| DLA (Anja Bleeser) |
Lotte Zweig tippte die Schachnovelle auf ihrer Schreibmaschine mit drei Durchschlägen. So entstanden vier Exemplare, die alle noch handschriftlich korrigiert wurden. Das Original-Typoskript blieb in Brasilien. Dort erschien im September 1942 in der Editora Guanabara in Rio de Janeiro die portugiesische Erstausgabe der Schachnovelle unter dem Titel A partida de Xadrez im Sammelband As três paixões. Die drei Durchschläge gingen am 21. Februar 1942 auf dem Postweg an ihre Empfänger: der erste an Zweigs amerikanischen Verleger Benjamin W. Huebsch in New York, der zweite an Gottfried Bermann Fischer in Stockholm, wo 1943 die zweite deutschsprachige Ausgabe erscheinen sollte, und der dritte an Alfredo Cahn in Buenos Aires. Dort wurde, vermittelt von Cahn, der schon 1924 nach Argentinien ausgewandert war und etliche Werke von Stefan Zweig ins Spanische übersetzt hatte, am 7. Dezember 1942 die deutschsprachige Erstausgabe bei Pigmalión posthum als »Liebhaberdruck« veröffentlicht (vgl. Stefan-Zweig-Handbuch, Berlin 2018, S. 234).
Lili Lebach, Exilantin aus Wuppertal, hatte erst am 8. Juli 1942 die Buchhandlung Pigmálion eröffnet, die sich bis 1979 hielt. Eigentlich war es eine klassische Buchhandlung und die Veröffentlichung der Schachnovelle ein in vielerlei Hinsicht einmaliges Unternehmen, um die Verbreitung der Exilliteratur zu unterstützen. Die Auflage war klein, nur 250 arabisch nummerierte Exemplare, auf deren vorderem Deckel ein kleines Schachspiel mit einem Zweig abgebildet ist. Zusätzlich erschienen 50 römisch nummerierte Exemplare einer in Leinen gebundenen Vorzugsausgabe bei János Peter Kramer, auch Buenos Aires. Die besonderen Umstände der Veröffentlichung sind in der Erstausgabe festgehalten: »Das Original dieses Buches wurde vom Verfasser wenige Stunden vor dessen Tod seinem Freund und Uebersetzer Alfredo Cahn zugeschickt …«, heißt es auf dem Vorsatz.
Das Marbacher Exemplar trägt die Nr. 163. Die Bibliothek ist sehr glücklich, es neben zahlreichen späteren Ausgaben, Übersetzungen und Bearbeitungen endlich in ihrem Bestand zu wissen, und dankt der Deutschen Literaturstiftung herzlich für die Unterstützung.
(Katja Buchholz, gesamter Bericht hier)
Lili Lebach, Exilantin aus Wuppertal, hatte erst am 8. Juli 1942 die Buchhandlung Pigmálion eröffnet, die sich bis 1979 hielt. Eigentlich war es eine klassische Buchhandlung und die Veröffentlichung der Schachnovelle ein in vielerlei Hinsicht einmaliges Unternehmen, um die Verbreitung der Exilliteratur zu unterstützen. Die Auflage war klein, nur 250 arabisch nummerierte Exemplare, auf deren vorderem Deckel ein kleines Schachspiel mit einem Zweig abgebildet ist. Zusätzlich erschienen 50 römisch nummerierte Exemplare einer in Leinen gebundenen Vorzugsausgabe bei János Peter Kramer, auch Buenos Aires. Die besonderen Umstände der Veröffentlichung sind in der Erstausgabe festgehalten: »Das Original dieses Buches wurde vom Verfasser wenige Stunden vor dessen Tod seinem Freund und Uebersetzer Alfredo Cahn zugeschickt …«, heißt es auf dem Vorsatz.
Das Marbacher Exemplar trägt die Nr. 163. Die Bibliothek ist sehr glücklich, es neben zahlreichen späteren Ausgaben, Übersetzungen und Bearbeitungen endlich in ihrem Bestand zu wissen, und dankt der Deutschen Literaturstiftung herzlich für die Unterstützung.
(Katja Buchholz, gesamter Bericht hier)
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