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Donnerstag, 2. Oktober 2025

Hans und Lea Grundig - Krieg und Frieden

Die BSW-Fraktion im Landtag Brandenburg plant in dessen Räumen eine Ausstellung mit Werken von Hans und Lea Grundig zum Thema „Krieg und Frieden“. Sie möchte damit nicht nur ein Zeichen gegen Kriegsertüchtigung setzen, sondern zeigt auch, welche wichtige und mutige Rolle Kunst und Kultur in der politischen Auseinandersetzung spielen.
Hans und Lea Grundig gehörten zu den bekanntesten Künstlerpersönlichkeiten in der DDR. Von den Nazis als Kommunisten - und Lea Grundig zudem als Jüdin - verfolgt, haben sie ihr ganzes Leben dem Frieden gewidmet. Das Künstlerpaar Grundig schuf ein authentisches Werk, aus dem man viel über die Schrecken des Krieges erfahren und Schlüsse für die Gegenwart ziehen kann.
Zur Eröffnung findet eine von Dietmar Ringel moderierte Gesprächsrunde mit Daniela Dahn (Publizistin), Friederike Benda, Torsten Harmsen (Autor) und Dr. med. Maria Heiner (Leihgeberin) statt, musikalische Umrahmung: TAKAYO. Im Anschluss an die Ausstellungsbesichtigung findet ein Empfang statt, auf dem man sich bei Getränken über die Themen KRIEG UND FRIEDEN, sowie die Rolle der Kunst austauschen kann.

Ausstellungskatalog zum Download
 
Eröffnung: 1. Oktober 2025, 16 Uhr
Ausstellung: 1. Oktober 2025 - 31. Januar 23026

Landtag Brandenburg
Alter Markt 1, 14467 Potsdam

Dienstag, 10. Juni 2025

Johnny Friedlaender - Meister der Farbradierung

Die Cranach-Stiftung in der Lutherstadt Wittenberg zeigt bis zum 14. September in ihrem Museum farbige Aquatinta-Radierungen von Johnny Friedlaender aus der Sammlung unseres Pirckheimers Dr. Gerd Gruber.

Friedlaender wurde 1912 in Schlesien geboren, lernte bei dem Brücke-Künstler Otto Mueller in Breslau und kam 1930 nach Dresden, wo er sich als überzeugter Hitler-Gegner den linken Künstlern der Assoziation revolutionärer bildender Künstler (ASSO) anschloss. Eine enge Freundschaft verband ihn auch mit Hans und Lea Grundig. Im April 1933 wurde er von der Gestapo verhaftet und ins KZ-Hohnstein deportiert, wo er bis Dezember inhaftiert war. Über Zwischenstationen emigrierte er nach Frankreich, wo er während des Krieges mehrfach interniert wurde und einer Deportation nach Auschwitz entkommen konnte. Nachdem ihn die Nazis die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen hatte, wurde er 1952 französischer Staatsbürger.
Blick in die Ausstellung, Foto G. Gruber
Friedlaender hat die farbige Radierung durch Kombination der verschiedensten Techniken, wie Ätzradierung, Kaltnadel, Aquatinta, Aussprengverfahren und Mezzotinto zur höchsten Perfektion gebracht, er hat Maßstäbe gesetzt. Er zählt zu den bedeutendsten Graphikern des XX. Jahrhunderts.
Neben Farbradierungen aus einer Schaffenszeit von 35 Jahren sind in der Ausstellung auch Kupfer-Radierplatten und die zugehörigen Abzüge ausgestellt, so dass man den Druckprozess einer Radierung nachvollziehen kann.

Gerd Gruber, kannte Johnny Friedlaender persönlich und er traf ihn auch in seinem Atelier in Paris, wovon er u.a. in der kleinen 32seitigen Ausstellungsbroschüre berichtet (erhältlich für 4 Euro plus Versand: Cranach-Stiftung Wittenberg).

23. Mai 2025 - 14. September 2025

Cranach-Stiftung Wittenberg
Markt 4, 06886 Lutherstadt Wittenberg

Sonntag, 16. Oktober 2022

Ich bin kriegsmüde

Ich weiß, ich wiederhole mich. Trotzdem möchte ich hiermit nochmals einen Linolschnitt des Pirckheimers Steffen Büchner, dem ich herzlich für die Zusendung des Blattes danke, vorstellen, welches für mich nicht nur künstlerisch gelungen, tiefgründig und von hoher Ethik ist, sondern eben bedrückend aktuell.

Abel Doering mit der Graphik von Steffen Büchner, Ich bin kriegsmüde, Linolschnitt
Foto und Montage © Nora Doering

In den letzten Tagen hatte ich Gelegenheit, wichtige Werke von Otto Dix, Käthe Kollwitz, Ernst Barlach und Hans Grundig im Original zu sehen. Es stimmt hoffnungsvoll, den von diesen Künstlern dargestellten Humanismus, die Abkehr vom Krieg, bei zeitgenössischen Künstlern mit ähnlichem Strich und Intensität wiederzufinden.

Hätte mich gern vor den Bundestag gestellt, um das Blatt vorzuhalten, leider zwingt mich eine Erkältung zu einer flüchtigen Fotomontage. Was aber die Bildaussage um nichts schmählern sollte.

Donnerstag, 29. September 2022

Zwei Ausstellungen mit Pirckheimer-Unterstützung

Im September 1522 wurde die von Martin Luther auf der Wartburg erstellte und in Wittenberg gedruckte Übersetzung des Neuen Testaments, auch Septembertestament genannt, veröffentlicht. Zur großen Popularität dieser Publikation trugen sicher auch die 21 Holzschnitte bei, die Lucas Cranach d.Ä. und dessen Werkstatt für das letzte Buchkapitel, die Offenbarung (griech. apokalypsis) des Johannes schuf.
Aus Anlass dieses 500jährigen Jubiläums zeigt die Wittenberger Cranach-Stiftung im ehemaligen Wohnhaus der Malerfamilie Cranach die Ausstellung „Apokalypse - ein Blick in den Abgrund und darüber hinaus“.
Holzschnitte Albrecht Dürers zur „Apokalypse“, an der Stirnwand Gegenüberstellung der Illustrationen Cranachs, Dürers und Beckmann zu den jeweiligen Textstellen der „Apokalypse“
In etwa 60 Exponaten werden neben den berühmten Apokalypse-Darstellungen Albrechts Dürers Kunstwerke des 20. und 21. Jh. gezeigt, in denen das Thema wieder aufgegriffen und die existenzielle Bedrohung der Menschheit verbildlicht wird. Eine zentrale Rolle spielen hierbei die Lithographien Max Beckmanns, die er nach seiner Flucht vor den Nazis während des Gräuels des Zweiten Weltkrieges in Amsterdam schuf.
Lithographien Max Beckmanns zur „Apokalypse“
Unser Pirckheimer Dr. Gerd Gruber unterstützt die Ausstellung mit mehreren Werken seiner Sammlung, so von Santos Balmori, Werner Drewes, Alfred Frank, Hans Grundig, Alfredo Mereles, Erich Mueller-Kraus und Michal Tillner.
v. l. n. r.: Werke von Erich Mueller-Kraus, Werner Drewes, Hans Grundig
Gegenüber den berühmten apokalyptischen Reitern von Dürer ist Balmoris Schabblatt von 1938 ausgestellt, auf dem die Reiter de Gesichtszüge von Hitler, Franco, Mussolini und dem japanischen General Tojo Hideki tragen. Rechts neben diesem Werk der apokalyptische Reiter von Mereles, in dem, wie auch in Werken zeitgenössischer Künstler der Ausstellung, aktuelle Themen, wie Atomgefahr, Dominanz des Großkapitals und Umweltzerstörung, angesprochen werden.
v. l. n. r.: Werke von Hans Grundig, Santos Balmori, Alfredo Mereles, Fotos: Gerd Gruber

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (Format A4, 48 Seiten, 74 Abb., 8 Euro).

Die Ausstellung ist bis zum 11. Dezember 2022 zu sehen, danach bis 31. Januar 2023 ohne die Werke Dürers und Beckmanns.

Cranach-Stiftung Wittenberg
Markt 4, 06886 Lutherstadt Wittenberg

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Neben dieser Ausstellung unterstützte Gerd Gruber auch die Ausstellung „Paul Busch. Zeichenlehrer und Künstler“ der Städtischen Sammlungen Cottbus mit Leihgaben. Paul Busch, nur wenigen Kunstfreunden bekannt, hatte enge Kontakte zu Herwarth Waldens „Sturm“ in Berlin. Er war über Jahre hinweg in den „Sturm“- Ausstellungen vertreten und der als Sonderheft 2022 der „Cottbuser Blätter“ erschienene Ausstellungskatalog (124 Seiten, zahl. Abb., Regia-Verlag, 14.90 Euro) ist die erste und vor allem sehr akribisch recherchierte Veröffentlichung über diesen Künstler.

Sonntag, 7. August 2016

Zeichner / Dichter / Zeichner

Gerd Gruber stellt Altenbourg, Claus, Goertz, Schnell, Kritzky und Picasso vor
Am vergangenen Freitag wurde in der Cranach-Stiftung in Wittenberg eine kleine Ausstellung aus der Sammlung des Pirckheimers Dr. Gerd Gruber eröffnet.
Von Johann Wolfgang von Goethe, in 9. Generation Nachfahre Lucas Cranachs des Älteren, sind nicht nur bedeutende literarische Werke überliefert, sondern auch dutzende Zeichnungen. Um solche künstlerische Mehrfachbegabungen geht es in der Ausstellung: Dichter als Zeichner, Zeichner als Dichter.
In der Ausstellung zu sehen: Verlon, Čapek, Mahler
Die Professionalisierung der künstlerischen Ausbildung an den Akademien hatte im 19. Jahrhundert zu einer hochgradigen Spezialisierung geführt. Es gab Landschaftsmaler, Historienmaler oder Tierbildhauer. Das änderte sich radikal zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als bei den Expressionisten, Dadaisten und Surrealisten konsequenter, alle künstlerischen Ausdrucksformen umfassender Dilettantismus Programm war. Grenzbereiche zwischen Literatur, bildender Kunst und Musik markieren beispielsweise Kurt Schwitters Arbeiten wie die „Sonate in Urlauten“ (1923/1932). Auch seine nach 1916 entstandenen Holzschnitte haben das Fragmentierte seiner Texte und Collagen. Picasso, in der Ausstellung mit einer Radierung vertreten, hinterließ unter anderem ein ab 1944 mehrfach aufgeführtes Schauspiel. Ernst Barlach schuf neben Grafiken und eindrucksvollen Plastiken den Roman „Der gestohlene Mond“. Im Jahr 1919 wurden seine Dramen „Der tote Tag“ und „Der arme Vetter“ uraufgeführt. Der 1930 in Annaberg geborene Carlfriedrich Claus experimentierte zunächst mit Texten und Klanggebilden. 1958 schuf er erste Sprachblätter. Die in der Ausstellung gezeigte Grafik „Eulenspiegel-Reflex V“ (1989) hat noch die Anmutung eines handgeschriebenen Textes, doch geht es hier nicht mehr um dessen Lesbarkeit. Die Linien verdichten sich, zerfasern an den Ränder und bilden organische grafische Urformen.
Gruber vor Grass, Grundig, Wüsten – Vitrine: Ionesco, Loewig, Süverkrüp
Ausgestellt sind 45 Kunstwerke von 33 Künstlern und 30 Bücher (Theaterstücke, Gedichtbände, Erzählungen). Vertreten sind: Rafael Alberti, Altenbourg, Jean Arp, Ernst Barlach, Josef Capek, Carlfriedrich Claus, Jean Cocteau, Friedrich Dürrenmatt, Heinrich Goertz, Horst-Dieter Gölzenleuchter, Karl Otto Götz, Günter Grass, Lea Grundig, Raoul Hausmann, Jean Hélion, Wolf Hildebrandt, Eugene Ionesco, Harald Kretschmar, Emil Kritzky, Alfred Kubin, Roger Loewig, Joseph Mahler, Wolfgang Mattheuer, Otto Nebel, Pablo Picasso, Thomas Ring, Robert Wolfgang Schnell, Kurt Schwitters, Dieter Süverkrüp, Emilio Tadini, André Verlon, Johannes Wüsten, Hans-Joachim Zeidler.

Ausstellung: 6. August - 13. November 2016

Cranach-Stiftung Wittenberg
Markt 4 06886 Lutherstadt Wittenberg

Montag, 27. Juni 2016

Erich Wegener (1904 - 1956)

Der Sammler proletarischer und antifaschistischer Malerei und Graphik des 20. Jahrhunderts Dr. Gerd Gruber stellt zur Zeit in Berlin in einer ersten Personalausstellung die Werke des ASSO-Künstlers Erich Wegener vor, die aus dem Nachlass stammen, der sich bei der Nichte des Künstlers, Frau Cousins, befindet.
Ausstellungsaufbau
Angeregt durch persönliche Begegnungen mit Mitgliedern der 1928 gegründeten und 1933 von den Nazis verbotenen „Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler Deutschlands“ (ASSO), wie Theo Balden, Erich Bischof, Lea Grundig, Max Gebhard, Ernst Jazdzewski, Waldo Köhler, Horst Naumann, Hanns Rossmanit, Herbert Sandberg, Eva Schulze-Knabe, Bruno Voigt u.a. begann der engagierte Pirckheimer Gruber nach weiteren Mitgliedern und Ortsgruppen dieser Künstlergruppe, die am entschiedensten gegen den aufkommenden Hitler-Faschismus auftrat, zu suchen. Er entdeckte viele Mitglieder und ASSO-Ortsgruppen, über die bisher in der Literatur nur wenig oder überhaupt nichts bekannt war. Gruber recherchierte weiter und in den Ausgaben der Zeitung „Rote Fahne“ fand er eine ganze Menge Hinweise auf Wegener, ebenso in weiteren Zeitungen und vom Archiv der Universität der Künste erhielt er einen Personalbogen von 1946, da er damals ein weiterführendes Kunststudium aufnehmen wollte.
aus der Sammlung Gruber, nicht ausgestellt
Warum ich Fabriken, Häuser zeichne?` – fragt der proletarische Zeichner Erich Wegener sich selbst.´ Es ist die Landschaft der Werktätigen, es ist der Geburts- und Todesplatz der Proleten, Spielplätze der Jugend, Häuser, Fabriken, Quellen der Revolution – in Häusern, Fabriken, Straßen marschiert die Proletenrevolution.
Erich Wegener ist bildnerisch sehr begabt. Er hat Pastelle von einer Wucht und Fülle der Farbe wie nur wenige. Sein Strich ist robust, brutal, die Erde rast, die Bäume rasen, die Häuser rasen, Fabrikschornsteine ragen – die Welt rebelliert, Erde, Bäume, Häuser lehnen sich auf – es ist eine Härte, eine proletarische Kraft in diesen Bildern, es ist, als ob Wegener mit der Dynamik der Linien und Farben die Welt verändern möchte."
(Rote Fahne vom 8.2.1930, Durus /eigentlich Alfred Kemeny 1895-1945/)

Ausstellung: 17. Juni - 29. Juli 2016

è jungeWelt-Ladengalerie
Torstr. 6
10119 Berlin

Freitag, 15. November 2013

Ausstellungseröffnung in der jW-Ladengalerie

Aquarell aus der Sammlung Gruber, klick zum Betrachten ...
Bruno Voigt - Aufbruch, Aquarell, 1932
Heute Abend wurde in der jW-Ladengalerie die Ausstellung "Weltkriege und Widerstand. Kunst wider den Krieg (1914 - 1948)" mit Graphiken aus der Sammlung unseres Mitglieds Dr. Gerd Gruber eröffnet. Nach einer Begrüßung durch den Leiter der Ladengalerie Michael Mäde berichtete der Chefredakteur Arnold Schölzel, wie es zu dieser Ausstellung kam und erläuterte vor allem, wie wichtig die Beschäftigung mit diesen Kunstwerken ist angesichts der um sich greifenden Verflachung und der zunehmenden Umdeutung von historischen Hintergründen der Entstehungszeit dieser Werke. Gruber, der mit 16 Jahren seine erste Ausstellung bestückte, machte im Anschluss die Anwesenden mit seinem Werdegang zum Sammler vertraut und schilderte, wie er zu über 100 Ausstellungen beitrug oder sie persönlich ausrichtete. Danach ließen sich die Besucher von ihm durch die aktuelle Ausstellung führen. Chronologisch gehängt sind 57 Stücke aus seiner Sammlung, angefangen von Alfred Frank und Bruno Voigt, der ihn als seinen "Entdecker" bezeichnete, über Otto Dix, Max Beckmann, Hanns Kralik und Heinrich Ehmsen, Hans und Lea Grundig, Käthe Kollwitz und Otto Hermann. Am Ende standen zwei verstörenden Ansichten des zerstörten Dresden von Wilhelm Rudolph.
Dr. Gerd Gruber, weitere Fotos durch Klick auf das Bild (Fotos © Abel Doering)
Musikalisch eindrucksvoll umrahmt wurde die Veranstaltung durch Isabel Neuenfeldt, deren Lieder gegen Kriegseuphorie und Unmenschlichkeit aus der Entstehungszeit der Bilder das Publikum ergriffen, Lieder von Mühsam bis zu Brechts "O Fallada, da du hangest", darunter nicht nur lange Zeit Verfehmtes, sondern gar bis Mitte der 70ger Verbotenes.
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sie auch: Gegen die Gemetztel, (Junge Welt, 18.11.2013)
 
Ausstellung: 15. November 2013 bis 29. Januar 2014

è jungeWelt-Ladengalerie
Torstr. 6
10119 Berlin

Donnerstag, 7. November 2013

Weltkriege und Widerstand

Kunst wider den Krieg (1914 - 1948)

Aquarell aus der Sammlung Gruber, klick zum Betrachten ...
Bruno Voigt - Aufbruch, Aquarell, 1932
Eine Ausstellung unseres Mitglieds Dr. Gerd Gruber zeigt Werke internationaler Künstler aus seiner Sammlung von mehr als 9.000 Kunstwerken. Seit seinem 15. Lebensjahr sammelt Dr. Gerd Gruber auf Anregung von Lea Grundig Graphiken und Gemälde aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zu einigen Künstlern der Klassischen Moderne unterhielt Gerd Gruber enge, z. T. freundschaftliche Beziehungen. Die Wertschätzung seiner Ausstellungs- und Sammlungstätigkeit zeigt sich auch darin, dass Marc Chagall, Eduardo Chillida, HAP Grieshaber, Hans Hartung, Marino Marini, Joan Miró, Georg Muche u. v. a. m. ihm Werke widmeten oder eigens für ihn schufen.
Die Sammlung Gruber wurde wegen ihrer internationalen Bedeutung als einzige Privatsammlung des Landes Sachsen-Anhalt in das „Gesamtverzeichnis national wertvollen Kulturgutes“ aufgenommen.

Eröffnung: 15. November 2013, 18:00 Uhr
Es sprechen: Arnold Schölzel (jW)
Dr. Gerd Gruber
Dr. Maria Heiner
Musik: Isabel Neuenfeldt
Ausstellung: 15. November 2013 bis 29. Januar 2014

è jungeWelt-Ladengalerie
Torstr. 6
10119 Berlin

Samstag, 27. April 2013

Zwischen Bedrängnis und Widerstand

Grafiken und Zeichnungen der Jahre 1933 bis 1945 aus der Sammlung Gerd Gruber

Seit seinem 15. Lebensjahr sammelt der promovierte Ingenieur Dr. Gerd Gruber auf Anregung von Lea Grundig antifaschistische Kunstwerke, die in der Zeit der Herrschaft und des Kampfes gegen den Faschismus entstanden. Die von Maria Michel kuratierte Ausstellung zeigt eine kleine Auswahl.

Ausstellungseröffnung:
10. Mai 2013, 17:00 Uhr
Zur Eröffnung führen unsere Mitglieder, der Karikaturist Harald Kretzschmar und der Sammler Dr. Gerd Gruber, ein Podiumsgespräch. (Unkostenbeitrag: Zwei Euro)
Ausstellung: 10. Mai bis 19. Juli 2013

GBM-Galerie
Weitlingsstr. 89
10317 Berlin

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Harald Kretzschmar - Demütigung und Todesmut

Vorabdruck von kurzen Auszügen eines Beitrages aus den MARGINALIEN 204 (erscheint Dezember 2011) zur è Ausstellung "Zwischen Bedrängnis und Widerstand"

Margarete Klopfleisch-Großner: „Festessen des Emigranten“, Aquarell, Prag 1936
Was ist der absolute Höhepunkt im Leben eines bibliophilen Sammlers? Wenn er es geschafft hat, eine nach profunden Maßstäben geordnete Kollektion zusammenzubringen und diese in einer Ausstellung zu präsentieren. (...) Dem bereits seit langem unter uns Pirckheimern heimischen Dr. Gerd Gruber aus Lutherstadt Wittenberg gelingt zum Glück beides: Er ist ein dem Kontakt zu Künstlern wie dem Publikum gegenüber aufgeschlossener Mensch, und die zu seiner Heimat gewordene Stadt hat nun schon zum wiederholten Mal Cranachhaus und Altes Rathaus allein dafür geöffnet, was er zu zeigen hat. (...)
Dore Klemenčič-Maj: gedruckt in einer
Partisanendruckerei, Slowenien 1944
Gar nicht hoch genug kann nun bewertet werden, daß hier die einst in den 1960er Jahren begonnene Forschungsarbeit des unvergessenen Dresdner Kunstwissenschaftlers Erhard Frommhold endlich eine Fortsetzung gefunden hat. Beschämend genug ist, wie wenig sich all die Jahre die offiziell hochangesehenen Kunsthistoriker um das Thema des Antifaschismus in der bildenden Kunst geschert haben. Das wahrlich in jeder Hinsicht gewichtige Standardwerk Kunst im Widerstand, das Frommhold als damaliger Cheflektor des Verlages der Kunst Dresden 1968 unter Ausschöpfung aller damals zugänglichen Quellen in diesem Verlag stemmte, genießt eine fragwürdige Berühmtheit. Man spricht kaum über den da gebotenen Fundus an einzigartiger Kunstleistung gegen die faschistische Barbarei. Dagegen mokiert man sich darüber, welcher Anfeindung das gewaltige Buch damals seitens der Kulturpolitik der DDR durch den „Modernismus“-Vorwurf ausgesetzt war. Als ob es heute eine Anerkennung seines Wertes gäbe. Das so gut wie vergessene und verschollene Opus müßte in Bild- und Textteil längst zur Pflichtlektüre für angehende Kunsthistoriker geworden sein. Nach den heute üblichen Zielsetzungen im akademischen Betrieb ist das fast illusorisch.
Es war eine kluge Entscheidung Gerd Grubers, bei seinem langfristig konzipierten Projekt auch all jene Künstlerinnen und Künstler mit einzubeziehen, die Demütigungen aller Art erleiden mußten, ohne mit Todesmut als Widerstandskämpfer dagegen aufzubegehren. Im persönlichen Gespräch erfuhr er zum Beispiel von dem Gefühl, als ein „entarteter Künstler“ diffamiert zu werden. Schon allein, weil nach dem folgenden Malverbot der Geruch der Öl-farbe verräterisch werden konnte. Er versetzt sich in die Lage jedes einzelnen. So erfaßt er das ganze Spektrum einer Kunst, die immer noch beispielgebend dafür sein kann, mit ganz persönlichen Bekenntnissen Stellung zu beziehen gegenüber katastrophalen politischen Entwicklungen. Es ist erstaunlich, wie sensibel so viele künstlerische Temperamente auf die Bedrohung durch barbarische Gewalt reagierten und welch elementare geistige Kraft von den gesammelten Zeugnissen ausgeht. (...)

Heinz Lohmar: Studie zum Gemälde „Das Übertier“, Aquarell, Paris 1936
Die enorme Fülle des zum größten Teil aus zeichnerischen und druckgraphischen Blättern bestehenden Materials wird komplett in dem 400seitigen Quartformat-Katalog dokumentiert. (...) Aus den über 1100 Abbildungen des Kataloges konnten leider nur etwa 150 ausgesuchte Originale an den beiden am Markt gegenüberliegenden Ausstellungsplätzen untergebracht werden. Die Kuratorin Marlies Schmidt hat sie in gut durchdachter Hängung vorteilhaft platziert. Wenn auf der Einladungskarte zur Eröffnung so prominente Namen wie Marc Chagall, Hans und Lea Grundig, Leo Haas, Käthe Kollwitz, Gerhard Marcks, Pablo Picasso und Wilhelm Rudolph auftauchen, ist das nur ein schmaler Ausschnitt. ...

Zwischen Bedrängnis und Widerstand. Grafiken und Gemälde der Jahre 1933 bis 1945 aus der Sammlung Gerd Gruber. Mit über 1200 Abbildungen und 32 Farbtafeln. Katalog. Wittenberg 2011. 400 S. 4°. Br. ISBN 978-3-00-035926-2. Preis 20 Euro plus Versandkosten.

è Cranach-Stiftung
Markt 4
06886 Lutherstadt Wittenberg

Mittwoch, 20. Juli 2011

Antiquariatsliste Juli 2011

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In dieser Liste bietet das Rote Antiquariat auf 49 Seiten 319 Positionen mit 107 Abbildungen, unterteilt in die Bereiche Kunst, graphische Einzelblätter, Literatur und Exil, so unter anderem von George Grosz: Ecce Homo aus dem Malik-Verlag 1932 oder Blätter von Lea Grundig und Max Schwimmer. Unter Literatur findet sich als Position 161 Bertolt Brecht: Versuche 1 bis 16, also alle vor 1933 erschienenen Hefte, darunter auch als Versuche 14 das von George Grosz illustrierte Kinderbuch "Die drei Soldaten". In der Abteilung Exil findet sich u.a. Deutsche Frauenschicksale, Malik 1937 mit Beiträgen von Thomas Mann "Fort mit den Konzentrationslagern" und Erich Weinerts "Eine deutsche Mutter".
(ad)


und Galerie C. Bartsch
Knesebeckstr. 13/14
10623 Berlin

Mittwoch, 13. Januar 2010

Hans und Lea Grundig

Kaltnadelradierungen aus den Dreißigerjahren

Hans Grundig, Gejagt, 1938. Aus dem Zyklus Tiere und MenschenHANS-UND-LEA-GRUNDIG-EHRUNG 2010

Ein Gemeinschaftsprojekt der GBM-Galerie und der Ladengalerie der »jungen Welt«.

Vernissage der Ausstellung »Hans und Lea Grundig. Eine kongeniale Künstler-, Kampf- und Lebensgemeinschaft« am Freitag, dem 5. Februar 2010, um 17 Uhr in der GBM-Galerie. Zur Eröffnung spricht die Malerin, Grafikerin und Publizistin Heidrun Hegewald.
Zwei Stunden später, um 19 Uhr, wird in der Ladengalerie der »jungen Welt«, Torstraße 6,10119 Berlin, die Ausstellung »Lea Grundig: Im Tal des Todes« eröffnet. Es spricht Dr. Maria Heiner, der wir für die Leihgaben für beide Ausstellungen herzlich danken.

Ausstellung: 5. Februar bis 9. April 2010

GBM-Galerie
Weitlingstr. 89
10317 Berlin

Dienstag, 29. Dezember 2009

zwei Ausstellungen im Roten Antiquariat

Liebe Buch- und Kunstfreunde,

wir wünschen Euch einen erholsamen Jahreswechsel und einen guten Start in das neue Jahr.

Franz Masereel, Flüchtlingsfrau, Gouache auf Velin, 1942Für den Januar 2010 möchten wir auf zwei Ausstellungen hinweisen, die wir in unserem Antiquariat in Berlin-Mitte und in unserer Galerie in Berlin-Charlottenburg durchführen:

Plakate von KPD und Rote Hilfe aus den 20er Jahren. Verkaufsausstellung des Roten Antiquariat in der Galerie Kraftwerk im Cafe Kohi Rungestraße 20, 10179 Berlin vom 7. bis 10. Januar. Vernissage am Donnerstag, den 7. Januar um 19 Uhr in der Rungestraße.

Soziale Kunst und politische Agitation. Bilder, Grafiken, Plakate von Baluschek, Grundig, Grosz, Heartfield, Masereel u.a. Verkaufsausstellung vom 15. Januar bis 7. Februar in unserer Galerie in der Knesebeckstraße 13/14, 10623 Berlin.
Vernissage mit musikalischem Programm von Lennard Körber und Natalia Smotritskaia nach Brecht, Eisler, Weill u.a. am Freitag, den 15. Januar 2010 um 19 Uhr in der Knesebeckstraße.

Wir würden uns freuen, Euch bei den Ausstellungseröffnungen begrüßen zu können.

Mit besten Grüßen,
Christian Bartsch und die Kollegen vom Roten Antiquariat

è
Rotes Antiquariat
und Galerie C. Bartsch
Knesebeckstr. 13/14
10623 Berlin