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Mittwoch, 1. November 2023

Bibliophiles des Monats: Über das Papier

Bibliophiles des Monats der Informationen eines Pirckheimers ist im November wieder eine Ausgabe des Berliner Bibliophilen Abend, ein Auszug aus dem Titel von Armin Renker „Über das Papier. Ein Dialog zwischen dem Papiermacher und dem Laien“, eine Schrift, welche lange als Standardwerk galt und zahlreiche Nachauflagen erlebte.

Die hier vorgestellte Ausgabe erschien 1930 im Berliner Verlag Liebheit & Thiesen, der dieses Heft zum 25jährigen Jubiläum des Berliner Bibliophilen-Abend* stiftete. Es enthält 29 Seiten im Format 4° in Fadenheftung, war auf Maschinenbütten gedruckt mit 2 Abbildungen und 2 Maschinenbüttenpapierbogen mit Wasserzeichen. Es wurde von Abraham Horodisch und Emil Ferdinand Tuchmann als Berliner Bibliophile Abhandlungen, Band 1 in 500 handnummerierten Exemplaren herausgegeben.

Der Bibliophile Armin Renker (1891 - 1961) stammte aus einer alten Papiermacherfamilie und wurde als Sohn des Papierfabrikanten Gustav Renker und dessen Ehefrau Addi Schoeller geboren. Ab 1919 leitete er als Inhaber eine Papierfabrik, die international für ihr „Zerkall-Bütten“ bekannt war, welche die Produktion von Büttenpapier in Folge der Hochwasserschäden vom Juli 2021 einstellen musste.
Renker verfasste weitere zahlreiche Fachpublikationen zur Papiergeschichte, war auch als Politiker aktiv und hinterließ ein von Adalbert Stifter beeinflusstes literarisches Werk, welches vorwiegend aus Kurzprosa und Gedichten besteht.
Die erste Auflage des Titels "Das Buch vom Papier", dessen Auszug unter dem Titel "Über das Papier" Bibliophiles des Monats ist, enthält 188 S., davon 97 Blätter mit durchgehendem Text in rot und schwarz gedruckt auf Zerkall-Bütten, mit 4 Blättern mit Wasserzeichen und 9 Papierproben. Sie erschien 1929 in 325 Exemplaren als Jahresgabe der Maximilian-Gesellschaft.
Eine weitere Ausgabe erschien bei Spamer und Sinsel für Insel, o.J. (1934) und eine zweite, neu bearbeitete Ausgabe 1936 im Insel-Verlag Wiesbaden, dort auch die vierte, neu bearbeitete Ausgabe 1951. Auch der Insel-Verlag Leipzig brachte den Titel 1950 heraus.

*Schreibweise von 1930

2 Kommentare:
Bernd Friedrich Schulz hat gesagt…
ich kenne von ihm DAS BUCH VOM PAPIER.
Das ist ein etwas ganz anderes Werk?
02 November, 2023
Abel Doering hat gesagt…
"Das Buch vom Papier" (die EA 1929 war Jahresgabe der Maximilian-Gesellschaft) ist die Quelle des Auszug der Jahresgabe des BBA "Über das Papier", welcher Bibliophiles des Monats ist.
03 November, 2023

Dienstag, 1. August 2023

Bibliophiles des Monats: Die impressionistische Buchillustration

Bibliophiles des Monats August ist die, den Teilnehmern der am 15. November 1931 in Berlin abgehaltenen Jahresversammlung der Gesellschaft der Bibliophilen vom Berliner Bibliophilen-Abend gewidmete Schrift des BBA-Mitglieds und Kunstkritikers Karl Scheffler (1869-1951) „Die impressionistische Buchillustration in Deutschland“.

Der auf den ersten Blick unscheinbare Titel erschien 1931 im Verlag „Berliner Bibliophilen-Abend“, gebunden im Format 4° (29,8 x 23,4 cm), 68 Seiten stark mit zahlreichen Abbildungen in einer einmaligen Auflage von 520 nummerierten Exemplaren.

Gesetzt wurde er in Didot-Antiqua und gedruckt von Aldus Druck Berlin, die Druckleitung lag in den Händen des bekannten Berliner Bibliophilen und ab 1934 Inhaber des niederländischen „Antiquariats Erasmus“ Abraham Horodisch (1898 – 1987), Freunden des Buches als Mitbegründer der „Soncino-Gesellschaft der Freunde des jüdischen Buches“ ein Begriff. Den Einband stiftete, wie so oft, der Buchbinder Otto Herfurth, ebenfalls BBA-Mitglied und Gründungsmitglied der 1923 ins Leben gerufenen Vereinigung Meister der Einbandkunst.

Da der Titel nur selten in Antiquariaten zu finden ist, lohnt sich ein Blick auf die Seite Wikimedia Commons.

1 Kommentar:
Bernd Friedrich Schulz hat gesagt…
Nur weniges war mir vertraut - danke
01 August, 2023

Samstag, 23. August 2014

Werner Klemke zum 20sten Todestag

Am 26. August 1994 verstarb das Gründungsmitglied der Pirckheimer-Gesellschaft Werner Klemke. Dieser Perrsönlichkeit widmen sich einige Beiträge, so u.a. vom Pirckheimer Harald Kretzschmar und dem Berliner Drucker Martin Z. Schröder.
 
Der Artikel von Harald Kretzschmar in der Wochenendausgabe des Neuen Deutschland unter der Überschrift Die Haltung des Zeichners widmet sich der Frage: Was zum frühen Werner Klemke dringend zu erinnern ist. Kretzschmar schildert die späte Erinnerung an die antifaschistische Vergangenheit von Werner Klemke. "Früh krümmt sich, was ein Häkchen werden will - dieser Sinnspruch ist recht vielseitig zu deuten. Wer dazu neigt, krumme Sachen zu machen, übt sich darin beizeiten, das ist eine mögliche Bedeutung. Die Generation des 1917 geborenen Berliner Zeichners Werner Klemke war auf fatale Weise dieser Verführung ausgesetzt. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 wurde sie schwerbewaffnet ausgesandt, in ...".

Martin Z. Schröder stellt seinen Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 22. August unter die Überschrift: Ein Held aus dem Antiquariat und untertitelt: Werner Klemke war der große DDR-Grafiker. Zuvor nutzte er seine Kunst, um Leben zu retten.
Er würdigt ausführlich die Bedeutung Klemkes in der Graphikszene der DDR und darüber hinaus: "Werner Klemke? Sein Ruhm schwappte kaum über die innerdeutsche Grenze. Wer heute von der Buchkultur in der DDR schwärmt, meint ... auch (die) nicht eben wenigen illustrierten Werke, die Kinderbücher, die schönen Klassikerausgaben. Und dann ist man auch schon bei Werner Klemke, dem ostdeutschen Großmeister des Buchentwurfs. ... Er beherrschte alle gebrauchsgrafischen Techniken - vom Holzstich bis zur Kreidezeichnung. Er arbeitete für den Trickfilm und die Presse, gestaltete Prospekte, malte Plakate, kalligrafierte, entwarf Bühnenbilder und Kostüme, Abziehbilder und Briefmarken, schuf Bleiverglasungen, Exlibris, Filmprogramme, Glasuntersetzer, Hausfassaden, Schallplattenhüllen, Postkarten, Signete, Wandschmuck, Glückwunschkarten - und vor allem Bücher. Über 800 Bücher. ...
Und Werner Klemke beeinflusste als Professor an der Berliner Kunsthochschule in Weißensee die Bildsprache dieses Landes. Dieser in der Buchgeschichte einmalig schaffende Künstler war wegen seiner über 35 Jahre lang stets mit einem kleinen Kater versehenen Titelzeichnungen der Zeitschrift Das Magazin so bekannt und beliebt, dass er sogar mit dem für seine Schlagfertigkeit und gefährlichen politischen Spitzen populären Conferencier 0. F. Weidling 1982 eine ganze Femsehshow mit unterhaltsamem Gespräch über Gebrauchsgrafik ausfüllen konnte.
" Im Folgenden geht Martin Z. Schröder wie auch Harald Kretzschmar auf die lange Zeit unbekannt gebliebene Kriegsgeschichte Klemkes in Nordholland ein: "Unter Fotos und Dokumenten aus der Besatzungszeit fand sich (2011) ein Aufsatz ..., der über deutschen Soldaten berichtet: Johannes Gerhardt und Werner Klemke." Es stellte sich heraus, "dass Klemke durch Fälschung von Dokumenten nicht-jüdische Abstammungen erfunden und somit Deportationen verhindert sowie zweimal versucht hatte zu desertieren. ... Offenbar stellte den Kontakt ein zweiter Soldat her, der Fotograf Johannes Gerhardt, der mit Klemke bei der Luftabwehr diente und den Mels de Jong im Antiquariat „Erasmus" in Amsterdam kennengelernt hatte. Diese Buchhandlung war von Abraham Horodisch, einem promovierten Wirtschaftswissenschaftler, bedeutenden Verleger, Büchersammler und Handpressendrucker, nach seiner Flucht aus Berlin im Juni 1933 gegründet worden. ... Die beiden jungen deutschen Soldaten, die so kühn die deutsche Mord- und Raublust verweigerten, sind nicht weniger Helden als die Offiziere des 20. Juli. Nur haben sie ihre Geschichte nie erzählt."

Ende des Jahres wird eine
Filmdokumentation von Annet Betsalel zu diesem Lebensabschnitt von Werner Klemke fertiggestellt sein, unterstützt auch von der Pirckheimer-Gesellschaft.

Dienstag, 23. Oktober 2012

Verleger, Buchhändler und Antiquare in der Emigration 1933 bis 1945

Martin Breslauer, 1920er Jahre
(Erinnerungen, Aufsätze, Widmungen,
Frankfurt, 1966), Kurt Wolff, 1941
© Schiller Nationalmuseum, Marbach
Rund 500.000 Menschen mußten unter dem Naziregime zwischen 1933 und 1945 als Emigranten das Land verlassen. Zum großen Teil aufgrund der jüdischen Abstammung, aber in vielen Fällen auch aus politischen Gründen, wurden unendlich viele verfolgt und zur Emigration gezwungen. Etwa 1.000 Verleger, Buchhändler und Antiquare sind in dieser Zeit emigriert.
Herausragende Persönlichkeiten wie Fritz Landshoff, Wieland Herzfelde, Gottfried Bermann-Fischer, Kurt Wolff als Belletristikverleger, aber auch wissenschaftliche Verleger wie Walter Jolowitsch, Kurt Jacoby, Wilhelm Jungk und auch zahlreiche Antiquare wie Hans-Peter Kraus, Martin Breslauer, Abraham Horodisch, Albi Rosenthal und viele andere mußten das Land verlassen. Der Referent untersucht die Auswirkungen dieses kompletten Exodus und die Wirkung, die sich in der Emigration ergeben hat. Vor 1940 gab es kein privates, bibliophiles oder wissenschaftliches Antiquariat in den USA, keinen privaten Wissenschaftsverlag. Alle diese Unternehmungen wurden von deutschen Emigranten gegründet und erlangten weltweite Wirkung. Die Remigration fand nur in ganz geringem Maße statt und wird ebenfalls behandelt. Die wichtigsten Emigranten werden in Kurzbiographien vorgestellt.
(Klaus G. Saur)

Vortrag von Klaus G. Saur: 8. November 2012, 19 Uhr

Bayerische Akademie der Schönen Künste
Max-Joseph-Platz 3 | D-80539 München

Donnerstag, 20. Mai 2010

BBA - relaunched

Der Webauftritt des è Berliner Bibliophilen Abend wurde in die Hände von Abel Doering gelegt. Dieser übernahm vorsichtig das bisherige Design und Konzept der Seite, verbesserte die Optik etwas und entfernte veraltete Scripts, so dass das Seite schnelle geladen wird. Das Erscheinungsbild sollte jetzt wieder so sein, wie ursprünglich gedacht. Hinzugefügt wurden einige Informationen, vor Allem zu Publikationen der letzten Jahre, sowie eine lange vermisste Suchfunktion.

siehe auch è Börsenblatt

1 Kommentar:
Die geringfügigen bibliographischen Korrekturen zu den BBA-Publikationen sind zu loben.
Wesentliche Teile der Publikationen des BBA konnten durch die rechtzeitige Emigration von Dr. Abraham Horodisch [1898-1987] und Dr. Emil F. Tuchmann [1885-1963] im Jahre 1933 ins Ausland verbracht werden.
Dazu gehörten auch die vollständigen Druckerzeugnisse von Aldus-Druck, Berlin. Die Brüder Erich und Reinhold Scholem hatten diese Möglichkeit 1937-38 nicht mehr.
(Hartmut Erlemann)