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Samstag, 17. Juni 2023

Gutenberg-Album zum 550. Todesjahr

Vor 550 Jahren ist er gestorben, der geniale Tüftler Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg.

Album des Gutenbergfestes 1840
Anlässlich dieses Jubiläums freuen sich die Soltauer „Bleiläuse“ auf Dr. Wolfgang Brandes, der das spannende „Gutenberg-Album“ vorstellen wird. 
Verfasser der bedeutsamen Schrift ist der Zeitungsverleger Wilhelm Schröder, der vor 145 Jahren gestorben ist. Buchhandlungen, Druckereien und Schriftgießereien sowie alles, was Rang und Namen hatte, feierten alle hundert Jahre die ca. 1440 gemachte Erfindung der „beweglichen Lettern“. 
Schröder hat in seinem Album die mehrtägigen Festlichkeiten in Hannover für die Nachwelt festgehalten und ein einzigartiges Zeitdokument geschaffen. Das „nie genug zu würdigende Ereigniß“, wie es im Album heißt, beging man auch in Städten wie Leipzig, Mainz oder Straßburg, und zwar stets ab 24. Juni. Das ist der Johannestag, an dem der Geburt von Johannes dem Täufer gedacht wurde und seit 1540 auch der Erfindung des „andern Lichtverkündigers“, was Gutenbergs damaligen Stellenwert zeigt. Aufwändige Vorbereitungen bedurfte es, um Vorführungen von Pressen und Gießöfen, Festmahle für hunderte geladene Gäste, Reden und Tanzbälle bis in den Morgen zu organisieren.
Im „Gutenberg-Album“ wird der „unsterbliche Erfinder“ vielfach gepriesen, auch dafür, dass er die Voraussetzungen schuf, „die Fessel des Geistes zu lösen“ und „die Fackel der Menschenbildung voranzutragen“. Schröder brachte darin auch seine Forderung nach einer „freien Presse“ unter. Von seinen plattdeutschen Texten ist besonders die sozialkritische Tierfabel „Dat Wettlopen twischen den Hasen un den Swinegel up de lütje Heide bi Buxtehude“ bekannt.

Dr. Wolfgang Brandes studierte Germanistik, Philosophie und Politologie an der Universität Hannover. Er ist Mitglied der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen.

Lesung: 25. Juni 2023, 15 Uhr

Buchdruck-Museum - Guddi die Bleilaus
Kirchstraße 2, Soltau

Sonntag, 20. November 2022

Astronomie-Rätsel in der Bleilaus

Achim Tribelhorn, Vorsitzender  des Arbeitskreises Astronomie Handeloh, hat einen bilderreichen Vortrag im Gepäck, um das Geheimnis zu lüften, das Astronomen schon seit dem Mittelalter umtreibt: das Himmelsphänomen des Sterns von Bethlehem. War es ein seltenes Zusammenspiel der beiden hellen Planeten Jupiter und Saturn, das es um diese Zeit gleich mehrfach gab? Der schnelle Jupiter zog dabei am langsameren Saturn vorbei und beide wurden scheinbar von der Erde überholt. Erst 1600 Jahre später verstand man alle Effekte rund um diese interessanten Planetenschleifen. Oder war es ein Komet, der aus den Tiefen des Sonnensystems auftauchte und den drei Weisen aus dem Morgenland den Weg zu Jesus Krippe zeigte? „Die schmutzigen Schneebälle verlieren in Sonnennähe ständig etwas von ihrer eisigen Masse. Dadurch entsteht ihr Schweif aus Plasma oder Staub“, verrät der begeisterte Amateurastronom Tribelhorn, der als dritte Alternative auch eine Supernova nicht ausschließt. Dabei handelt es sich um eine helle Explosion eines großen Sterns am Ende seiner Lebenszeit. Solche Ereignisse passieren in großen Galaxien alle 300 Jahre.

Das Plakat zur Veranstaltung wurde in der alten Technik à la Gutenberg vor Ort gestaltet, gesetzt und gedruckt. Reinhard Riedel hat es entworfen. Reinhard Walleneit setzte es mit alten Holz- bzw. Bleilettern und Fritz van Rechtern hat es zusammen mit Günther Weber auf der Korrex-Maschine gedruckt, echte Schwarze Kunst! Alle, die kommen, können noch die Druckform bestaunen, mit der das Plakat hergestellt wurde.

Vortrag: 4. Dezember 2022, 18 Uhr

Die Bleilaus – Schrift- und Druckwelt Soltau
Kirchstraße 2, 29614 Soltau