Dienstag, 5. Juli 2016

ausgeschnitten und aufgeklebt

Über den Umgang mit Schrift in der DDR

Von der Antiqua über die Grotesk bis hin zu Fraktur und Rotunda: Der Umgang mit Schrift war in der DDR mannigfaltig. Schrift wurde geschrieben, gezeichnet, gemalt, gesetzt – und geschnitten und geklebt. Gebrauchsgrafiker wie Klaus Wittkugel, Werner Klemke, Albert Kapr, Axel Bertram oder Sonja und Gert Wunderlich, die das visuelle Erscheinungsbild der DDR maßgeblich mitprägten, versuchten trotz materieller Engpässe und zuweilen staatlicher Bevormundung ihren hohen Ansprüchen gerecht zu werden. Die Pavillon-Presse zeigt Alltagsdrucksachen wie Plakate, Bücher, Magazine und Schilder aus vierzig Jahren DDR-Geschichte, die von der Vielfalt im Umgang mit Schrift zeugen.
Ausstellung: 4. Juli bis 26. August 2016

Druckgrafisches Museum Pavillon-Presse Weimar
Scherfgasse 5, 99423 Weimar

Montag, 4. Juli 2016

Auch in Bayerisch-Schwaben gibt's renommierte Typografen

Screenshot der Homepage Hubert Jocham
In der Augsburger Allgemeine findet sich am 2. Juli 2016 ein Portät über einen Typografen aus dem Unterallgäu:
"Hubert Jocham gestaltet, was wir täglich ansehen und doch nie bewusst wahrnehmen [*]: Buchstaben. Dünne und dicke, runde und kantige, schlichte und pompöse. ... neue Schriftarten für Magazine ... oder Firmenschriftzüge ...
Der 50-Jährige zieht auf dem glatten Tisch seinen silberfarbenen Laptop heran und zeigt vergangene Aufträge. Darunter sind etliche Firmen, deren Logos vom wöchentlichen Einkauf bekannt sind: Alete, Weihenstephan, Milky Way und Fruchtzwerge sind nur eine kleine Auswahl.
Wenn Jocham einen solchen Auftrag erhält, geht er über den Hof in sein quaderförmiges Ein-Raum-Büro und beginnt, auf einem digitalen Zeichenbrett Ideen zu skizzieren. ...
(Bastian Hörmann)

... weiterlesen mit PressReader.

1 Kommentar:
Abel Doering hat gesagt...
* Diese Absolutierung kann ich keinesfalls unterschreiben, wie vermutlich auch kein anderer Leser dieses Blogs. Man kann durchaus sehenden Auges durch die Welt gehen.

„b“

bernstein Hendrik Liersch corn.elius brändle petrus akkordeon Schoko casana rosso hoeven

Exkursion der Berlin-Brandenburger Pirckheimer

Der Bus war fast voll, der am frühen Samstagmorgen mit zahlreichen Pirckheimern und vielen Gästen vom Alex in Richtung Gransee startete, denn am 2. Juli stand die diesjährige Exkursion der Berlin-Brandenburger Pirckheimer nach Gransee und Bergsdorf auf dem Programm. Nach einer guten Stunde Fahrzeit war die erste Etappe erreicht. Erster Stopp war die „Eremitage“ unseres Mitgliedes Marc Berger, wo für die Hälfte der Gruppe der Besuch der Werkstatt und der am 4. Juni eröffneten Ausstellung „dada ist 100“ - in die uns Roland Berger äußerst kenntnisreich einführte - anstand.
Der zweite Teil der Reisegruppe stieg am Luisen-Denkmal aus und konnte zunächst mit einer Führung das hübsche Städtchen Gransee kennenlernen. Natürlich wurde auch gewechselt und nach einer schmackhaften Stärkung in der Gaststätte „Huckeduster“ starteten wir zum zweiten Programmpunkt in Richtung Bergsdorf. Nach kurzer Fahrt wurden wir dort in der Saalpresse von Angela Schröder und Jürgen Zeidler freundlich begrüßt, die uns in die Geheimnisse des Tiefdrucks und der Lithographie einweihten. Nachdem auch alle unsere Fragen beantwortet waren ging es mit einem kurzen Spaziergang durch das Dorf zum letzten Programmpunkt „Kaffeetrinken“ in das Kurt Mühlenhaupt Museum. Für viele von uns war das riesige Anwesen mit Museum, Kunstscheune, Museumsshop und, und, und … eine große Überraschung.

Bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen stärkten wir uns für die Rückfahrt. Unser freundlicher Busfahrer sorgte dafür, dass wir pünktlich um 18 Uhr am Alex wieder aus dem Bus klettern konnten. Leider war uns Petrus nicht die ganze Zeit hold, das schmälerte aber keineswegs die gute Stimmung und die einhellige Meinung war: Das war ein gelungener Tag, mit vielen Eindrücken und guten Gesprächen.
(Ninon Suckow)


... siehe auch Exkursion zu Brandenburger Druckern.

1. Buchmesse der unabhängigen Verlage

Am 1. und 2. Juli fand die erste Mainzer Buchmesse der unabhängigen Verlage in der Altmünsterkirche statt. ...
Foto © Kai Mühleck, weitere Aufnahmen durch Klick auf die Abb.
[Nach einem kleinen Empfang] folgte das Abendprogramm in der Kirche: drei Lesungen mit Ulrike Schäfer, Jürgen Heimbach und Yvonne Kuschel. Organist Nicolas Berndt spielte zwischen den Lesungen Musik von Bach und Reger. Das Begrüßungswort sprach die Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner. Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein konnte jeder noch in den ausgestellten Büchern stöbern.
[Vor der Verkauufsmesse fand ein] Workshop für die Teilnehmer zu der VG-Wort-Entscheidung des BGH [statt], nach der Buchverlage keine Ausschüttung mehr erhalten dürfen. ... Einige der 23 ausstellenden Verlage gehörten der Kurt Wolff Stiftung an, Kooperationspartner der Messe, zudem präsentierten sich ausgesuchte regionale Verlage.
Auch der Lektorenverband VFLL, der die Messe finanziell unterstützt hat, war mit einem Stand vertreten. ...
Die Messe wurde abgerundet durch eine Podiumsdiskussion zum Thema: „Das allmähliche verschwinden älterer Titel aus dem Buchhandel – was kann man tun?“ ...
Ein breites Publikum besuchte die Messe: Autoren, Studenten der Buchwissenschaften, Familien mit Kindern und sonstige interessierte Leser. Das Feedback war durchweg positiv. ... Konsens herrschte ... darin, dass diese Messe unbedingt nächstes Jahr fortgesetzt werden soll. ...
(Petra Seitzmayer, Lektorenblog)

Sonntag, 3. Juli 2016

Im Weltgeschehen

Der Graphiker und Cartoonist Rainer Ehrt stellt beim Pirckheimer SATIRICUM im Sommerpalais Greiz Cartoons und satirische Grafik vor.
Der heute in Kleinmachnow lebende Graphiker wurde 1960 in Elbingerode/Harz geboren. Er zeigt in dieser Ausstellung einen Einblick in sein umfangreiches und mehrfach preisgekröntes Schaffen, darunter auch die abgebildete und bisher nie veröffentlichte Graphik "Das Boot ist voll" (mixed ink, acrylics) von 1991(!).
Ehrt studierte von 1981–1988 an der Hochschule für Kunst und Design Halle Burg Giebichenstein, war mehrfach Preisträger, unter anderem auch beim Deutschen Karikaturenpreis. Er veröffentlichte in Cicero, im Eulenspiegel und in der taz. Im SATIRICUM im Sommerpalais Greiz war er bei allen acht Triennalen der Karikatur beteiligt. Hinzu kommen zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland sowie Publikationen, die sein überaus sehenswertes graphisches Œuvre vervollständigen.
Zur Ausstellungseröffnung am 9. Juli 2016 um 11 Uhr im Gartensaal wird der Künstler anwesend sein.

Ausstellung: 9. Juli bis 3. Oktober 2016

è SATIRICUM Sommerpalais Greiz
Greizer Park Postfach 1146 07961 Greiz
Tel. (0 36 61) 70 58-0 Fax (0 36 61) 70 58-25

* E-Mail

Exkursion zu Brandenburger Druckern

Die jährliche Exkursion der Berlin-Brandenburger Pirckheimer führte nach Gransee zu einer Stadtführung und zu Marc Berger in die Eremitage, wo derzeit die Ausstellung Typo-DADA läuft und zur Saal-Presse Zehdenick von Angela Schröder und Jürgen Zeidler und das Kurt Mühlenhaupt Museum - trotz einiger Regenschauer ein erfolgreicher Tag und eine interessante Erfahrung für alle Teilnehmer.
(Fotos: Michael Ley)

Samstag, 2. Juli 2016

In Weimar unter dem Dach der Pavillon Presse

Zum dritten Walbaum-Wochenende der Pavillon-Presse, welches sich dem grafischen und typografischen Schaffen der DDR widmet, führte in Weimar unter dem Dach der Pavillon Presse der Pirckheimer Professor Matthias Gubig durch seine Erfahrungen und nennt den Vortrag »Als Typograf im ›Leseland‹ – Über den Umgang mit Grenzen«.
(Ralph Aepler)
Workshop: 2. und 3. Juli 2016
Ausstellung: 4. Juli - 26. August 2016

Druckgrafisches Museum Pavillon-Presse Weimar
Scherfgasse 5, 99423 Weimar

... weitere Fotos hier

Vom Krematorium zum Rollstuhlfahrer-Strand

MMM-DIARIUM 4/2015

Künstlerische Originalarbeiten von Wolfgang Henne (Abb.), John M. Bennett, Freddy Flores Knistoff, José Estevāo und Hartmut Andryczuk
Korrekturen von Wolf Rosenthal

Diarium von Hartmut Andryczuk vom 1. November 2015 bis 31, Januar 2016: Ausstellung im Krematorium; Büsum, die Hauptstadt der Fischbrötchen und behindertengerechten Ferienwohnungen; 92 Suggestionen für ein Krematorium; Bad Saarow und die Kartoffelsuppe in der Pechhütte; Artbook Berlin in der sogenannten Kunstfabrik am Flutgraben; Serge & Albert; ein Spaziergang in Johannisthal; Ruth Sackner; Advents-Kalender-Ausstellung im Ethnologischen Museum; Pro-Age-Software.

Hybriden-Verlag
Series: MMM-DIARIUM
Edition: 25 copies
No order possible (Only for subscriptors)

hybriden-verlag
hybriden-verlag

Freitag, 1. Juli 2016

Finissage Reisereise

Anläßlich der Beendigung seiner ersten Ausstellung mit dem Schwerpunkt Landschaft mit den Pastellarbeiten und Radierungen der letzten Monate wird Eckhard Froeschlin Künstlerbücher seiner EDITION SCHWARZE SEITE zeigen. Die originalgraphischen Künstlerbücher von Froeschlin kombinieren Radierungen mit Texten im Bleihandsatz. Die Abbildung zeigt ein Buch zu Hölderlins Donau-Hymne DER ISTER.

Finissage: 10. Juli 2016

Galerie Distelhausen bei Regensburg
Distelhausen 1, 93188 Pielenhofen

Montag, 27. Juni 2016

Erich Wegener (1904 - 1956)

Der Sammler proletarischer und antifaschistischer Malerei und Graphik des 20. Jahrhunderts Dr. Gerd Gruber stellt zur Zeit in Berlin in einer ersten Personalausstellung die Werke des ASSO-Künstlers Erich Wegener vor, die aus dem Nachlass stammen, der sich bei der Nichte des Künstlers, Frau Cousins, befindet.
Ausstellungsaufbau
Angeregt durch persönliche Begegnungen mit Mitgliedern der 1928 gegründeten und 1933 von den Nazis verbotenen „Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler Deutschlands“ (ASSO), wie Theo Balden, Erich Bischof, Lea Grundig, Max Gebhard, Ernst Jazdzewski, Waldo Köhler, Horst Naumann, Hanns Rossmanit, Herbert Sandberg, Eva Schulze-Knabe, Bruno Voigt u.a. begann der engagierte Pirckheimer Gruber nach weiteren Mitgliedern und Ortsgruppen dieser Künstlergruppe, die am entschiedensten gegen den aufkommenden Hitler-Faschismus auftrat, zu suchen. Er entdeckte viele Mitglieder und ASSO-Ortsgruppen, über die bisher in der Literatur nur wenig oder überhaupt nichts bekannt war. Gruber recherchierte weiter und in den Ausgaben der Zeitung „Rote Fahne“ fand er eine ganze Menge Hinweise auf Wegener, ebenso in weiteren Zeitungen und vom Archiv der Universität der Künste erhielt er einen Personalbogen von 1946, da er damals ein weiterführendes Kunststudium aufnehmen wollte.
aus der Sammlung Gruber, nicht ausgestellt
"´Warum ich Fabriken, Häuser zeichne?` – fragt der proletarische Zeichner Erich Wegener sich selbst.´ Es ist die Landschaft der Werktätigen, es ist der Geburts- und Todesplatz der Proleten, Spielplätze der Jugend, Häuser, Fabriken, Quellen der Revolution – in Häusern, Fabriken, Straßen marschiert die Proletenrevolution.
Erich Wegener ist bildnerisch sehr begabt. Er hat Pastelle von einer Wucht und Fülle der Farbe wie nur wenige. Sein Strich ist robust, brutal, die Erde rast, die Bäume rasen, die Häuser rasen, Fabrikschornsteine ragen – die Welt rebelliert, Erde, Bäume, Häuser lehnen sich auf – es ist eine Härte, eine proletarische Kraft in diesen Bildern, es ist, als ob Wegener mit der Dynamik der Linien und Farben die Welt verändern möchte."
(Rote Fahne vom 8.2.1930, Durus /eigentlich Alfred Kemeny 1895-1945/)

Ausstellung: 17. Juni - 29. Juli 2016

è jungeWelt-Ladengalerie
Torstr. 6
10119 Berlin

Relaunch: Tabor Presse Berlin

In einer gemeinsamen Aktion produzieren die TABOR PRESSE BERLIN und der Kunstraum SCHAU FENSTER eine auf je 33 Exemplare limitierte Grafikmappe mit 28 Lithografien von 28 KünstlerInnen aus dem SCHAU FENSTER-Kosmos, die diese an einem gemeinsamen crossmedialen Workshop-Wochenende mit Happening-Charakter gestaltet haben.
Die Mappe, die auf der neugestalteten Webseite der Tabor Presse Berlin präsentiert und auch bestellt werden kann, enthält Lithografien von Axel Anklam, Colin Ardley, Katharina Arndt, Jim Avignon, Christian Awe, Clemens Behr, Emmanuel Bornstein, Anina Brisolla, Laura Bruce, Tobias Dostal, Sven Drühl, Friederike Feldmann, Wolfgang Flad, Heiner Franzen, Jay Gard, Philip Grözinger, Hannes Gruber, Michelle Jezierski, Fabian Knecht, Karsten Konrad, Christoph Krönke, Dirk Lange, Nathan Menglesis, Ekaterina Mitichkina, Jan Muche, Jovana Popic, Stohead, Josip Zanki und eine Fotografie von Karl Kehlbreier.

Lithomania
Papierformat: 42×29,7cm, Mappenformat: 31,5×43,5cm
Auflage: 33 Exemplare
1.500 €


taborpresse.de

Deutsche Künstler im Exil 1933–1945

Vor etwa dreißig Jahren begann Thomas B. Schumann, Bücher deutscher Exilschriftsteller in Erstausgaben, als Widmungsexemplare oder bibliophile Editionen zu sammeln und später auch neu aufzulegen. Dazu gründete er 1995 seinen eigenen Verlag „Edition Memoria“ in Hürth bei Köln, in dem bisher etwa 30 Titel erschienen.
Seine Sammlung umfasst mittlerweile mehr als 600 Werke. Ein Teil des Ertrages dieser Leidenschaft wurde im Frühjahr 2016 in der beeindruckenden Ausstellung „Verfolgt und vertrieben. Deutsche Künstler im Exil 1933 - 1945“ in Konstanz gezeigt. Dazu brachte Schumann einen Bild- und Textband mit etwa 160 Gemälde und Papierarbeiten von 71 Künstlern heraus. Dazu zählen u.a. Charlotte Berend-Corinth, Adolf Fleischmann, Franz Heckendorf, Lotte Laserstein, Ludwig Meidner und Julie Wolfthorn. Ziel von Schumann ist es, ein „Exil-Museum“ ins Leben zu rufen, welches die Erinnerung an Künstler und Schriftsteller wachhalten oder wiedererwecken soll, die mit der schicksalsprägenden Zäsur des Exils in den meisten Fällen nicht nur aus der Heimat, sondern auch ins Dunkel des Vergessens verbannt wurden.
Thomas B. Schumann wird seinen ausstellungsbegleitenden Bild- und Textband im Rahmen der Veranstaltungsreihe der Hegenbarth Sammlung Berlin „Bilderkarussell“ präsentieren. Autoren wie die Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller, der Journalist und Autor Georg Stefan Troller, der Schauspieler Mario Adorf und der Kurator und Kunsthistoriker Olaf Peters haben Texte beigesteuert. Der Gestalter der Publikation, Reinhard Köster, werk 3, Berlin, gibt an dem Abend auch Auskunft, wie er all diese literarischen, geschichtlichen und künstlerischen Elemente ansehnlich zwischen zwei Buchdeckel zu bannen verstand.

Lesung: 6. Juli 2016, 19 Uhr

Thomas B. Schumann: Deutsche Künstler im Exil 1933–1945
ISBN 978-3-930353-35-4, 39,80 €

Hegenbarth Sammlung Berlin
Nürnberger Straße 49, 10789 Berlin

Sonntag, 26. Juni 2016

Fahndung nach einem Ehrenbürger: Johannes R. Becher

Aus Anlass des 125. Geburtstag von Johannes R. Becher wird in Jenaer Literaturmuseum eine vom Pirckheimer Jens-Fietje Dwars kuratierte Sonderausstellung über Glanz und Elend dieses zerrissenen Dichters gezeigt.
Johannes R. Becher galt jahrzehntelang als der berühmteste Student der Friedrich-Schiller-Universität, die ihren Ehrensenator bis 1989 mit „Becher-Tagen“ geehrt hat und an der EOS „JRB“, dem heutigen Anger-Gymnasium, gab es „Becher-Wochen“.
einige Becher-Ausgaben zwischen 1928 (Roderich Fechner) und 1981 (Aufbau),
ill. von Frans Masereel (lks.) und Peter Nagengast zu Abschied
1891 als Sohn eines Staatsanwaltes geboren, wurde Becher zum aufbegehrenden „Dichter der Jugend“, zum Sprachrebellen, der vor dem Weltkrieg in exzessiven Morphiumrausch floh, 1917/18 in der Jenaer Psychiatrie behandelt wurde (kalter Entzug statt Therapie), sein Medizinstudium fortsetzen wollte, mitten in den Revolutionswirren 1919 jedoch wegen Fehlen eines polizeilichen Führungszeugnisses abgewiesen wieder zu schreiben begann. Er träumt mit Majakowski von der Weltrevolution, steht auf Hitlers Todeslisten und lernt bei Stalin das Fürchten, organisiert in Paris 1935 einen Kongress zur Verteidigung der Kultur und schreibt im Exil berührende Gedichte auf deutsche Städte, darunter auch auf Jena. Er versucht nach 1945 mit dem Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands einen Neubeginn, wird Kulturminister und scheitert an Janka und Harich, als diese Reformen fordern.

Ausstellung: 25. Juni - 06. November 2016

Unterm Markt 12a
07743 Jena

194. Todestag von E.T.A. Hoffmann

Am Sonnabend trafen sich Mitglieder der Berliner Sektion der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft an seinem Grab auf dem Friedhof der Jerusalems- und Neuen Kirchengemeinde am Mehringdamm in Berlin, darunter auch der Geheime Kanzleisekretär Tussmann und Kater Murr, als Mitglieder der Pirckheimer Gesellschaft bekannt unter den Namen Konrad Hawlitzki und Ralf Parkner. Letzterer hat einige Fotos diesen Gedenkens veröffentlicht, klick hier.

Freitag, 24. Juni 2016

gute Nachricht

Die auf je 30 Exemplare limitierten Einbogendrucke der Reihe "Erzählungen aus der Welt der Bücher" des Pirckheimers Harald Kugler werden vorerst doch mit Heft 8 "Glücksschmiede" und Heft 9 "Die Einflüsterer" weitergeführt - ein Erscheinungsdatum steht noch nicht fest. Für die bereits erschienenen Hefte 1 bis 7 gilt bis zum 31. Juli 2016 ein Subskriptionsangebot von 4 € pro Heft plus Porto. Bestellungen bitte direkt beim Autor Harald Kugler.
Alle Hefte der Erzählungsreihe werden später wie bereits angekündigt im Titel "Kaleidoskop einer Leidenschaft" zusammengefasst.

Donnerstag, 23. Juni 2016

Goethe im Kinderzimmer

Der Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe ist auf dem Weg in die Kinderzimmer: Als Miniatur im Auftrag des Thüringer Wirtschaftsministeriums produziert von Playmobil hat er seinen "Faust" mitgebracht. Vermisst wird aber noch Friedrich Schiller.
(mdr, 20.06.2016)
Anzumerken bleibt: Für den Frühstückstisch gibt es Goethe bereits mit Schiller im Set, als Salzstreuer.

Mittwoch, 22. Juni 2016

Gedanken zu den ersten Heften der Einbogendrucke

Die Fußball-Europameisterschaft hat auch etwas Gutes, endlich fand ich Zeit, mich wieder mit Neuerwerbungen in meiner Bibliothek zu befassen, diesmal mit der Heftreihe zur Bibliophilie von Harald Kugler, die dieser in Anlehnung an seine Trilogie zum Bibliophilen-Abend schrieb und auch selbst herausgibt.
Auf Heft 3 konnte ich schon einmal verweisen und nun, nach Lektüre der vorliegenden ersten 5 Hefte, kann ich schon einmal sagen, dass das angekündigte vorzeitiges Aus dieser Reihe nach dem 7. Heft schade ist. Nicht nur, weil es Spaß machte, diese geschmackvoll gestalteten Hefte zu sammeln, die, wie es sich für den Bibliophilen gehört, in limitierter Ausgabe erschienen, sondern weil diese Hefte wunderbar das Interesse an der Liebe zu Büchern und an einer guten eigenen Bibliothek schildern und den Leser wirklich abtauchen lassen in die Welt der Bibliophilen bis hin zum Verständnis des Bibliomanen. Man findet sich als Bücherfreund wieder, man ist gleichsam im Dialog mit Gleichgesinnten und entdeckt Zitate von Persönlichkeiten aus der Welt des Buches, die schon fast in Vergessenheit geraten sind, wie Karl Wolfskehl oder Max Dauthendey.
Dabei handelt es sich keineswegs um bloße, trockene Erklärungen eines Bibliophilen, der die einzelnen Seiten seiner Leidenschaft vom kulturellen Anliegen bis hin zur ausufernden Besessenheit für sich selbst reflektiert - diese Schilderungen sind eingebunden in Rahmenhandlungen, in denen sich die Protagonisten, allesamt konfrontiert mit den Stärken und Schwächen, mit den Erfolgen und Irrwegen dieser Leidenschaft, beweisen müssen. Dem Autor Harald Kugler ist es damit nicht nur gelungen, das Interesse an der Bibliophilie zu wecken, sondern auch interessant und sogar spannend zu vermitteln, ein Verdienst, welches im Rahmen der "modern" gewordenen Diskussion über das angebliche Ende des gedruckten Buches nicht hoch genug zu würdigen ist.
Es ist gut zu wissen, dass das Ende der Einbogendrucke mit den einzelnen Kapiteln nicht das Ende der "Schilderung einer Leidenschaft" ist.
(ad)

Anmerkung:
Einladung zur Subskription für Leser des Pirckheimer-Blogs: Die 30 limitierten Exemplare der Einbogendrucke des "Kaleidoskops der Leidenschaft" werden bis zum 31. Juli 2016 zum Preis von je 4 € /Heft zzgl. 1 € Porto angeboten. Bestellen Sie die ersten 5 Hefte in einer Lieferung, erhalten Sie diese also zum Gesamtpreis von 21 €. Die Bestellungen für dieses Angebot ist nicht über epubli oder Amazon möglich und kann nur direkt beim Autor Harald Kugler erfolgen. Die Lieferzeit beträgt 10 Werktage.

Fest der Druckkunst

Offsetdruck nach einem Umdruck auf Stein
von Armin Mueller-Stahl
Anlässlich einer Armin Mueller-Stahl-Ausstellung unter dem Titel "Steindruck aus dem graphischen Werk" feiert das Kunsthaus Müller das diesjährige Sommerfest für die Kunst als Fest der Druckkunst. Besucher können live an den Steindruckpressen erleben, wie Steindruck original entsteht. Es werden Steindrucker und Künstler als Überraschungsgäste erwartet und es werden Sommerfesteditionen entstehen, die frisch gedruckt und signiert erworben werden können.
Traditionell werden auf der Wäscheleine graphische Blätter zu sehen sein, diesmal ausschließlich Farbsteindruck.
Gerd Schenker sorgt wie schon so viele Jahre für die musikalische Umrahmung und Hausgebackenes erwartet die Gäste für das leibliche Wohl.
(Christian und Bärbel Müller)

Museumsgespräch: 10. Juli 2016, 14:00 Uhr,
die Leipziger Schauspielerin Susanne Krassa liest Armin Mueller-Stahl
Ausstellung: 11. Juni - 11. September 2016
Sommerfest: 13. August 2016, 14:00 Uhr

Kunsthaus Müller
è Kunsthaus Müller & Galerie für zeitgenössische Kunst
Markt 6, 07343 Wurzbach/Thüringen
*
Verlag Bärbel Müller

Antiquariatsliste Juni 2016

Soeben sind die Antiquariatslisten des Roten Antiquariats "Kunst und Literatur" der Berliner Zweigstelle und "Fotobücher und -Zeitschriften" der Wiener Dependance erschienen.
Im ersten Katalog sind gut 250 Titel gelistet, neben Kunst, Literatur und Exil auch signierte Bücher und Widmungsexemplare, darunter das am gestrigen Tag von Michael Baade auf einem Pirckheimer-Abend vorgestellte Buch von Geoffrey Trease "Pfeile gegen Barone" mit Illustrationen von Heinrich Vogeler, welches 1935 in der Verlagsgenossenschaft ausländischer Arbeiter in der UdSSR erschien.
Der Katalog der Wiener Niederlassung enthält knapp 50 Positionen, u.a. auch "La Photographie n´est pas l´art" von Man Ray und André Breton.