch e.V. c/o Llux
Postfach 25 02 09
67034 Ludwigshafen
Tel. (06 21) 68 50 275

Mittwoch, 18. März 2015

Pirckheimer auf der Leipziger Buchmesse

... Vor dem Sach­buch­fo­rum in der Halle 3 dräng­ten sich am Vor­mit­tag des 12. März die Besu­cher. Viele pro­mi­nente Freunde des Buches (so der Pirckheimer Elmar Faber, Mitte) waren unter ihnen.
(Die) Her­aus­ge­ber Die­ter Lehn­hardt (Mitte) ... (und) Dr. Klaus Walt­her (stellten gemeinsam mit) ... Buch­ge­stal­te­rin Bir­git Eich­ler das (beim Mironde-Verlag erschienene) Buch »Haben Sie das alles gele­sen? Ein Buch für Leser und Samm­ler« vor. ... 
Selbst­ver­ständ­lich signier­ten die Her­aus­ge­ber auch das Buch ...
Dr. Klaus Walt­her signierte gleich zwei Bücher. Nach »Haben Sie das alles gele­sen? ...« erschien eine Art von Fort­set­zung: »Roman­ti­sche Lie­der und eine Lei­che«. Der Form nach ein Bücher-Krimi. Man kann das Buch aber auch als eine Art Ein­füh­rung in das Bücher­sam­meln lesen. ...
(Johan­nes Eichenthal)
... gesamten
Artikel lesen

Klaus Walt­her:
Roman­ti­sche Lie­der und eine Lei­che. Ein Bücher-Krimi.

160 Sei­ten, 12,5 × 21,5 cm,
gebun­den,
Schutz­um­schlag,
Lese­bänd­chen,
12,90 €
ISBN 978–3-937654–87-4

Dienstag, 17. Februar 2015

Haben Sie das alles gelesen?

Eine oberflächliche Rezension

Auf meyerbuch findet sich eine interessante Besprechung eines hier bereits vorgestellten Buches. Interessant, weil der Berliner Antiquar mit seiner Besprechung mit keinem Wort auf den Inhalt eingehend, trotzdem den Finger in die Wunde dieses Druckwerks und anderer moderner Buchproduktion legt. Es mag oberflächlich (R. F. Meyer) scheinen, ein Buch zu besprechen, ohne auf Texte einzugehen, ist aber schmerzhaft - handelt es sich bei diesem Buch doch um einen vornehmlich von Bibliophilen geschriebenen Titel für Bibliophile - in dem jedoch letztlich jeder bibliophile Anspruch aufgegeben wird:

"Warum riechen moderne Druckerzeugnisse nur so unangenehm: reine Chemie steigt aus den aufgeschlagenen Seiten in die Nase. Man sollte sie fern von sich halten und mit einem Fernrohr lesen oder einen Nasenfilter aufsetzen, um Verätzungen der Riechschleimhaut zu vermeiden. ... olfaktorischen Unmut erregen. Zum Beispiel dies Buch über Sammler: „Haben Sie das alles gelesen?“.
Dick kommt es daher, aber das liegt vor allem am 135g/m² schweren, dicken, festen, steifen, viel zu glatten, sich schlecht blättern lassenden Papier ... oberflächlich gesehen sicherlich ungemein geeignet für den Offsetdruck in diversem Bunt, was einigen Abbildungen ihren dezenten Rotstich verleiht – dick kommt es daher, will sich nicht richtig öffnen lassen, weil die Gelenke der Buchdecke mit den Vorsätzen verklebt sind. Ergo zieht sich der Rücken bald ein inkurables Knickleiden zu. ...
Daß ein Lesebändchen, auch dies in rot, solch Staubfänger, unten ausfransender Seitenmerkstrick, irgendetwas mit Bibliophilie zu tun hätte, das ist ein beliebter Irrtum der Lesenzeichenlosen, dem auch dieses Druckwerk anhängt.
Der Einband ist von bescheidener Bläue, die aus irgendeinem behandelten Papier mit Leinenstruktur besteht: es täuscht also etwas vor, was es nicht ist – nichts für jene Finger, die Seide, Leinwand oder Leder gewöhnt sind, irgendein Material eben, das ihnen taktile Freuden bereitet. Das Papier innen ist, wie erwähnt, glatt, kein bißchen Oberflächenstruktur trübt dies; es muß eine Verschwörung geben, den Sinnen kein Futter mehr zu gewähren, ...
Warum wird in manchen neuen Büchern kein Schwarz mehr als Druckerschwärze verwandt? ...
Schrifttype: breit läuft sie über die Zeilen, als ob sie auf einer mittelalterlichen Folterbank gestreckt würde; und wenn sich ein kleines Bild mit in die Spalte schmuggelt, dann wird es zugig: plötzlich sieht sie aus wie geronnene Milch, es wird luftig zwischen den einzelnen Buchstaben, wie gesperrt schaut das aus, als ob überdehnt die gefolterten Gliedmaßen der Wörter auseinanderdrifteten.
... die Farben: Neuerdings ergießt sich Buntheit in die Bücher ... Was kann einen halbwegs sehfähigen Menschen dazu verleiten, Seiten rot oder hellbraun zu unterlegen? ...
Es sind nun seit Gutenberg, selig, einige Jahre in die Schwarzkunstländer geflossen, Erfahrungen in guter Typographie stehen haufenweise zur Verfügung, niemand ist gezwungen, gleich Tschichold-Anhänger zu werden, obwohl mir dessen Aufteilung einer Doppelseite immer noch die schönste und harmonischste dünkt. Aber bereits bei dieser Schrifttype hätte er das Grausen bekommen: jedes ‚w’ macht sich breit, zwei ‚t’ mögen sich nicht und halten stets Abstand zueinander, dafür kuscheln andere Buchstaben miteinander, ohne sich je wirklich zu verbinden, wie z.B. ‚fi’, besonders häßlich, da der i-Punkt gefährlich nah an dem nach unten gebogenen Oberteil des ‚f’ liegt  ....
Alles atmet den Hauch von Flüchtigkeit, mangelndem Gestaltungswillen und Gedankenlosigkeit – summa summarum dies Druckwerk ist ein Zeichen unserer Zeit."
(Rainer Friedrich Meyer)
 
... gesamten Beitrag auf meyerbuch lesen.

Klaus Walther, Dieter Lehnhardt (Herausgeber):
Haben Sie das alles gelesen? Ein Buch für Leser und Sammler.

Mironde-Verlag 2014
366 Seiten, geb., 29,90 €
ISBN-10: 3937654801
ISBN-13: 978-3937654805

Dienstag, 9. Dezember 2014

Haben Sie das alles gelesen?

Büchersammler kennen das: „Haben Sie das alles gelesen?“ Titel des von Klaus Walther und Dieter Lehnhardt herausgegebenen Buches.
Dieser „quälende“ Spruch für Sammler kann nur der Kategorisierung in Sammler und Nichtsammler dienen. Zeitgenossen, welche nicht infiziert sind von der Leidenschaft, Bücher zu sammeln, verspüren nicht den Wunsch diesen Satz beim Anblick einer Wand aus Büchern zu sprechen. Nein Sie gehen oft direkt auf das Wertvollste recht burschikos los!
Es ist nicht der „erste Leseverführer“ Klaus Walther’s aber die Blickrichtung, welche er gemeinsam mit Dieter Lehnhardt in diesem Band gewählt hat. Beide lassen die Sammler diesmal selbst ihre Schätze in insgesamt 16 Beiträgen vorstellen. Anschließend werden zur Abrundung des Themas noch zahlreiche Bücherorte vorgestellt.
Das Buch ist in einer Vorzugsausgabe mit einem Holzstich von Karl Georg Hirsch, von den Herausgebern signiert und in blauem Ziegenvollleder gebunden, erschienen. Die Auflage dieser Ausgabe beträgt 50 Stück. Weiterhin ist der Band auch in einer sehr ansprechenden Normalausgabe erhältlich. Beide sind gleichsam lesenswert.
Allen Beiträgen in diesem Buch ist gemeinsam, dass sie wunderbar die Intentionen der Sammler zeigen, nach welchen Gesichtspunkten ihre Sammlungen entstanden sind und wie sich die Sammlungen im Verlaufe der Zeit entwickelt haben. Übrigens ist die schreiberische Qualität aller Autoren sehr hoch, es macht keinen feststellbaren Unterschied, ob man einen geübtem Schreiber oder den Sammler liest. Überall schwingt die unbändige Leidenschaft zum Leser herüber.
Es empfiehlt sich, stets Papier und Stift in der Nähe zu haben, denn die Lektüre dieses Buches bringt den einen oder anderen neuen Band in die eigene Sammlung. Die „Jagdszenen“ und das „Jagdglück“ der anderen Buchliebhaber treffen beim Leser ja auf viel Verständnis und eigenen Erfahrungsschatz.
Falls noch jemand ein Weihnachtsgeschenk für einen Büchersammler sucht, hier ist meine Empfehlung. Mir geht es jedenfalls so, Geschichten über die Jagd nach Büchern kann ich nicht genug lesen!
(Dr. Ralph Aepler)

Mironde-Verlag
366 Seiten, geb., 29,90 €
ISBN-10: 3937654801
ISBN-13: 978-3937654805

Freitag, 17. Oktober 2014

Haben Sie das alles gelesen?

Ein Buch für Leser und Sammler.

Alfons von Kastilien meinte, der Mensch brauche drei Dinge um glücklich zu sein, gute Freunde zur Gesellschaft, gute Weine zum Trinken, gute Bücher zum Lesen.
In diesem Buch erzählen Leser von ihren Freundschaften mit dem Buch, Sammler von ihren großen oder kleinen Bibliotheken. Und – es gibt Bilder von Bücher-Orten, die man besuchen kann, Bibliotheken von Sammlern und Lesern der Vergangenheit. Eine spannende Lektüre also für Bücherfreunde und solche, die es werden wollen. Fünfzehn Büchersammler stellen ihre Bibliotheken vor, kleine und größere, aber allesamt kommen sie aus der Leselust ihrer Besitzer. Reinhard Klimmt hat eine schöne Kollektion der frühen Taschenbücher versammelt, Uwe Schneider Abenteuerbücher von Friedrich Gerstäcker bis Karl May. Dieter Lehnhardt lebt nicht zufällig bei Wetzlar, Goethe heißt sein Büchergott, und auch Ralph Schippan und Klaus Bellin bewahren klassisches Erbe. Die Verleger Elmar Faber und Hans-Joachim Gelberg, auch sie sind Sammler, und der Antiquar Carsten Wurm beschreibt seine Fehlschläge. Reiner Speck stellt seine Imperien von Proust und Petrarca vor, und Klaus Walther den mörderischen Teil seines Buchbestandes. Joachim Kerstens herzerfrischender Gang durch seine Bücherei und Wulf D. von Lucius‘ nachdenkliche Besichtigung seiner Bestände, Reinhard Abels Künstlerbücher, Gebhard Bretzkes Zola-Welt, Godehard Schramms Jünger-Sammlung und Gunnar F. Fritzsches literarisches Mosaik – sie alle machen Lust, Bücher zu lesen und zu sammeln. Klaus Walther (Text) und Dieter Lehnhardt (Fotos) stellen bekannte und unbekannte Bibliotheken vor, die auf ihre Besitzer vielfach verweisen. Und wir erfahren Unbekanntes aus Goethes Bücherleben am Frauenplan. Und wir erfahren: Brecht sammelte Kriminalromane, Nobelpreisträger Wilhelm Ostwald stützte die Fundamente seiner Bibliothek, der Biologe Ernst Haeckel schrieb nicht nur die Welträtsel, sondern auch Liebesbriefe. Bilder aus Gleims Bibliothek und den Buchbeständen der Anna Seghers. Karl May verwertete seine Bibliothek, Thomas Manns Bücherleben und Arno Schmidt als Buchentdecker. Ernst Jünger sammelte Käfer und Bücher – und Balzac lebte in einer imaginären Bibliothek. Bücher-Orte sind Dichters Orte, zu erleben in der Realität – und in diesem Buch.
 
Mironde-Verlag
366 Seiten, geb., 29,90 €
ISBN-10: 3937654801
ISBN-13: 978-3937654805