Dienstag, 25. August 2026

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Warum nicht auch „Hesses Herrenunterhosen“ oder den „Habermas-Hüftslip“?
[...] Viele Jahrzehnte lang war der Suhrkamp Verlag eine Institution der Bundesrepublik. Seine Autoren bestimmten immer wieder den öffentlichen Diskurs. Seit geraumer Zeit befindet sich der Verlag im Niedergang. Finanziell sieht es ebenfalls düster aus. Kurzum: Suhrkamp geht es nicht gut. 
[...] um die Schieflage auszugleichen [sollte ...] das Sortiment des Hauses durch buchfremde Produkte erweiter[t werden]. Auf der Webseite des Suhrkamp-Verlags kann man seit einiger Zeit „Michel-Foucault-Badeschlappen“ [...] erwerben. Der Einfall ist genial, wenn auch nicht niveauvoll. 
[...] Landgrebe sollte aus seiner Idee eine neue Reihe entwickeln: „edition suhrkamp körpernah“.
Sie könnte beginnen mit: „Brecht-Bettwäsche – damit auch der gute Mensch von Sezuan irgendwann mal schlafen kann“. Folgen sollten: „Hesses Herrenunterhosen – aus der streng limitierten Reihe ‘Unterm Rad’“, „Peter-Handke-Handtuch – die Angst des Tormanns vor der Nasszelle“, „Adorno-Achselshirt – Minima Moralia, maxima Transpiralia“, „Habermas-Hüftslip – herrschaftsfreier Diskurs, körpernah“, „Allendes Alpakasocken – magischer Realismus gegen kalte Füße“ und „Treichels Turteltäschchen – für diskrete Dichterromanzen auf der Leipziger Buchmesse“.
[...]
(Jacques Schuster, Welt am Sonntag, 23. Aug. 2026)

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