Mittwoch, 1. April 2026

Hamburger Bothe # 33

Hamburger Bothe 33 aufrufen durch Klick auf die Abb.
Im Mittelpunkt unseres 33. „Hamburger Bothen“ steht diesmal eine Neuerscheinung des Verlags Angeli & Engel. Nur ganz wenige Kenner wußten bisher, daß der Schriftsteller Wolfgang Borchert neben dem Drama „Draußen vor der Tür“, Erzählungen und Gedichten in seinem kurzen Leben noch Zeit für bildkünstlerische Arbeiten hatte. Rund 70 solcher Werke werden erstmals in dem Band „Er wollte einmal Maler werden – Farbige Bilder und Zeichnungen von Wolfgang Borchert“ geboten. Für die Vorzugsausgabe dieser Edition, die im Mai vorliegen soll, hat Rainer Ehrt ein Porträt des doppelt begabten Borchert radiert.
Neben kurzen Nachrichten aus der Bibliophilie findet man im neuen „Bothen“ einmal wieder eine Rezension. Sie gilt dem Band „50 Jahre unterwegs mit Büchern“, worin der Antiquar Wolfgang Neubert seine Berufserfahrungen darlegt und sich als besonderer Kenner der Insel-Bücherei erweist.
In bewährter Weise läßt Abel Doering die Leser des „Bothen“ an seinen bibliophilen Interessen teilhaben und empfieht ihnen diesmal einen Verlag, der sich auf neu illustrierte Werke von E.T.A. Hoffmann spezialisiert hatte.

(Peter Engel)

Maximilian-Gesellschaft wird in Weimer-Stiftung überführt

Die Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst hat ihre Mitglieder in Auswertung der tiefgründigen Analyse des Kulturstaatsministers Weimer, die diesen zu dem Schluss brachte, das Sammeln von Büchern sei mit dem Fortschritt der Digitalisierung nicht mehr zeitgemäß, aufgerufen, ihre Bibliotheksbestände, seien es Inkunabeln, Künstler- oder auch Taschenbücher, an die Geschäftsstelle der Maximilian-Gesellschaft mit dem Ziel abzugeben, diese Bücher wieder dem Antiquariatsmarkt zuzuführen. Der Verkaufserlös soll dann in eine Stiftung der Maximilian-Gesellschaft zum Aufbau einer Deutschen Digitalbibliothek fließen, die künftig die Deutsche Nationalbibliothek ersetzen soll.
Obwohl die Namensgebung der neugeschaffenen Stiftung lange diskutiert wurde - einige Maximilianer wollten am ursprünglichen Namen festhalten und die Gesellschaft durch den Namen Maximilian-Stiftung in die moderne Zeit retten - wurde sie durch endgültige Entscheidung des Kulturstaatsministers "Weimer-Stiftung zur Digitalisierung alter und neuer Buchkunst" benannt und die Maximilian-Gesellschaft gab mit heutigem Datum ihre Auflösung zum Ende des Geschäftsjahrs bekannt. Weitere bibliophile Gesellschaften wollen diesem Beispiel, so Wolfram Weimer in einem Interview, folgen.

2 Kommentar(e):
1. April 2026: Bücherfreundin hat gesagt…
Kluge Entscheidung!😀






1. April 2026: Abel Doering hat gesagt…
genauer Wortlaut des Interviews hier

E.T.A. Hoffmann im Verlag „Serapion vom See“

Im Jahr des 250. Geburtstages von E.T.A. Hoffmann am 24. Januar soll mit dem Bibliophilen des Monats an den Verlag „Serapion vom See“ von Michael Duske erinnert werden, der in Berlin ausschließlich Titel von E.T.A. Hoffmann verlegte - Künstlerbücher und Mappenwerke, u.a. von Michael Knobel, Anke Dziewulski, Stephan Klenner-Otto oder Horst Hussel, auch einen Faksimile-Druck nach einem Skizzenbuch von Fritz Fischer. Der zwischen 1995 und 2010 aktive Verlag ist inzwischen erloschen, der Verlagsinhaber, das ehemalige Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft und des Berliner Bibliophilen Abend, lebt in einem Berliner Pflegeheim.

Michael Duske stellte, gerade eben, weil Hoffmann bereits oft illustriert wurde, an die Editionen seines Verlags hohe Ansprüche und verwendete möglichst klassische Originalgrafik wie Radierung, es sind somit jeweils seltene Originalkunstwerke in Buchform.
Als Bibliophiles des Monats, gleichzeitig die Empfehlung für den Bibliophilen des Hamburger Bothen, wird hiermit Band II der „Berlinische Geschichten“ vorgestellt, eine Graphikmappe, die E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Die Brautwahl“, illustriert von Steffen Faust enthält; Band I dieser Reihe war „Aus dem Leben eines bekannten Mannes“, illustriert und gestaltet von Xago.

Die 2001 erschienen Mappe „Die Brautwahl“ enthält neun Farbradierungen von Steffen Faust, alle vom Künstler betitelt, nummeriert und signiert. Die Titelgrafik wurde handkoloriert. Ein zehnseitiges Beiheft erläutert die Graphiken im Format 20 x 15cm, Blattgröße 28 x22cm, in einer handgearbeiteten Flügelmappe mit Fenster für das Aquarell. Diese Grafiksuite erschien in einer Auflage von 30 Exemplaren und 10 Künstlerexemplaren. Acht Exemplare enthalten zusätzlich einen Farbentwurf zu einer Einzelradierung.