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Donnerstag, 6. November 2014

3. Dresdner Literaturmesse schriftgut 2014

Die dritte Dresdener Literaturmesse schriftgut ist ein gemeinsamer Auftritt von Buch- und Literaturschaffenden aus Dresden, Deutschland und dem angrenzenden Ausland. Umrahmt werden diese Präsentationen durch Autoren und Künstler, durch Lesungen und Buchpräsentationen. Doch nicht nur das: Gezeigt wird auch, wie das gedruckte Wort auf das Papier kommt oder kam, immer unter dem Gesichtspunkt der handwerklichen Tätigkeit. Somit eröffnet sich für Interessierte beispielsweise ein Blick hinter die Kulissen einer traditionellen Druckerei, in welcher der „Satz“ durch zusammengefügte Bleibuchstaben gebildet wurde – eine Arbeitsweise, die man heute kaum mehr zu Gesicht bekommt.
Mit von der Partie ist die berühmte Offizin Haag-Drugulin, gegründet 1829 in Leipzig, und seit drei Jahren in Dresden ansässig. Sie bewahrt einen einzigartigen Schatz an Schriften aus mehr als zwei Jahrhunderten, mit Raritäten aller Art: Schriftalphabete, die zwei Weltkriege überstanden haben und sonst nirgends mehr zu finden sind. Faszinierende Ziffernsätze in gigantischen Ausmaßen; verspielte, ja skurril anmutende Zier-Initialen aus lange zurückliegenden Zeiten. Daneben herrliche Fraktur-Schriften, die der Ächtung durch die Nazis entgangen sind. Nicht zu vergessen die unzähligen Sätze an Monotype-Matrizen, die es der Offizin gestatten, mit nagelneuen Lettern werkgetreue bibliophile Bücher herzustellen, wie zum Beispiel Bände für die jüngst erschienene Shakespeare-Gesamtausgabe oder Klassiker-Editionen wie die Bibliothek SG oder Sammlungen von Schrift-Alphabeten, wie sie in der Typothek veröffentlicht wurden.
Am Stand der Offizin Haag-Drugulin auf der Messe schriftgut kann man selbst Hand anlegen werden und auf den aufgestellten Handpressen – eine ist ein Unikat – eigene Drucke fertigen. Mitarbeiter der Offizin wie auch ihr Inhaber, Eckehart SchumacherGebler, der Hüter der Schriftschätze, wie ihn kürzlich die Sächsische Zeitung apostrophierte (29. Oktober 2014), stehen dabei hilfreich zur Seite.

Messe: 7. bis 9. November 2014

Samstag, 28. Juni 2014

2. Dresdner Schriftenfest

Verzierte SchwabenbacherStand in dem vergangenen Jahr das Programm des 1. Schriften­festes weitgehend im Zeichen der »Bodoni«, dieser wundervollen, klassizistischen Schrift des genialen italienischen Buchkünstlers und Schriftschneiders Giambattista Bodoni (1740 – 1813), so sind es diesmal, beim 2. Dresdner Schriftenfest, zwei ganz verschiedene Alphabete, denen man sich widmen möchte: der »Alten Schwabacher« und der »Futura«.
Nicht verändert hat sich hingegen die Liebe und das Engage­ment für den Bleisatz und den Buchdruck. Im Gegenteil, die positive Resonanz, die Begeisterung, mit der nicht zuletzt die junge Generation unter den Gestaltern und Typographen die Vorführungen, die Arbeitsschritte – Schriftgießen, Setzen, Drucken etc. im letzten Jahr mitverfolgten, das handwerkliche Können der Akteure oder die angesammelten Raritäten bewunderten, das alles ermutigt, auch in diesem Jahr wieder nach Dresden einzu­laden. Hinzu kamen zwei weitere Momente: Der vielfach geäußerte Wunsch nach praktischen Workshops und die Bereitschaft, bei der Sichtung und Einordnung all der Kostbarkeiten – historische Holz- und Bleilettern oder seltene Matrizen aus lange zurückliegenden Zeiten – mitzuhelfen. Herzlich willkommen also bei diesem Fest für die Hände und die Augen, genießen Sie den Werkstattgeruch und das Geräusch der Maschinen.
Das Tagungsprogramm besteht wie im Vorjahr aus Besichti­gungen, Vorträgen und Vorführungen, hinzu kommen Berichte von Studierenden über Tätigkeiten im Hause oder Ergebnisse ihrer »Spurensuche«, beispielsweise Nachforschungen an den Originalen zur Futura, also den Schablonen, mit deren Hilfe die Schriftmatrizen gefertigt wurden, und die sich in der Offizin befinden. Es schließt sich ein Vortrag von Horst Maser über Paul Renner und seine Futura an. Das zweite Referat zur Schrift befaßt sich mit Varianten der Schwabacher. Anlaß zu diesem Thema sind Original-Matrizen aus dem 16. Jahrhundert, vermutlich die ältesten Matrizen überhaupt, die sich in Deutschland erhalten haben. Weiter eine »Verzierte Schwabacher«, die etwa 1885 in der Reichs­druckerei entstand – ebenfalls ein Unikat. last not least eine Buch­vorstellung, die jüngste Ausgabe der Bibliothek SG mit Märchen der Brüder Grimm, gesetzt und gedruckt – natürlich – in der Alten Schwabacher.
 
Tagung: 19. und 20. Juli 2014
 
Offizin Haag Drugulin
Großenhainer Str. 11a
01097 Dresden

Sonntag, 11. November 2012

1. Dresdener Literaturmesse „schriftgut“

Unter dem Titel "Der Buchbinder und ich – zwei Weißwasseraner auf der Schriftgut-Messe in Dresden" veröffentlicht Bernd-Ingo Friedrich auf seiner Seite kulturpixel einen vorläufiger Bericht von dieser Messe, die vom 9. bis 11. November 2012 stattfand.
 
Die Bibliothek SG"Die Idee zu dieser Messe ist dem Verlegerehepaar Peggy und Dirk Salomo zu danken. ... Ihr Ziel war es, möglichst ALLEs zusammenzuführen, was mit Literatur zu tun hat. Engagierte Dresdener, eine generöse „Messe Dresden“ und verhandelbare Standgebühren ermöglichten die herz- und geisterfrischende Präsentation der sonst eher stillen Schriftkunst und -kultur durch 78 Teilnehmer in neun Räumen von Wohnzimmer- (Neubau) bis Messehallengröße."
Bernd Ingo Friedrich beschreibt, was ihn "als Bibliophilen und Menschen :) am meisten beeindruckte." Unter anderem "die „Offizin Haag-Drugulin“, seit einiger Zeit im Zentrum Dresdens ansässig, und der Verlag „SchumacherGebler“ mit der „Bibliothek SG“. Das Gesamtverzeichnis der Bibliothek enthält mittlerweile 34 Titel, von denen 11 bereits ein „Vergriffen“-Sternchen tragen. ...
Der den Mitgliedern der Pirckheimer-Gesellschaft als Gestalter ihrer MARGINALIEN - Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie bestens bekannte Heinz Hellmis und Linde Kauert zeigten das Neueste aus ihrer „Edition Zwiefach“. Das sind unter anderem originelle, farbstarke Bilderbögen im Format A2, drei Mal zusammengefaltet und zwischen zwei A5-Pappen mit einem Bindfaden montiert; die Künstler beschreiben sie als ein Einblattbuch zum An-die-Wand-hängen. ...
Am Stand des „Bundes für deutsche Schrift und Sprache e.V.“ überzeugte ..." Aber lesen Sie hier den kompletten Bericht, der damit endet: "Es hat auf dieser Messe wirklich ALLES gepaßt."

kulturpixel.de
Von Büchern, Bibliotheken, Briefbeschwerern und Menschen

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Die Bibliothek SG

Buchkunst mit Blei und Faden

Im Januar 2010 erscheint in der bereits seit 1974 editierten Buch­reihe »Bibliothek SG« mit ausgewählten Texten klassischer Autoren der Band 34 ›Joseph Roth – Der Diener Jacques und anderes‹.
Diese Reihe unseres Mitglieds è Eckehart
SchumacherGebler, Die Bibliothek SGallen Pirckheimer-Freunden bekannt duch die typographische Beilage zu den è MARGINALIEN, entstand zunächst als Jahresausgabe für Freunde und Kunden aus den Erfahrungen der damals üblichen Handsatzarbeiten. Für Setzer und Drucker des Typostudios SchumacherGebler lag der Reiz darin, einmal nach eigenem Empfinden eine zu dem jeweiligen Autor passende Schrift aus dem reichen Fundus an Bleilettern zu wählen. Typographie, Schrift und Schriftenvielfalt, aber auch die ästhetische Faszination der Form als solche, sind daher die verbindenden Themen des Programms.
Das ist die wirkliche Besonderheit der Reihe: Beim traditionellen Druck mit Bleibuchstaben prägen sich die Typen gering­fügig in das Papier ein. Dadurch bildet sich ein hauchdünnes Relief. In der Verbindung mit dem dabei entstehenden Farbschmitz wächst den Buchstaben mehr Körper zu, erhalten sie zusätzliches Gewicht.
Die Bibliothek SGAuch die Schriftproportionen sind anders. Bei den Bleibuch­staben sind die Strichstärken in den kleineren Graden nicht nur etwas kräftiger, die Zeichen sind auch insgesamt offener gehalten. Das gewährleistet eine gute Lesbarkeit. In den größeren Graden hingegen ist die Zeichnung enger angelegt, der Duktus schlanker, damit unseren Augen keine allzu großen Sprünge zugemutet werden.
Diese Technik von Bleisatz und Buchdruck wird in der Offizin Haag-Drugulin in der alten Druckerstadt Leipzig gepflegt. Große Sorgfalt wird auf die Wahl des Papiers und auf werkgerechte Bindearbeit verwendet. Nur säurebeständige, leicht getönte Sorten kommen zur Anwendung. Der Buchblock ist fadengeheftet, der Einband mit farbigem Büttenpapier überzogen. Titel dieser Reihe werden immer wieder bei Wettbewerben prämiert: Die Bibliothek SG ist die einzige Serie, die noch ausschließlich in Bleisatz/Buchdruck hergestellt wird.

è Bibliothek SG