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Freitag, 7. November 2025

ENTWERTER/ODER

Uwe Warnke
Nach Taschenkontrolle und Registrierung der Meldedaten erlebten gut 200 Freunde des „Zeitschriftenunwesens“, wie es in der DDR benannt wurde, im überfüllten Regine-Hildebrandt-Saal des Willy-Brandt-Hauses die Eröffnung einer Ausstellung über die originalgraphische Künstlerzeitschrift ENTWERTER/ODER von Uwe Warnke, die 10. in diesem Jahr des Freundeskreises des Willy-Brandt-Hauses, gekoppelt an dessen neugestaltete Ausstellung zu (nach heutigem Sprachgebrauch) „nonkonformer Kunst“ der DDR.
ENTWERTER/ODER wurde im März 1982 von Uwe Warnke und Siegmar Körner gegründet und seit 1984 von Uwe Warnke als eine der zahlreichen Künstlerzeitschriften, die ohne Genehmigungs- und Kontrollverfahren, jedoch natürlich stark beäugt, in der DDR in den 80gern in einer Auflage von 4 bis 99 Exemplaren, herausgegeben. An der vorgestellten Zeitschrift waren insgesamt über 500 Autoren, Künstler und Fotografen beteiligt, es entstanden bis zur aktuellen (hoffentlich nicht letzten!) 102. Ausgabe insgesamt ca. 3.000 Exemplare, die es sogar schon zu DDR-Zeiten in eine öffentliche Bibliothek schafften.
Dr. Jens Ziegler, Mitglied des Berliner Bibliophilen Abend
Vom Herausgeber der Zeitschrift, der auch die Ausstellung kuratiert, konnte ich erfahren, dass er eine, von Freunden des Genres sicher lang vermisste Publikation über die Underground-Künstlerzeitschriften plant, ein Thema, welches Uwe Warnke in seiner Einführung als Insider humorvoll umriss.
Uwe Warnke und Klaus Staeck, Fotos © ad
Ausstellung: 7 November 2025 - 12 April 2026

Willy-Brandt-Haus
Stresemannstr. 28, 10963 Berlin

Montag, 3. November 2025

das sogenannte „Zeitschriftenunwesen“

Der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus stellt in Berlin ENTWERTER/ODER und das sogenannte „Zeitschriftenunwesen“ aus.

Im März 1982 gründeten Uwe Warnke und Siegmar Körner in Berlin, der Hauptstadt der DDR, die original-grafische Künstlerzeitschrift ENTWERTER/ODER. "Alles geschah ohne jegliches kommerzielle Interesse. Wir waren jung und auf Ärger vorbereitet. Wir hatten nichts zu verlieren. Wir taten etwas, ohne zu fragen. Genau das war das Politikum.“ (Uwe Warnke)
Umschläge:  33 (1989) Thomas Günther |  100 (2016) Uwe Warnke |  1 (1982) Siegmar Körner |  21 Harald Rautenberg
500 Beteiligte aus 15 Ländern haben sich an insgesamt 130 Ausgaben von ENTWERTER/ODER beteiligt. Die Ausstellung zeigt Arbeiten aus allen Schaffensperioden der Zeitschrift mit Fokus auf die 1980er Jahre. Zu sehen sind Grafiken aller Techniken, Fotografien, Objekte, Handschriften und Texte. Mit dabei waren unter anderem Claus Bach, Kurt Buchwald, Harald Hauswald, Ruth Wolf-Rehfeldt, Strawalde, Ottfried Zielke, und Peter Wawerzinek

Anlässlich der von Uwe Warnke kuratierten Ausstellung wird im November 2025 eine letzte Ausgabe von ENTWERTER/ODER erscheinen.

Eröffnung: 6. November 2025, 19 Uhr, Einführung: Uwe Warnke
Ausstellung: 7 November 2025 - 12 April 2026

Freundeskreis Willy-Brandt-Haus
Stresemannstr. 28, 10963 Berlin

Montag, 1. Mai 2023

Bibliophiles des Monats: Vom Ende der Utopie

Bibliophiles des Monats Mai
ist der bei Redfoxpress im Juli 2014 erschienene Siebdruck von Uwe Warnke und dem 2016 verstorbenen Ottfried Zielke "VOM ENDE DER UTOPIE".

Es wird uns täglich aus allen Kanälen erklärt, wir lebten am Ende der Geschichte, alles sei nun gut so, Utopien seien obsolet usw. Die Veränderung des Bestehenden ist aber etwas das uns antreibt. Utopia, der Nicht-Ort, dabei die Folie: ein vages Ziel. Der Text "Vom Ende der Utopie" von Uwe Warnke spielt nun Varianten des Wortes verändern in konjunktiven Wortkombinationen durch. Die Reihung zeigt auf, dass es ohne Veränderungen nicht geht. Ottfried Zielke zerlegt die einzelnen Zeilen und bettete sie ein in eine Bildsprache russischer Avantgardisten des frühen 20sten Jahrhunderts. Damit knüpft er ästhetisch an eine Zeit an, als Utopien noch zum Greifen nah waren.

Das 25 x 33 cm große Buch mit 28 Siebdruckseiten ist handgedruckt und gebunden in Achill Island, Irland und erschien in 60 signierten und nummerierten Exemplare.
Uwe Warnke, geboren 1956 in Wittenberge, aufgewachsen in Schwerin, studierte Kartografie an der Technischen Universität Dresden und lebt und arbeitet in Berlin. 1982 gründete er gemeinsam mit Siegmar Körner die illegal erscheinenden original-grafischen Künstlerzeitschrift Entwerter/Oder, die er ab 1984 allein herausgab. 1991 wurde ihm der V.O. Stomps-Preis verliehen.
Ottfried Zielke wurde 1936 in Berlin geboren. Er lebte und arbeitete in Schiffmühle/Oderbruch bei Berlin. Lehre als Gebrauchswerber. Studium an der Fachschule für angewandte Kunst Berlin. Seit 1968 freischaffend als Grafiker und Maler in Berlin. Er war Mitglied der Künstlerinitiative "Kunst statt Werbung", Berlin und Gründungsmitglied der Cartoonfabrik Köpenick, Berlin. Seit 1992 arbeite mit dem Uwe Warnke Verlag, Berlin, zusammen und schuf unikate Malerbücher und andere original-grafischen Künstlerbücher.

Das Buch findet sich u.a. in den Sammlungen des Klingspor Museums, sowie der State Library of Victoria in Melbourne und der Bibliothèque Nationale de Luxembourg.

Freitag, 23. Juni 2017

24. Mainzer Minipressen-Messe

ICH-Verlag Häfner+Häfner in Mainz 2015
Auf der Mainzer Minipressen-Messe werden auch 2017 wieder ... viele Pirckheimer unter den Ausstellern zu finden sein ...

Kompletter Beitrag auf Pirckheimer-Gesellschaft, klick hier: