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Montag, 8. Juli 2013

O geliebte Schweiz!

… unter diesem Titel wurde am 30. Juni im Hermann-Hesse-Höri-Museum in Gaienhofen am Bodensee eine Ausstellung eröffnet, die „ein Kapitel deutsch-schweizerischer Literaturbeziehungen“ am „Beispiel Robert Faesi“ beleuchten, wir berichteten. Veranstaltet wird die Ausstellung vom Forum Allmende in Zusammenarbeit mit dem H.H.-Höri-Museum, und kuratiert von unserem Schweizer Pirckheimer-Freund Eduard R. Fueter. Er ist nicht nur ein Pirckheimer sowie Vorstandsmitglied des Forum Allmende, sondern auch ein „Stief-Enkel“ von Robert Faesi: seine Großmutter Jenny Fueter, geborene Weber, heiratete 1915 in zweiter Ehe den Zürcher Germanisten und Schriftsteller.
Robert Faesi (1883-1972) nahm im schweizerischen Literatur- und Geistesleben jener Zeit eine herausragende Stellung ein. Er verband seine Position als Professor für neuere deutsche und schweizerische Literaturgeschichte mit eigener Autorschaft, die sich auf alle Gattungen erstreckte und ihn mit Dichtern wie Gerhart Hauptmann und Rainer Maria Rilke, Thomas Mann und Hermann Hesse in nahe Verbindung brachte. Er war es auch, der, aus Stockholm um ein Gutachten gebeten, Hesse erfolgreich für den Literatur-Nobelpreis vorgeschlagen hatte. Die Ausstellung schöpft aus dem reichhaltigen Nachlas s Faesis in der Zentralbibliothek Zürich, um die beiderseitigen Literaturbeziehungen und -abhängigkeiten vor dem Hintergrund der Zeitgeschichte zu verleb endigen. (Aus dem Flyer zur Ausstellung)
Eduard Fueter würdigte seinen „Opa“ mit einer knapp einstündigen, humorvollen und oft persönlich gehaltenen Eröffnungsrede. Er zeichnet auch als Herausgeber des Begleitbuches zur Ausstellung: »O geliebte Schweiz!« Gutach: Drey Verlag 2013 (=Forum Allmende portraits 3.) 63 S. mit Wiedergaben zahlreicher Briefe von und an Faesi, u.a. von Thomas Mann und Hermann Hesse, sowie einen Beitrag zur Biographie Robert Faesis von E. Fueter. (ISBN 978-3-933765-70-3; € 9,- bei Erwerb im Museum)
(Matthias Haberzettl)

Ausstellung: 30. Juni bis 29. September

Hermann-Hesse-Höri-Museum
78343 Gaienhofen/Bodensee, Kapellenstraße 8

Sonntag, 16. Juni 2013

„O geliebte Schweiz!“

Ein Kapitel deutsch-schweizerischer Literaturbeziehungen.
Das Beispiel Robert Faesi
 
Wie die Beziehungen Deutschlands zur Schweiz generell, waren auch die deutsch-schweizerischen Literaturbeziehungen im 20. Jahrhundert besonderen Belastungen ausgesetzt. Einen ersten Wendepunkt in der weithin deutschfreundlichen Haltung der Schweiz zum übermächtigen Nachbarn markierte Carl Spittelers Aufruf „Unser Schweizer Standpunkt“ von 1914, der eine Besinnung auf die Neutralität des Landes einforderte. Nach 1933 trübten sich die Beziehungen zusehends ein – bis hin zur bewussten Abgrenzung der Schweiz durch die „Geistigen Landesverteidigung“ während des Zweiten Weltkriegs. Erst nach 1945 konnte, nicht zuletzt dank der Bedeutung des deutschen Marktes für Schweizer Autoren und Verlage, wieder ein neues Kapitel der gegenseitigen Beziehungen aufgeschlagen werden.
Unsere Ausstellung geht den angedeuteten Krisen, Verwerfungen und Belastungen anhand des Nachlasses des Zürcher Germanisten und Schriftstellers Robert Faesi (1883–1972) nach, der im schweizerischen Literatur- und Geisteslebens jener Zeit eine herausragende Stellung einnahm. Er verband seine Position als Professor für neuere deutsche und schweizerische Literaturgeschichte mit eigener Autorschaft, die sich auf alle Gattungen erstreckte und ihn mit Dichtern wie Gerhart Hauptmann und Rainer Maria Rilke, Thomas Mann und Hermann Hesse in nahe Verbindung brachte. Nicht minder erwähnenswert ist Faesis großer Einfluss auf die maßgebenden literarischen Institutionen der Schweiz; er war es auch, der, aus Stockholm um ein Gutachten gebeten, Hesse erfolgreich für den Literatur-Nobelpreis vorgeschlagen hatte. Unsere Ausstellung schöpft aus dem reichhaltigen Nachlass Faesis in der Zentralbibliothek Zürich, um die beiderseitigen Literaturbeziehungen und -abhängigkeiten vor dem Hintergrund der Zeitgeschichte zu verlebendigen.
 
Eine Ausstellung von FORUM ALLMENDE in Zusammenarbeit mit dem Hermann-Hesse-Höri-Museum, Kurator: Eduard R. Fueter
 
Vernissage: 30. Juni 2013, 11.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 30. Juni bis 29. September 2013
 
Hermann-Hesse-Höri-Museum
Gaienhofen, Bodensee